Gewitter mit großen Niederschlagsmengen in der ersten Monatsdekade

Gewitter am Erzgebirgskamm (ch)
Gewitter am Erzgebirgskamm (ch)

Die erste Monatsdekade des Juni brachte im Erzgebirge viele Gewitter. Nachdem Hoch Waltraud nach Nordosten abgedrängt wurde, übernahm mit nur schwachen Luftdruckgegensätzen das Tief PETER die Wetterregie und sorgte für unbeständiges und schwülwarmes Wetter mit hoher Gewitterneigung. Besonders entlang einer sogenannten Konvergenzlinie, also einen Bereich, wo am Boden die Luft zusammenströmt und zum Aufstieg gezwungen wird, entstanden kräftige und teils unwetterartige Gewitter mit Starkniederschlägen. Zudem sorgten die gleichzeitig schwachen Höhenwinde dafür, dass sich die Gewitter nur sehr langsam bewegen und daher viel Regen an gleicher Stelle abladen konnten.

So wurden auch im Erzgebirge ab 5. Juni täglich örtlich große Niederschlagsmengen bis 50mm gemessen. 50 Liter entsprechen rund einem Drittel des Wassers in einer vollen Badewanne, wobei diese Wassermenge bei kräftigen Gewittern innerhalb kurzer Zeit auf einen Quadratmeter (1 mal 1 Meter) ausgeschüttet wird und dann 50 mm (5 cm) hoch steht. Das hört sich erst einmal nicht nach viel an, Kanalisation und Böden sind allerdings trotzdem häufig überfordert, weil ja größere Areale (meist mehrere Quadratkilometer) betroffen sind. Lokale Überschwemmungen sind daher vorprogrammiert. Kritisch wird es insbesondere dann, wenn Ortschaften in einem Tal liegen und die Wassermassen von den umliegenden Bergen zusammenlaufen und herabströmen.

Das war auch in einigen Tälern des Erzgebirges der Fall. So war das Friedensbächel in Lauter-Bernsbach nach einem mehrstündigem Gewitter gar nicht mehr friedlich, überflutete mehrere Straßen und verstopfte Gullydeckel mit Schlamm und Geröll. Auch in Zwönitz, dem Großraum Marienberg und dem Landkreis Zwickau kämpften die Menschen und Feuerwehren gegen die Wassermassen und pumpten zahlreiche Keller und tiefer liegende Gebäude aus. In einer Straßenunterführung unter der A4 bei Glauchau stand ein Auto stand bis zur Oberkante im Wasser und musste abgeschleppt werden.

Die Dekadensummen sind am Erzgebirgskamm am größten. In einem Streifen zwischen Přebuz (Frühbuß) und Erlabrunn summierte sich der Niederschlag auf über 80mm, im Fichtelberg-Keilberg-Gebiet bis 68mm. František Nedvěd hat eine Karte der Dekadensummen beiderseits des Kamms erstellt. Vielen Dank dafür! (ch)

Niederschlagssummen der ersten Junidekade am Erzgebirgskamm. Karte: František Nedvěd
Niederschlagssummen der ersten Junidekade am Erzgebirgskamm. Karte: František Nedvěd
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Sofi-Gewitter

Gewitter-Sofi (Fotomontage: ch)
Gewitter-Sofi (Fotomontage: ch)

Die Sonnenfinsternis war heute etwas ganz Besonderes. Die Sonne war zwar nur zu 10% bedeckt, aber sie war von Gewittern regelrecht umzingelt. Trotzdem hatte Petrus ein Einsehen und zauberte immer mal wieder kleine Kucklücken zwischen die mächtigen Cumulonimben. Das ist im Erzgebirge recht selten, normalerweise finden fast alle astronomischen Ereignisse hier unbeobachtbar hinter Wolken statt!

Die partielle Sonnenfinsternis hatte ihr Maximum um 12.38 Uhr. Dies waren die „Ausläufer“ einer ringförmigen Sonnenfinsternis über den nördlichen Polarregionen. Sie begann im Nordosten Kanadas, überquerte das nördliche Polarmeer, streifte die Nordwestecke Grönlands und ging über den Nordpol der Erde in den Nordosten Sibiriens.

