Saison der Leuchtenden Nachtwolken hat begonnen

In der Nacht zuvor (16./17.06.18) wurden bereits helle Leuchtende Nachtwolken bis in die Alpen restristriert (12345). Leider waren diese wegen tiefer Wolken auf dem Fichtelberg nicht sichtbar. Aber letzte Nacht zeigten sich die 83km hohe Wolken endlich auch im Erzgebirge, wenn auch nur zwischen den Wolken. Bereits gestern Abend zeichnete sich ein kleines Feld schwach leuchtend hinter Cirrus ab. Heute morgen war dann richtig hell. Leider zog es schnell zu, so daß diese zarten silbrig schimmernden Wellen nur kurz zu sehen waren. Aber die Saison hat erst begonnen und in der einen oder anderen klaren Nacht wird es sicherlich (hoffentlich!) weitere Beobachtungsmöglichkeiten geben. (ch)

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„Alpen“glühen am Špičák (Spitzberg)

Alpenglühen am Spitzberg

Wer hätte gedacht, daß es intensives Alpenglühen auch im oberen Erzgebirge gibt. Doch heute morgen leuchtete zum Sonnenaufgang der 1115 Meter hohe Božídarský Špičák (Gottesgaber Spitzberg) glühend rot. Ursache war eine feuchte dunstige Atmosphäre, also zahlreiche Wassertröpfchen, welche das Licht auf dem Weg zu uns passieren mußte.

Für die Entstehung des Alpenglühens kommen zwei Effekte zusammen. Der erste ist, dass bei tief stehender Sonne durch den langen Weg des Lichtes durch die Atmosphäre ein besonders großer Anteil des blauen Lichts in andere Richtungen gestreut wird. Das verbleibende Sonnenlicht erscheint dadurch orange bis rot. Dadurch bekommt zum Beispiel auch das Morgen- und Abendrot seine Färbung. Beim Alpenglühen kommt noch eine indirekte Beleuchtung des Bereichs direkt oberhalb der Schattengrenze hinzu. Dieses Licht fällt unter sehr flachem Winkel auf die Landschaft im Rücken des Beobachters. Es wird reflektiert und macht sich als Aufhellung oberhalb des Schattens bemerkbar. Die Effizienz dieser Reflexion nimmt bei steigendem Winkel schnell ab.

Das war auch heute morgen der Fall. Nach nur 5 Minuten war das Alpenglühen am Spitzberg verschwunden. Dafür gab es noch eine nette Morgenstimmung hinter dem Fichtelberghaus (hinter dem momentan von uns aus geblickt die Sonne aufgeht) und in Richtung des sehr dunstigen Bärensteins und des Pöhlbergs.

Interessanterweise glühte es heute morgen ebenfalls prächtig in den Alpen, wie diese Beispiele verschiedener Webcams zeigen (12345). Auch dort ist dieses Phänomen nicht alltäglich. (ch)

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Schafskälte

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Schafskälte in Bärenstein

So still und heimlich wie die Eisheiligen hat sich in diesem Jahr auch die Schafskälte durchgeschlichen. Es gab eine deutliche Abkühlung mit Tiefstwerten um 11°C in den Tälern (Aue, Schwarzenberg, Chemnitz) und 4,8°C auf dem Fichtelberg. Den Vogel abgeschossen hat natürlich mal wieder Kühnhaide mit -3,5°C. Viele haben das nach den heißen Tagen eher als willkommene Abkühlung statt als Kälte wahrgenommen. Kein Wunder, denn die Schafskälte kann auch andIMG_0031ers. So ist in den Jahren 1916, 1920, 1928, 1946, 1956 und 1986 sogar Schnee auf dem Fichtelberg gefallen. 1928 und 1964 fiel die Nachttemperatur nochmal auf unter -4°C und vieles ist erfroren. In diesem Jahr hat das ungewöhnlich früh blühende Habichtskraut lediglich für einen Tag den Kopf eingezogen …

Die Schafskälte ist eine Singularität, die mit 89-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen dem 10. und 20. Juni mit kühlen und wechselhaften Wetter eintritt. Dauert das nasskalte Wetter über den 21. Juni bis zum 11. Juli an, so ist oft ein kühler verregneter Sommer zu erwarten (Siebenschläferregel). In diesem Jahr ist noch alles offen. Auf jeden Fall steigen nach einem wechselhafteren Wochenbeginn die Temperaturen erst einmal wieder deutlich an. (mb, ch)

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Tornado-Illusion über dem Westerzgebirge

Tornado

Scheinbarer Tornado am 9. Juni 2018 über dem Westerzgebirge (ch)

Der 9. Juni brachte im Erzgebirge einige Gewitter. Zwar zog keine Zelle direkt über den Fichtelberg, aber das 6-stündige Niederschlagsradar von Kachelmannwetter zeigt Gewitter mit heftigen Niederschlägen zwischen Marienberg und Zschopau sowie entlang des Kammes zwischen dem Westerzgebirge und dem Vogtland. Näheres dazu ist in diesem Artikel zu finden.

