Wo bleibt der Schnee? – Ein Höhenvergleich auf 1200 m

Die 2. Novemberdekade neigt sich dem Ende, doch bis auf eine dünne Schneedecke im Obererzgebirge (letzte Woche) sieht man nur grüne Alm. Die Vorhersage deutet auch nicht auf einen nachhaltigen Wintereinbruch vor der Adventszeit.

Aber wie sieht es an anderen Orten in dieser Höhe aus? Wo können die Schneefanatiker hin?

Alpen:
Chaumont (1136 m) – Westschweiz 10 cm
Engelberg (1055 m) – Zentralschweiz 28 cm
Mallnitz (1200 m) – Österreich/Kärnten 25 cm

Nordamerika:
Im Flachland Labrador in Ostkanada, welches auf dem selben Breitengrad wie Deutschland liegt, > 20 cm.

Skandinaviengebirge:
Fast überall > 20 cm.

Besonders viel Schnee liegt – wie im letzen Jahr – in den Alpen. Die vielen meridionalen Großwetterlagen erzeugten ein massiven Luv auf der Südseite.
Die dickste Schneeschicht meldete heute früh das Observatorium Sonnblick auf
3105 m mit 475 cm. Die Zugspitze ist mit 85 cm weit abgehangen.

Quelle: Kachelmannwetter.com Schneehöhe 18.11.2019 7 Uhr

Auch im trocknen Ostasien liegt eine zumindest dünne Schneedecke.
Die Lawinengefahr wird in den Alpen stark ansteigen. Daher empfehle ich momentan Skandinavien/Finnland.

Alle Angaben auf Grundlage der Kachelmannmesswerte.

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Orkantag 13.11.

Nein, dieses Jahr kann man nicht wirklich von einem stürmischen Herbst sprechen. Dies ist ja schon aus der Großwetterlage (GWL) zu erkennen. Seit den 1990-ern nimmt die Häufigkeit von meridionalen GWL’s zu, mit dem Ergebnis einer störenden W-Strömung. Sturmlagen treten da nur durch den Böhmischen Wind und mal selten mit dem „Ostseeexpress“ auf. Doch es gab auch ein Zahrzent, indem die zonalen GWL’s den Ton angaben und im Tiefland für grüne Winter verantwortlich waren.

Der 13.11. ist hier ein ganz besonderer Tag. Sowohl 1972 als auch genau 1 Jahr danach überquerten 2 Orkantiefs das Erzgebirge: Am 13.11. 1972 erreichte die maximale Windböe am Fichtelberg 184 km/h und 1973 nochmal 155 km/h.

1973 nimmt für den Fichtelberg eine ganz besondere Rolle ein, denn in diesem November maß das Anemometer an 9 Tagen die höchste Windstärke.

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Vorwinter

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Fichtelberg heute Morgen (Foto Kerstin Franze)

Auf dem Fichtelberg ist es weiss geworden und heute Morgen wurden privat 5cm gemessen. Zwar wird dieser Schnee nicht die wieder steigenden Temperaturen der nächsten Tage überleben, aber für einen ersten Schneemann reicht es allemal ⛄.

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Übersicht der Wolken

Zum Welttag der Meteorologie im März 2017 hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) einen neuen Wolkenatlas herausgebracht. In diesem Standartwerk für alle Wolkenbeobachter wurden einige neue Wolkenarten aufgenommen (siehe auch diesen Artikel). Nachfolgend eine Übersicht über die Unterteilung der Wolken und ihr mögliches gemeinsames Auftreten erstellt.

Autor: Sebastian Wetzel

 

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Der Wetterrückblick vom Oktober 2019 des Wettervereins Zinnwald-Georgenfeld e.V.

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Talsperre Lehnmühle erneut „leer“

Still und heimlich sank in den letzten Monaten der Pegelstand an der TS Lehnmühle auf fast das selbe Niveau wie im Vorjahr. Dies hat 2 Ursachen: Zum 1. Wie im letzten Jahr dient die TS Lehnmühle der Trinkwassertalsperre Klingenberg als Wasserspeicher, damit diese ihren Pegel grob konstant halten kann. Der Grund liegt darin, dass aus Trinkwassertalsperren aus verschiedenen Tiefen Wasser entnommen wird um zu verhindern, dass aus Sperrzonen – in denen sich störende Mineralien wie z.B. Mangan, Eisen (biterer Geschmack im Wasser) anlagern, Wasser angezapft wird.

Zum 2. hat es um der Talsperre in den vergangenen 30 Monaten gerade mal 20 Liter pro Quadratmeter geregnet.

„Regenloch“ an der Lehnmühle. Nur 20 mm gegenüber 50 mm im Umfeld.
Quelle: Kachelmannwetter Regensumme vergangene 30 Tage (Satellit)
Quelle: Talsperrenmeldezentrale (http://www.ltv.sachsen.de/tmz/pegel/201.html)

Aktuell befinden sich 4,7 Mio. km^3 (21 %) im Becken der Lehnmühle. Der Pegel liegt 13,2 m unter dem Stauziel und 21,1 m unter der Oberkante der Staumauer.

