Regennachlese

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Ab heute nachmittag ist es geschafft und die Regentiefs ZLATAN und ALFRED machen sommerbringenden Zwischenhocheinfluss Platz. Zwar scheint auch dieser nur von kurzer Dauer, aber einem sonnigem und sehr warmen Wochenende steht nichts mehr im Wege.

Rückblickend sind vor allem durch Tief ALFRED beachtliche 48-stündige Niederschlagssummen zusammengekommen. Auf der Regensummenkarte, welche die 48-stündige Niederschlagsverteilung bis Mittwoch Abend zeigt sich allerding, daß das Erzgebirge mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Seit dem 24.7. wurden verbreitet „nur“ 20-30mm Regen gemessen, nur um Marienberg waren es mit 50mm etwas mehr.

Aber kein Vergleich zu vielen anderen Regionen Deutschlands, wo zum Teil mehr als 100mm herunterkamen. Besonders betroffen war ein Streifen vom südlichen Niedersachsen über Teile Thüringens und Hessens bis in den Norden Bayerns und vor allem der Harz. Auf dem Brocken fielen seit dem 24.7. 256mm! Im Landkreis Goslar am Nordwestrand des Harzes wurden 166mm (Messstation Seesen) gemessen. Diese Niederschlagsmengen ließ kleine Bäche zu reißende Flüsse werden und setzte viele Orte, wie auch die Altstadt von Goslar unter Wasser (siehe Fotostrecken 1 und 2 von Wetteronline).

Grund zur Freude hatten dagegen die Winterfans in den Alpen, denn dort fiel oberhalb 2500 Meter Schnee!!! Einige wunderschöne Aufnahmen waren auf den Webcambildern von foto-webcam.eu zu finden.

Der Meteorologe und Naturfotograf Marco Kaschuba ist sogar auf die Zugspitze hochgefahren, um dem Schnee ganz nahe zu sein und hat dieses wunderbare Video gedreht 🙂 (Text: neidvoll ch)

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Gespiegelte Strahlen

Manchmal treten auf dem Fichtelberg Wetterphänomene auf, die man dort überhaupt nicht vermutet. Eins davon konnten wir (ch, mb) in der letzten Woche beobachten. Die Sonne stand nicht sichtbar hinter einer Wolkendecke und dennoch waren auf dieser Strahlen zu sehen. Diese gingen nicht, wie es physikalisch sein sollte, radial von der Sonne aus, sondern schienen ihren (gedachten verlängerten) Schnittpunkt am Horizont, genau genommen direkt am Auersberg zu haben.

Normale Strahlenbüschel gehen von der Sonne aus und entstehen, wenn Schatten von Wolken bei Dunst oder nach Regen auf eine Leinwand aus unzähligen Wassertröpfchen fallen und dort als Schatten abgebildet werden. Ihre fächerartige Ausbreitung beruht auf einem perspektivischen Effekt, denn eigentlich sind alle Strahlen parallel. Aber genauso wie Eisenbahnschienen in der Ferne zusammengehen, laufen auch die Wolkenstrahlen in einem Punkt zusammen. Wenn die Sonne sehr tief steht oder gerade untergegangen ist, können sich die Licht- und Schattenstrahlen über den gesamten Himmel erstrecken (Dämmerungsstrahlen) und am Sonnengegenpunkt zusammenlaufen (Gegendämmerungsstrahlen).

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„Normale“ Strahlenbüchel am Fichtelberg (ch)

Aber zurück zu unserer Beobachtung von letzter Woche. Da Strahlen also in ihrer erzeugenden Lichtquelle zusammenlaufen, muss sich eine zweite am Horizont befinden.  Des Rätsels Lösung liegt höchstwahrscheinlich in der fast 30km entfernten Talsperre Eibenstock. Dort hat die Sonne geschienen und sich auf der Wasseroberfläche gespiegelt. Diese gespiegelte Sonne hat schließlich ihre durch die Wolkenkante entstandenen Strahlen auf die Wolkenunterseite reflektiert, so dass wir sie vom Fichtelberg aus sehen konnten.