Auf dem Niederschlagsradar fällt auch eine kleine Zelle nordwestlich vom Fichtelberg auf, diese stand gegen 16 Uhr in der Gegend um Breitenbrunn. Nach Abzug der Gewitterwolken kam die Sonne wieder heraus und bildete über dem dortigen Waldgebiet Nebelschwaden. Darüber schraubte sich in großer Geschwindigkeit eine kleinräumige, aber sehr dynamische Wolke rotierend nach oben. Diese erregte meine Aufmerksamkeit, da am unteren Rand immer wieder „Wolkenarme“ nach unten griffen. Deshalb behielt ich sie während der konventionellen Niederschlagsmessung im Auge. Auf einmal schien einer dieser Arme den Boden zu berühren. Da vom Messfeld aus Bäume die freie Sicht ins Tal verdecken, schnappte ich mir die Kamera und rannte aufs Dach. Und wirklich, das sich inzwischen über dem Waldgebiet entwickelte Gebilde erinnerte stark an einen Tornado, besonders die gleichmäßige Unterseite, welche den Waldnebel regelrecht aufwirbelte und aufzusaugen schien. Ich war völlig aus dem Häuschen und machte mehrere Fotos. In den Folgeminuten stabilisierte sich die Formation, wobei allerdings, soweit man es aus dieser Entfernung erkennen konnte, sichtbar nur die Gesamtwolke rotierte, nicht der Rüssel selbst. Nach 5 Minuten zerriss der „Tornado“ und ließ aufliegende Wolken zurück, welche die gesamte Nacht bis zum nächsten Morgen (Vormittag) dort verblieben.

Zurück blieben auch Fragezeichen auf unseren Gesichtern. Das Gebilde sah zwar aus, wie ein Tornado, aber war er es auch? In Blickrichtung wurde auf den Radarkarten zum Zeitpunkt des Auftretens weder Gewitter noch Regen registriert. Auch das Tornado-Dopplerradar zeigte zum Zeitpunkt der Beobachtung keine weiteren Echos.

Gerd Franze, der mich zum Nachtdienst ablöste und dem ich natürlich noch immer adrenalingeschwängert von dieser Beobachtung berichtete, ließ das Ganze keine Ruhe und so fuhr er am nächsten Morgen nach dem Dienst noch los, um die Stelle zu suchen, welche er anhand der Fotos eingrenzen konnte. Am 14km entfernten Rabenberg zwischen Erlabrunn, Breitenbrunn und Breitenbach fand er eine Stelle, wo es stark gespült und auch gehagelt haben musste. Schäden an Bäumen wie abgeknickte Äste fand er allerdings nicht.

Insofern kann man über das tornadoähnliche Gebilde nur mutmaßen. Vor Ort wurde extreme Feuchtigkeit mit einem wahrscheinlich starken Temperaturunterschied oberhalb einer nur langsam schmelzenden Hageldecke gepaart. Zum Zeitpunkt des „Tornados“ gab es zudem eine Windzunahme, auf dem Fichtelberg wurde diese von 6,8m/s auf 11,0m/s im Mittel mit einer Windspitze von 13,7m/s registriert, anschließend flaute der Wind wieder ab. Über dem feuchten kalten Waldgebiet am Rabenberg hat sich also in einer lokal begrenzten Aufwindzone der Cumulus nach oben geschraubt und saugte im rotierenden Aufwindbereich die Feuchtigkeit des Waldnebels auf. Der Wind führte zusätzlich zur Durchmischung der kalten Luftschicht und deshalb zur Verwirbelung der Nebelfetzen, was aus der Ferne geblickt zu dieser täuschend echten Tornadoillusion führte. Für Hinweise und Bilder zu diesem Ereignis sind wir dankbar.