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Kälteste Oktobernacht

Reif am Morgen in Königsbrück (mb)

Wie schon im letzten Artikel befürchtet, war die letzte Nacht richtig kalt und in ganz Sachsen gab es Frost. Angeführt wurde die Kälteliste auf deutscher Seite von Kühnhaide, wo das Thermometer 5 cm über dem Erdboden tatsächlich in den zweistelligen Minusbereich rutschte. Noch kälter war es nur in Jelení (Hirschenstand) auf böhmischer Seite. Nachfolgend ausgewählte besonders kalte Stationen im „Großraum“ Erzgebirge in 2 Meter Höhe (und falls vorhanden am Erdboden).

Jeleni (Hirschenstand): -12,3°C
Marienberg-Kühnhaide: -9,6°C (-14,6°C)
Morgenröthe-Rautenkranz (privat) -9,5°C
Kirchberg (privat): -8,1°C
Königsbrück (privat mb): -6,8°C (-9,7°C)
Dippoldiswalde-Reinberg: -6,7°C (-8,8°C)
Plauen: -6,5°C (-8,0°C)
Deutschneudorf-Brüderwiese: -6,4°C (-9,5°C)
Schwarzenberg-Oswaldtal (privat wh): -6,0°C
Carlsfeld: -4,7°C (-9,4°C)
Fichtelberg: -4,6°C (-5,9°C)

Nachfolgend einige wunderschöne Aufnahmen aus Jeleni (Hirschenstand von Libor Čihák Junior. Vielen Dank dafür!

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Hauch von Winter

Von Nebelfrost angezuckerte Bäume zum Sonnenuntergang auf dem Fichtelberg (ch)

Die Inversion von letzter Woche mit ungewöhnlich warmen Gipfeltemperaturen gehört nun der Vergangenheit an. Die Tiefs YAROSLAV und WILMHELM haben polare Kaltluft zu uns transportiert, die nun unter dem Hoch OLDENBURGIA vor allem bei nächtlichem Aufklaren richtig auskühlt. Kühnhaide könnte kommende Nacht die -10°C knacken, aber auch in anderen Tälern des Erzgebirges wird es Frost geben.

In der letzten Nacht gab es noch verbreitet Nebel und Hochnebel. Auf dem Fichtelberg hat sich bei -2°C Nebelfrost gebildet und die Bäume herrlich angezuckert. Bei der heutigen Höchsttemperatur von 0,6°C hat er sich an schattigen Plätzchen den ganzen Tag gehalten und war selbst zum Sonnenuntergang noch vorhanden. (ch)

 

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Fichtelberg – Wärmste Morgentemperatur Sachsens

Heute Morgen um 6 Uhr lagen Großteile Sachsens unter einer dichten Nebeldecke und die Temperaturen darunter gingen bis auf  3,4°C (Dippoldiswalde-Reinsberg) zurück. Nicht so auf dem Fichtelberg. Der schaute nicht nur aus dem Nebel heraus, sondern war mit 15,8°C auch der zu diesem Zeitpunkt wärmster Ort Sachsens. Diese Umkehr des normalerweise mit der Höhe abnehmenden Temperaturverlaufs nennt man Inversion. Voraussetzung ist eine Landschaft, die aus Hochflächen und darin eingeschnittenen Tälern besteht, in der die feuchte kalte Luft absinken kann. Zudem sind wolkenarmer Himmel und Windstille notwendig, damit sich die Luftmassen nicht vermischen.

Im Tagesverlauf überholten übrigens andere Messstationen den Fichtelberg, vor allem die Föhntäler schafften die 22°C. So wurden an der DWD-Station Aue 22,2°C, an der privaten Station im Schwarzenberger Oswaldtal sogar 23,9°C gemessen. Aber auch der Fichtelberg bot mit 19,2°C einen ungewöhnlich warmen Oktobertag, der übrigens zusammen mit 31.10.2005 die höchste Temperatur einer dritten Oktoberdekade in der 103-jährigen Fichtelbergstatistik markierte.

Das ändert sich kommende Woche komplett, denn dann wird polare Kaltluft angezapft und nach heutigen Vorhersagen wird sich nachfolgend die Temperatur auf dem Fichtelberg bis mindestens Wochenende unterhalb der Null-Grad-Grenze bewegen… (ch)

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Böhmischer Nebel und Fallstreifen

Wie eine Mauer stand der Böhmische Nebel gestern am Erzgebirgskamm zwischen Rübenau und Ansprung. (ch)

Am Samstag überquerte ein Niederschlagsgebiet das Erzgebirge, allerdings gab es direkt am Kamm eine ausgedehnte föhnige Aufheiterungszone. Das schleifende Tiefdruckgebiet zog schließlich nach Norden ab und von Südosten schob sich gestern langsam ein Hochdruckgebiet zu uns rein. Es klarte in der Nacht auf und das böhmische Becken füllte sich mit Nebel. Im nordseitige Lee war die Luft markant trockener, restliche Altocumuli zerfielen in Fallstreifen (virga) und der Nebel endete abrupt am Kamm und stand dort wie eine Mauer. Mit einem föhnigem Abendrot endete der Tag.

In der kommenden Woche dominiert ruhiges Herbstwetter mit Sonne, aber auch nächtlicher Nebelbildung. Mit weiterer Verlagerung des Hochs nach Südosteuropa könnte es zu massiver Warmluftadvektion über Mitteleuropa kommen, so dass zwei Modelle zur Wochenmitte nochmals Temperaturen bis 25°C sehen. Wir sind gespannt… (ch)

 

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