Vegetationsvergleich

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Vegetationsvergleich am 20. April 2018 (links) und 2019 (rechts) . Fotos: Wolfgang Weigert, Adorf

Auch, wenn man den Eindruck hat, dass die Natur derzeit regelrecht explodiert und viel weiter ist, als normal, so zeigt der Bildervergleich vom 20. April 2018 und 2019 von Wolfgang Weigert in Adorf, dass die phänologischen Jahreszeiten im letztjährigen Rekord-April schon viel weiter fortgeschritten waren. Auf dem Fichtelberg war er damals 6,6°C zu warm, während der diesjährige April „erst“ bei einer positiven Abweichung von 2°C angelangt ist. Und das trotz des kleinen Wintereinbruchs in der letzten Woche.

Insgesamt ist aber in den letzten Jahren ein immer früheres Einsetzen des phänologischen Frühlings zu beobachten. Das verdeutlicht auch das Frühlingsgedicht von Emanuel Geibel aus dem Jahr 1841: „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“. Geschrieben wurde es in St. Goar im warmen Rheintal. Aber nicht nur dort stehen im Mai inzwischen die Bäume bereits in Vollblüte, auch die Erzgebirgstäler ziehen nach.(ch)

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Frohe Ostern

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Wie so oft zum Osterfest
wollt‘ ich auf Sachsens Hochpodest
ein letztes Mal die Skier wetzen
um den Berg hinabzuhetzen.

Doch beim Huflattich verstarben
Hoffnungen in Sonnenfarben,
denn es taut, was tauen kann,
auch oben klopft der Frühling an.

Auch ein Besuch der Wetterwart‘,
bringt nix, Leut sind eingespart.
Doch könnt‘ ich übers Messfeld hoppeln
und für die Warte minijobbeln

Wir wünschen allen Besuchern ein schönes und sonniges Osterfest!

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Kleiner Wintereinbruch

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Frisch verschneite Abendstimmung auf dem Fichtelberg. Foto: Kerstin Franze

Die erste Aprildekade war frühlingshaft warm, der Schnee auf dem Fichtelberg schmolz zusammen und erste Pflänzchen zeugten davon, dass der Frühling auch auf dem Fichtelberg sesshaft werden wollte. Aber noch gibt der Winter nicht auf und hab mit einem Rundumschlag nochmals etwas Schnee bis in die Täler gebracht. Auch die Temperaturen sanken in den letzten vier Nächten in den zweistelligen Bereich. Die erzgebirgischen Spitzenreiter waren:
10.04.: -11,0°C Marienberg-Kühnhaide
11.04.: -13,8°C Marienberg-Kühnhaide
12.04.: -14,8°C Marienberg-Kühnhaide, -11,0°C Carlsfeld
13.04.: -10,2°C Carlsfeld
Aber auch die Temperaturmaxima blieben kalt, so gab es auf dem Fichtelberg zwei Eistage in Folge, gestern stieg die Temperatur nur auf -2,8°C. Auch in den Tälern blieb es gestern mit 3°C ungemütlich. Schuld war KATHARINA die Große, ein umfangreichen Hochdruckgebiets über Skandinavien, welches mit einer nordöstlichen Strömung sehr kühle Luft aus Sibirien nach Deutschland führte.

Aber das schlimmste ist nun überstanden und nun geht es wieder mit großen Schritten dem Frühling entgegen. Denn im Verlauf der kommenden Woche verlagert sich die Hochdruckachse und mit einer östlichen Grundströmung gelangen mildere Luftmassen nach Deutschland. Glaubt man dem amerikanischen Modell, so schmelzen an Ostern die Schokoeier bei Temperaturen über 25°C. Das europäische Modell hält mit etwas Regen und frühlingshaft milden Werten um die 15°C entgegen. Aber in einem sind sich die Modelle einig, Schnee lässt sich so schnell erstmal nicht mehr blicken. (ch)

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Fichtelbergwetter im März 2019

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Der März 2019 war zu warm, zu nass, zu windig aber mit ausreichend Sonnenschein. Die im Februar noch dominierenden Hochdruckgebiete machten Platz für eine Tiefdruckautobahn, auf der ein Sturmtief nach dem anderen nach Deutschland rauschte und meist feuchte aber recht warme Luftmassen zu uns brachten. Erst in der dritten Dekade beruhigte sich das Wetter und es wurde frühlingshaft warm, bevor ein Temperatursturz am 24. und in den Folgetagen nochmals Schnee- und Graupelschauer bis in die Täler brachte. Mit erneuten frühlingshaften Werten wurde der Staffelstab dann an den April weitergegeben.

