Grund für unterschiedliche Schneehöhen auf dem Fichtelberg

Messfeld der automatischen Wetterwarte auf dem Fichtelberg mit Schneewehen (wh)

Wir bekommen immer wieder Anfragen, warum die in verschiedenen Medien genannten Schneehöhen auf dem Fichtelberg stark voneinander abweichen. Vor allem gestern war die Lage sehr verwirrend: Zum einen die automatisch gemessene Höhe, die trotz 10,1mm Niederschlag (durchgehend als starker Schneefall) in 12 Stunden um 10cm abnahm und die viel höheren per Hand gemessenen Angaben.

Der Grund sind die unterschiedlichen Messmethoden. Der seit Herbst eingesetzte automatische opto-elektronische Schneehöhenmesser liefert per Laser minütlich eine millimetergenaue Punktmessung. Wenn der Schnee gleichmäßig verteilt ist, funktioniert diese Messart ziemlich gut. Aber auf einem Berggipfel ist eine ebene Schneedecke eher die Ausnahme. Aufgrund hoher Windgeschwindigkeiten variiert die Schneebedeckung extrem stark. Besonders der Kaltfrontdurchgang am Mittwoch sorgte mit starken Windböen bis 103km/h für Schneetreiben und Schneeverwehungen. Da vor allem bei Nordwestwind der Schnee aus dem Messfeld wegweht, liegt unter dem automatischen Messgerät oft viel weniger Schnee, als im Mittel auf dem Berg.

Da dieser Wert nicht mehr mit den Schneehöhen der über 100-jährigen Fichtelbergreihe vergleichbar ist, wird auf Privatinitiative die „alte“ Messreihe weitergeführt. Das heißt, es wird an 16 unterschiedlichen festen Messpunkten an windgeschützten Stellen rund um den Berg gemessen (mehr dazu hier). Das bedeutet zwar ziemlich viel Aufwand und das Ablaufen der Messpunkte erfolgt komplett in der Freizeit, aber es ist wichtig, zumindest privat die Klimareihe mit belastbaren Werten fortsetzen zu können. (wh)

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2 Antworten zu Grund für unterschiedliche Schneehöhen auf dem Fichtelberg

  1. Holger schreibt:

    Hauptsache man kommt billig an Messwerte. Und es klingt auf alle Fälle toll, die Schneehöhe mit Laser gemessen! Das lässt sich heutzutage gut verkaufen. Die Genauigkeit und Präzision für die nachfolgenden Anwender spielt offensichtlich keine Rolle. Ich frage mich, wie die Wasserwirtschaft dann die Schneeschmelze einschätzen will. Aber soweit denken die Herren in ihren Büros hier um die Ecke in Offenbach offensichtlich nicht. Da sind sie einfach mal so ignorant wie viele andere Behörden auch.

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  2. W.Merseburger schreibt:

    Es darf gelacht werden. Die offensichtlich vollautomatisch laufende Wetterstation auf dem Fichtelberg liefert nun oben beschriebenes Bild. Wir diskutieren gerade umfänglich über Klimaänderung und man kann nur hoffen, dass Temperatur, Regenmenge in der wärmeren Jahreszeit und weitere Daten wie Luftdruck, Luftfeuchte usw. ähnlich „exakt“ bestimmt werden können.

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