23. August 2017 – erneut stellenweise Frost im Erzgebirge

Heute Morgen sanken die Temperaturen noch um ein bis zwei Grad tiefer als in der Nacht zuvor. Somit trat in den kalten Tälern verbreitet schon Reif und Bodenfrost auf. Selbst auf dem Fichtelberg bildete sich für eine Stunde etwas Reif aus.

Einzelne Orte hatten sogar wieder Luftfrost, also einen Frosttag. Spitzenreiter war wie zu erwarten die private Wetterstation Marienberg-Kühnhaide mit einem Minimum von minus 3 Grad und am Erdboden minus 6 Grad. Die automatische DWD-Wetterstation Deutschneudorf- Brüderwiese meldete 0 Grad und am Erdboden minus 3 Grad.

Leider sind von den interessanten automatischen Wetterstationen Morgenröthe-Rautenkranz, Erlabrunn, Schwarzenberg, Ehrenfriedersdorf, die über „MeteoGroup“ abrufbar sind keine Daten vorhanden – schade.

Über weitere frostige Zumeldungen aus dem Erzgebirge würden wir uns sehr freuen. (mb)

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22. August 2017 – erster Frost im Erzgebirge

In den letzten beiden Tagen gelangte zunehmend kältere Luft zu uns und die Witterung fühlte sich schon recht herbstlich an.

Herbststimmung auf dem Fichtelberg (Archivbild ch)

Diese kam in der vergangenen Nacht zur Ruhe und die wenigen Wölkchen verschwanden rasch. Durch die kräftige Ausstrahlung in den nun wieder länger werdenden Nächten traten im Erzgebirge verbreitet Temperaturen im einstelligen Bereich auf. An einigen ungünstig gelegenen Orten gingen diese am Erdboden bis nahe 0 Grad, zum Teil bis in den leichten Frostbereich zurück.

Der „Kältepol des Erzgebirges“, das Hochtal in Marienberg-Kühnhaide hatte heute Morgen mit minus 1,7 Grad den ersten Frosttag des Jahres 2017/18 zu verzeichnen (nach der klimatologischen Zeitrechnung werden ab dem 01. August diese Erscheinungen auf den kommenden Winter hin gewertet). Am Erdboden wurden sogar minus 4 Grad gemessen. Allerdings sind Nachtfröste in einigen höheren Muldenlagen des Erzgebirges und des Vogtlandes selbst im Sommer als Ausnahmeerscheinung durchaus mal möglich. (mb)

Danke für die Ergänzung. (mb)

Eine Antwort zu 22. August 2017 – erster Frost im Erzgebirge

  1.  Franz schreibt:

    Im Jeleni (850m, Westerzgebirge) haben wir heute -3,1°C gemessen. Erste Frosttag am 7.8. -1,2°C war.

     

     

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Heftiges Gewitter beendet Regenwaldwetter

Hereinziehendes Gewitter, aufgenommen auf dem Spiegelwald. Fotos: Olaf Wolfram

Na das war ja mal ein ordentliches Gewitter, welches gestern Abend den sehr schwülen heißen Tag beendete. Es kam in der Dämmerung mit starken Windböen bis 93km/h (Fichtelberg), einer sehr hohen Blitzfrequenz und kurzzeitigen Starkniederschlag (in Carlsfeld 21,4mm in einer Stunde). Besonders eindrucksvoll war  der Dauerdonner, der fast eine halbe Stunde anhielt. Wolfgang Hinz hat das Gewitter mit dem Dauerdonner über Schwarzenberg im Video festgehalten.

 

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War das der Sommer 2017?

Weidenröschen in Vollblüte (22.08.2016) und fast verblüht (11.08.2017)

Vergleicht man aktuelle Bilder mit denen vom gleichen Zeitraum im letzten Jahr, merkt man schnell, wie weit die Phänologie in diesem Jahr bereits fortgeschritten ist. Von denen im letzten August noch in Vollblüte gestandenen Weidenröschen sind in diesem Jahr nur noch ausgeblühte Reste übrig. Selbst die Vogelbeeren sind schon reif und die ersten Bäume werden herbstlich gelb.

