Kommt der Sommer doch noch auf den Hund?

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Hoch GERD bringt den Sommer zurück

Zum Ende der Hundstage bahnt sich die erste stabile Schönwetterphase des gesamten Sommers an. Oder es ist der Auftakt eines schönen Herbstes? Wie auch immer, nachdem der August bisher 4 (!) Frosttage in Kühnhaide, aber auch in anderen Teilen des Erzgebirges brachte, gehen ab kommenden Dienstag die Temperaturen und Sonnenstunden steil nach oben und es können am nächsten Wochenende sogar nochmals die 30-Grad-Marke angekratzt werden. Und das Gute: Diese Schönwetterphase hält mindestens eine Woche an.

Man könnte meinen, der Stationsleiter der Wetterwarte Fichtelberg, Gerd Franze, beschert seiner Mitarbeiterin schönes Urlaubswetter, denn Hoch GERD übernimmt ab kommender Woche das Schönwetterzepter:-) (ch aus dem Urlaub)

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Tag der offenen Tür an der Wetterwarte in Wahnsdorf

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Vor 100 Jahren wurde auf Initiative des Direktors des Königlich Sächsischen meteorologischen Instituts die Wetterwarten auf dem Fichtelberg und in Wahnsdorf errichtet. Heute ist der Standort in die Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft eingegliedert, die aufgrund des 100-jährigen Jubiläums für alle Interessierten die Türen öffnet.

Tag der offenen Tür: 100 Jahre Standort Wahnsdorf
Von der Wetterwarte über das Meteorologische Observatorium bis zur
Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Datum: 03.09.2016, 13:00 bis 16:00 Uhr
Ort:  Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft, Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul

Flyer mit weiteren Infos und Programm

Historische Details aus 100 Jahren Klima- und Umweltbeobachtung in Radebeul-Wahnsdorf sind hier zu finden.

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Cirrocumulus

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Vielleicht sind dem einen oder anderen heute Mittag die kleinen gerippten Schäfchenwolken aufgefallen, die über den Himmel zogen. Im Sonnenbereich bildete sich zeitweise ein farbiger Kranz.

Derartige Wolkenstrukturen sind in unseren Breiten recht selten zu sehen. Sie bestehen aus stark unterkühlten Wassertröpfchen oder kleinsten Eiskristallen. Die Konsistenz der Wolken kann man anhand der Erscheinungen unterscheiden, die bei Vorhandensein um die Sonne auftreten. Bei farbigen Kranzerscheinungen wie heute sind überwiegend Wassertröpfchen im Spiel, an denen das Licht zu konzentrischen Ringen gebeugt wird.

Auch sonst bietet diese Wolkenart, die etwa in 6000 bis 1000m Höhe auftritt, ein faszinierendes Formenspiel, sie sind körnig, gerippelt, erscheinen als flockenförmige Wattebällchen oder kommen in linsen- oder mandelförmigen Bänken vor, die parallel zur Richtung des Höhenwindes liegen. Der stramme Wind verändert ständig die Form des Wolkenfeldes ständig und verfrachtet es rasch weiter. Nur kurze Zeit später war es wieder verschwunden.

Cirrocumulus deutet auf starke vertikale Bewegungsvorgänge in Bildungshöhe hin. Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt, das sich über dem Erzgebirge verschiedene Luftmassen treffen. Die Luftmassengrenze trennt feuchtwarme und labil geschichtete Luft über dem Süden Deutschlands von deutlich trockenerer und stabiler Luft nördlich davon. Ansonsten haben diese beiden Wetterbaustellen, der gewitterträchtige Süden und der nasse und recht kühle Nordosten nur wenig Einfluss auf uns, wir bekommen aus beiden Richtungen nur das Beste und erfreuen uns an wohltemperierten Sonnentagen mit nur geringer Schauerneigung. (ch)

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Frostige Augustnacht

morgendlicher Reif
Die letzte Nacht war im Erzgebirge verbreitet sehr frisch bis frostig. Spitzenreiter ist mit -1,3°C Marienberg Kühnhaide. Aber auch in Carlsfeld wurde mit 1,3°C die kälteste Temperatur seit Stationseröffnung im Jahre 1990 gemessen. Das Minimum von 1,8°C auf dem Fichtelberg belegte in der 100-jährigen Reihe der kältesten Augustnächte allerdings nur Platz 18.

