Gewitter am 3. Juni 2020 im Fichtelberggebiet

Doppelter und gespaltener Regenbogen über dem Fichtelberg. Foto: Gerd Franze

Erstmals in diesem Jahr konnte man im Fichtelberggebiet wieder ein richtiges Gewitter erleben. Fast alles was möglich ist, wurde ausgepackt. Nur, oder besser, zum Glück zog das Gewitter ohne großen Sturm an uns vorüber. Langsam von Südwest kommend stand eine dunkle Wolkenwand am Himmel und in der Ferne wurde die gute Fernsicht durch herannahende Schauer unterbrochen. Nach wenigen Minuten erreichten uns mehrere Gewitterzellen. Eine streifte den Fichtelberg und brachte im Ergebnis 6 l/m².

Oberwiesenthal und Böhmisch-Wiesenthal hatte da deutlich mehr abbekommen, nämlich ca. 20 l/m² in nur einer halben Stunde. Und ob das nicht schon genug gewesen wäre, kam das Meiste in Form von Hagel. Stellenweise bildete sich sogar eine Hageldecke aus.

Am Fichtelberg dagegen konnte man die Hagelkörner zählen. Nach langsamen Abzug des Unwetters kam die Sonne wieder zum Vorschein und leuchtete in die Gewitterwolken hinein. Deutlich waren hier die weißen Fallstreifen (Hagel) zu sehen. Regen hingegen wird durch die dunklen Fallstreifen sichtbar. Ja und wenn die Sonne dort hineinscheint, entsteht ein Regenbogen und bei optimalen Bedingungen, so wie an diesem Tag auch ein doppelter. Sehr selten zu beobachten aber an diesem Tag eindeutig, spaltete sich der Hauptbogen nach links auf (→ Gespaltener Regenbogen).

Und zum Abschluss dieses Gewitterereignisses zeichneten sich deutlich Mamatuswolken ab. Resümierend war es für Wetterfotografen ein hervorragender Tag, aber für Gärtner und Blumenfreunde sicherlich eine Katastrophe. (gf)

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Sommerhalo

Zirkumhorizontalbogen rechts vom Fichtelberg, aufgenommen vom Oberbecken des Pumpspeicherwerkes Markersbach (wh, ch)

Regelmäßige Blogleser wissen sicher schon, dass es ca. 50 Haloarten gibt, die durch Lichtbrechung oder -spiegelung an den Eiskristallen hoher Cirruswolken oder im Winter in bodennahen Eisnebel entstehen. Es gibt allerdings eine Haloart, die man nur im Sommer beobachten kann: den Zirkumhorizontalbogen.

Damit er als farbiges Band etwa 50° unterhalb der Sonne sichtbar werden kann (→ siehe Artikel zur Winkelschätzung), muss die Sonne mindestens 58° über den Horizont steigen. Im Erzgebirge ist das in den Mittagsstunden zwischen Mitte Mai und Ende Juli der Fall. Allerdings steigt die Sonne selbst zum astronomischen Sommeranfang nicht höher als 63°, bei 68° Sonnenhöhe erreicht der Zirkumhorizontalbogen aber erst seine maximale Helligkeit. Deshalb ist er in unseren Breiten leider nie in seiner vollen Pracht und Farbigkeit zu sehen. Wer allerdings Urlaub in den Alpen oder noch südlicher macht, kann ihn bei optimalen Voraussetzungen in voller Brillanz bewundern.

In Ländern nördlich des 55. Breitengrades (z.B. Schottland, Dänemark oder Moskau) kann der Zirkumhorizontalbogen übrigens gar nicht gesehen werden, da die Sonne nicht mehr hoch genug steigt. Damit ist dies eine der wenigen Haloerscheinungen, die nicht überall auf der Erde beobachtbar ist. (ch)

Weitere Infos und Bilder zum Zirkumhorizontalbogen auf Meteoros.de

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Endlich wieder Wetter!