Herbstlich gelbe Bäume am 18.08.2017! Fotos: Angela Hetze

An fehlendem Niederschlag kann es nicht liegen. Ist es also ein Vorzeichen für einen frühen Winter? Die (meisten) Mitarbeiter der Wetterwarte würden ja gern in ihrem letzten Winter noch ein paar Rekorde knacken, etwa die höchste Schneehöhe von 3,35 Metern aus dem März 1944 oder die früheste Schneehöhe vom 4.09.2007.

Falls es jetzt jemand mit der Angst zu tun bekommt … alle Vorhersagen länger als eine Woche voraus sind natürlich Kaffeesatzleserei… aber hoffen darf man ja mal … 😉

Die Modelle sind aber ebenfalls auf Herbstkurs und vieles deutet darauf hin, daß wir heute in den Tälern (z.B. private Station Schwarzenberg: 31,1°C) den letzten heißen Tag (Max ≥30°C) und auf dem Fichtelberg den letzten Bergsommertag (Max ≥20°C) des Monats hatten. Denn bereits heute Abend rückt das umfangreiche Tiefdrucksystem KOLLE bis ins Erzgebirge hervor. In der noch warmen Luft bilden sich am Abend kräftige Gewitter mit teils heftigem Starkregen. Die nachfolgende Kaltfront bringt deutlich kühlere Luft zu uns und auch langfristig sieht es so aus, als wäre die große Hitze vorbei.

Aber der Statistik nach gibt es häufig nach durchwachsenen Sommermonaten ein Ausgleichsverhalten im Herbst mit einem gegenteiligen Zirkulationsmuster. Zwar sprechen die Modelle momentan noch dagegen, aber bis zum Altweibersommer Ende September wird in der Wetterküche noch viel geköchelt …

Anbei noch ein paar Bilder vom 16. August von Olaf Wolfram, aufgenommen auf dem Spiegelwald und von unsereins in Schwarzenberg. (ch)

 

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Das Sommerwetteraufundab geht weiter

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Auch wenn der wechselhafte Sommer viele nervt, für uns Wetterfrösche ist er äußerst interessant! Denn in der letzten Nacht leitete das Höhentief HARTMUT mit örtlich heftigen Gewittern eine kühlere Periode ein. Der kälteste Tag wird der Samstag, an dem die Temperaturen in den erzgebirgischen Tälern kaum noch auf 15 und auf dem Fichtelberg gerade einmal auf 10°C steigen werden. Nachts schrammt Sachsens höchster Gipfel mit den erwarteten 5°C gerade so an der Schneefallgrenze vorbei, die an diesem Morgen unter 1800 Meter sinken soll.

In den höheren Lagen der Nordalpen wird es also Schnee geben, was ein starker Kontrast zu den Südalpen ist, wo weiterhin bis zu 40°C erwartet werden. Heftige Gewitter sind an dieser markanten Luftmassengrenze also vorprogrammiert. Bereits am Mittwochnachmittag hat es am Gardasee in Norditalien in einer Superzelle ein Hagelunwetter mit Hagelgeschossen in Tennisballgröße gegeben. Allerdings zeigen viele Alpenwebcams aufgrund der nächtlichen Gewitter und dem derzeit flachen Mondlauf auch unzählige wunderschöne und normalerweise sehr seltene Mondregenbögen (z.B. 1234567).

Aber wie geht es mit dem Wetter langfristig weiter? Zunächst bleibt die durchwachsene Witterung erst einmal unverändert. Bis zum Dienstag geht es wieder auf die 30°C zu und anschließend werden erneut Gewitter erwartet. Der Grund für den Schaukelsommer ist ein stets nach Süden verschobener Jetstream, welche eine Tiefdruckautobahn zwischen Island und England bildete und so für das sprunghafte Wetter mit unwetterartigen Wetterereignissen sorgte. Aber leider bleiben die Chancen für ein halbwegs stabiles Sommerhoch weiterhin schlecht. Der Jetstream bleibt südlich orientiert und der Spielraum für andere Großwetterlagen ist relativ gering. Die einzige Chance für eine Veränderung ergibt sich mit der nächsten kurzen Hitzeperiode in der kommenden Woche, wenn sich ein Hochdrucksystem von der Mittelmeerregion in Richtung Mitteleuropa ausdehnt. Behauptet es sich, wie es (nur) das amerikanische Modell ansatzweise berechnet, so wäre mit einem stabileren Wettercharakter zu rechnen. Wird es nach Osten abgedrängt, kommt es auf die Position der Wettersysteme an, ob die Temperaturen bei weiterhin wechselhaften Witterungscharakter eher frühherbstlich oder erneut hochsommerlich werden. Aber wie sagte gestern ein Nachbarskind so schön: „Jetzt sind die Ferien vorbei und nun brauch ich auch keinen Sommer mehr …“ (ch)