Doch warum war diese Sonnenfinsternis ringförmig und nicht total? Der Mond passierte vor zwei Tagen mit einer Distanz von 406.230 Kilometer seinen erdfernsten Bahnpunkt. Der dunkle Neumond erscheint daher etwas kleiner als die Sonnenscheibe und bedeckte diese nur zu 89%. Daher wurde nicht die gesamte Sonnenscheibe verfinstert, sondern sie wurde von einem leuchtend hellen Ring umrahmt. (Als visuellen Eindruck hier ein Video einer ringförmigen Sonnenfinternis vom 26.02.2017 in Chile). (ch)

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Das Frühjahr 2021 auf dem Fichtelberg

Viel zu schnell möchte man meinen, ist das Frühjahr 2021 schon wieder Geschichte. Wahrscheinlich, weil man dieses Jahr immer darauf gewartet hatte und das Frühjahr sich nicht so recht einstellen wollte. Mit 0,7 Grad zu kalt ist diese Tatsache nicht außergewöhnlich. Aber wenn der Wonnemonat Mai zu kalt ausfällt, bleibt das besonders in Erinnerung. Selbst der Eindruck, dass wir uns an den zahlreichen zu warm ausgefallenen Mai-Monaten gewöhnt hatten, ist statistisch belegbar. Immerhin müssen wir genau 30 Jahre zurückschauen, um einen kälteren Mai als den diesjährigen mit einer Durchschnittstemperatur von +4,5°C zu finden (1991 +2,7°C). Normal wären 6,3°C. Gehen wir erneut um 50 Jahre zu 1941 zurück, finden wir den bisher kältesten Mai mit nur +2,0°C für den Fichtelberg. Und trotzdem haben wir im Mai einen, wenn auch kleinen Rekord zu verbuchen. Mit 22,2°C Tagesmaximum war es an einem 10. Mai noch nie so warm. Der bisherige Rekordhalter stammt aus dem Jahre 1945 mit 19,2°C. Dieses kurze Sommerintermezzo beendeten die sich pünktlich einstellenden „Eisheiligen“.

Wenn das Frühjahr 2021 zu kalt ausgefallen ist, sollte man das auch an der Schneedecke auf dem Fichtelberg feststellen dürfen. Normalerweise verschwindet die „Winterschneedecke“ Ende April bis Anfang Mai. Dieses Jahr hat sich bis zum 14. Mai Zeit gelassen, bis dass die Schneedecke in Schneeflecken überging. Selbst zum meteorologischen Sommerbeginn sind noch Schneereste zu finden.

Der Niederschlag übererfüllte sein Soll mit ca. 116% in diesem Frühjahr und sorgte somit weiter zum Ausgleich des in der Vergangenheit ausgebildeten Defizites.

Auch die Sonne sorgte mit 444 Stunden mit 106% für das zu erwartende Soll aber nur, weil März und April erheblich dazu beitrugen.

Zusammenfassend hatten wir ein zu kühles Frühjahr mit zu viel Niederschlag, Schnee und Frost, anhaltendes Schauerwetter, das den diesjährigen Mai den Anschein eines Aprils verlieh, einhergehend mit fantastischen Fernsichten, verschiedensten Lichtstimmungen, Regenbögen und am Ende die besonderen durch Blütenstaub verursachten verschwommenen rötlichen Sonnenuntergänge. (Gerd Franze)

Schneereste am 31.05.2021 auf dem Fichtelberg. Foto: Gerd Franze

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Das Wetter im Osterzgebirge im Mai 2021

