Der Mai ist gekommen

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…zumindest glauben das wohl die Maiblumen, die bei ganz und gar nicht oktoberlichen Temperaturen (in den Tälern bis 27°C, auf dem Berg bis 18°C) allmählich wieder beginnen, unsere Wiese zu bevölkern. 12 Stück waren heute bereits zu zählen und es werden täglich mehr. Allerdings wachsen sie ziemlich kurz an die Wiese angeschmiegt, so als würden sie dem Frieden nicht so ganz trauen und ihre Deckung nicht verlassen wollen. Ein in der Sonne ahlender Dompfaff rundete diese Frühlingsillusion ab.

Wir wünschten uns, die Blumen hätten recht, dann hätten wir noch etwas Aufschub … doch unsere Zeit hier oben verrinnt unaufhaltsam … bald werden wir wie die Samen der letzten Pusteblume in alle Himmelsrichtungen verweht … (ch)

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Fichtelbergwetter im September 2018

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Auch im September wurde die hochsommerliche Großwetterlage fortgesetzt, allerdings gab es vor allem im Erzgebirge auch schon kühle Temperaturen und einen ersten Herbststurm. Auf dem Fichtelberg trat in 3 Nächten Nachtfrost und in 5 Nächten Bodenfrost auf (12). Örtlich, vor allem in Kühnhaide und Jeleni wurden bis zu 10 Frostnächte registriert. In der Nacht vom 21. auf 22.09. brachte Sturmtief ELENA einen markanten Temperatursturz von T-Shirt in Mützenwetter in gerade einmal 12 Stunden. Am 24.9. bildete sich auf dem Fichtelberg zudem kurzzeitig eine erste Schneedecke. In der Summe lag zwar auch der September mit einer Monatsmitteltemperatur von 10.6 °C um 2.4°C über der langjährigen Mitteltemperatur, aber er war nicht auf Rekordkurs und belegte in der Statistik der wärmsten September-Monate „nur“ Platz 15.

Die Sonne schien 189.9 Stunden, was 131% des Normalwertes entspricht. Während es deutschlandweit der fünfsonnigste September war, belegte er auf dem Fichtelberg „nur“ Platz 11. Denn wenn schon die Temperaturen nicht oft an einen Herbstmonat erinnerten, so tat es auf dem Fichtelberg zumindest der Nebel, der den Gipfel an 16 Tagen zumindest zeitweise einhüllte.

Die seit Februar anhaltende Trockenheit setzte sich auch im September fort. Auf dem Fichtelberg war sie aber nicht so schlimm wie anderswo, immer mal wieder zogen kleinere Regenfälle oder größere Schauer über den Fichtelberg hinweg. So wurden mit 75,0 Liter pro Quadratmeter immerhin 85% des Normalwertes erreicht. Besonders die Niederschläge, welche am 23. und 24.09. das Orkantief FABIENNE brachte, wurde von den Böden dankbar aufgenommen. Auf dem Fichtelberg fielen 35,9 l/m², im Erzgebirge bis zu 60 l/m² (Talsperre Carlsfeld).

Die höchste Windgeschwindigkeit brachte am 23.09. mit 118.8 km/h das Orkantief FABIENNE. Auch, wenn die Windgeschwindigkeit auf dem Fichtelberg nicht rekordverdächtig war, so brachte dieser Orkan im Erzgebirge immense Schäden. Schuld waren nicht nur die vielerorts ausgedorrten Bäume, die mit belaubter großer Angriffsfläche oft abknickten und ein Tornado, der um Stollberg eine Schneise der Verwüstung zog. Insgesamt gab es auf dem Fichtelberg an 12 Tagen Starken Wind (Windstärke 6) und an 3 Tagen Stürmischen Wind (Windstärke 8).

Ungewöhnliche Wettererscheinungen wurden nur wenige beobachtet, denn sie sind meist an Wolken gebunden. Nur zweimal wurden intensive Dämmerungen beobachtet und an einem Tag gab es einen schönen Regenbogen. Dieser bildete sich am 20.09. nach einem kleinen Gewitter drei Stunden über dem Berg, und wurde von vielen Besuchern begeistert beobachtet. Besonders eindrucksvoll und sehr selten waren zudem die Asperitas-Wolken, die am Morgen des 27.09. in Augenhöhe über den Gipfel hinweg zogen.