Regenbogen neben der Wetterwarte auf dem Fichtelberg . Foto: Kevin Förster

Für jemanden, der einen Wetterblog mit interessantem Leben füllen will, waren die letzten Wochen ziemlich trostlos. Es gab einfach nichts von der Wetterfront zu berichten, was den Leser (und natürlich mich!) vom Hocker reißen würde. Das schaffte gestern Nachmittag ein kleines (unverhofftes) Gewitter, was von Nord-Nord-Ost (!) kommend über Dresden hinweg über das östliche Erzgebirge zog. Am Abend erreichte der westlichste Ausläufer den Fichtelberg und brachte dort einen kurzen Regenschauer mit anschließendem Regenbogen. Kevin Förster (kf) besuchte den Gipfel auf seiner Chasing-Tour und konnte diesen neben der Wetterwarte festhalten 🙂

Aber auch in den restlichen Gebieten des Erzgebirges gab es was zum Fotografieren, denn das Gewitter präsentierte sich auch aus der Ferne als sehr fotogen und hatte teilweise sogar Mammatusansätze. Nachfolgend die besten Bilder verschiedener Fotografen, die uns zu diesem willkommenen Augenschmaus erreichten. Vielen Dank dafür! (ch)

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Frostige Nächte und angenehm warme Tage

Strahlend blauer Himmel auf dem Fichtelberg

Bevor zum Wochenende die Schafskälte zu uns kommt, dirigierte Hoch STEFFEN nochmals eine herrlich sonnige Frühlingssymphonie mit strahlend blauem Himmel und trockener Luft, die allerdings vor allem in den Tälern des Erzgebirges zu starker nächtlicher Abkühlung führte. So gab es in den beiden kalten Hochtälern 5 Nächte mit Frost in Folge, bei denen die Temperatur bis auf -2,9°C (und -6,6°C am Erdboden) in Kühnhaide und -4°C in Jelení (Hirschenstand) absank.

Von der Dauersonne müssen wir uns nun erst einmal verabschieden. Gerade eben breitet sich ein Gewitter im Osterzgebirge aus, morgen und am Donnerstag werden weitere folgen. Ab Freitag gehen dann die Temperaturen deutlich nach unten, so dass uns ein wechselhaftes und deutlich kühleres Wochenende bevorsteht. Der Schafskälte folgt ein sommerlicher Wettertrend, wie warm es bei uns wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

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GUDRUN beendet trockenes Wetter

Regenschauer mit Regenbogenfragment auf dem Fichtelberg (ch)

Seit 11. Mai hatte es erneut keinen nennenswerten Niederschlag gegeben und die Trockenheit machte der Vegetation stark zu schaffen. In den Wäldern findet man immer mehr Bäume, die regelrecht vertrocknen. Aber auch die sonst herrlichen Orchideenwiesen des Erzgebirges sind in diesem Jahr sehr mager bestückt, denn die benötigten feuchten bis moorigen Wiesen sind kaum noch zu finden.

Insofern mausert sich Regen, der früher noch als schlechtes Wetter bezeichnet wurde, immer mehr zum willkommenen Segen. Und den gab es – endlich – seit Freitag Abend wieder, als das skandinavische Tief GUDRUN die beiden trockenen Herren STEFFEN über der Bretagne und ROLF in Nordosteuropa zur Seite drängte und Schauer und Gewitter zu uns schickte. Bis zu 30 Liter (Maximum auf einer Linie zwischen Eibenstock und Klingenthal → Karte) ergossen sich bis heute morgen über die ausgetrocknete Landschaft.

Damit sind im Großraum seit Monatsbeginn bis zu 67mm Niederschlag (Klingenthal-Kamerun) gefallen und das Erzgebirge kommt zusammen mit Franken und Oberbayern vergleichsweise gut weg, wie die nachfolgende Karte zeigt.

