Regenbögen dritter und fünfter Ordnung im Erzgebirge

Primärer, sekundärer (links) und tertiärer (rechts) Regenbogen, aufgenommen am 9.06.2017 von Wolfgang Hinz in Schwarzenberg

Einen Haupt- und einen Nebenregenbogen (Primärer und sekundärer Regenbogen) hat sicher jeder schon einmal gesehen. Aber um Regenbögen höherer Ordnung zu verstehen, muss man sich mit deren Entstehung auseinandersetzen.

Ein Regenbogen entsteht um den Sonnengegenpunkt, wenn dort es dort regnet und gleichzeitig die Sonne scheint. Dann tritt das Sonnenlicht in den Regentropfen ein und wird am Tropfenrand gebrochen und in seine Spektralfarben zerlegt. Im Tropfen selbst finden Reflektionen statt, das heißt, der Strahl wird umgelenkt und tritt in bestimmten Winkeln wieder aus dem Tropfen aus. Bei einem Hauptregenbogen (primärer Regenbogen) findet eine Reflektion statt und es entsteht ein Regenbogenkreis mit einem Radius von ca. 42°. Zweifache Reflektion erzeugt den Nebenregenbogen (sekundärer Regenbogen) mit einer Radius von 51°.

Schon lange haben sich Wissenschaftler mit theoretischen Betrachtungen zu weiteren Regenbögen beschäftigt, denn in Laborversuchen sind auch drei-, vier- und weitere Reflektionen im Tropfen möglich. In der Natur wurden sie aber nie nachgewiesen. Zwar gab es drei überlieferte Beobachtungen, jedoch nicht eindeutig nachvollziehbar.

Entstehung der Regenbögen nullter bis fünfter Ordnung. Grafiken: Michael Großmann

Dieses Gebiet faszinierte Michael Großmann aus dem baden-württembergischen Bilfingen und er führte eigene Versuche durch, bei dem er Regenbögen bis zur 14. Ordnung simulieren konnte. Am 15.05.2011 gelang ihm eine Sensation und er konnte erstmalig einen Regenbogen dritter Ordnung in der Natur nachweisen. Dieser befindet sich in Sonnenrichtung 40° von der Sonne entfernt. Vermessungen von Wissenschaftlern bestätigten diese Erstbeobachtung. Die Stadt Bilfingen sponserte für ihren Pionier sogar einen Regenbogenplatz, der diese weltweit aufsehenerregende Leistung würdigt.

Danach ist unter den bewanderten Beobachtern ein wahrer Hype entstanden und bis heute konnten 33 Tertiäre, also Regenbögen dritter Ordnung nachgewiesen werden, dazu ein Dutzend Quartiäre (4.) und inzwischen auch einige wenige Bögen der 5. Ordnung.

Als am 9. Juni 2017 ein heller Regenbogen über Schwarzenberg erstrahlte, versuchten auch Claudia und Wolfgang Hinz ihr Glück. Während Wolfgang im Oswaldtal komplett im Regen stand, fuhr Claudia, die gerade von Arbeit kam, auf den Brückenberg und konnte von dort aus fast trocken Schauer und Regenbogen im Tal beobachten. Geistesgegenwärtig fotografierte Wolfgang in Sonnenrichtung, um vielleicht später einen Tertiären auf den Fotos zu finden. Claudia hatte nicht viel Hoffnung auf was Höheres, denn es fehlten in Sonnenrichtung einfach die Tropfen. Doch die Auswertung der Fotos (vielen Dank an Michael Großmann!) ergab eine Überraschung. So hatte Wolfgang nicht nur deutlich einen Tertiären erwischt, sondern Claudia zudem einen Regenbogen fünfter Ordnung, der genau zwischen Haupt- und Nebenregenbogen liegt. Wer hätte das gedacht! Dementsprechend groß ist unsere Freude! (Claudia und Wolfgang Hinz, Michael Großmannn)

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250617-Leuchtende Nachtwolken

Titel

Sie ist wieder da, die Zeit der Leuchtenden Nachtwolken. Um was es sich dabei handelt und wann sie zu sehen sind, ist in diesem Artikel beschrieben. In unseren Breiten ist die größte Chance, sie zu erhaschen, von Mitte Juni bis Mitte Juli.

Das erste Mal zeigten sie sich in diesem Jahr ganz schwach am Morgen des 15.06.2017. Vom Fichtelberg aus waren sie nur durch die charakteristischen zarten Wellenstrukturen eindeutig am Dämmerungshimmel auszumachen.

In der letzten Nacht waren sie das erste Mal eindrucksvoll erkennbar und hoben sich kontrastreich vom Himmel ab. Von Schwarzenberg aus gesehen standen sie eine Handbreit über dem Spiegelwald, ein schmaler hellerer Streifen schaute zudem aberwitzig hinter dem Bergrücken hervor.