Halbjahres-„Sommer“-Auswertung

Wie in der Auswertung des Jahrhundertsommers 2018 versprochen, möchte ich noch einen Blick auf den auf den gesamten Endlossommer werfen, der im April begann und von einigen Unterbrechungen abgesehen noch immer andauert. Betrachtet man also den Halbjahres-„Sommer“ von April bis September in der Statistik, so wird die Ungewöhnlichkeit dieser langen und sehr warmen Hochdruckwetterlage deutlich. Mit einem Halbjahresmittel von 11,8°C werden andere warme Sommer wie 2003, 1947 (je 10,3°C) oder 2015 deutlich in den Schatten gestellt. Mit 7 Sommertagen (Max > 25°C) lag 2018 zwar nicht an der Spitze – auf dem Gipfel wurde ja auch keine rekordverdächtige Hitze verzeichnet – aber die 43 Bergsommertage (Max > 20°C) belegten Platz 1 nach 2003 (42) und 1947 (41) und machen die lange Andauer der Wärme deutlich. Auch die Sonnenscheindauer knackte mit 326,1 Stunden das bisherige Spitzenjahr von 2003. Die genauen Daten werden in der Sommerauswertung 2018 ergänzt. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im September 2018, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Fallstreifen am Morgen

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Morgendliche Fallstreifen in Richtung Südwesten (ch)

121018Das derzeit über Russland liegende Hoch VIKTOR schwächt sich allmählich ab. Insofern konnten die Fronten des Schottlandtiefs NEVINE, welches auf den Britischen Inseln heute wechselhaftes Wetter mit viel Regen und Sturm bringen, auch Norddeutschland streifen. Über Oberfranken, Westsachsen und der Region Karlsbad bildete sich eine Konvergenzlinie aus. Dieses Phänomen kann besonders durch gegensätzliche Windrichtungen ausgemacht werden. Beim Zusammenfließen von Luftmassen werden diese zum Aufsteigen gezwungen, was bei ausreichender Feuchtigkeit mit Wolkenbildung und nachfolgend auch mit Niederschlagsbildung verbunden ist. Diese gab es auch vereinzelt im oben genannten Gebiet. Auf dem Fichtelberg läßt sich nach Datenausfall in der nächtlichen Nichtbesetztzeit leider erst der Morgen analysieren. Zum Sonnenaufgang war es mit 12°C deutlich wärmer als in den meisten Tälern (z.B. Schwarzenberg 6,2°C, Kühnhaide 0,6°C). Grund war Föhn aus Südwest, welcher die feuchte Luft austrocknete. So verdunstete der Niederschlag auf dem Weg zum Boden und es waren nur so genannte Fallstreifen (Virga) sichtbar.

Aber auch der Dichteunterschied der verschieden warmen Luftmassen wurde zum Sonnenaufgang sichtbar, denn wie bereits gestern gab es zum Sonnenaufgang mehrfach den Grünen Strahl zu sehen. (ch)

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Sonnenaufgang im Herbstnebel

Heute Morgen wehte der Böhmische Wind recht kräftig und drückte Wolken aus dem Böhmischen Becken herein. In diesem Nebeltreiben ging die Sonne auf. Anfangs zeigte sich an der verzerrten Sonne mehrfach der Grüne Strahl, später glühten die vorbeiziehenden Nebelfetzen in tiefen Rot. Was für ein herrlicher Anblick! (ch)

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Tornado im Erzgebirge bei Orkan Fabienne

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Waldschäden in der Zugbahn des Tornados. Foto: Michel Oelschlägel

Der Orkan FABIENNE brachte in der Nacht vom 23./24. September 2018 im Erzgebirge vor allem im Großraum Stollberg große Schäden. In den Medien war von einem Tornado die Rede, der aber anfangs kontrovers diskutiert wurde. Michel Oelschlägel von Frontgewitter.de hat den Fall detailliert untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Multivortex-Tornado (Tornado mit mehreren Nebenwirbeln) gehandelt hat. Seine ausführliche Analyse ist hier zu finden. Vielen Dank dafür! (ch)

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Goldener Oktober mit Sonntagsknick