Am Erdboden war der Frost verbreiteter und es gab in geschützten Tälern Reif. Neben Kühnhaide (-3,2°C) sank auch in Carlsfeld (-1,3°C), Bad Elster (-0,5°C) und Deutschneudorf (-0,3°C) die Temperatur in 5cm Höhe über dem Erdboden in den Frostbereich.

Blickt man ein Jahr zurück, gab es in der Nacht zum 11. August 2015 verbreitet Tropennächte mit Temperaturen, die kaum unter 20°C sanken…

Doch nun ist das Kältetal erst einmal überstanden. Nach einem wärmeren, aber verregneten Freitag steht und ein recht schönes Wochenende + Wochenanfang mit Temperaturen zwischen 20 und 25°C bevor. Danach setzt sich das gewohnte wechselhafte Wetter fort. (ch)

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Vortrag: „Geschichte und Geschichten einer Hundertjährigen“

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Im Rahmen der Ausstellung „100 Jahre Wetterwarte Fichtelberg“  erzählt Gerd Franze, der seit über 30 Jahren Leiter der Wetterwarte Fichtelberg ist, Begebenheiten aus 100 Jahren Wetterwarte.

Zeit: 11.08.16, 19.00 Uhr
Ort: Wiesenthaler K3, Karlsbader Straße 3 in Oberwiesenthal
Eintritt: 4,00 €
Ankündigung auf dem Plakat des Wiesenthaler K3

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Perseiden

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Vom 17. Juli – 24. August kreuzt die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Die Kometentrümmer treten in die Erdatmosphäre ein und erzeugen beim Verglühen wunderschöne Sternschnuppen. Das Maximum wird am 12.08. zwischen 10 und 24 Uhr Sommerzeit erreicht. Sollte das Wetter mitspielen, gibt es nach Monduntergang die perfekten Lichtbedingungen, um auch schwächere Sternschnuppen sehen zu können. Doch auch in den Nächten davor und danach werden Hunderte der meist millimeterkleinen Gesteinsbrocken mit 60 Kilometern pro Sekunde, das sind 216.000 Kilometer pro Stunde, in die Erdatmosphäre eintreten und in 80 bis 100 Kilometer Höhe durch die Reibungshitze verglühen.

Der Radiant, also der Punkt, aus dem die Sternschnuppen kommen, ist das Sternbild Perseus (siehe Karte). Es ist in Mitteleuropa zirkumpolar, das heißt es geht die gesamte Nacht über nicht unter. Somit sind die Perseiden auch schon zu Beginn der Nacht zu sehen. Allerdings können am Abendhimmel nur wenige Meteore beobachtet werden, denn der Beobachter befindet sich zu dieser Zeit auf der dem Partikelstrom abgewandten Seite der Erde und der Radiant liegt noch sehr flach über dem Horizont. Ab etwa Mitternacht steht er genügend hoch über dem Osthimmel. Die hellsten Meteore sind aber in Gegenrichtung zu beobachten, da dort die zu sehen sind, die in flachem Winkel in die obereren dünnen Atmosphärenschichten eintreten und dadurch sehr langsam verglühen.

Nach Modellrechnungen könnte bereits am Abend des 11.08. eine erhöhte Aktivität des Perseiden-Meteorstroms eintreten. Durch die Schwerkraft des Planeten Jupiter kommt der Komet 109P/Swift-Tuttle, von dem die Perseiden-Sternschnuppen ausgehen, der Umlaufbahn der Erde in diesem Jahr näher als üblich. (ch, wh)

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UFO am Fichtelberg

Heute morgen ist auf dem Fichtelberg ein UFO gelandet. Die Außerirdischen in Gestalt, die an Feuerdrachen erinnert, stiegen aus und setzten den gesamten Himmel in Brand.