Oft dürften diese gespiegelten Crepuscularstrahlen, so die wissenschaftliche Bezeichnung, nicht möglich sein, nur wenn die Sonne horizontnah genau über dieser oder einer anderen Talsperre steht, zudem Wolken für das benötigte Licht- und Schattenspiel zur Verfügung stehen und eine Wolken- oder Dunstleinwand zur Verfügung steht, kann diese Erscheinung entstehen.

Auf der Zugspitze konnte Claudia Hinz bereits eine ähnliche Beobachtung machen, hier fungierte der viel größere Bodensee als Spiegelfläche. [Link]

Ein sehr eindrucksvolles Foto von gespiegelten Strahlen gelang dem Naturfotografen Jarda Fous. Am 28.06.2015 konnte er im Nebel an der tschechischen Talsperre Klíčava sowohl die normalen Strahlenbüschel als auch die der gespiegelten Sonne ablichten und somit dieses Phänomen eindrucksvoll dokumentieren. Vielen Dank an Jarda für das eindrucksvolle Foto! (ch)

Jarda Fous

„Normale“ und gespiegelte Strahlen an der tschechischen Talsperre Klíčava. Foto: Jarda Fous

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Morgenrot, Schlechtwetter droht

Sowohl gestern als auch heute morgen war der Sonnenaufgang in wunderbares Morgenrot gebettet. Und beide Tage hat die Bauernregel gehalten, was sie verspricht. Während gestern morgen ein kleineres Regengebiet über das Erzgebirge zog, hat es das Schlechtwetter ab heute in sich. Denn das Tief ALFRED versorgt uns in den nächsten drei Tagen mit jeder Menge Regenwolken und kühler Atlantikluft. Bis 100mm wurden am Erzgebirgsnordrand vorhergesagt. Allerdings haben wir im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden in Deutschland das Glück, dass das Erzgebirge von Gewittern und Regengebieten nicht allzu viel abbekommen hat und die Böden vielerorts trocken und die Flüsse aufnahmefähig sind. Zudem verteilt sich die Niederschlagsmenge auf 3 Tage und fällt nicht, wie bei Schauern manchmal der Fall, innerhalb kürzester Zeit. Insofern sollte sich der Anstieg der Flusspegel in Grenzen halten.

Aber zurück zum Morgenrot. Es entsteht, wenn sich viele Wassertröpfchen in der Atmosphäre befinden, die bei tief stehender Sonne alle kurzwelligen Farben des Sonnenspektrums herausfiltern. Nur das langwellige Rot spiegelt sich an den Wolken wieder. Das passiert allerdings nur, wenn der Himmel dort, wo die Sonne auf- oder untergeht klar ist. Das bedeutet für das Morgenrot ganz konkret: Die Sonne geht im Osten auf – dort ist der Himmel (noch) frei. Von Westen ziehen allerdings Wolken auf – die von der Sonne angestrahlt werden. Meist sind kompakte Wolkenfelder Vorboten für eine Schlechtwetterfront und es zieht oft recht schnell zu. Diese Bauernregel hat also eine sehr hohe Trefferquote und auch das herrliche Morgenrot heute Morgen hat den inzwischen eingetroffenen Regen sicher vorhergesagt. (ch)

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Mit der Fichtelbergbahn durchs obere Erzgebirge

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120 Jahre wird die Fichtelbergbahn, die fahrplanmäßig zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal verkehrt. Eine Fahrt bietet nicht nur herrliche Ausblicke in das obere Erzgebirge, sondern auch eine Zeitreise in eine Epoche vor der Automatisierung, als man noch auf das Wissen, das Können und die Erfahrung von Menschen setzte.

Ursprünglich verband die 1872 eröffnete Bahnstrecke die Grenzorte Annaberg und Weipert sowie Weipert mit Komotau. Allerdings sollte langfristig auch Oberwiesenthal an die Strecke angebunden werden. Am 19. Juli 1897 wurde feierlich die heutige Strecke von Cranzahl über das Sehmatal nach Oberwiesenthal eingeweiht. Im ersten Weltkrieg kam es wegen Kohlemangel zu Einschränkungen, aber anschließend boomte der Personenverkehr. Hinzu kam der Transport der Baustoffe für die Fichtelbergschwebebahn.