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Fichtelbergwetter Juli 2017

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Der Juli 2017 reiht sich in die 80 Prozent der Fälle ein, in der sich die Siebenschläferregel bewahrheitet. Die sich Ende Juni eingestellte Großwetterlage mit kräftigen Tiefdruck über Nord- und Nordwesteuropa und einem Azorenhoch über Südwesteuropablieb auch im Juli erhalten und sorgte immer wieder für maritim geprägte feuchte Luftmassen, die das Wetter sehr wechselhaft gestalteten. Häufig trennte eine Luftmassengrenze kühlere Luftmassen im Norden von zeitweise sehr warmer Subtropikluft im Süden, was immer wieder zu kräftigen Schauern und Gewittern führte. Dazu gab es ein Auf- und Ab der Temperaturen, welche zum Beginn deutlich zu kalt und am Ende deutlich zu warm waren. Im Monatsmittel war der Norden zu warm, in den Alpen reiht er sich dagegen örtlich unter den 20 wärmsten der letzten 200 Jahre ein. Oft gab es kräftige Niederschläge. So brachte Tief ALFRED auf dem Brocken mit 427,5mm die höchste Niederschlagssumme eines Juli-Monats auch die Tagesniederschläge vom 24.07. (121,2mm) und (117,0mm) reihen sich hinter dem 17.02.2002 (154,5mm) auf Platz 2 und 3 in der Statistik ein. Auch auf der Schwäbischen Alb und im Oberallgäu sowie allgemein am Alpenrand gab es große Regenmengen.

Das Wetter im Erzgebirge fiel dagegen kaum aus dem Rahmen. Die Monatsmitteltemperatur war zwar mit 12,9°C um 1,7°C zu warm, aber kein Vergleich zu 2006, dem mit 16,7°C bisher wärmsten Juli. Durch häufige Südwestwetterlagen lagen wir oft im Regenschatten des Erzgebirgskamms. Meist teilten sich auch die Gewitter und zogen nördlich (Nordsachsen) und südlich (Egertal) vorbei, um sich nach Osten zu wieder zu intensivieren. Immerhin wurde die Trockenheit der Vormonate beendet und mit 131% lag der Niederschlag auf dem Fichtelberg (147,5) etwas über dem Mittelwert. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 07. Juli mit 29.1 mm. Die Sonne brachte es mit 159.2 Stunden nur auf 83% des Normalwertes. Die Monatstiefsttemperatur von 3,8°C wurde am 13. Des Monats gemessen, die Monatshöchsttemperatur erreichte am 30. Juli 24,1°C. Es wurde also nicht ein einziger Sommertag (≥ 25°C) registriert.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 12. mit 112.7 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 24 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 6 Tagen, was für einen Sommermonat recht stürmisch ist.

Der Wechselhafte Juli hatte aber auch eine sehr schöne Seite, denn es gab unzählige atemberaubende Morgen- und Abendrots, Regenbögen, Halos, und Föhnstimmungen. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Juli 2017, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Dämmerungs- und Gegendämmerunsstrahlen

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In diesem Artikel haben wir ja bereits über gespiegelte Strahlen berichtet und erklärt, dass dieses Licht- und Schattenspiel im Optimalfall von der Sonnenseite bis auf die Sonnengegenseite zu sehen sein können. Wie so etwas aussehen kann, hat uns der heutige Morgen gezeigt. Zwar hat es nicht gereicht, das sich der Dämmerungs- und Gegendämmerungsstrahl die Hand reichen, aber man kann es sich zumindest gut vorstellen. In diesem Fall war es eine markante Wolkenkante, welche nur wenige Sonnenstrahlen hindurch ließ, die auf der Leinwand der Wolkendecke selbst sichtbar wurden. Dazu gab es ein herrliches Morgenrot.