Ein echter Tornado war es also mit großer Sicherheit nicht. Zum Glück, kann man da nur sagen, denn vor 20 Jahren, am 22. Juni 1998 zog in der Gegend ein Tornado zwischen Falkenstein im Vogtland und Carlsfeld eine 20km lange Schneise der Verwüstung, mit welchem wir uns zum Jahrestag näher beschäftigen. (ch)

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Gewitter beenden die stabile Ostwetterlage

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Gewitterwolke hinter dem Messfeld der Wetterwarte. (ch)

In den letzten Tagen lag Deutschland im Einflussbereich feucht-warmer und labiler Luftmassen, was fast täglich zu Schauern und zum Teil heftigen Gewittern führte. Schuld daran war Tief XISCA, das von Frankreich her feuchte Luft nach Deutschland brachte. Allerdings zogen die Gewitter kaum und luden häufige große Niederschlagsmengen an Ort und Stelle ab.

Am Samstag wurde erneut das Vogtland heimgesucht, wo in Erlbach-Eubabrunn 79,8 Liter pro Quadratmeter Niederschlag fielen, davon 45 l/m² in nur einer Stunde! In einigen vogtländischen Gebieten waren die Einwohner nun schon das dritte Mal innerhalb kürzester Zeit von den Überflutungen betroffen.

Ein zweites heftiges Gewitter gab es am Samstag im Umkreis von Marienberg. In Forchheim (Stadt Pockau-Lengefeld) wurden 52,3 l/m² gemessen, in Zschopau 33,6 l/m², örtlich kann es aber durchaus mehr gewesen sein. Auch Hagel war verbreitet dabei. In Venusberg setzte Starkregen die Hauptstraße unter Wasser und ließ viele Keller volllaufen. In Gehringswalde verstopfte Treibgut eine Brücke, so dass das Wasser in zahlreiche Grundstücke und Vorgärten floss sowie Keller überflutete. Fotos und Videos gibt es bei MDR Sachsen.

Gestern bildeten sich bereits in den Mittagsstunden Gewitter im Fichtelberggebiet und tobten sich über 5 Stunden lang aus. Auf dem Fichtelberg wurden 34,3 l/m² registriert, in Oberwiesenthal fielen 56,1 l/m². Südlich des Kamms dürfte es aber noch weitaus mehr Niederschlag gewesen sein.

Das Wetter ist in den kommenden Tagen erneut zweigeteilt. Während im Norden trocknere und kühlere Luft einfließt kommt südlich der Luftmassengrenze, die etwa in einer Linie von Köln bis Dresden liegt, auch weiterhin zu Gewittern, die vor allem im oberen Bergland auch mal länger Regen bringen. Allmählich gelangen aber auch wir in den Bereich der kühleren Luft und das Wetter beruhigt sich zur Wochenmitte zunehmend.

Und wie geht es weiter? Einige Modelle deuten die Abkühlung als durchgreifende Änderung der Großwetterlage. Nach dem amerikanischen Modell kommt die Tiefdruckmaschinerie allmählich in Gang, was einen typischen durchwachsenen mitteleuropäischen Sommer zur Folge hätte. Das europäische Modell sieht Deutschland eher zwischen den Fronten einer Tiefdruckrinne und einer Hochdruckzone, was eine wechselhafte und nach Süden zu wahrscheinlich wieder gewittrige  Variante auf höherem Temperaturniveau bedeuten würde. Die stabile Ostwetterlage, die in den vergangenen Wochen vorherrschend war, scheint auf jeden Fall vorbei zu sein und die Temperaturen normalisieren sich wieder.

Zu guter Letzt noch einige Gewitterstimmungen der letzten Tage, aufgenommen von Wolfgang Weigert im vogtländischen Adorf und Claudia Hinz auf dem Fichtelberg. (ch)

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Blühende Bergwiesen

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Der Frühsommer sorgt dafür, dass viele Pflanzen 4 bis 6 Wochen früher blühen als im letzten Jahr. Insofern stehen schon jetzt die Bergwiesen rund um den Fichtelberg in Vollblüte und erfreuen die Gemüter zahlreicher Spaziergänger und Wanderer.

Besonders interessant ist, dass in diesem Jahr die Knabenkräuter selbst in 1000 Metern Höhe fast gleichzeitig mit denen in den warmen Tälern blühen. Und auf dem Gipfel des Fichtelberges stehen seit wenigen Tagen die normalerweise von Juli bis in den Herbst hinein blühenden Habichtskräuter (Orangerotes, Zottiges, Doldiges) in Vollblüte.