In den letzten Jahren hat es sich Petrus scheinbar zur Regel gemacht, zu den Faschingsumzügen ein Sturmtief vorbeizuschicken, insofern stand auch in diesem Jahr pünktlich am Rosenmontag (4.03.) Sturm BENNET bereit, um die Jecken zu necken. Viel schlimmer war aber, dass er in den Kammlagen den durch Trockenheit, mächtigen Eislasten und Herbststürmen stark geschädigten Bäumen noch mehr zusetze. So reichten die für Winterstürme recht moderaten Spitzengeschwindigkeiten von 110km/h auf dem Fichtelberg und 100 km/h im Flachland aus, um zahlreiche Bäume zu brechen und zu entwurzeln. Noch schlimmer trieb es der stürmische Schnelläufer EBERHARD, der auf dem Fichtelberg mit Orkanböen bis 142,6km/h hinweg fegte und erneut schwere Schäden brachte.

Auch in der zweiten Dekade rauschten weitere Tiefs über uns hinweg und brachten neben Regen, Schnee- und Graupelschauer sogar einzelne Gewitter. Auf dem Fichtelberg schneite es immer wieder und am 16.03. wurde schließlich dank privater Messungen mit 165cm die höchste Schneehöhe des Monats registriert.

Die dritte Dekade begann mit herrlichem Frühlingswetter. Auf dem Fichtelberg wurden das erste Mal zweistellige Temperaturen erreicht (13,1°C am 23.) und in den Tälern die 20°-Marke geknackt. Diese markante Warmluft sorgte dafür, dass pünktlich zum Frühlingsanfang die berühmten Drebacher Krokuswiesen in Vollblüte standen und – da wirklich alle Blumen gleichzeitig blühten, violette Blütenteppiche zauberten, die es in dieser Pracht schon mehrere Jahre nicht mehr mehr gab. Auch die ersten Bienen, Hummeln und sogar Schmetterlinge wurden angelockt. Der Fichtelberg präsentierte sich mit Eineinhalb Meter Schnee noch wenig frühlingshaft, allerdings schützten die hohen Schneewände die sonnenhungrigen Gäste beim kurzärmeligen Bier auf der Terrasse des Fichtelberghauses sehr gut vor den föhnigen Südwinden.

Nach dem schon erwähnten Kälteeinbruch wurde es zum Monatsende erneut frühlingshaft warm und am 30./31. März wurde das letzte Skiwochenende eingeläutet. Genau richtig, denn der bis dato nur langsam geschmolzene Schnee wurde immer weicher und auf freigewehten Flächen zeigte sich das erste Braungrün der Wiesen. Allerdings offenbarte der schwindende Schnee die großen Schäden an den Bäumen, welche den ganzen Winter im Schnee staken oder in mächtige Nebelfrostpanzer eingehüllt waren. Fast jeder Baum hat eine abgebrochene Krone oder abgeknickte Äste. (ch, gf)

Auf Wunsch möchten wir die Statistik von nun an tabellarisch darstellen:

Temperatur:
Monatsmittel: 0,3°C (+2,7°C)
Maximum: 13,1°C am 23. März
Minimum: -5,4°C am 11. März
Eistage (Höchsttemperatur < 0 °C): 10
Frosttage (Tiefsttemperatur < 0 °C): 27

Sonne:
Monatssumme: 108,9 Stunden (104,6%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 126,1 mm (143,3%)
Maximale tagessumme: 21,0mm am 15. März

Schnee (privat gemessen):
Maximale Schneehöhe: 165cm am 16. März
Anzahl der Tage mit Schneedecke: 31
Anzahl der Tage mit Schneefall: 19

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 142,6 km/h am 10. März
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 23
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 15
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 3

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 22
Anzahl der heiteren Tage: 1
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 27 Tage mit Fernsicht (Sicht > 50km): 20
Tage mit Gewitter: 1


Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Aktuelle Fotos vom Fichtelberg und Keilberg

Diese aktuellen Fotos vom Fichtelberg und vom Keilberg wurden von Jarda Fous aufgenommen. Vielen Dank dafür! 

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Schneeschmelze und erste Frühlingsboten

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Erster Frühlingsbote auf dem Fichtelberg

Die Schneeschmelze auf dem Fichtelberg ist in vollem Gang und die Schneehöhe schwindet täglich. František Nedvěd war am 24. März nochmals am Keilberg, um das Wasseräquivalent zu messen und kam an windstillen und schattigen Orten noch immer auf 1,60 Meter Schneehöhe mit einem Wassergehalt von 650mm. Wenn nun der Schnee schmilzt, muss das Wasser irgendwo hin. Wo es nicht so schnell abfließen oder versickern kann, bilden sich Pfützen. Aber auch an den Flüssen ist die Schneeschmelze deutlich erkennbar. Das am hinteren Fichtelberg entspringende und sonst ruhig dahinfließende Schwarzwasser hat sich zum wilden Fluss mit unzähligen Stromschnellen gemausert und auch in den Auen links und rechts des Flüsschens steht das Wasser.