Während Strahlen an unmittelbar vorbeiziehenden Wolken recht häufig sind, sind die Dämmerungsstrahlen, die durch horizontnahe „Hindernisse“ entstehen, recht selten zu beobachten. Vor allem Gegendämmerungsstrahlen sind meist nur schwach ausgeprägt. Die schönsten gibt es auf dem Fichtelberg bei tiefer liegender Wolkendecke, wenn die Wellentäler und -berge für ein entsprechendes Licht- und Schattenspiel am Himmel sorgen.

Michael Großmann, den wir schon als Erstbeobachtung des Regenbogens dritter Ordnung kennengelernt haben, konnte den kompletten Verlauf über den gesamten Himmel fotografieren. Vielen Dank für das Foto! (ch)

Dämmerungsstrahlen, die vom Sonnen- zum Sonnengegenpunkt über den gesamten Himmel verlaufen. Foto: Michael Großmann

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Fotogener Gewittertag

Gestern war ein (für uns) wunderschöner Gewittertag. Bereits am Morgen überquerte eine Böenwalze von West nach Ost das Erzgebirge. Diese Wolkenwalze wurde sowohl von Wolfgang Hinz in Schwarzenberg als auch von Gerd Franze auf dem Fichtelberg auf Foto gebannt. Dort schrammte die Walze den Gipfel entlang und sorgte kurzzeitig für Nebeltreiben. Erst bei Abzug nach Osten war sie in voller Schönheit zu sehen. Im Zeitraum des Durchgangs wurden in der Windgrafik der Wetterwarte vier Böen registriert, die höchste mit 81km/h. An der Wetterstation im Süden von Chemnitz wurden sogar 91km/h gemessen. Niederschlag gab es keinen.

Windböen bei Durchgang der Böenwalze auf dem Fichtelberg.

Der Tag war sehr heiß, in Sachsen wurden bis 35°C und im Erzgebirge bis 32°C (Aue, Marienberg) gemessen. Auf dem Fichtelberg gab es mit 26,8°C den heißesten und zudem zweiten Sommertag (>25°C) des Jahres.

Am Abend zog dann ein kleines, aber sehr fotogenes Gewitterchen  im Norderzgebirge hinter dem Pöhlberg und dem Bärenstein entlang, bevor uns noch vor Mitternacht die eigentliche Kaltfront erreichte. Aber auch hier war das Gewitter trotz sehr hoher Blitzfrequenz sehr moderat, aus dem Erzgebirge sind weder große Windböen noch Hagelmeldungen bekannt. Erst weiter östlich ist Hagel niedergegangen, so zum Beispiel auf der A4 bei Wilsdruff. Auch die Niederschlagsmengen waren für ein normales Sommergewitter nicht ungewöhnlich, die größte Menge wurde mit 17,1mm in Aue gemessen, der Fichtelberg bekam „nur“ 7,2mm ab. Insofern konnte ich die beiden Gewitter genießen und die Kamera heißlaufen lassen. (ch)

 

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Föhnstürmchen über dem Erzgebirge

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Gestern brachte eine straffe Südströmung auf dem Fichtelberg nicht nur warme 24°C, sondern auch Windspitzen bis 58km/h. Dazu linsenförmige und zum Teil mehrstöckige Föhnwolken (Lenticularis), wie man sie aus den Alpen kennt. Die Quellwolken, die sich schon am Morgen bildeten, hatten keine Chance, mächtig zu Gewitterwolken heranzuwachsen. Kaum waren sie im Niveau der Föhnwolken angelangt, wurden sie gedeckelt und fielen in sich zusammen. Insofern bildeten sich die Gewitter außerhalb des Föhnbereiches über Thüringen und Nordsachsen. Aber selbst der gestern Abend von Westen hereindriftende thüringische Gewitterrest wurde aufgelöst. Erst nachts durfte ein Gewitter passieren 🙂