Die unter Naturschutz stehenden Fichtelbergwiesen, die von den Bachtälern bis auf den Gipfel reichen, sind besonders für ihre arktisch alpinen Pflanzen bekannt. Denn neben dem feuchten, schneereichen kühlen und rauen Klima am Erzgebirgskamm gibt es in den Hochtälern, Senken und alten Trichterbingen (eingestürzte Bergwerke) Kaltluftinseln. Hier staut sich die schwere feuchte Kaltluft und schafft ein eigenes Mikroklima mit alpinen Pflanzenvorkommen. Leider ist dieses sehr anfällig gegenüber äußeren Einflüssen und einige Arten gelten schon als verschollen. Aber Alpen-Bärlapp, Alpenmilchlattich, Quirlblättriges Weidenröschen, Alpen-Brandlattich, Gebirgs-Sauerampfer oder Platanenblättriger Hahnenfuß lassen sich auch heute noch finden. Zusammen mit Arnika, Knabenkraut, Teufelskralle, Blauer Tarant (Sumpf-Enzian), Schlangenknöterich, Bärwurz, Wiesenglockenblume, Waldstorchenschnabel, Habichtskräutern, Alantdistel, Prachtnelke, Roter Lichtnelke und –zig weiteren Pflanzenarten bilden sie eine farbenfreudige artenreiche Blütenpracht, wie man sie heutzutage nur noch ganz selten findet.

Besonders der Zechengrund bei  Oberwiesenthal  zählt zu den ältesten und wertvollsten Naturräumen Sachsens. Um die dort vorkommenden geschützten Wiesen zu erhalten sind jährlich Jugendliche des Naturschutzbundes (NABU) und der Naturschutzjugend  (NAJU) am Fichtelberg unterwegs um gemeinsam zu beobachten, zu forschen und durch Wiesenmahd den Artenreichtum zu erhalten. (ch)

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Fichtelbergwetter im Mai 2018

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Nach der Rekordhitze vom April stand das Wetter Anfang Mai ganz im Zeichen eines Wetterwechsels. So wurden am 1. Mai über dem Erzgebirge gerade einmal 15°C und auf dem Fichtelberg nach letztmaligem Bodenfrost (-0,8°C am Erdboden) 10°C gemessen. Auch die am Morgen in 2 Meter Höhe gemessenen 1.8 °C waren auf dem Fichtelberg Monatstiefsttemperatur.

Doch dann dehnte sich von Süden her ein Hochdrucksystem in Richtung Mitteleuropa und im weiteren Verlauf setzte sich das im April begonnene Sommerwetter auf Rekordkurs weiterhin fort. Selbst die Eisheiligen gingen fast unbemerkt vorüber, es wurde zwar vorübergehend etwas kühler, aber Nachtfrost gab es nur in Kühnhaide.

Mit einem Monatsmittel 10,7°C war nach dem April auch der Mai auf dem Fichtelberg der wärmste seit Messbeginn im Jahre 1916. Er lag um 4.4°C über der langjährigen Mitteltemperatur von 6.3 °C. Und auch hier bemerkt man bei den Top 15 der Rekordmonate, dass neun nach dem Jahr 2000 liegen. Die deutlichste Erwärmung im oberen Erzgebirge ist also im Frühling auszumachen, der immer öfter als maskierter Sommer daher kommt.

Die Sonne machte einige Überstunden und mit einer Monatssumme von 254,8h erreichte dieser Mai sogar Platz 7 der Fichtelberger Bestenliste. Dies entspricht 144 % der normalen Erwartung von 176.5 Stunden.

Der Schnee des letzten Winters war am 6. Mai Geschichte, als auch der letzte Schneerest von der Sonne aufgeleckt wurde. Wer denkt da nicht gern an 1970 zurück, als sich zum Maibeginn noch 2,10 Meter auf dem Fichtelberg türmten 😉

Von den schweren Gewittern, die verbreitet über West- und Süddeutschland wüteten, blieb das Erzgebirge weitgehend verschont und war die ersten beiden Monatsdekaden viel zu trocken. Lediglich am 23. (40,0mm) und 24. (34,3mm) brachte ein Höhentief vor allem im Westerzgebirge und Vogtland reichlich Niederschlag, so dass der Monatsniederschlag von 107,7mm das Soll letztendlich sogar um 7% überschritt. Der meiste Niederschlag fiel allerdings im Vogtland, die 91,7mm in Plauen ließen die Monats-Niederschlagsbilanz auf 231% anklettern. Örtlich gingen sogar 150 Liter Regen pro Quadratmeter nieder und vor allem entlang der Weißen Elster gab es massive Überschwemmungen.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 24. mit 68 km/h gemessen. Es gab an 17 Tagen Starken Wind (Windstärke 6), Stürmischer Wind (Windstärke 8) trat nicht auf.