So oder so ähnlich könnten derartige Bilder die Phantasie beflügeln. Und tatsächlich gehen viele UFO-Meldungen auf derartige Wolken zurück.

Dabei handelt es sich um Föhnwolken. Der wissenschaftliche Name ist Altocumulus lenticularis (lat. „linsenförmig“). In den Alpen kommen solche Wolken sehr häufig vor, aber auch das West-Ost ausgerichtete Erzgebirge erzeigt bei südlichen Luftströmungen nicht selten Föhn. Die Wolken entstehen, wenn die Luft über den Bergen angehoben wird. Beim Überströmen der Berge kann es dabei zu kräftigen Luftturbulenzen kommen. Man kann es sich vielleicht besser vorstellen, wenn man gegen ein Blatt Papier bläst. Das Rauschen und Zischen, das man beim Blasen hört, ist die kleine Ausgabe der Turbulenzen am Bergkamm. Innerhalb solcher Schwingungen kann die Luft wieder hochgehoben und dabei erneut abgekühlt werden, so dass der in ihr noch enthaltene Restwasserdampf auskondensiert. Dabei entstehen die langen, schlanken, fischartigen Föhnwolken. Der zerzauste und ausgefranste Rand erklärt sich aus ihrer Entstehungsweise. Bei Föhn sind sie auch bei starkem Wind ortsfest, d.h. die Luft strömt durch die Wolke hindurch, wie man zum Beispiel in diesem Video sehr gut sehen kann. (ch)

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Es herbstelt

Cover

Weidenröschen am Abend (ch)

Auch wenn die Temperaturen gerade mal wieder sommerlich sind, mutet die Landschaft bereits sehr herbstlich an. Die länger werdenden und kühleren Nächte bescheren in Tallagen erste morgendliche Nebelfelder und nachts bildet sich immer öfter Tau. In der letzten Nacht sanken die Temperaturen wieder in den einstelligen Bereich (Minimum: Marienberg-Kühnheide: 2,8°C). Die Pflanzen auf dem Fichtelberg sind in diesem Jahr sehr weit, die Weidenröschen sind schon fast am Verblühen und selbst die Disteln blühen bereits. Danach kommt nicht mehr viel, so dass bereits zum Monatsende die Blütenpracht größtenteils dem Ende zugehen könnte. Hobbymeteorologe Wolfgang Weigert aus Adorf beobachtete, dass bereits seit 30.07. 2016 der Mauersegler ausgereist ist. Ein Sprichwort besagt: Geht der Mauersegler, dann geht auch der Sommer.

In den nächsten Tagen wird das Herbstfeeling auch noch vom Wetter untermalt. Polare Kaltluft lässt ab Dienstag die Temperaturen deutlich sinken, am Mittwoch werden nur noch 15°C in den Tälern und 10°C auf dem Fichtelberg erwartet. Auf den Alpengipfeln hat es bereits in den letzten Tagen mehrfach geschneit, die Schneefallgrenze soll bis Wochenmitte sogar bis auf 1800m sinken.

Schnee werden wir im Erzgebirge sicherlich noch nicht bekommen und die Temperaturen steigen auch zum Wochenende wieder bis auf über 20°C an. Dennoch sind sich sowohl Natur als auch die Langzeitmodelle einig, dass der Sommer in diesem Jahr wohl früher Feierabend macht (ch, mb).

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Fichtelbergwetter Juli 2016

Juli 2016

Der Juli 2016 gestaltete sich sehr wechselhaft, denn Mitteleuropa befand sich abwechselnd unter dem Einfluss von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Nach nur wenigen Tagen mit ungestörtem Sonnenschein folgten meist längere Perioden mit kräftigen Schauern und Gewittern. Nach mehreren sehr warmen Sommern gestaltet sich der 2016er typisch mitteleuropäisch durchwachsen und ist keineswegs außergewöhnlich.