Gleich am 01. zeigte uns der Mai sein „Schmuddelwetter“. „Tief Daniel“ regnete sich von NO gegen das Erzgebirge ab. Auf dem Kamm lag am 02. sogar etwas Schnee. Die Regenmengen von 14,5 mm (Dohna) bis 22,8 mm (Zinnwald) stellen auch die höchsten Tagessummen des Monats dar. Im Verlauf der 1. Dekade stellte sich eine stürmische Westwetterlage ein. Am 04. erreichten auch die Tieflandstationen mit ≥ 62 km/h die Windstärke 8 und das Anemometer des DWD in Zinnwald-Georgenfeld maß mit 76 km/h einen leichten Sturm (Bft 9). Die Sichtweite erreichte große Distanzen und bei häufiger Änderung der Bewölkung blieb es bis auf 06. fast trocken. An diesem Tag erreichte die Bergwetterstation in Zinnwald einen neuen Tagesrekord mit einer Tmin. = – 1,0 °C. Die Temperaturen bewegten sich bis dahin auf Anfang Aprilniveau.
Vom 08. – 11. traf uns eine Südströmung unter der Obhut von „Hoch Utine“ und später „Tief Hubertus“. Sprunghaft nahm der Frühsommer Einzug bei Temperaturen von max. 22,0 bis 30,5 °C. Nur Dohna verbuchte einen Tropentag (Tmax. ≥30,0 °C). Der Wind blieb lebhaft bei viel Sonnenschein.
Ab dem 12. folgte erst eine west- dann eine mitteleuropäische Troglage mit ordentlichen Niederschlägen. Die Sonne verschwand ebenso wie das Sommergefühl. Die Sicht sank teils auf < 8 km. Mit dem 15. meldete sich die Sonne wieder, wenn auch unterdurchschnittlich, an und die resultierende Konvektivität erzeugte so manche Regen-/Graupelschauer und Gewitter. Daran änderte sich bis zum Monatsende auch nichts bis auf halbwegs frühsommerliches Wetter am Pfingstmontag.
Weiterhin zu kühl aber mit viel Sonne und ohne Niederschlag ging der Mai vorbei und am 31. zeigte sich eine Tendenz zum langersehnten Sommer.

Die Monatsmitteltemperatur reichte von 6,9 °C (Zinnwald) bis 12,4 °C in (Köttewitz) und war somit 1,5 bis 2,0 °C/K zu kalt. Der Mai war dieses Jahr der 2. zu kalte Monat in Folge. In den letzten 10 Jahren war der Mai 6-mal „unterkühlt“. Der Frühling (März – Mai) war der kälteste seit 2013. Diesmal aber ohne Hoch-wasserfolge. 5 Frosttage traten an der alten Wetterwarte auf. Bis auf diesen Standort wurden 3 Sommertage (Tmax. ≥ 25,0 °C) registriert. Einzig Dohna – die tiefste Station – schaffte einen Tropentag. An allen Stationen war der Mai zu nass. Das Spektrum reichte von 66,3 in Dohna (107 %) bis 109,5 mm in Zinnwald (124 %). Aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten fiel die Verdunstung in Köttewitz mit 90 L/m2 um 13 mm höher aus als der Niederschlag = arid (trocken). Die Böden in unserer Region waren aber noch gut gesättigt. Die Anzahl der Niederschlagstage erstreckte sich von 20 (Zinnwald) bis 24 (Köttewitz), also antizyklisch zur Höhenlage. Im Großraum des Dresdner Elbtals sind noch nie (Aufzeichnungsbeginn 1882) in einem Mai soviel Tage mit Niederschlag dokumentiert worden! Einen Frühling mit soviel nassen Tagen gab es zuletzt 1977. Klärchen schien meist nur im Sprintmodus und insgesamt 174 (Zinnwald) bis 191 h (Dohna) lang – verteilt auf 28/29 Tage. Zugestanden hätten uns nur wenige Stunden mehr. Die Vegetation lag zum Wechsel in den meteorologischen Sommer 2 Wochen hinter dem langjährigen Mittel. Flächendeckend war es der windigste Mai seit 1991 mit 8 (Dohna) bis 28 (Zinnwald) Starkwindtagen (Bft 6) und das obwohl der Luftdruck mit 1012,0 hPa um 3,8 hPa zu gering ausfiel aber bei weitem nicht außergewöhnlich. Die Luftfeuchte entsprach mit 69 (Bannewitz) bis 77 % (Zinnwald) dem Mittel, ebenso die Anzahl der Gewittertage: 2 (Köttewitz) bis 6 (Zinnwald-Georgelfeld).

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

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Frostnacht

Frostiger Morgen in Rolava. Foto: Libor Čihák Junior

Eigentlich geht es mit den Temperaturen endlich aufwärts, Hoch WALTRAUD sorgt seit dem Wochenende für rasche Abtrocknung und vertrieb die instabile Luft und die meisten Wolken. Nun kam noch ein Zustrom von trockener Festlandsluft aus dem Osten hinzu. Diese sorgte in der letzten Nacht durch Aufklaren für eine kräftige Ausstrahlung und Minustemperaturen (nicht nur) in unseren kalten Hochtälern. Die kältesten Orte waren Jeleni mit -6°C, Kühnhaide mit -4,1°C in der Luft und -8,3°C am Erdboden sowie Deutschneudorf-Brüderwiese (-0,9°C/-2,4°C). Weitere Orte meldeten zumindest Bodenfrost.