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Bahnhof Oberwiesenthal um 1900, Quelle: Wikipedia

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs musste die Schmalspurbahn einen großen Verkehrsrückgang hinnehmen, denn der Ausflugsverkehr brach fast völlig zusammen. Mit zunehmender Kriegsdauer wurde der Fahrplan immer mehr ausgedünnt, bevor man im April 1945 den Zugverkehr gänzlich einstellte. Erst im Juni 1945 wurde der Verkehr auf der Strecke, die sich in unmittelbarer Nähe des 1945 unbesetzt gebliebenen Gebiets in der Sowjetischen Besatzungszone befand (Freie Republik Schwarzenberg), wieder aufgenommen.

Ab 1947 nahm der Personenverkehr wieder zu, nicht zuletzt auch durch den Uranabbau im Revier Bärenstein-Niederschlag, wo bis zu 3000 Bergleute beschäftigt waren und im Berufsverkehr befördert werden mussten. Auch der zunehmende Wintersport im Fichtelberggebiet sorgte für eine gute Ausnutzung. Und wenn z. B. wegen Bauarbeiten die Straßen im Pöhlbachtal (1973) oder im Sehmatal (1990) unpassierbar waren, dann kam man nur mit der Bahn zum Fichtelberg. Zudem war sie beim Neubau des 1963 abgebrannten Fichtelberghauses das wichtigste Transportmittel.

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Neben dem Tourismus hat der Gütertransport bedeutend zum Verbleib der Bahn beigetragen. Ansichtskarte 1979

Nach 1990 verlor die Bahn ihre Bedeutung als wichtiger Zubringer in die am höchsten gelegene Stadt Deutschlands. Nach 1994 orientierte sich der nunmehrige Eigentümer Deutsche Bahn AG auf eine baldige Stilllegung oder Privatisierung. Am 1. Juni 1998 übernahm die neu gegründete BVO Bahn GmbH, seit 2007 Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), die Strecke von der Deutschen Bahn AG. Im Rahmen der Übernahme bekam die Bahn den neuen werbewirksamen Namen Fichtelbergbahn, welcher schon nach kurzer Zeit an der Seitenwand sämtlicher Reisezugwagen angebracht wurde. Dem neuen Betreiber gelang es innerhalb kürzester Zeit, die Bahn überregional bekannt zu machen und ein neues touristisch orientiertes Betriebskonzept umzusetzen. Derzeit nutzen mehr als 200.000 Fahrgäste jährlich die Fichtelbergbahn.

Die Fahrt beginnt in Cranzahl. Doch bevor es losgeht, werden die Kohlen in der Lok aufgefüllt und der Heizer bringt sie im Kessel zum Glühen. Die Signalanlagen und die Weichenstellung werden von Hand bedient. Dies geschieht nicht nur, um alte Zeiten aufleben zu lassen, sondern an den exponierten Punkten vieler Bergschmalspurbahnen (u.a. auch Brocken), kann man so bei Vereisungen gezielt konventionell gegensteuern.

Neben geschlossenen Waggons haben einige Züge auch offene Aussichtswagen, die bei schönem Wetter besonders beliebt sind. Danach schlängelt sich der Dampfzug leicht ansteigend durch das Sehmatal bis nach Neudorf. Anschließend geht es stetig und steil bergauf und der Heizer hat nun kräftig zu tun, denn nur mit Volldampf erreicht der Zug über das Pöhlbachtal und ausgedehnte Waldgebiete Oberwiesenthal. Insgesamt beträgt die Distanz 17,1 Kilometer, dafür benötigen die Dampfzüge der Fichtelbergbahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h rund 60 erlebnisreiche Minuten.

Am 12. und 13. August feiert die Fichtelbergbahn ihren 120. Geburtstag mit einem umfangreichen Programm, welches sich hauptsächlich auf die Bahnhöfe Cranzahl und Oberwiesenthal verteilt. Umfangreiche Informationen über das Festprogramm gibt es auf der Seite der Fichtelbergbahn. (ch)

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Wechselhaft = Fotowetter!

