21./22.06.19 – Jahrhundertshow von Leuchtende Nachtwolken

8mm-Aufnahme der Leuchtenden Nachtwolken bis zum Südhimmel . Foto: Wolfgang Hinz, Schwarzenberg

Normalerweise neige ich nicht zur Übertreibung, aber was die Leuchtenden Nachtwolken (NLC) in der letzten Nacht geboten haben, ist so noch nicht vorgekommen. In unseren Breiten (50°N) reichten sie um 21.45 Uhr bei einer Sonnentiefe von nur 3 Grad über den Zenit bis 45° Süd! Und das in einer Helligkeit, die einem den Atem raubte! Sie zogen sich anschließend ziemlich schnell in den Norden zurück und auch die Helligkeit nahm ab. Schließlich verdeckten tiefe Wolken das Geschehen und ließen den geplätteten Beobachter sprachlos zurück.

Erstmals wurden Leuchtende Nachtwolken im Jahre 1885 nach dem Ausbruch des Krakatau beobachtet. Binnen kurzer Zeit wurden etwa 18 Kubikkilometer Asche ausgeworfen und die Eruptionssäule erreichte eine Höhe von 80 km. So wurde die kalte Mesopause mit zahlreichen Aerosolpartikeln bereichert und es gab in den Sommermonaten erstmalig in der späten Dämmerung seltsame weißblau bis silbern schimmernde Wolken zu beobachten. Seitdem sind immer wieder Beobachtungen überliefert. Seit den 80er Jahren wurden sie in Deutschland kontinuierlich beobachtet. Ich selbst bin jetzt seit 25 Jahren dabei. Mein bisheriger Höhepunkt waren Leuchtende Nachtwolken bis zum Zenit im Jahre 1998. Ansonsten wurde mein damaliger Standort Chemnitz als auch das Erzgebirge mit NLC eher stiefmütterlich behandelt und von den wenigen positiven Nächten waren die meisten bewölkt. Auf mehr als 2-3 Sichtungen pro Sommersaison sind wir nur sehr selten gekommen.

In den letzten Jahren scheint es bereits eine Zunahme gegeben zu haben, allerdings waren die Ergebnisse nicht mehr mit früheren Beobachtungen vergleichbar, denn zu einer ständig wachsenden Beobachterzahl mit immer empfindlicheren Kameras und einer zunehmenden Zahl an Webcams werden die Erfolgsnächte natürlich mehr.

Aber in diesem Jahr wurde alles bisherige übertroffen. Nicht nur, dass die Saison ungewöhnlich früh begann, es gibt auch einen Höhepunkt nach dem nächsten und die Leuchtenden Nachtwolken der letzten Nacht sollen gar bis Sizilien beobachtet worden sein (Quelle: Facebook). Was ist die Ursache? Solch hochreichende Vulkanausbrüche wie Krakatau hat es in letzter Zeit nicht gegeben. In Wissenschaftskreisen liest man von einer Feuchtezunahme oder von einer Abkühlung der Mesopause durch das ungewöhnlich lange Sonnenfleckenminimum. Dieses könnte auch die Ursache dafür sein, dass Staubpartikel aus dem Weltraum, die sonst vom Sonnenwind verblasen werden, nun in die Erdatmosphäre eindringen und in der Mesopause als Kondensationskeime für die Wolkenbildung fungieren. Auf jeden Fall bedarf dieser Sommer noch einer genauen Untersuchung.