Auch wenn es gefühlt sicher anders war, mit einer Monatsmitteltemperatur von 13.2 °C lag der Juli um 2°C über der langjährigen Mitteltemperatur von 11.2 °C. Schuld waren vor allem die zahlreichen bewölkten Nächte, die ein Auskühlen verhinderten und die Temperaturen recht hoch hielten. Zudem – obwohl es kein stabiles Hochdruckwetter gab, so waren immer wieder ein paar warme Tage dabei. Besonders Hoch BURKHARD sorgte um die Monatsmitte für kurzen Hochsommer mit Temperaturen bis zu 30,8°C in Aue. Auf dem Fichtelberg wurde am 11. mit 24,0°C nicht einmal ein Sommertag erreicht und dank straffem Südwestwind (Böen bis Windstärke 8) blieb es auf Sachsens höchstem Gipfel gefühlt recht frisch. Eine weitere Sommerperiode gab es zum Monatsende, als schwache Luftdruckgegensätze zu fast tropischen Verhältnissen mit teils extremer Schwüle und heftigen Gewittern führte [Artikel].

Aber der Juli konnte auch anders. So gab es am Morgen des 4. Juli in Marienberg-Kühnhaide Frost ! In 2m Höhe wurden -0,5°C, am Erdboden sogar -2,0°C gemessen. Dazu gab es Reif, was für Juli äußerst ungewöhnlich ist. Der Fichtelberg kam mit 4,1°C dagegen verhältnismäßig warm weg. Denn kalte Luft ist schwerer als warme und sackt in wind- und wolkenarmen Nächten in die Täler herab. Aber wie schon erwähnt waren wolkenlose und derart kalte Nächte die Ausnahme. Am 14. Juli gab es einen weiteren Kälteeinbruch in den Alpen, wo es bis auf 1800m herab schneite.

Der Niederschlag entsprach im erzgebirgischen Mittel dem langjährigen Durchschnitt. Allerdings gab es regional große Unterschiede. Während es in Marienberg mit 68,2 l/m² zu trocken war, fielen im Westerzgebirge verbreitet über 100 l/m² mit einem Maximum von 121,9 l/m² auf dem Fichtelberg, was 109 % des Normalwertes entspricht. Von Extremniederschlägen wie in Südbayern (über 300 l/m² im Berchtesgadener Land) blieb das Erzgebirge zum Glück verschont.

Die Sonne schien auf dem Fichtelberg insgesamt 187.4 Stunden und blieb mit 98% nur wenig unter dem Mittelwert von 191.8 Stunden.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 06. mit 81.4 km/h gemessen. Ursache war Sturmtief RENATE, welches vor allem über Nord- und Ostseeküste wütete und das Erzgebirge nur noch streifte. Insgesamt wurden an 24 Tagen Windspitzen bis Windstärke 6 und an 10 Tagen Windstärke 8 registriert, was für einen Sommermonat recht viel ist.

Für das Auge hatte das wechselhafte Wetter des Monats sehr viel zu bieten, von herrlichen Morgenrot und Abendrot über Nebensonnen und Regenbögen bis hin zu atemberaubenden Wolkenformationen war alles dabei. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Juli 2016, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Hundswetter an den Hundstagen

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Kalte Temperaturen nach wolkenarmer Nacht (Foto: mb)

Am 23. Juli haben die Hundstage begonnen, die in Europa die heißesten Tage im Sommer symbolisieren. Nur, ist es derzeit eher herbstlich und die Nächte werden schon ziemlich kalt. Im Kältepol des Erzgebirges, in Marienberg-Kühnhaide, fiel das Thermometer in der letzten Nacht auf 1,3°C, am Erdboden sogar auf -0,3°C. Aber auch im restlichen Erzgebirge lagen die Nachttemperaturen meist im einstelligen Bereich. Von ein paar sommerlichen Ausrutschern nach oben abgesehen (wie z.B. für Donnerstag vorhergesagt) bleibt es bis zum Wochenende nass und kühl. Aber dann bekommen die Hundstage aber eine neue Chance…

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