Auch die kommende Nacht könnte nochmal sehr kalt werden, doch dann werden die Nächte milder und auch tagsüber nehmen die Temperaturen weiter zu. Denn pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang streckt der Sommer seine Fühler in Richtung Deutschland aus und lässt es spürbar wärmer werden. Allerdings kann sich mit zunehmender Schwüle im Laufe der Woche auch mal das eine oder andere Gewitter entladen. Das ist auch die längerfristige Tendenz für den Juni, es wird schwülwarm mit zunehmender Gewitterneigung. Zumindest derzeit sehen die Vorhersagemodelle keine Schafskälte. (ch)

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Mikroklima am Fagradalsfjall

Alle 5-8 Minuten eruptiert der Vulkan am Fagradalsfjall (ch)

Auf mehrfachem Wunsch möchten wir einen kleinen Artikel zum isländischen Vulkan veröffentlichen, den wir über Pfingsten besuchen durften, und – da dies ein Wetterblog ist – auf das höchst interessante Mikroklima des Vulkans eingehen.

Der Name des Vulkans, der etwa 27 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Reykjavík liegt, ist noch nicht eindeutig festgelegt, denn es ist ja nicht direkt der Fagradalsfjall ausgebrochen, sondern es haben sich zu Füßen des Berges mehrere Spalten gebildet, aus denen reichlich Lava fließt und neue Vulkankegel entstanden sind. Er wird deshalb entweder Geldingadalagós (Vulkan der Geldingatäler) oder „gosið við Fagradalsfjall” (Ausbruch beim Fagradalsfjall) genannt. Das Lavafeld wird nach Vorschlag der Gemeinde Grindavik Fagradalshraun heißen.

Über Island verläuft die Grenze zweier sich mit einer Geschwindigkeit von über 2 cm im Jahr voneinander entfernenden Kontinentalplatten, der eurasischen und der amerikanischen Platte. Die Halbinsel Reykjanes liegt direkt auf dieser Grenze. Hier kommt sozusagen der mittelatlantische Rücken an Land, hier kommen Plattenverschiebung und aktiver Vulkanismus zusammen. Erdbeben sind keine Seltenheit, doch seit Ende 2019 sind die Beben häufiger und kräftiger geworden. Es wird angenommen, dass dieser zum Fagradalsfjall (dem kleinsten Vulkansystem auf Reykjanes, gelegen zwischen Svartsengi und Krýsuvík) gehörende Ausbruch der erste von vielen Eruptionen in den nächsten 200-300 Jahren sein wird, einfach, weil es in der Vergangenheit meist so war. Allerdings gehört der Vulkanismus auf Reykjanes zu den kompliziertesten und undurchsichtigsten auf ganz Island und niemand weiß wirklich, was passieren wird.

Nachdem die Reykjanes-Halbinsel 15 Monate lang von über 50.000 Erdbeben erschüttert wurde, kam die Spalteneruption am Abend des 19. März nicht überraschend. Aus einem Erdriss quoll glühende Lava hervor und erhellte die dunkle Landschaft. Die Lava ergoss sich zunächst 3 Wochen lang aus dieser ersten Spalte mit dem Zwillingskrater, bevor sich innerhalb von weiteren drei Wochen auf einer Länge von etwa 500 Metern 4 neue Spalten auftaten. welche neue Vulkankegel bildeten. Inzwischen konzentriert sich die Eruption auf eine einzige Stelle und bildete einen steilen, hoch aufragenden Kessel aus frisch abgekühltem Gestein von inzwischen etwa 100 Metern Höhe. Dort kann man derzeit alle 5-8 Minuten pulsierend einen Ausbruch mit reichlichem Lavafluss erleben, der (nicht immer) langsam die umliegenden Täler füllt. Besonders eindrucksvoll sind dabei die Geräusche, das Grollen des Vulkankegels beim Ausbruch, gefolgt von einem Krachen am Ende durch die Verpuffung von Wasserstoff. Oder das Knirschen der erstarrenden Lava, die durch neue geschmolzene Gesteinsmassen weitergetrieben wird.

