Nikolausgruß von RTL

Oliver Kaufmann von promovie begleitete im Auftrag von RTL den Nikolaus bei seiner Tour zur Wetterstation. Denn auf dem Fichtelberg ist es nicht nur frostig, es ist mit dickem Raureif und etwas Schnee auch ziemlich winterlich. Hier einige Ausschnitte aus dem Beitrag, der noch für kurze Zeit in der Mediathek von RTL (Minute 00:20) gesehen werden kann.

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Fichtelbergwetter November 2016

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Der November 2016 war temperaturnormal, zu sonnig und niederschlagsarm.

Betrachtet man die Monatsmittel, so entsprach die Temperatur  von -0,9 genau dem langjährigen Durchschnitt. Im Detail betrachtet entsprach der Monat aber ganz und gar nicht dem Durchschnitt. Denn die erste Monatshälfte war die kälteste seit 36 Jahren. Vor allem  zum Ende der ersten Dekade sorgte das Zusammenspiel von Tief HUSCH über Nordfrankreich und Tief ILKA über Osteuropa für frühwinterliche Temperaturen und in weiten Teilen des Erzgebirges für Schnee und verwandelten das Kammgebiet in ein Wintermärchen. Im mittleren Erzgebirge wurden am Morgen des 14. in Marienberg-Kühnhaide mit frostigen -15,2°C (privat) und Deutschneudorf-Brüderwiese -12,0 °C (DWD) die bundesweit tiefsten Novemberwerte registriert. Auf dem Fichtelberg fiel die Tiefsttemperatur immerhin auf -9°C.

Die zweite Novemberhälfte leitete Sturmtief NANNETTE ein und sorgte am 18. auf dem Fichtelberg für Windspitzen bis 123 km/h. Gleichzeitig trieb Föhn die Temperaturen in den zweistelligen Bereich. So wurde am 23. auf dem Fichtelberg die Monatshöchsttemperatur von 15.2°C gemessen. Dies war gleichzeitig das höchste Tagesmaximum einer zweiten Novemberhälfte in der 100-jährigen Fichtelbergstatistik. Auch das am selben Tag gemessene Minimum von 8,6°C war das bisher höchste.

Ab 28. brachte Hoch UWE aus dem Norden viel Sonne, aber auch sehr kalte Luft mit und in den klaren Nächten sanken die Temperaturen auf dem Fichtelberg in den zweistelligen Frostbereich. Am 29. wurde mit -10,2°C die Monatstiefsttemperatur gemessen. An einigen Orten im Erzgebirge war es noch kälter, z.B. Carlsfeld -10,6°C am 29., Deutschneudorf-Brüderwiese -10,7°C und Kühnhaide -13,2°C am Morgen des 30.

Insgesamt gab es im November 13 Eistage (Höchsttemperatur <0°C), 23 Frosttage (Tiefsttemperatur  <0°C.) und 1 kalten Tag (Tiefsttemperatur <10°C.) .

Die Sonne schien mit 71.4 Stunden 118 % des Mittelwertes von 60.6 Stunden. Die Niederschlagsbilanz betrug mit 53.8 mm 61 % des Normalwertes von 88.3 mm. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 30. November mit  7.7 mm. An 19 Tagen lag eine Schneedecke ≥1cm. Die höchste Gesamtschneehöhe von 11 cm wurde am 11. des Monats gemessen.

Außer dem schon erwähnten Sturmtief NANNETTE, welches am 18. eine maximale Windspitze von 123,1 km/h brachte, gab es keine weiteren Herbststürme. Allerdings sorgten mehrere Föhntage dafür, dass dennoch an 24 Tagen im Mittel Windstärke 6 und an 7 Tagen Windstärke 8 registriert wurde. Zudem gab es an 28 Tagen zumindest zeitweise Nebel (Sichtweite >1000m). (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im November 2016, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Erneut Erzgebirgsblick vom Brocken!

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Luftspiegelungseffekte am Erzgebirge. Foto: Marc Kinkeldey

In Ergänzung zum vorherigen Artikel noch eine aktuelle Beobachtung. Auch heute morgen war vom Brocken aus das 230 km entfernte Erzgebirge wieder deutlich zu sehen. Durch die derzeitige Inversion waren Fichtel- und Keilberg leicht verzerrt. Auch an anderen Bergen (z.B. der Wasserkuppe) gab es Luftspiegelungseffekte.