Und ich bin gespannt, wie diese Jahrhundertshow der letzten Nacht noch zu steigern ist 😉 Wer also klaren Himmel hat: Augen auf! (ch)

 

Weiterführende Links:
Leuchtende Nachtwolken beim Arbeitskreis Meteore e.V.
Forum zum Austausch über Leuchtende Nachtwolken

*Aufgrund zahlreicher Nachfragen: Die Bezeichnung Leuchtende Nachtwolken ist die historisch gewachsene deutschsprachige Bezeichnung – der Presse-geprägte Begriff Nachtleuchtende Wolken ist an die Übersetzung aus dem englischen angelehnt: NLC=Noctilucent clouds und wird von mir nicht verwendet

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Sommeranfang lässt Hitzewelle anrollen

Heute ist astronomischer Sonnenanfang und die kommende Nacht wird die kürzeste des Jahres. Die Sonne erreichte heute auf der Nordhalbkugel ihren Höchststand, im Erzgebirge stand sie um 13.11 Uhr 62,8 Grad hoch und die heutige Tageslänge beträgt 16,5 Stunden.

Die Medien überschlagen sich zur Zeit mit Extremschlagzeilen zur kommenden Hitzewelle. „Horrorhitze“, „Höllentemperaturen“ oder „Heißzeit“ sind nur einige Beispiele und lassen viele bange auf die nächste Woche blicken. Etwas sachlicher ausgedrückt kann man sagen, daß uns eine hochsommerlich sonnige und heiße Woche bevorsteht. Wahrscheinlich bleibt die ganz große Hitze in Frankreich, allenfalls im Südwesten Deutschlands könnte das Thermometer in den 40°C-Bereich klettern. Im Erzgebirge werden am Mittwoch Temperaturen bis 34°C erwartet, es wird also auf jeden Fall in den Bereich des bisherigen erzgebirgischen Juni-Rekords gehen, der mit 34,4°C am 21.06.2000 in Aue gemessen wurde.

Aber! Verantwortlich für heiße Periode ist ein sich über Mitteleuropa aufbauendes Hochdrucksystem. Es wird also eine trockene Hitze ohne Schauer und Gewitter, die sicherlich besser zu ertragen ist, als die oftmals sehr schwüle letzte Woche, in der Temperaturen um 30°C oftmals mit hoher Luftfeuchtigkeit daherkamen und immer wieder für Gewitter sorgten. Zudem sind wir in der glücklichen Lage, mit dem Fichtelberg einen Fluchtpunkt zu haben, wo es mit 25°C auf jeden Fall erträglich bleibt. Und wenn alle Stricke reißen, bleibt noch unser Schneeloch 😉
Und – es sieht nach heutigen Modellberechnungen so aus, als würde es zum Siebenschläferzeitraum wieder wechselhafter und (angenehm) kühler werden.

Also sehen wir der kommenden Woche positiv entgegen und genießen vor allem die lauen Sommernächte, in denen es einiges zu entdecken gibt. Nicht nur die Leuchtenden Nachtwolken streben ihrem Höhepunkt entgegen, auch die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn erstrahlen die ganze Nacht. Zudem sind einige Mini-Schwärme von Meteoren aktiv, so dass die Chance auf Sternschnuppen sehr hoch ist.

Nachfolgend die besten Bilder der Woche, in der vor allem (an mir) vorbeiziehende Gewitter und Leuchtenden Nachtwolken bestachen, die ich erstmals seit 1998 wieder bis in den Zenit beobachten konnte. (Text: ch, Fotos: ch/wh)

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13./14.06.2019 – Erste Leuchtende Nachtwolken der Saison über dem Erzgebirge

Leuchtende Nachtwolken von Schwarzenberg aus in Richtung Spiegelwald.

Die Saison der Leuchtenden Nachtwolken hat in diesem Jahr bereits Ende Mai , also ungewöhnlich früh begonnen, allerdings versteckten sich diese eindrucksvolle Erscheinung im Erzgebirge bisher unter dicken troposphärischen Gewölk. Aber letzte Nacht hat es endlich geklappt. Am fast klaren Himmel zeigten sich abends helle und am Morgen ungewöhnlich helle Leuchtende Nachtwolken über dem Erzgebirge.