Auch in den kommenden Nächten bleibt die Chance, Leuchtende Nachtwolken beobachten zu können, sehr groß. Voraussetzung ist natürlich ein klarer Himmel, freier Nordblick und eine relativ dunkle Umgebung. Dann kann man bei Vorhandensein die zarten Wolkenstrukturen mit bloßem Auge oder einem Fernglas am Himmel verfolgen.

 

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Bergsommer

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Schlangenknöterich mit Fichtelbergblick bei Bozi Dar

Nach drei Bergsommertagen auf dem Fichtelberg (Höchsttemperatur >20°C) erblühen nun auch in den Höhenlagen um 1000 Metern rund den Kamm die letzten Knabenkrautwiesen. Zudem leuchten die Bergsommerwiesen in allem möglichen Farben. Neben „normalen“ Blumen wie Lupinen, Teufelskralle, Schlangenknöterich, Bärwurz, Wiesenglockenblume oder Waldstorchenschnabel sind hier auch alpine Arten wie Arnika, Alpenmilchlattich, Akeleiblättrige Wiesenraute, Alantdistel, Prachtnelke oder die Rote Lichtnelke zu finden. Mit ein bisschen Zeit lassen sich unzählige Arten entdecken und jede Wiese birgt andere blumige Geheimnisse. Besondere Tipps sind die herrlichen Lupinenfelder am Keilberg und am Schwarzwasser bei Bozi Dar, die Sommerwiesen an der von der Grenze ausgehende Poststraße und die Blumenpracht im Pöhlbachtal. (ch, wh)

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Achterbahnfahrt in Richtung Siebenschläfer

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Gewitter in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Foto: Olaf Wolfram, digimakro.de

Nach einer kräftigen und sehr fotogenen 🙂 Gewitterfront in der Nacht zum Freitag und nachfolgend kühlerem Tag geht nun die Achterbahnfahrt des Wetters wieder steil nach oben in Richtung 30°C. Nach einer kleineren Abfahrt am Mittwoch geht es bis Freitag erneut in Richtung Hitzetag, bevor es voraussichtlich am Wochenende wieder nach unten geht.

Langfristig hat aber nun kurz vor dem Siebenschläfer der Kampf der Wettersysteme um die Vormachtstellung begonnen. Der Siebenschläferzeitraum erstreckt sich vom 27. Juni bis 11. Juli und erreicht über dem Süden eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit als über dem Norden. Die Großwetterlage, die sich in diesem Zeitraum einstellt, beeinflusst oft den gesamten Sommer. In den kommenden Tagen versucht ein Hochdruckkeil des Azorenhochs sich über Mitteleuropa zu positionieren und das Wetter weitgehend zu beeinflussen. Gestört werden könnte das Hochdrucksystem von Tiefdrucksystemen der atlantischen Frontalzone, welche ebenfalls versuchen, sich über Mitteleuropa festzusetzen. Daraus können sich unterschiedliche Wetterentwicklungen ergeben, welche von Hochsommer bis hin zu einer frühlingshaft frischen Brise reichen können. Insofern lässt sich zum heutigen Stand noch nicht sagen, was sich letzten Endes durchsetzen mag, die atlantische Frontalzone, oder ein Hoch über Mittel- oder Osteuropa. Am wahrscheinlichsten ist bei dieser Konstellation eine sommerliche Südwestwetterlage, bei der über dem Nordwesten eine höhere Niederschlagsaktivität als über dem Südosten zu erwarten ist.

Vom letzten Gewitter hat uns Olaf Wolfram wunderschöne Bilder zur Verfügung gestellt, die er in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der Nähe von Schwarzenberg aufgenommen hat. Vielen Dank dafür! (ch)

 

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Bemannte Bergwetterwarten in Europa

Wir werden bei Führungen und Gesprächen immer wieder gefragt, wo und wie viele bemannte Bergwetterwarten es noch in Europa gibt. Deshalb haben wir versucht, sie herauszusuchen (ohne Garantie auf Vollständigkeit). Einige werden wir sicherlich in der Rubrik „Bemannte Bergwetterwarten in aller Welt“ noch vorstellen. (mb, ch)

  • Deutschland:
    • Brocken, 1142m
    • Fichtelberg, 1215m
    • Zugspitze, 2962m
    • Hohenpeißenberg, 987m – älteste Bergwetterwarte der Welt
  • Schweiz:
  • Österreich:
  • Tschechien:
    • Churanov, 1118m
    • Lysa Hora, 1323m
    • Milesovka, 837m
  • Polen:
    • Schneekoppe, 1603m
    • Kasprowy Wierch, 1987m
  • Slowakei:
    • Observatorium Strebske Pleso, 1356m / Bergstation Lomnicky Stit, 2632m
    • Chopok, 2007m
  • Italien:
    • Monte Scuro, 1720m
    • Passo Rolle, 2006m
    • Paganella, 2116m
    • Dobbiaco, 1226m,
  • Slowenien:
    • Kredarica, 2515m
  • Kroatien:
    • Zavizan, 1594m
  • Serbien:
    • Crni Vrh, 1039m
  • Bulgarien:
    • Mussala, 2925m
  • Rumänien:
    • Ceahlau Toaca, 1904m
    • Varful Omu, 2504m
  • Spanien:
    • Burgos/Villafria, 890m
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Wetterachterbahn