Auf dem Brocken war es heute morgen mit -2°C verhältnismäßig warm, in den Tälern wurden Temperaturen bis -7°C (Wernigerode, Herzberg) gemessen. Dazu war es auf dem Gipfe mit nur 3km/h nahezu windstill und die relative Luftfeuchte betrug nur 14%!

Auch aktuell  ist bei +0,5°C und einer relativen Luftfeuchte von unter 30% das Erzgebirge wieder schemenhaft zu sehen. Am Gegenfoto wird gearbeitet, jedoch ist der Brocken vom Fichtelberg aus gesehen im Winter sehr kontrastarm.

Mark Kinkeldey, Wetterwarte Brocken

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Sensationelle Fernsicht vom Brocken zum Fichtelberg

Blick vom Brocken zum Fichtel- und Keilberg in 230km Entfernung. Foto: Marc Kinkeldey

Blick vom Brocken zum Fichtel- und Keilberg in 230km Entfernung. Foto: Marc Kinkeldey

Der Brocken, nebligster Ort Deutschlands und Europas, versteckt sich an 307 Tagen in den Wolken. Die nördliche Lage und seine Höhe von 1141 m NN sind günstig für solch hohe Anzahl an Nebeltagen. Mittel- und Nordeuropa ist meist von Westwetterlagen beeinflusst und daher herrscht bei uns in Deutschland auch ein angenehmes und wechselhaftes Klima. Keine heißen und trockenen Sommer und keine strengen Winter mit Werten weit im zweitstelligen Minusbereich. Diverse Tiefdruckgebiete geben sich die Klinke in die Hand und eine Schlechtwetterfront jagt die nächste. Gebunden an Warm- oder Kaltfronten sind nicht nur hohe und mittelhohe Wolken(Eiswolken) sondern auch sehr oft Wolken im tiefen Stockwerk. Wolken in 800 bis 1500 m NN sind perfekt um den Brocken verschwinden zu lassen. Die Sichtweite im Nebel beträgt meist nur zehn bis 30 Meter, damit ist der Bergnebel besonders dicht. An rund 200 Tagen versteckt sich der höchste Berg Norddeutschlands 24 Stunden in den Wolken, an den anderen Tagen nur teilweise. Es gibt also auch schöne Momente und damit auch Tage mit genialer Fernsicht. Der Harz, wie ein kleines Bollwerk im norddeutschen Flachland, steigt hoch empor und somit liegt den Wanderern das Flachland zu Füßen. Nach Süden ist dann auch recht oft der 110 bis 130 Kilometer entfernte Thüringer Wald sichtbar. Bei noch klarerer Luft zeigt sich im Südwesten die Rhön mit der Wasserkuppe (152 km) oder der hessische Vogelsberg mit 173km Entfernung. Nach Westen erheben sich Kaufunger-, Habichtswald und das Sauerland mit dem Kahlen Asten, wo sich ebenfalls noch eine Wetterwarte samt Beobachtungspersonal befindet. Wasserkuppe (Rhön) und Kahler Asten sind dann auch erfreut uns mal sichten zu können. Im Winter, bei klassischer Inversionswetterlage, also unten Nebel und kalt-oben Sonne und warm, kann es unendliche Fernsichten geben. Bei nur teils wüstenartigen zwei Prozent Luftfeuchte auf dem Brocken ist mit viel Glück, maximal einmal im Jahr, in südöstlicher Richtung das 230 km entfernte Erzgebirge mit seinen beiden höchsten  Erhebungen dem Fichtelberg und dem Keilberg sichtbar. Meist ist dies vor Sonnenaufgang  bzw. kurz nach Sonnenaufgang möglich. Hier ist bereits der Horizont recht hell und das Erzgebirge hebt sich besonders gut ab. Bei zunehmendem Sonnenstand werden die Bedingungen rasch schlecht, hinzu kommt der aufsteigende Dunst zwischen dem Harz und dem Erzgebirge.  Der Fichtelberg selbst hat morgens keine Chance, da es Richtung Nordwesten, also Brocken, noch sehr dunkel ist. Besser wird es für den Beobachter dann am Nachmittag bzw. zum Sonnenuntergang. Dann wiederum hebt sich der Brocken perfekt am hellen Horizont ab. Früher wurde das Erzgebirge ebenfalls schon vom Brocken aus gesichtet aber mit zunehmender Luftverschmutzung zu DDR Zeiten verschwand es für immer. Neu wiederentdeckt wurde es dann 1992, als sich so langsam die Luftqualität besserte.