Abends: 22.40-23.50 Uhr, Schwarzenberg Richtung Spiegelwald
Fotos: Claudia und Wolfgang Hinz

Morgens: 02.30-04.00 Uhr im böhmischen Nejdek (Neudek)
Fotos: Libor Čihák Junior 

Diese silbrig schimmernden feinstrukturierten Wolkenstrukturen entstehen Ende Mai bis Anfang August in der Mesopause in einer Höhe von circa 83 km. Sie sind in der nautischen Dämmerung bei Sonnentiefen zwischen 6 und 16° am Nordwest- bis Nordosthorizont zu sehen. Bei uns (50. Breitengrad) entspricht das einem Zeitfenster von etwa 22.30 bis 24.00 Uhr abends und 02.30 bis 04.00 Uhr am Morgen. In dieser Zeit werden die Wolken aufgrund ihrer großen Höhe noch direkt angeleuchtet, während tiefe Wolken längst im Schatten liegen.

Damit sich in solchen Höhen bei der sehr geringen Wasserdampf-Konzentrationen überhaupt Eiswolken bilden können, bedarf es sehr tiefe Temperaturen unter minus 140°C. Aufgrund der interhemisphärischen Zirkulation treten diese Temperaturen in den nördlichen Breiten nur zwischen Juni und August auf. Zudem sorgen im Sommer höhere Winde dafür, dass die Eisteilchen über größere Entfernungen transportiert werden. Die Lebensdauer einzelner Eispartikel dürfte in der Größenordnung einiger Stunden liegen. bis sie z.B. durch Absinken und Südwärtsverlagerung wieder sublimieren. Deshalb verändern sich die feinen Strukturen der Leuchtenden Nachtwolken ziemlich stark.

Im Norden sind Leuchtende Nachtwolken in den Sommermonaten fast in jeder zweiten Nacht zu sehen, nach Süden hin nimmt die Häufigkeit jedoch stark ab. Im Erzgebirge kann man sie meist nicht häufiger als 5 Mal, im Süden sogar nur einmal pro Saison beobachten.

Bis zum Saisonende gibt es also noch Möglichkeiten, dieses herrliche Naturschauspiel in klaren Nächten zu verfolgen. Über die Warnliste des Arbeitskreises Meteore e.V. kann man sich über ein Auftreten informieren lassen, ebenso wird im NLC-Forum über Beobachtungsmöglichkeiten diskutiert sowie Sichtungen präsentiert und ausgewertet. (ch)

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Fichtelbergwetter im Mai 2019

Der Mai war auf dem Fichtelberg zu kalt, etwas zu nass und zu sonnenscheinarm. Im Mai gab es trotz längerem astronomischen Tagesgangs halb soviel Sonne und er war nur wenig wärmer als der April, aber das Temperaturmaximum vom Vormonat (16,8°C am 26. April) wurde im Mai nicht erreicht! Zum Glück gab es viermal soviel Niederschlag wie im zu trockenen Vormonat, so dass auf dem Fichtelberg die Wasserbilanz in den drei Frühlingsmonaten ausgeglichen wurde.

Nach den zu warmen letzten drei Monaten fühlte sich der Mai besonders kalt an. In der ersten Monatshälfte lag Deutschland meist in einer kühlen Nordströmung und man hatte das Gefühl, dass sich Dauer-Eisheilige bei uns eingenistet haben. Immer wieder kam es zum Teil bis ins Flachland zu Schneefällen. So fielen auf dem Gipfel am 4. nochmals 15cm (12) und bis zur Monatsmitte nochmals mehrfach 1-2cm Schnee (12). Zudem stiegen die Temperatur an 3 Tagen nicht über 0°C (Eistage) und an 11 Tagen wurde Frost (Minimum <0°C) registriert). Insgesamt war die erste Maihälfte die drittkälteste, die auf dem Fichtelberg seit Messbeginn 1916 registriert wurde. Am 16. verabschiedete sich diese kalte Witterungsperiode am Erzgebirgskamm schließlich mit letztem Eisregen.