Der Föhn ist ein warmer, trockener Fallwind, welcher auf der Luftströmung abgewandte Leeseite von größeren Gebirgen auftritt (Grafik). Ursprünglich wurde der Begriff ausschließlich für die warmen Winde im Alpenraum verwendet. Bei bestimmten Wetterlagen kommt es allerdings auch an den Rändern der deutschen Mittelgebirge zu Föhneffekten, wenn auch nicht in alpinen Größenordnungen. Das Erzgebirge macht davon keine Ausnahme. In seiner von Südwest nach Nordost gerichteten Lage sind es nicht nur West- oder Nordwestwetterlagen, die am Südrand des Erzgebirges föhnartige Fallwinde erzeugen. Auch auf der sächsischen Nordseite treten bei Südwest-, Süd- und Wüdostwetterlagen unter bestimmten Voraussetzungen Föhneffekte auf. Im Gegensatz zu den Alpen, die hoch und breit genug sind, um jegliche kälter temperierte Luftmassen zurückzuhalten, sind Föhneffekte im Erzgebirge regional sehr unterschiedlich. Es steigt von Norden her aus der sächsischen Tiefebene (ca. 150 Meter über NN) wie eine breite, schrägaufgerichtete Pultplatte sanft an, im Osterzgebirge auf etwa 900 Meter, im Westerzgebirge auf über 1000 Meter bis zum Fichtelberg (1215m) und Keilberg (1244m). Auf der Südseite fällt das Gebirge sehr steil ab (ca. 600-700m auf 4-5 km Luftlinie).

Der Föhneinfluss auf das Wettergeschehen ist deshalb regional sehr unterschiedlich und Temperaturunterschiede von über 10°C zwischen Ost- und Westerzgebirge sind deshalb keine Seltenheit. Zwei Föhnarten sind den in den Alpen dennoch recht ähnlich. Im Sommerhalbjahr sorgen Wetterlagen, die vom Mittelmeer her verstärkt Warmluft heranführen, an den Nordflanken des Erzgebirges für warmen Fallwind und Wolkenauflösung. Auch bei Südwestwetterlagen, wo von der Biskaya Wolkengebiete von, mit oder hinter Warmfronten herangeführt werden, sind regional vor allem bei südöstlicher Gebirgsausrichtung föhnige Wolkenauflösungserscheinungen zu beobachten. (ch)

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Regennachlese

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Ab heute nachmittag ist es geschafft und die Regentiefs ZLATAN und ALFRED machen sommerbringenden Zwischenhocheinfluss Platz. Zwar scheint auch dieser nur von kurzer Dauer, aber einem sonnigem und sehr warmen Wochenende steht nichts mehr im Wege.

Rückblickend sind vor allem durch Tief ALFRED beachtliche 48-stündige Niederschlagssummen zusammengekommen. Auf der Regensummenkarte, welche die 48-stündige Niederschlagsverteilung bis Mittwoch Abend zeigt sich allerding, daß das Erzgebirge mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Seit dem 24.7. wurden verbreitet „nur“ 20-30mm Regen gemessen, nur um Marienberg waren es mit 50mm etwas mehr.

Aber kein Vergleich zu vielen anderen Regionen Deutschlands, wo zum Teil mehr als 100mm herunterkamen. Besonders betroffen war ein Streifen vom südlichen Niedersachsen über Teile Thüringens und Hessens bis in den Norden Bayerns und vor allem der Harz. Auf dem Brocken fielen seit dem 24.7. 256mm! Im Landkreis Goslar am Nordwestrand des Harzes wurden 166mm (Messstation Seesen) gemessen. Diese Niederschlagsmengen ließ kleine Bäche zu reißende Flüsse werden und setzte viele Orte, wie auch die Altstadt von Goslar unter Wasser (siehe Fotostrecken 1 und 2 von Wetteronline).

Grund zur Freude hatten dagegen die Winterfans in den Alpen, denn dort fiel oberhalb 2500 Meter Schnee!!! Einige wunderschöne Aufnahmen waren auf den Webcambildern von foto-webcam.eu zu finden.

Der Meteorologe und Naturfotograf Marco Kaschuba ist sogar auf die Zugspitze hochgefahren, um dem Schnee ganz nahe zu sein und hat dieses wunderbare Video gedreht 🙂 (Text: neidvoll ch)

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