Veränderung des Vulkansystems vom 20. März bis 20. Mai 2021. Fotos: Kerstin Langenberger

Aber nicht nur der Vulkan hat sich im Laufe der Zeit stark verändert, sondern auch der Zugang zu diesem. Zum vorher kaum besuchten Tal bildete sich schnell ein Trampelpfad, der bald abgesteckt und zunehmend ausgebaut wurde. Inzwischen ist der ehemals rutschige und steinige Weg einem Fahrweg gewichen, der in Notfällen sogar für Versorgungsfahrzeuge passierbar ist. Anfangs gehörte der Vulkan pandemiebedingt allein den Isländern, inzwischen strömen Touristen aus vielen Ländern (vor allem Europa, Israel und den USA) in Scharen herbei, oft herrscht am Vulkan eine wahre Völkerwanderung und vor allem abends großer Andrang. Freiwillige Einsatzkräfte überwachen zur Sicherheit der Menschen das Geschehen am Berg, messen permanent die Gasbelastung und beantworten geduldig Fragen.

Auch hat sich der Vulkan ein eigenes Mikroklima geschaffen. Wenn bei seinen Ausbrüchen plötzlich extrem heiße Luft aufsteigt, setzt starke Thermik ein, die durch starke superadiabatische Bedingungen (große Temperaturunterschiede mit Umgebungsluft) nicht nur Aschewirbel über dem Vulkan oder Staubteufel in der Umgebung bilden kann. Vor allem bei feuchten Luftmassen gibt es über dem Vulkan reichlich Kondensation und die hohe Aerosoldichte sorgt für zusätzliche Eiskeime in den Wolken, die ein Abregnen begünstigen. So kann es nach Durchzug von Regengebieten am Vulkan noch sehr lange regnen, während in der Umgebung die Luft bereits austrocknet und die Wolken sich auflösen.

Am 23.05.2021 konnten wir sogar eine tiefe, horizontal ausgerichtete Arcus-Wolke beobachten. Solche Wolkenwalzen entstehen normalerweise am Grenzbereich der Luftmassen von Gewitterwolken. Aber auch bei einem Vulkan kann wohl die bodennahe Kaltluft die höher liegende Warmluft(blase?) anheben und zum Rotieren bringen.

Für uns war der Besuch am Vulkan die Erfüllung eines Lebenstraum. Nur selten kommt man relativ gefahrlos so nah an einen Vulkan und dessen Lava heran, um ihn intensiv spüren und erleben zu können. Dieses Erlebnis ist kaum in Worte zu fassen. Wir sind tief beeindruckt und bedanken uns bei allen, die uns geholfen und dieses Erlebnis möglich gemacht haben.
(Text: ch, Kerstin Langenberger)

Fotos: Claudia und Wolfgang Hinz

Links zum Vulkan

Livecams (Links ändern sich):
https://www.youtube.com/watch?v=BA-9QzIcr3c
https://www.youtube.com/watch?v=7AdRsDhgQ_8
https://www.youtube.com/watch?v=LOJz4aDKSRY

Facebookseite von Kerstin Langenberger mit zahlreichen Liveberichten vom Vulkan: https://www.facebook.com/kerstin.langenberger.5

Vulkane News Blog von Marc Szeglat: http://www.vulkane.net/blogmobil/category/nachrichten-ueber-vulkanausbrueche/

Infos zu Wanderungen zum Vulkan: https://safetravel.is/eruption-in-reykjanes


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Bunter Mai

Regenbogen nahe Schwarzenberg. Foto: Olaf Wolfram

Die letzten Wochen präsentierten sich kühl und sehr wechselhaft. So ist schon jetzt das doppelte des Mai-Normalniederschlags gefallen und der Monat war bis zu zwei Grad zu kalt. Allerdings scheint das Schlimmste nun überstanden und es geht mit den Temperaturen nun täglich etwas nach oben und ab dem Wochenende setzt sich auch die Sonne immer mehr durch.

Allerdings hatte das aprilhafte Wetter auch was Gutes, denn es gab herrliche Schauerstimmungen und immer wieder Regenbögen. Olaf Wolfram, Christine Pilz, André Baumann, Heiko Ulbricht und Romy Schmidt haben die schönsten für uns zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Auch die Panocam auf dem Fichtelberg hat einige schöne Exemplare festgehalten.