Abendstimmung auf dem Fichtelberg (ch)

Das Wetter scheint derzeit Achterbahn zu fahren. Nach zwei oder drei schönen Tagen mit Warmluft kommt eine kalte Dusche, bevor das Spiel von neuem beginnt.

Schuld ist noch immer ein negativer NAO-Index (hier erklärt), der dafür sorgt, dass es zwischen Hochs und Tiefs kaum Luftdruckgegensätze gibt. Die zahlreichen Druckgebiete, die sich derzeit über Europa tummeln, sind also alle nur schwach ausgeprägt und vermischen sich leicht. Kein Wetter kann sich also lange halten.

Heute und morgen teilen sie die Hochs ZALIA (kläglicher Rest) und ANNI das mitteleuropäische Revier, bevor Tief KARL, das bereits über Großbritannien lauert, am Montag einzelne Schauer und erneut kühlere Luft bringt. Danach geht’s per Achterbahn wieder nach oben, bevor das Wochenende eine rasante Abfahrt bringt. Nach heutigen Modelläufen werden dann kaum noch die 15°C im Flachland und die 10°C im Bergland erreicht. Ob das die Schafskälte ist? Da kann man in diesem Jahr nur schwer sagen, da die frisch geschorenen Schafe schon mehrfach bei Nachttemperaturen bis 1°C (Kühnhaide in der Nacht zum 9.06.) bibbern mussten. Auch sind sich die Modelle noch nicht so recht einig, wie lange es kalt bleibt. Beim derzeitigen Frontendurcheinander ist schon die Wettervorhersage für den nächsten Tag schwierig und für längere Zeiträume mehr als unsicher.

Auch, wenn kein länger anhaltendes Sommerwetter in Sicht ist, Achterbahnen haben auch Vorteile, da sie das Adrenalin in ungeahnte Höhen treiben. Und das macht derzeit die Wetterachterbahn mit den Wetterfröschen und Hobbyfotografen und beschert ihnen ein unglaubliches Motiv nach dem anderen: Abendstimmungen, Licht- und Schattenspiele, Regenbögen, Wolkenstimmungen … und so laufen zumindest die Kameras dauerhaft heiß. Hier eine kleine Bildauswahl der letzten Woche. (ch, gf)

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Beobachtungstagebuch

Erstes Tagebuchblatt der Wetterwarte Fichtelberg vom 1.01.1916

In diesem Artikel veröffentlichten wir den digital erfassten Wetterverlauf an einem (für uns) sehr interessanten Gewittertag. Daraufhin erreichte uns die Frage, was die Eintragungen denn bedeuten und was alles in unseren konventionellen Aufzeichnungen erfasst wird.

Tagebücher gibt es schon seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (am Fichtelberg seit 1.01.1916). Bis zur Digitalisierung wurde in ihnen alles erfasst, was an der Wetterwarte gemessen oder beobachtet wurde.

Neben den Mess- und Beobachtungsdaten wie Wind, Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchte, Wolken oder Sichtweite wurde auch besonders viel Wert auf die Aufzeichnungen des Wetterverlaufes gelegt, in dem Gewitter, Niederschlagsarten und –intensitäten, Hagelgröße, Nebel, Nebelfrostablagerungen, Schneedecke, Straßenzustand aber auch die Beobachtung seltener Erscheinungen minuziös festgehalten wurde und wird. Viele dieser Eintragungen werden auch für die Klimatologie genutzt, zum Beispiel die Auszählung von Gewitter oder Nebeltagen, die Anzahl von Tagen mit Schnee oder mit bestimmten Niederschlagsmengen- und –arten.

Die verwendeten meteorologischen Symbole dienen der kurzen, übersichtlichen und international verständlichen Aufzeichnung des Wetterverlaufs und wurden auf dem ersten Meteorologenkongress in Wien 1873 international vereinbart und später ergänzt. Eine Übersicht der Symbole ist hier als JPG zu finden. (ch)

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Fichtelbergwetter Mai 2017

Der Mai war auf dem Fichtelberg deutlich zu warm, zu trocken und zu sonnenscheinreich. Dabei sah es im ersten Monatsdrittel noch ganz und gar nicht nach einem Wonnemonat aus und die erste Hälfte präsentierte sich eher unterkühlt. So brachten die verfrühten Eisheiligen im Gewand von Tief XANDER am 9. nochmals 3cm Neuschnee, am 10. den letzten Frost und bis zur Monatsmitte zudem reichlich Niederschlag. Am nassesten präsentierte sich Tief ZENO, welches am 14. mit feucht-warmer Luft zu heftigen Gewittern mit Graupel und Hagel führte. Die Frühblüher zeigten in diesem Zeitraum nur verhalten in winziger Größe .