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Eigentlich war der Sommer bisher gar nicht so schlecht. Es war angenehm warm und unerträgliche Hitzewellen gab es kaum. Auch von schweren Unwettern blieb das Erzgebirge weitgehend verschont. Die Trockenheit anderer Gebiete Deutschlands teilt das Erzgebirge ebenfalls nicht, hier gab es regelmäßige Regengüsse für die Pflanzen und selbst die Pilze sprießen schon. Nur der wolkenlose Himmel fehlte. Sicherlich Pech für die Sonnenanbeter, die Fotografen hat’s gefreut, bringt doch wechselhafteres Wetter die schönsten Fotomotive hervor. Allein in den letzten beiden Wochen sind unsere Kameras wieder heiß gelaufen, denn Regenbögen oder schöne Wolkenstimmungen haben sich die Klinke in die Hand gegeben. Hier die besten Aufnahmen aus dieser Zeit.

Und wie geht’s mit dem Wetter weiter? Der schon seit einigen Tagen prognostizierte Kaltlufteinschub verspätet sich weiterhin und soll wohl nun erst abgemildert kommende Woche kommen – mit Tiefpunkt am Dienstag, an dem es „nur“ noch 20°C werden.  Aber auch danach bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik weiterhin hoch, verschiebt sich mit ihrem Kern aber weiter nach Norden in Richtung Island, was den Hochdrucksystemen mehr Entwicklungsspielraum über Mitteleuropa schafft. Es sieht also danach aus, dass zumindest vorübergehend bei moderaten Temperaturen das Wetter allgemein etwas ruhiger wird und die Gewitterneigung zurück geht. Allerdings stützen die langfristigen Modellläufe weiterhin einen durchwachsenen Wettercharakter. (ch, mb)

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Urlaubsgrüße vom Wendelstein

Heutiger Anblick der ehemaligen Wetterwarte Wendelstein mit (Wind-)Mast und privater Messstation des LMU-Observatoriums.

Da im Sommer auch die Redakteure dieser Seite ausfliegen, gibt es weniger Neues vom (derzeit doch recht langweiligen) Fichtelbergwetter. Stattdessen wollen wir Euch ab und zu in den Urlaub mitnehmen.

Ich besuchte letzte Woche den Wendelstein in Oberbayern. Dieser 1835 Meter hohe Berg befindet sich am Nordrand des Mangfallgebirges zwischen Bayrischzell und Brannenburg und bietet wegen seiner exponierten Lage nicht nur eine atemberaubende Rundumsicht, sondern auch viele interessante Wetterphänomene. Von Oktober 1883 bis September 2012 befand sich auf dem Gipfel eine Wetterwarte, die leider ein Jahr vor dem 130-jährigen Bestehen komplett geschlossen wurde. „Der Versuch, die Wetterstation auf dem Wendelstein in den Alpen auf automatischen Betrieb umzurüsten, ist misslungen“, sagte der Pressesprecher des DWD (Quelle).

Aus dem letzten Dienst.

Ich durfte von 1999 bis 2012 auf dem Wendelstein arbeiten und es war (wie jetzt auch am Fichtelberg) ein Arbeitsplatz, auf dem man nicht nur nach Vorschrift Dienst machte, sondern seine Seele einbrachte (und ein Stückchen auch zurück ließ). Auf diesem vorgelagerten Fels fand das Wetter nicht am Himmel statt, sondern oftmals in Augenhöhe. Man war also mittendrin, sozusagen als Teil des Wetters. Ich liebte es, wenn die zahlreichen Föhnstürme für unglaubliche Stimmungen sorgten, Irisierende Wolken vorbeischwebten, sich im Tal Regenbögen zeigten oder das Glorien-umringte Brockengespenst im letzten Abendlicht den Berg erklomm.

Wegen seiner exponierten Lage wurden auf dem Wendelstein immer wieder sehr hohe Windgeschwindigkeiten gemessen, zum Beispiel während Föhnwetterlagen oder beim Durchzug atlantischer Sturmtiefs. Bei Weststurm kommt noch ein besonderer Effekt hinzu – vor einer aufziehenden Front werden die Winde am Nordrand der Alpenbarriere durch eine Art Düsenwirkung zusätzlich verstärkt. Beim Orkan „Kyrill“ im Januar 2007 wurden in einer Windböe 201,7 km/h erreicht, beim Orkan „Lothar“ am 26. Dezember 1999 waren es 259 km/h.