Die zweite Monatshälfte versuchte einiges herauszureißen. Mit den Temperaturen ging es tendenziell aufwärts, allerdings schien der wechselhafte Wettercharakter das charakteristische Aprilwetter nachholen zu wollen. Vor allem Tief Axel brachte flächendeckend Regen.

Auch der zu Monatsbeginn pausierte Pflanzenwachstum kam wieder mit schnellen Schritten in Gang und führte in tieferen Lagen zu einer wahren Farbenpracht. (12)

Der sonnigste Tag des Monats wurde (verdient) der Männertag. Nach eisig kalter Nacht mit letzten Nachtfrösten in den Tälern schien ganztägig ungehindert die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Auch die Temperaturen bis 21°C in den Tälern und 16°C auf dem Fichtelberg waren höchst angenehm für Unternehmungen. (ch, gf)

Statistik

Temperatur:
Monatsmittel: 4,9°C (-1,4°C)
Maximum: 16,1°C am 27. Mai
Minimum: -4,3°C am 4. Mai
Eistage (Höchsttemperatur < 0 °C): 3
Frosttage (Tiefsttemperatur < 0 °C): 11

Sonne:
Monatssumme: 126,4 Stunden (71,6%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 119,6 mm (118,5%)
Maximale Tagessumme: 22,5 mm am 11. Mai

Schnee (privat gemessen):
Maximale Schneehöhe: 15 cm am 1. Mai
Anzahl der Tage mit Schneedecke: 10 (+2)
Anzahl der Tage mit Schneefall: 9

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 71,6 km/h am 22. Mai
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 17
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 0
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 0

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 17 (+1)
Anzahl der heiteren Tage: 0 (-2)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 29
Tage mit Gewitter: 2


Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Erneute Gewitter

Gewitterschirm mit Mammatuswolken zwischen Scheibenberg und Schwarzenberg

Unter dem Einfluss mehrerer Tiefdruckgebiete und einer nahenden Kaltfront war auch heute vor allem über Südostdeutschland die Luft sehr explosiv. So entstand am frühen Nachmittag über dem Vogtland eine Gewitterlinie, die nordostwärts zog und sich dabei verstärkte. Gegen halb 4 erreichte sie schließlich Schwarzenberg und sorgte dort kurz für heftigen Niederschlag und vor allem im Schwarzbachtal auch für bis zu 3cm großen Hagel. Durch starke Windböen wurden einige Bäume entwurzelt, aber die Feuerwehr war sofort zur Stelle, um die Straße zu beräumen.

Wir hatten uns einen aussichtsreichen Platz am Emmlerweg zwischen Scheibenberg und Schwarzenberg mit dem (geliebten) Fichtelbergblick gesucht und konnten somit die Entwicklung des Gewitters wunderbar beobachten, zumal sie (mal wieder) um uns herum zogen und es an unserem Standort nur einen kleinen kurzen Regenguss gab. Am beeindruckendsten waren die mächtigen Mammatuswolken an der Vorderseite des mächtigen Gewitterschirms. Aber auch die einzelnen eingelagerten Zellen waren sehr sehenswert. Anbei die besten Fotos und ein Video. (ch, wh)

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Donnernder Pfingstabschluß

Gewitter auf dem Fichtelberg (ch)

Nach einem unterkühlten feuchten Mai startete mit dem Juni nicht nur der meteorologische Sommer, sondern es gab auch die ersten heißen Tage (Temperaturmaximum ≥30°C). Im Erzgebirge wurde als Höchstwert 33,4°C (private Station Schwarzenberg), auf dem Fichtelberg immerhin 22,9°C gemessen. Insgesamt wurde auf dem Gipfel die drittwärmste erste Junidekade in der über 100-jährigen Statistik registriert.

Gewitter gab es im Erzgebirge immer mal wieder. Besonders am 6.6. entstanden mittags zwei Gewitter bei Oberwiesenthal und Marienberg, hielten sich über Stunden hinweg fast ortsfest, vereinigten sich schließlich und breiteten sich nach Nordosten aus. 21,2mm brachten sie am Fichtelberg (private Messung), an einigen Messstationen vor allem rund um Marienberg wurden Niederschlagswerte um die 50mm gemessen (Quelle: wetternetz-sachsen.de).