Danach wurde es jedoch rasch wärmer und zum Monatsende gab es die erste kleine Hitzewelle des Jahres. Zwar wurden die Wärmeperioden immer wieder durch Gewitter „abgekühlt“ [1, 2], aber von schweren Unwettern blieb das Erzgebirge verschont. Im Gegenteil, vielerorts fiel in der zweiten Monatshälfte kaum noch Niederschläge und die Böden trockneten aus. So fielen zum Beispiel in Marienberg im Gesamtmonat nur 18,6mm Niederschlag, davon nur noch 2,9mm in der zweiten Monatsdekade. Dafür explodierte die Pflanzenwelt geradezu. Es grünte, als hätte man einen Schalter umgelegt und nach nur einer Woche wurde der Huflattich von Maiblumen verdrängt (Bilder).

Betrachtet man auf dem Fichtelberg nur die zweite Monatshälfte, war diese in den 101 Jahren die drittwärmste mit dem fünftwärmsten Tagesmittel (19,2°C) und dem mit 23,6°C fünfthöchstem Tagesmaximum und nicht zuletzt auch die achttrockenste sowie fünftsonnigste Maihälfte.

Im Gesamtmonat reicht es aber nirgendwo für die Top Ten. Zwar war es mit einer Monatsmitteltemperatur von 8,9°C immer noch um 2,6°C zu warm, jedoch belegte der Mai in der 101-jährigen Wetterwarten-Statistik nur Platz 16.  Die Monatshöchsttemperatur von 23,6 °C wurde am 30. des Monats gemessen, die Monatstiefsttemperatur erreichte am 09. Mai -3.9 °C. Es gab 4 Frosttage (Tiefsttemperatur < 0 °C) und 4 Bergsommertage mit Höchsttemperatur über 20°C. Die Sonne schien insgesamt 205.6 Stunden (116%) und der Monatsniederschlag lag bei 52.6 mm. Das entspricht mit 52% gerade einmal der Hälfte des Normalwertes. Der höchste Tagesniederschlag wurde am 14. Mai mit 17.8 mm gemessen. An 2 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke. Die höchste Gesamtschneehöhe von 7 cm wurde am 01. des Monats gemessen. Bis zum 20.5. wurden Schneereste registriert.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 23. mit 84.2 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 16 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 2 Tagen. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Mai 2017, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Letzter Schnee im Erzgebirge

 

Auf dem Fichtelberg sind die letzten Schneereste Mitte Mai weggetaut. Aber es gibt zwei Orte im Erzgebirge, wo es viel länger Restschnee gab bzw. sogar noch gibt.

Das waren zum einen die Reste von Deutschlands größtem Schneemann „Sapparino der Erschte“, der in Carlsfeld aus 150 Tonnen Schnee gebaut wurden. Erst die Hitzewelle der letzten Woche hat das letzte Baumaterial dahingerafft.

Noch immer Schnee vorhanden ist in der Eispinge (Ledová Jáma) am Plattenberg (Blatenský Vrch). Wenn man von Horní Blatná aus den 1043 Meter hohen Plattenberg besteigt, kommt man erst an der Wolfspinge (Vlčí Jáma) und anschließend an der Eispinge vorbei. Bei der 15 Meter tiefen Pinge handelt es sich um die Reste eines eingestürzten Bergwerkes. Nach historischen Quellen soll sie ursprünglich sogar bis 50 Meter tief gewesen und der Fels mit Zinnerz durchsetzt sein. Durch den schmalen engen Spalt gibt es keinen Luftaustausch, die kalte schwere Luft sinkt im Winter ab und bleibt auch im Sommer liegen, so dass die kühlen Temperaturen erhalten bleiben. So soll zur Völkerschlacht 1813 in Leipzig von hier sechs Fuhren Eis geholt worden sein, um die Wunden der Verletzten zu kühlen. In den letzten Jahren gab es leider nur sehr wenig Schnee. 2016 war die Pinge bereits im Frühjahr eisfrei, 2015 hielt der Schnee bis immerhin Ende Juli. Mal sehen, wie lange er in diesem Jahr überlebt, Tipps werden gern entgegen genommen 🙂 (ch, kf, wh)

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Zum meteorologischen Sommeranfang

… lasse ich einfach mal die Natur des Erzgebirges sprechen, die sich heute von ihrer besten Seite gezeigt hat. (ch)

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