Besonders verrückt war meine Sichtung vor kurzer Zeit, 20. November 2016, wo bei Orkanböen das Erzgebirge fast den gesamten Tag vom Brocken aus gut zu erkennen war. Eigentlich ungewöhnlich, je mehr Wind je stärker ist die Luft in Bewegung und damit nie so klar wie an windschwachen Tagen. Meines Erachtens muss  hier der extrem stark ausgeprägte Alpenföhn eine Rolle gespielt haben. Dieser zeigte nicht nur in Bayern Wirkung sondern trocknete die Luftschichten weit bis nach Norddeutschland total aus. Bei ganztägig elf Windstärken (110km/h) und Orkanböen bis 130 km/h sind sonst solche Sichtweiten eigentlich nahezu unmöglich. Der Wind ließ zwar an den Folgetagen (21. & 22. November) etwas nach war aber mit acht bis neun Windstärken weiterhin brockentypisch. Die Windrichtung blieb genau bei Süd und der Alpenföhn hielt weiter an. Somit tauchte an diesen beiden Tagen ebenfalls das Erzgebirge erneut auf. So klar wie an diesen Tagen habe ich es noch nie sehen können. Der Beobachter auf dem Fichtelberg war erfreut mal wieder vom Brocken zu hören. Eine phantastische Wetterlage über drei Tage mit Fichtelbergsicht wird deutliche Spuren in unseren Tagebüchern hinterlassen… und diese Bücher mit Wetteraufzeichnungen gibt es schon seit 1836 vom Brocken!

Weitere Sichtziele an diesem Tag:

Text und Bilder: Marc Kinkeldey, Wetterwarte Brocken

Artikel über Brockenblick vom Fichtelberg

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Adventskalender

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Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen Adventskalender mit Bildern, interessanten Infos, lustigen Inhalten und natürlich gibt es auch wieder etwas zu gewinnen. Viel Spaß damit und eine wunderschöne Adventszeit wünscht das Team der Fichtelbergseite.

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Herrlicher Wintertag auf dem Fichtelberg

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Hoch UWE bescherte uns gestern einen herrlichen Wintertag. Nach frostiger Nacht strahlte die Sonne von wolkenlosem Himmel. Oberhalb von 1000 Metern war es angezuckert und dick eingemummelt konnte man bei Höchstwerten bis -4°C auf Sachsens höchstem Gipfel einen herrlichen Wintertag erleben. Ok, Ski und Schlitten fahren war noch nicht möglich, aber die Lust auf mehr Winter kam bei den meisten Gipfelstürmern auf jeden Fall auf.

Deshalb kämpfen ab heute das Skandinavientief SANNE und in den kommenden Tagen die stürmiche THERESA gegen UWE an, der es sich über Westeuropa gemütlich gemacht hat und sorgen zumindest im Osten für etwas Neuschnee. Ab heute Mittag fallen oberhalb 400 Meter Flocken, morgen steigt die Schneefallgrenze auf etwa 800 Meter. Auf dem Fichtelberg wird es zudem stürmisch. Leider sind sich die Vorhersagemodelle über die Schneemengen nicht ganz einig, aber vielleicht klappt es ja, dass man am Wochenende bei schon wieder besseren Wetter auf dem Fichtelberg den Schlitten herausholen kann. (ch)

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Strenger Frost

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Strenger Frost auf dem Fichtelberg: Mit knapp unter -10 Grad, am Erdboden -13 Grad gab es diese Nacht den ersten strengen Frost für diesen Winter auf dem Fichtelberg. Anfangs waren noch aufliegende Wolken, die wunderschönen Raureif bildeten, später wurde der Himmel ganz klar und die Sterne funkelten. Dabei konnte man sehr viele Sternschnuppen beobachten. Der wenige Schnee, gerade mal 1 Zentimeter knirschte dabei wie Puddingpulver – einfach herrlich. Ansonsten gab es überall im Erzgebirge mäßigen, in den kälte begünstigten Hochtälern auch strengen Frost bis -13 Grad. (mb)

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Wetterjahr 2017

wetterjahr2017Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für wetterinteressierte Freunde sucht, dem sei das Wetterjahr 2017 ans Herz gelegt. Seit mittlerweile 18 Jahren nehmen die Diplommeteorologen Bernd Eisert, Richard Heinrich und Gabriele Reich den Leser mit auf eine Reise in die Tiefen der Meteorologie und beleuchten in leicht verständlicher Weise meteorologische, klimatologische, phänologische, ornithologische und historische Themen.