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Hoch ULF hat sich direkt über Deutschland platziert und gestaltet das Wetter zunehmend sonnig und wärmer. Am kommenden Samstag wird es am schönsten und es werden nochmals Werte über 20°C in den Tälern und etwas unter 20°C im Bergland erreicht. Leider schwindet der Hochdruckeinfluss und macht am Sonntag Platz für eine Tiefdruckrinne, die am Sonntag Regen und in der Nacht zum Montag auf dem Fichtelberg vielleicht erneut ein paar Schneeflöckchen bringen könnte 🙂

Langfristig dominiert nach derzeitigen Modellberechnungen nach Wochenmitte aber erneut Hochdruckeinfluss mit ruhigem und herbstlich temperierten Altweibersommer. Und wenn man mal über eine Fortsetzung der schon gewohnten Blockadewetterlage sinniert mit eventueller Anzapfung der sich gerade über Nordamerika, Labrador bis Grönland formierenden Kaltluft, dann könnten wir auf unsere letzten Fichtelbergtage doch noch richtigen Winter bekommen. Vielleicht nach den Vorbildern 1995/96 und 2005/06, wo es bei ähnlicher Wetterlage Mitte November langanhaltende Wintereinbrüche gab. Wir drücken uns auf jeden Fall die Daumen 😉 (ch)

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Rückblick auf den Jahrhundertsommer 2018

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Mit 2018 ist der wärmste Sommer zu Ende gegangen, welcher in der 102-jährigen Statistik der Wetterwarte Fichtelberg registriert wurde. Betrachtet wurde der Meteorologische Sommer vom 1. Juni bis 31. August. Nachfolgend haben wir zudem den gefühlten Halbjahressommer von April bis September analysiert. Denn seit April wurde das Wetter in Mitteleuropa fast durchgehend durch Hochdruckeinfluss bestimmt. Nach den Rekordmonaten April und Mai waren auf die drei Sommermonate viel zu warm. Zwar belegten sie als Einzelmonate keine Spitzenplätze mehr, aber in der Summe war der Sommer 2018 um 0,1°C wärmer als der bisherige Rekordsommer 2003. Allerdings wurden kaum Einzelrekorde geknackt. So lag das Temperaturmaximum von 26,7°C weit vom bisherigen Spitzenwert 30,8°C aus dem Jahre 1983 entfernt. Die 8 Sommertage kamen nicht an die 13 von 2015 heran und auch die 32 Bergsommertage reichten nicht zum Rekord.

Auf dem Fichtelberg erreichte aber die langanhaltende Trockenheit einen Rekordwert. Mit 159,4 l/m² wurde der bisherige trockenste Sommer von 1952 (173,7 l/m²) unterboten. Während die meisten Teile des Erzgebirges bei einer sommerlichen Niederschlagssumme zwischen 100 und 160 l/m² allmählich austrockneten, schien das an der Talsperre Saidenbach gelegene Forchheim (4 Kilometer nordöstlich von Pockau) alle großen Schauer für sich gepachtet zu haben und kam mit einer Dreimonatssumme von 307,9 l/m³ auf den dreifachen Niederschlag von z.B. Chemnitz.

In der Sonnenbilanz erreichte 2018 mit 686,1 Stunden nur Platz 3 nach 1976 und 2003. Am längsten schien sie in Marienberg, wo mit 827,6 Stunden auch der Stationsrekord geknackt wurde. (ch, gf)

Sommer 2018

Halbjahres-„Sommer“-Auswertung

Nun möchten wir noch einen Blick auf den auf den gesamten Endlossommer werfen, der im April begann und von einigen Unterbrechungen abgesehen bis in den Oktober hinein andauerte. Betrachtet man also den Halbjahres-„Sommer“ von April bis September in der Statistik, so wird die Ungewöhnlichkeit dieser langen und sehr warmen Hochdruckwetterlage deutlich. Mit einem Halbjahresmittel von 11,8°C werden andere warme Sommer wie 2003, 1947 (je 10,3°C) oder 2015 deutlich in den Schatten gestellt. Mit 7 Sommertagen (Max > 25°C) lag 2018 zwar nicht an der Spitze – auf dem Gipfel wurde ja auch keine rekordverdächtige Hitze verzeichnet – aber die 43 Bergsommertage (Max > 20°C) belegten Platz 1 nach 2003 (42) und 1947 (41) und machen die lange Andauer der Wärme deutlich. Auch die Sonnenscheindauer knackte mit 326,1 Stunden das bisherige Spitzenjahr von 2003. Nachfolgend die genauen Plazierungen:

Höchstes Temperaturmittel
1. 11,8°C (2018)
2. 10,3°C (1947+2003)
4. 10,1°C (2015)

Höchste Sonnenscheindauer
1. 1341,2h (2018)
2. 1305,9h (2003)
3. 1256,1h (1976)

Geringster Niederschlagssumme
1. 326,1 l/m² (1893)
2. 342,7 l/m² (1947)
3. 381,5 l/m² (1934)
4. 382,2 l/m² (2018)

Anzahl Sommertage (Max >25°C)
1. 13 (2015)
2. 9 (1947)
3. 8 (1921)
4. 7 (1943, 1971, 2013, 2018)

Anzahl Bergsommertage (Max >20°C)
1. 43 (2018)
2. 42 (2003)
3. 41 (1947)

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Asperitas-Wolken in Augenhöhe

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Heute gibt es schon wieder einen Blogeintrag. Es ist momentan so, als wüsste der Fichtelberg, dass das Wetter hier oben ab 1.01.2019 auf seelenlose Zahlen beschränkt wird und zieht deshalb nochmal alle Register, um alles zu zeigen, was er kann (und was uns glücklich macht und vom Verzweifeln abhält).

Heute morgen überraschte er anfangs mit sehr guter Fernsicht und dann einigen Wolken, die sich wellenhaft regelrecht hereindrehten. Es war gerade so, als würde man dem Fichtelberg eine Nebelglocke überstülpen, die dann um den Gipfel herum rotiert. Die Wolken wurden immer welliger und entwickelten sich zum Asperitas. Die Wellen bewegten sich sehr dynamisch und erinnerten an eine vom Wind aufgepeitschte Meeresoberfläche. Dazwischen gab es immer mal wieder kleine Kuckfenster zum Bayrischen Wald oder zum Fichtelgebirge. Leider lässt sich die Faszination dieser Erscheinung nur schwer in Bildern festhalten, selbst das Video zeigt nur einen kleinen Himmelsausschnitt. (ch)

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Frostnacht im Erzgebirge

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In der letzten Nacht gingen die Temperaturen erzgebirgsweit mächtig in den Keller und auch tiefere Lagen verzeichneten den ersten Frost. Den Vogel abgeschossen haben natürlich wieder Jeleni (Hirschenstand) mit -10,0°C und Marienberg-Kühnhaide mit -8,4°C in 2 Meter Höhe und -11,8°C am Erdboden. Danach folgt Deutschneudorf-Brüderwiese (-4,1°C/-5,4°C). Aber auch sonst recht warme Orte hatten morgendliche Negativwerte zu bieten, zum Beispiel Schwarzenberg (-1,3°C) oder Aue (-1,1°C/-3,9°C). Der wärmste Ort im Erzgebirge war heute Morgen der Fichtelberg mit „nur“ -0,7°C. Autokratzen war fast überall angesagt.

Und wie geht es weiter? Fällt jetzt nach dem Frühling auch der Herbst weg? In den nächsten beiden Tagen gibt es bei steigenden Temperaturen einen Hauch von sonnigen Altweibersommer. Langfristig baut sich ein neues Hoch über England auf. Das bedeutet zwar viel Sonne aber dank der nördlichen Höhenströmung werden ab Freitag wieder kühlere Luftmassen zu uns geführt und es wird erneut ziemlich kühl. (ch)

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Frostiger Morgen

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Der heutige Morgen begann auf dem Fichtelberg sehr frostig. Zwar war der gestrige Schnee zum Großteil wieder weggetaut, aber auf viele Blumen und Bäume legte sich bei Temperaturen um -1°C und Nebel eine dünne Raueisschicht. Sicherlich ist das für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Wenn man aber bedenkt, daß wir vor 4 Tagen noch über 20°C hier oben hatten, dann fühlt sich dieser Wintereinbruch natürlich doppeltkalt (und für uns doppelt herrlich) an. (ch)

 

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