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Online-Vortrag Atmosphärische Erscheinungen

Ich möchte alle Interessenten zum AKM-Vortrag „Vom Regenbogen zum Polarlicht – Atmosphärische Erscheinungen in der Erdatmosphäre“ einladen, der am 28.05.2021 um 19.00 Uhr stattfindet.

Der Vortrag wird uns auf eine bebilderte Reise ins Reich optischer Naturerscheinungen wie Regenbögen, Glorien, Polarlichter, Brockengespenster, Kränze und Halos entführen sowie die Entstehung, Beobachtungsbedingungen und Ursachen derartiger Wetterphänomene erläutern und erklären wann wir diese Naturphänomene am Himmel beobachten können. Wenn man weiß, wo man suchen muss und wann solche Erscheinungen auftreten, kann man fast alle auch in Deutschland erleben.

Weitere Informationen und Link zur Anmeldeseite:
https://www.meteoros.de/akm-vortrag

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Sicht-Panoramen

Das Besondere an den beiden höchsten Gipfeln des Erzgebirges ist der riesige Sichtkreis, der bis über 200 Kilometer Entfernung (Riesengebirge, Brocken) reicht. Besonders interessant ist die Sicht nach Osten, die vom Zittauer Gebirge über den Jeschken, dem Riesen- und Isergebirge, dem Böhmischen Mittelgebirge bis ins Osterzgebirge geht.

Andreas Schaarschmidt hat bei sehr guter Fernsicht Panoramen angefertigt und liebevoll beschriftet. Vielen Dank für die phantastische Arbeit! Beim Klick auf die Vorschaubilder kommt man auf die entsprechenden Panoramas bei Gigapan und beim Klick auf [Original] auf die Originalaufnahmen. Viel Spaß beim Betrachten! (ch)

Panorama vom Fichtelberg in Richtung Osten. Foto: Andreas Schaarschmidt [Original]
Panorama vom Keilberg in Richtung Osten. Foto: Andreas Schaarschmidt [Original]

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Vom Frosttag zum Sommertag in 48 Stunden

Nur zwei Tage nach dem letzten Schnee gab es am Muttertag nahe Annaberg einen Hauch von Frühling

In diesem Jahr scheint es kein „Normal“ zu geben und wir schwanken zwischen polarer Kaltluft und heißer Luft aus Afrika. Eben noch haben wir über den letzten Schnee berichtet, schon verzeichnen wir einen ersten Sommertag und zudem purzelten gestern einige Tages- und Dekadenrekorde. Und gerade beim Schreiben der Zeilen donnert im wahrsten Sinne des Wortes die nächste Kaltfront herein und bringt wieder eine deutliche Abkühlung. Aber diesmal ohne Schnee. Wobei ganz ausgeschlossen sind Schneeflocken zumindest auf dem Fichtelberg auch diesmal nicht, aber das Tiefland sollte diesmal verschont bleiben.

Kristin Tanzmann baute bei einer Wanderung durch das Schwarzwassertal zwischen Pobershau und Kühnhaide bei 27 Grad diesen letzten Schneemann 🙂

Verantwortlich für den Turbosommer waren das Tief HUBERTUS über Westeuropa und Hoch UTINE über Südosteuropa. Zwischen diesen beiden Druckgebilden konnte mit einer kräftigen südlichen Strömung sehr warme bis heiße Luft aus Nordafrika und dem westlichen Mittelmeer einfließen. Die kräftige Maisonne tat dann ihr Übriges, denn sie schien fast überall 10 bis 14 Stunden lang.

So gab es am Sonntag für unsere Mütter einen sehr sonnigen Muttertag mit einem ersten heißen Tag in Brandenburg (Coschen: 30,7°C, Cottbus: 30,2°C). Im Erzgebirge kam der Hauptteil der Warmluft erst gestern an und unterhalb von 750 Metern gab es verbreitet einen Sommertag mit Höchsttemperaturen ≥25°C.

Nach der Kaltfront pendeln sich die Temperaturen auf ein normales Frühlingsniveau ein, allerdings wird es sehr wechselhaft.

Zum Abschluss möchte ich noch einige phantastische Fotos nachreichen, die Anita Baetz am Flughafen Dresden am Abend des 5. Mai aufnehmen konnte. Vielen Dank dafür! (ch)

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