Bevor man schneefrei und trockenen Fußes auf den Fichtelberg wandern kann, dauert es sicherlich noch ein paar Wochen. Aber der Frühling ist auch auf dem Berg angekommen und es zeigen sich die ersten gelben Farbtupfer in Form von Huflattich. (ch)

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Meteoritenfall im Erzgebirge

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Feuerkugel über der Wetterwarte

Der eine oder andere Erzgebirger hat sich sicherlich schon gefragt, woher all die tiefen Krater auf den Straßen kommen. Wissenschaftler haben jetzt die Antwort gefunden: Es sind Meteoritenkrater.

Im Februar wurde über der Wetterwarte ein heller Bolide gesichtet. Dabei ist ein größerer Steinmeteoroid interplanetaren Ursprungs in die Erdatmosphäre eingedrungen und nicht vollständig verglüht. Stattdessen ist er in unzählige kleine Einzelteile zerfallen, welche dann vor allem über dem oberen Erzgebirge den Erdboden erreicht haben. Da dort zum Zeitpunkt des Meteoritenfalls noch sehr viel Schnee gelegen hat, sind die Spuren nur auf den schneefreien Straßen zu sehen, wo zahlreiche Krater geschlagen wurden.

Dass dies nicht der erste Meteoritenfall ist, beweist eine Infotafel in Rittersgrün/Ehrenzipfel, auf dem der Erzgebirgsverein an einen im Jahre 1833 hier gefundenen Eisenmeteoriten erinnert (siehe auch Abhandlung „Der Eisenmeteorit von Rittersgrün„, Freiberg 1876). (ch, wh)

 

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Letztes Skiwochenende

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Bei frühlingshaften Temperaturen geht die Skisaison an diesem Wochenende zu Ende.

Bei frühlingshaften Temperaturen bis 11,4°C auf dem Fichtelberg und bis 20° in den Tälern (Schwarzenberg: 18,8°C, Aue: 18,5°C, Marienberg: 18,6°C) geht an diesem Wochenende die Skisaison zu Ende. Seit der Eröffnung am 15.12 gab es durchweg optimale Verhältnisse und viele Skihungrige kamen in diesem herrlichen Winter auf ihre Kosten.

Am Sonntag, den letzten Skitag, trübt es sich im Tagesverlauf ein und anfänglicher Regen könnte auf dem Gipfel nochmals in Schnee übergehen. Aber der Frühling wird bald auch auf dem Berg ankommen, die ersten schneelosen Stellen, z.B. auf der Wiese der Wetterwarte gibt es bereits. Wer entdeckt das erste Blümchen? (Text: ch, Fotos: mb)

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Winterschäden I (März)

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Rund um den Fichtelberg sind fast alle Bäume abgeknickt. Foto: Gerd Franze

Nach zahlreichen Baumschäden durch Stürme sowie einem extrem trockenen Sommer und den dadurch zahlreichen Borkenkäfern führte im oberen Erzgebirge auch noch Eisregen zu starken Baumbruch, bevor alles schließlich unter schweren Schneemassen begraben wurde. Unmittelbare Schadensberichte und -analysen hat Michel Oelschlägel auf seiner Seite Frontgewitter.de zusammengetragen.

Auf dem Fichtelberg wird ein Großteil der Schäden nun erst mit der Schneeschmelze so richtig sichtbar. Es gibt im Gipfelbereich kaum noch einen Baum, bei dem nicht die Krone oder zahlreiche Äste abgebrochen sind. Aber auch Bänke, der Holzzoo und vieles mehr wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.

Wir möchten nicht nur die unmittelbaren Winterschäden jetzt und nach dem kompletten Wegtauen des Schnees dokumentieren, sondern auch, wie es langfristig weitergeht. Stecken die Erzgebirgswinter erprobten Bäume die Schäden locker weg und erholen sich schnell wieder? Oder bleiben die Schäden noch lange sichtbar? Wir hoffen auf ersteres und sind gespannt. (ch, gf)

 

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Kurzärmelig im Schnee

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Das Hoch HANNELORE hat in den letzten Tagen für Frühling pur gesorgt und ist mit Gipfeltemperaturen bis 13°C dem Schnee mächtig an den Kragen gegangen. Zwischen den riesigen Schneehaufen tummelten sich die Fichtelbergbesucher zum Teil kurzärmelig und genossen in der Sonne Kaffee oder Bier. So nach und nach gibt der Schnee die ersten Grasflächen, aber auch zum Beispiel die eingeschneiten Geräte der Wetterwarte oder die Tiere des Holzzoos frei.

Ab Morgen greift der Winter nochmal an und es könnte in den Gipfellagen etwas Neuschnee geben. Aber langfristig ist der Frühling nicht mehr aufzuhalten und so meldet er sich zum Ende der Woche zurück. (ch, wh)

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