Nach einem bis zu 25°C angenehm temperierten und meist sonnigen Pfingstfest gab es gestern Abend ein großes Feuerwerk. Bereits tagsüber gelangte eine spürbar schwülere Luftmasse in die Südosthälfte Deutschlands und am Abend bildeten sich Gewitter mit einer enormen Blitzrate, die vor allem am Kamm und auf einer Linie zwischen Sehmatal und Annaberg sehr heftig ausfielen. Vereinzelt mussten Straßen wegen Überflutung und zentimeterhoher Hageldecke gesperrt werden. Es gab zwar (zum Glück) überwiegend nur kleinkörnigen Hagel, allerdings zauberte er vorübergehend eine Winterlandschaft auf den Berg und die umliegenden Gebiete. Leider gibt es auf dem Fichtelberg keine Wetterbeobachter mehr und die mehr oder weniger vorhandenen Automaten haben weder die Höhe der Hageldecke noch die Niederschlagsmenge registriert. Nur auf den Webcams war dieser „Winter“einbruch zu sehen. Im Nachhinein wurde ein privater Niederschlagswert von 33,8mm ermittelt.

Hageldecke auf der Webcam Fichtelberg, Abfahrt Himmelsleiter um 21.30 Uhr.

Insgesamt wurde an den Messstellen entlang des Erzgebirgskamms bis zu 47mm Niederschlag (Marienberg-Rübenau und Lauenstein) registriert. Und während es am Fichtelberg und weiter östlich noch zur Sache ging, war weiter westlich, in Schwarzenberg, schon wieder alles vorbei und der Pfingsthimmel verabschiedete sich mit einer schönen Abendstimmung.

Vielen Dank an Jana Menzel und Gitta Fritzsch für die eindrucksvollen Fotos und Videos.

Weitaus schlimmer hat es übrigens München getroffen. Ähnlich wie bei dem legendären Hagelsturm 1984 gab es auch gestern regelrechte Hagelgeschosse bis 8cm (siehe Video und Fotostrecke bei wetteronline), welche Menschen verletzten, Autoscheiben zerschlugen und Schäden an Außenfassaden verursachten. (ch)

Edit: Laut Wetteronline hat es in Mulda bei Freiberg auch einen kleinen Tornado gegeben

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Pileus-Wolken an Erzgebirgsgewittern

Gewitter mit Hebungskappen über dem Erzgebirge, aufgenommen vom Flughafen Leipzig/Halle (ch)

In den letzten Tagen gab es über dem Erzgebirge einige Gewitter, die selbst vom Leipziger Raum sehr schön zu sehen waren. Besonders interessant war die Kappenbildung auf den Gewitterwolken, die sich zum Teil mehrstöckig in die Höhe schraubten.

In Quellwolken herrschen häufig heftige Aufwinde, welche die Wolke nach oben wachsen lassen und damit auch die Luft über der Wolke anheben. Pileus-Wolken entstehen, wenn oberhalb der Cumulus-Wolke die Luft sehr feucht ist. Wenn diese in kältere Bereiche angehoben wird, kondensiert die Feuchtigkeit aus und es bilden sich am oberen Rand der Cumulus-Wolke zum Teil mehrstöckige haubenförmige Wolken, die sich sehr schnell verändern. Diese Form ist auch namensgebend: Pileus ist lateinisch und bedeutet Haube. Die Cumulus-Wolke kann die Pileus-Wolke auch durchstoßen und überwuchern. Dann löst sich die Pileus-Wolke in der Cumulus-Wolke auf.

Edit 11.06.2019

Unser Leser Andreas Müller konnte die gleichen Pileus-Wolken von Gera aus aufnehmen. Also zwei völlig unterschiedliche Blickwinkel von einer Wolke! Vielen Dank dafür!