Mit 2,1°C war das Jahresmittel nur wenig kälter als auf dem 600 Meter tieferen Fichtelberg (2,9°C). Ursache sind vor allem die Föhnstürme im Winterhalbjahr. So sind die mittleren Monatsmittel von Oktober bis Februar durchweg höher als auf dem Fichtelberg. Allerdings merkt man die Höhenlage vor allem dem absoluten Maximum an. Während auf dem Fichtelberg in 101 Jahren immerhin 3 Tage mit Temperaturen > 30°C verzeichnet wurden, betrug die absolute Höchsttemperatur auf dem Wendelstein nur 26,2°C (7.07.1983). Die Tiefsttemperatur lag mit -29,1°C deutlich über den der Alpentäler, wo nicht selten die Nachttemperaturen auf unter -30°C rauschten. Oft war der Wendelstein noch vor dem Brocken die stürmischste Station Deutschlands (siehe „Orkane und schwere Winterstürme über Deutschland“). Auch die höchste Windspitze von 265km/h liegt noch über der des Brockens (263km/h) und erst recht über der des Fichtelberges (216km/h). Die höchste gemessene Schneehöhe stammt aus dem Februar 1956 mit 4,50 Meter.

Heute gehört das ehemalige Wetterwartengebäude dem Observatorium Wendelstein der LMU München. Neben dem Windmastgerippe, welches nach wie vor den Gipfel ziert, wurde im Gebäude auch eine Wetterwarten-Gedächtnisecke eingerichtet, die immer an 129 Jahre Wetterbeobachtung am Wendelsteingipfel erinnern soll. (ch)

Mehr Infos zur Wetterwarte Wendelstein:

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Helle Mondhalos über dem Erzgebirge

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In der letzten Nacht gab es ungewöhnlich helle und ausgedehnte Mondhalos über dem Erzgebirge. Halos entstehen durch Lichtbrechung- oder -Beugung an den kleinen Eiskristallen hoher Schleierwolken. Diese zogen von einem sich auflösenden Gewittercluster südlich des Erzgebirgskamm nach Norden und zauberte einige Haloarten an den Himmel. Zu sehen waren die Lichtsäule, der 22°-Ring, beide Nebenmonde, der obere Berührungsbogen, 46°-Ring, Zirkumzenitalbogen und Fragmente des Horizontalkreises. Am Fichtelberg waren die Halos von 23.15 Uhr bis kurz nach Mitternacht zu sehen. Aber auch aus vielen anderen Teilen des Erzgebirges und Sachsen wurde begeistert von diesen Halos berichtet. (ch)

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Gewitter an der Luftmassengrenze

An den letzten beiden Tagen konnten wir uns an Gewittern erfreuen, die wenig zerstörerisch, aber dafür sehr fotogen waren (so müssen Gewitter sein!). Ursache war eine Luftmassengrenze, denn während in den Norden maritime und nur mäßig temperierte Luft aus subpolaren Breiten eingeflossen ist, hat sich im Süden sehr warme bis heiße Subtropikluft aus südlichen Gefilden breitgemacht. Während das nördliche Leck an der Grenze zu Dänemark mit einem nächtlichen Erdbodenminimum von 1°C nur knapp am Bodenfrost vorbeigeschrammt ist und auch tagsüber kaum 20°C erreicht wurde, schwitzte der Süden bei Temperaturen bis 35°C. Diese Luftmassengrenze lag in den letzten Tagen quer über Deutschland und es bildeten sich seit Mittwoch auch über dem Erzgebirge Gewitter. Gestern Abend und in der Nacht folgen dann mit dem kleinen Tief UWE weitere Gewitter nach. Inzwischen haben sich die Nord-Süd-Temperaturen zwar etwas angeglichen, aber der Süden bleibt auch in den kommenden Tagen deutlich wärmer. Auch wenn das Wetter am Wochenende allgemein ruhiger ist, kann das eine oder andere Gewitter nicht ausgeschlossen werden.