Neben den ungewöhnlich späten Nachtfrösten am 31.07.2016 im Erzgebirge finden sich in diesem Jahr Artikel über „Ungewöhnliche Eisgebilde“, „Ein Hotel aus Eis und Schnee“ im schwedischen Jukkasjärvi, „Hitzewellen im Sommer 2015“, „Die Geschichte der Windmessung“, „Die Polarlichtregionen“, „Starkregen und Klimawandel“ und viele weitere spannende Abhandlungen im Buch.

Zudem gibt es jeweils auf den Monat bezogene Informationen zu Wetter, Natur, Gesundheit und zu typischen Wetterlagen. Abgerundet wird das Wetterjahr mit einem Serviceteil mit Klimatabellen, Informationen zu Pollenflug, UV-Index, Windstärken, Sonnenauf- und Untergangszeiten, Phänologischem Kalender und vielen mehr.

Eine Leseprobe gibt einen Einblick in die Vielfältigkeit dieses Wetter-Almanachs. (ch)

Infos
Wetterjahr 2017: Wetter – Klima – Natur
von Bernd Eisert, Richard Heinrich, Gabriele Reich
Windturm Verlag 2016
ISBN 978-3944139043 UVP: 15,95 €

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Nach kalter Novemberhalbzeit nur frühlingshafte Wärme

Föhnwolken über Keil- und Fichtelberg, aufgenommen vom Bärenstein.

Föhnwolken über Keil- und Fichtelberg, aufgenommen vom Bärenstein.

Der diesjährige November hält einige Überraschungen bereit. Die erste Monatshälfte war die kälteste seit 36 Jahren. 1980 gab es mit einer Halbmonatsmitteltemperatur von -6,4°C den bisher kältesten Novemberbeginn. 2016 erreichte die erste Novemberhälfte mit -3,1°C immerhin Platz 7 der 100-jährigen Fichtelbergreihe. Inzwischen hat sich das Kältehoch mit einem Kerndruck von sehr hohen 1065 Hektopascal nach Sibirien zurückgezogen und sorgt dort für einen ungewöhnlich frühen Wintereinbruch mit Tiefsttemperaturen bis -45°C. In einigen Ortschaften in Südsibirien ist aufgrund der Kälte die Gasversorgung teilweise lahm gelegt.

Doch während dort die Menschen frieren, ist bei uns föhniges Frühlingswetter eingezogen. Bei Temperaturen bis 15°C am 18.11. schien in den letzten Tagen überwiegend die Sonne. Allerdings sorgte Sturmtief NANNETTE für Windspitzen bis 123 km/h auf dem Fichtelberg und 94 km/h in Chemnitz. NANNETTE ist ein französischer Vorname mit der Bedeutung „Gnade“.  Mag es Zufall sein oder Bestimmung, das Tief mit einem Kerndruck von 965 hPa fegte mit bis zu 170 km/h über den Ärmelkanal und schwächte sich auf dem Weg nach Deutschland ab. Und so war NANNETTE hierzulande noch gnädig weit von einem Winterorkan entfernt und die höchste gemessene Windspitze wurde auf dem Brocken gemessen und betrug „nur“ 130km/h.

Zum Montag zieht das Tief über Skandinavien nordostwärts ab und der Wind lässt allmählich nach. Bis zum Wochenende soll es dann mild und trocken bleiben. Aber Winteranfang ist erst am 1.12. (meteorologisch) bzw. 21.12. (astronomisch). Und die sibirische Kaltluft liegt in Lauerstellung. Bildet sich in den nächsten Wochen ein Hoch über Skandinavien aus, könnte sie erneut angezapft werden. (ch)

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Was war dran am Supermond?

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Nicht ganz ernst gemeinte Montage zum Supermond auf dem Fichtelberg. Bild: Christoph Perret, http://www.cp-photographics.de

Heutzutage neigen die Medien dazu, auch Himmelsphänomene zu übertreiben. Der rötliche vom Reststreulicht beleuchtete Mond während einer Mondfinsternis wird zum Blutmond, der rötliche Mondaufgang zur Sommersonnenwende zum Erdbeermond und nun haben wir auch noch den Supermond, der angeblich am Montag riesig und feurig am Himmel stand. Diese Begriffe breiten sich seit Jahren „viral“ im Internet aus und müssen von den Fakten her kritisch gesehen werden.