Pileus-Wolke an einem Gewitter über dem Erzgebirge, aufgenommen in Gera von Andreas Müller

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Sommer zum Meteorologischen Sommeranfang

Türmchenartige Castellanus-Wolken sind Vorboten von Gewittern, die es in der kommenden Woche immer mal wieder geben wird.

Die letzten Nachtfröste sind Geschichte und ab heute, zum meteorologischen Sommerbeginn zeigt der Frühsommer, wozu er fähig ist. In den Erzgebirgstälern wird es erste Sommertage (Maximum ≥ 25°C) und zur Wochenmitte sogar erste heiße Tage (Maximum ≥ 30°C) geben. Der Fichtelberg peilt die ersten Bergsommertage des Jahres (Maximum ≥ 20°C) an.

Der Preis für diese erste hochsommerliche Periode sind aber eine zunehmende Gefahr von unwetterartigen Gewittern. Der Grund für die Anfang Juni außergewöhnlich warmen Temperaturen ist die Konstellation aus einem Tiefdruckgebiet über England und einem Hoch über dem östlichen Europa. Im Verbund der beiden Wettersysteme werden sehr warme, aber eben auch zunehmend feuchtere Luftmassen nach Mitteleuropa geführt, die das Wetter unbeständig gestalten.

Und diese beiden Wettersysteme bestimmen auch unser Pfingstwetter. Entweder das Tief setzt sich durch und positioniert sich bis Pfingsten über Skandinavien, dann wäre eine kühle Nordwestströmung mit zahlreichen Schauern zu erwarten. Oder das Hochdrucksystem erstarkt bis Pfingsten und dehnt sich weiter in Richtung Skandinavien aus. Dann wird die Tiefdruckaktivität nach Westen verlagert und bei uns könnte es eine sehr warme bis heiße Südanströmung der Luftmassen geben. Dann könnte man wahrscheinlich die Pfingstochsen gleich in der Sonne grillen. Zum Glück favorisieren die Modelle (und auch ich) die kühlere und spannendere Variante, denn Hitze bekommen wir sicher noch früh genug.

Nachfolgend einige Sommeranfangsfotos rund um Schwarzenberg. (ch)

 

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Nach Frostnacht Traumwetter für unsere Männer

Raureif1

Morgendlicher Reif (ch)

Die eingeflossene Kaltluft des Skandinavientiefs CLAUDIUS ist nun unter Hochdruckeinfluss gelangt. Die nächtliche Ausstrahlung durch den aufgeklarten Himmel führte dazu, dass die Erzgebirgstemperaturen verbreitet in den Frostbereich purzelten. So meldete Kühnhaide Tiefstwerte von -4,6°C in 2 Meter Höhe und -8,9°C am Erdboden. Aber auch viele andere Messstellen meldeten Frost (z.B. Carlsfeld: -1,4°C, Deutschneudorf: -1,3°C) oder zumindest Bodenfrost (z.B. Fichtelberg: -2,0°C, Aue: -1,6°C).

Aber unter Hoch PIA erwärmt sich heute durch fast ungetrübte Sonneneinstrahlung die Luft sehr schnell und die Männer können sich an ihrem Ehrentag über angenehme Temperaturen bis 20°C freuen. Insofern wünschen wir allen einen genussvollen Feiertag und den Männern einen sonnigen Männertagsausflug! (ch)

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Neue Sichtmarkentafel am Wetterwanderweg Zinnwald

Sichtweitentafel

Der Wetterlehrpfad in Zinnwald im Osterzgebirge hat Zuwachs bekommen. Seit wenigen Tagen zeigt eine neue Sichtweitentafel am Aussichtspunkt die sichtbaren Fernziele.

Die nächste geführte Wanderung „ZINNWALDER WETTERTOUR mit Wettershow und Wanderung entlang der Wettervereinsprojekte“ findet am Samstag, 1.6.2019 um 10:00 Uhr ab Wintersportmuseum Lugsteinhof statt.

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