Und wie geht es weiter? Bis mindestens Monatsmitte bleibt es nicht nur wechselhaft, sondern es wird auch deutlich kühler. Denn dem Azorenhoch gelingt es derzeit nur in labiler Art und Weise einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa aufzubauen, der aber nur schwach ist und zu südlich verläuft, um die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zu belassen. Insofern werden kommende Woche immer wieder Tiefs mit einer westlichen bis nordwestlichen Grundströmung kühle Atlantikluft heranführen. Hoffnung macht derzeit nur das amerikanische Modell, welches für die dritte Monatsdekade eine grundlegende Veränderung der Großwetterlage mit neuer Hitzewelle berechnet. Allerdings steht es mit dieser Meinung ziemlich alleine da, die anderen Modelle sind gegen Sommerhitze und erfreuen sich an weiteren Gewittern genauso wie wir 😉

Als kleiner Trost für alle Sommerfans hier eine kleine Zusammenstellung der herrlichen Gewitterstimmungen der letzten Tage. (ch)

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Fichtelbergwetter Juni 2017

Der erste meteorologische Sommermonat präsentierte sich auf dem Fichtelberg zu warm und bei normalem Niederschlag machte die Sonne reichliche Überstunden. Obwohl es kaum ausgeprägte und langanhaltende Fronten gab (siehe diesen Artikel), dominierte letztendlich Hochdruckeinfluss mit häufig warmen Luftmassen aus dem Süden. Dazwischen wurde immer mal wieder kühlere Luft aus dem Norden angezapft, die beharrlich über Skandinavien lagerte und dort seit 20 Jahren wieder für weiße Mittsommer sorgte. So schlimm wurde es bei uns nicht, aber zu Monatsbeginn gab es in den Marienberger Kältelöchern einige Male Bodenfröste (Minima: Kühnhaide -5,0°C und Deutschneudorf-Brüderwiese -2,3° am 02.).

Der Monat bescherte uns auch einige Gewitter, jedoch blieben große Unwetter dem Erzgebirge fern. Vereinzelt gab es kaum Regen und die Böden dörrten aus.  Ab Monatsmitte explodierten rund um den Fichtelberg die Sommerwiesen und die höchst gelegenen Orchideen standen in Vollblüte. Am 22. gab es auf Sachsens höchstem Gipfel den ersten Sommertag des Jahres (Höchsttemperatur ≥ 25 °C). Zum Monatsende folgte dann endlich der vielfach lang ersehnte flächendeckenden Regen. Auch hier blieb das Erzgebirge von größeren Niederschlagssummen, wie sie beispielsweise in Berlin und Brandenburg fielen, verschont. Immerhin reichte dieser Regen aus, um die Monatssumme auf das Niveau des langjährigen Mittels zu heben.

Statistisch gesehen lag die Monatsmitteltemperatur auf dem Fichtelberg mit 12.7 °C um 3.2°C über dem langjährigen Durchschnitt von 9.5 °C. In der 101-jährigen Statistik der Wetterwarte Fichtelberg belegt sie Platz 4. Interessant ist, dass nach dem unschlagbaren Juni 2003 (13,8°C) gleich 1917 mit 13,6°C folgt. Vor genau 100 Jahren war der Juni also ebenfalls viel zu warm! Die Monatshöchsttemperatur von 25.9 °C wurde am 22. des Monats gemessen. Hier hatte 1917 mit 27,0°C aber deutlich mehr zu bieten, nämlich den bisherigen absoluten Junirekord. Die Monatstiefsttemperatur erreichte am 7. Juni 2.8 °C und lag im Normbereich.

Die Sonne schien 257,5 Stunden, was 153% des Normalwertes entspricht. Der Monatsniederschlag lag bei 116,1 mm. Das sind 106% der normalen Erwartung von 108.6 mm. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 22. Juni mit 37.0 mm.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 22. mit 108.4 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 20 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 7 Tagen. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Juni 2017, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Milchstraße über dem Fichtelberg, aufgenommen vom Oberbecken Markersbach

So viele Sterne, wie in der Milchstraße über dem Fichtelberg leuchten, so viele Besucher haben inzwischen unsere Seite besucht 🙂

Wir bedanken uns für das rege Interesse und bemühen uns weiterhin um eine umfangreiche Themenvielfalt!

Herzlichen Dank
sagt das Team der Fichtelbergseite

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