Doch was war wirklich so super am letzten Vollmond? Viele Mondbeobachter waren enttäuscht und fanden den Supermond recht unspektakulär. Denn letztendlich kann die visuelle Größe des Mondes von der Erde aus gesehen zwar um bis zu 14 Prozent variieren, aber das wird vom menschlichen Auge kaum wahrgenommen. Messgeräte oder Landmarken auf Fotos eines Mondauf- oder -untergangs können den Größenunterschied natürlich zeigen.

Bekanntlich ist die Mondbahn eine Ellipse, weshalb der Mond jeden Monat einmal minimal und einmal maximal entfernt von der Erde steht.  Im fernsten Bahnpunkt (Apogäum) hat der Mond eine Entfernung von etwa  408.000 Kilometer, während im nächsten Punkt (Perigäum) die Entfernung etwa 357.000 Kilometer betragen kann.

Als Supermond wird es nun üblicherweise angesehen, wenn der Vollmond plus/minus 24 Stunden mit dem Zeitpunkt jenes Minimalabstands (Perigäum)  zusammenfällt. Und das passiert fast jedes Jahr ein- oder mehrmals.

Am 14.11.2016 war der Mond um 12:30 Uhr nur 356.536 Kilometer von der Erde entfernt und nur 2 Std. 23 min später voll. Das war tatsächlich der uns nächste Supermond seit dem 26. Januar 1948. Erst am 25. November 2034 kommt uns der Mond in Vollmondstellung wieder so nahe.

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Vollmond am 14.11.2016 um 17.16 Uhr. Foto: Wolfgang Keilig

In einem kleinen Experiment, das jeder zu Hause nachvollziehen kann, lässt sich der Größenvergleich gut mit einer 1-Euro-Münze und 2-Euro-Münze darstellen. Dabei entspricht die 1-Euro-Münze der Größe des Vollmondes zum Zeitpunkt seines erdfernsten Punkt (Apogäum), während die 2-Euro-Münze die Größe des Vollmondes zum Zeitpunkt seines erdnahsten Punkt (Perigäum) darstellt. Sofort stellt man einen Größenunterschied zwischen den beiden Euromünzen fest. Legt man nun die beiden Münzen aufeinander, ist dieser Unterschied nur noch sehr gering und beträgt gerade mal am Rand 1,75 mm. Stellt man sich diesen Unterschied anhand der Vollmondphasen am Himmel vor, wird man schnell zu der Erkenntnis kommen, dass dieser vom Gelegenheitsbeobachter kaum erkennbar ist, einfach weil ihm meistens ein Vergleichsobjekt fehlt. Ein Vollmond im Apogäum, auch Minimond genannt, tritt nämlich erst ein halbes Jahr später auf.

Einige Beobachter fanden am 14.11. den Mond beim Aufgang  in der Tat  größer als normal. Allerdings erscheinen Sonne und Mond am Horizont immer größer. Das ist jedoch eine optische Täuschung, die sog. Mondillusion. Stellt man sich den Himmel als Halbkugel vor, dann ist das Gesichtsfeld in Richtung Horizont kleiner als im „kugeligen“ Zenit. Man sieht also im Zenit einen größeren Himmelsausschnitt, weswegen alle Objekte kleiner erscheinen als am Horizont.

Bleibt noch die umgekehrt quadratisch mit dem Abstand variierende Helligkeit des Vollmondes, welche im Fall des Supermonds um 30% größer sein kann als bei einem Minimond. Doch ist auch dies nur messtechnisch nachzuweisen, weil es für den Mond keine Vergleichsobjekte am Himmel gibt. Beim Supermond des 14.11.2016 trat trotz des Entfernungsminimums zwar eine höhere, aber dennoch keine Rekordhelligkeit auf; denn er stand nur ungefähr in einer Linie mit Erde und Sonne. Nur wenn das gleichzeitig der Fall ist, also z.B. unmittelbar zu Beginn oder Ende einer Mondfinsternis wird der Mond auch superhell, nämlich um noch einmal bis zu 30% mehr. Das ist der sog. Oppositionseffekt.

Neben weiteren Faktoren spielt schließlich auch die Klarheit der Luft noch eine große Rolle. Aerosole wie Staub oder auch Wassertröpfchen (Feuchtigkeit) streuen das Mondlicht und setzen die Helligkeit herab.

Der nächste Vollmond ist am 14.12., einen Tag nach dem Perigäum mit einen Erdabstand von 358.402km. Der Mond ist also gerade einmal 2000 Kilometer weiter entfernt als der diesmonatige Supermond und wird mit großer Sicherheit nicht weniger eindrucksvoll. (ch,  Prof. Dr. Elmar Schmidt, wh)

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