Der Mai brachte auch einige optische Leckerbissen. So setzte sich der Pollensturm auch in den ersten Maitagen fort und es brachte einige wunderschöne und helle Pollenkoronen hervor. Die Kaltfront zum Monatsanfang führte zudem zu einer vorübergehend guten Fernsicht, wo man sogar kurz das Riesengebirge sehen konnte. Auf die Gewitter zum Monatsende folgte ein atemberaubendes Morgenrot mit Regenbogen und eine tiefrot gefärbte Sonne zum Untergang. Auch herrliche Gewitterstimmungen waren vereinzelt zu beobachten. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Mai 2018, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Leuchtmoos (Schistostega pennata)

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Die gestrigen Bilder von Matthias haben uns heute dazu animiert, dem letzten erzgebirgischen Schnee ebenfalls einen Besuch abzustatten und in der Kühle der Eispinge zumindest kurzzeitig vom kommenden Winter zu träumen. Gegenüber der engen und tiefen Kluft, in der die im Winter abgesunkene kalte schwere Luft den Schnee oftmals den ganzen Sommer überleben lässt, ist ein weiterer Spalt. Dieser ist oberhalb einer tiefen Grube ebenfalls feucht, aber nicht kalt genug für Schnee. Vor allem aber ist dieser Spalt etwas näher am Licht.

Das führt dazu, dass dort Leuchtmoos gedeihen kann. Diese im Erzgebirge sehr seltene Moosart besteht aus kleinen linsenförmigen oder kugeligen Zellen, die einfallendes Licht an der Rückseite bündeln und das nicht absorbierte Licht [Grünanteil] wie ein Hohlspiegel reflektieren. Die daraus resultierende intensiv goldgrün leuchtende Farbe hat etwas sehr geheimnisvolles und rückte unser Interesse an dem Schnee (zugegebenermaßen) schnell in den Hintergrund. Denn Leuchtmoos haben wir zuvor noch nie gesehen. (ch, wh)

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Erzgebirgisches Schneeloch

Wer dem derzeitigen Tropenfeeling der Erzgebirgstäler (mit heute Morgen teilweise über 90% Luftfeuchte) entfliehen möchte, der muß nicht unbedingt in die derzeit kühlen Gebiete von Nordskandinavien oder dem nördlichen Ostsibirien auswandern. Auch ein Besuch in der erzgebirgischen Eispinge kühlt die heißen Gemüter. Sie befindet sich nur 12 km Luftlinie vom Fichtelberg entfernt am 1043m hohen Plattenberg (Blatenský vrch). Besteigt man diesen von der Bergstadt Platten (Horní Blatná) aus, kommt man erst an der Wolfsbinge und etwas später an der Eispinge vorbei. In der 15 Meter tiefen Klamm hält sich der Schnee oft den ganzen Sommer über. Die beiden eingestürzten Schächte sind stille Zeitzeugen des ehemaligen Zinn-Bergbaus und führen nun hinab ins „ewige“ Eis der Binge. (Text: ch, Fotos: mb)

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Abgesetzte Nebeltröpfchen

In der letzten Nacht bildete sich auf dem Fichtelberggipfel Nebel. Sind die Nebeltröpfchen ausreichend groß (wie zum Beispiel, wenn sich der Gipfel in einer Wolke befindet) und ist der Wind nicht ganz so stark, dann halten sie sich an der Oberfläche von Pflanzen. Im Volksmund wird dies als Nebeltraufe oder Nebeltau bezeichnet. Heute Morgen glänzten die Nebeltröpfchen in der sich durchkämpfenden Sonne auf unserer Wiese und vor allem an den haarigen und ährigen Pflanzen um die Wette, was einfach nur wunderschön aussah.

Der Nebelniederschlag, der sich an allen Oberflächen bildet, die mit dem Nebel in Berührung kommen, ist vor allem im waldreichen Gebirge für den Wasserhaushalt wichtig und wird deshalb an der Wetterwarte gesammelt und ausgemessen (siehe diesen Artikel). Zu den 11. Annaberger Klimatagen im Mai 2018 gab es auch einen Vortrag zu diesem Thema, der hier abgerufen werden kann. (ch)

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