Niederschlag in Deutschland seit Monatsbeginn. Quelle: mtwetter.de

Über das Pfingstwetter sind sich die Vorhersagemodelle noch nicht so ganz einig. Am wahrscheinlichsten ist Hochdruckdominanz mit nördlicher Anströmung der Luftmassen, was ein kühleres Wechselspiel aus Sonne und Wolken mit nur geringer Schauerneigung bedeuten würde. Das wäre auf jeden Fall das richtige Wetter für die Hobbyfotografen, denn Wolken bringen Farbe an den Himmel 🙂 (ch)

 

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Abschied vom Winter

Tschüß Winter … bis hoffentlich bald (ch)

Mit dem Eisheiligen Pankratius verabschiedet sich wohl nun der letzte Schnee „dieses Winters“. Zumindest im Flachland ist eine Schneedecke nach den Eisheiligen unwahrscheinlich. Auf dem Fichtelberg kann es rein statistisch weiterhin Wintereinbrüche geben, die späteste Schneedecke wurde hier am 17.06.1928 registriert. Schneefall ist sogar in jedem Monat möglich.

An den automatischen Stationen des Deutschen Wetterdienstes wird Maischnee nicht mehr registriert, die entsprechenden Messgeräte wurden am 1.05. abgeschaltet (???). Zum Glück gibt es noch immer enthusiastische Beobachter, die heute Morgen folgende Schneehöhen gemessen haben (Quelle: wetternetz-sachsen.de und private Mitteilung)

Größte Schneehöhen heute Morgen:
Fichtelberg: 10cm
Carlsfeld: 10cm
Marienberg Kühnhaide: 8cm
Hammerunterwiesenthal: 5cm
Zinnwald-Georgenfeld: 4cm
Annaberg-Buchholz: 2cm

Nachfolgend zum Winterabschied die schönsten Schneefotos von heute Morgen von verschiedenen Fotografen, bei denen ich mich herzlich bedanken möchte 🙂

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Eisheiliger Mamertus bringt Schnee

Der Fichtelberg im morgendlichen Winterkleid. Foto: fichtelberg.panocloud.webcam

In diesem Jahr haben die Eisheiligen pünktlich und sehr markant zugeschlagen und zwischen einem Hoch nördlich von Schottland und Tiefdruckgebieten über Skandinavien und dem westlichen Mittelmeer Polarluft nach Mitteleuropa gebracht. Von Muttertag bis heute Morgen sanken die Temperaturen verbreitet um mehr als 20°C. Zudem hat es in der letzten Nacht bis auf etwa 500 Meter herunter geschneit und ab etwa 700 Meter Höhe hat sich eine Schneedecke ausgebildet. Der Fichtelberg strahlte heute Morgen komplett im Winterkleid. Dazu gab es verbreitet Frost. Spitzenreiter waren natürlich Kühnhaide mit -7,1°C (und -13,2°C am Erdboden!), gefolgt vom Fichtelberg mit -6,0°C (und -7,5°C am wahrscheinlich eingeschneiten Erdbodenthermometer) sowie Carlsfeld mit -4,9°C (Erdboden: -10,0°C). Aber auch das warme Aue schlug nochmals mit -0,7°C (-2,8°C) zu Buche.

Temperaturkurve der letzten 48 Stunden vom Fichtelberg. Quelle: sklima.de

Um die Eisheiligen ranken sich einige der bekanntesten Bauernregeln wie „Mamertius, Pankratius, Servatius bringen oft Kälte und Verdruss“ oder „Die kalte Sophie macht alles hie“. Bis zu den Eisheiligen kann es Frost geben, lautet die Botschaft: Deshalb sollte davor nichts gepflanzt werden, was erfrieren kann.

Klimastatistisch gesehen sorgen tatsächlich in sieben von zehn Fällen (also etwa um 70%) um die Monatsmitte Kälteeinbrüche aus nördlichen Richtungen für letzte Nachtfröste, die nicht selten letzte Frostschäden an Pflanzen bringen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Singularitäten, also regelmäßig auftretenden charakteristischen Witterungstypen.

Ursprünglich handelte es sich bei den Eisheiligen übrigens um Gedenktage, die an Bischöfe und Märtyrer des 4. und 5. Jahrhunderts erinnern: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophie (15. Mai).

Nachfolgend einige Fotos von der leider für uns derzeit unzugänglichen Böhmischen Seite des Erzgebirges aus Šindelová and Rolava von Libor Čihák Junior. Vielen Dank dafür!

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Bilderbuchfrühling

Rapsfeld mit Blick zum Fichtelberg (ch)

Nach dem ersten Kälteeinbruch im Monat Mai stiegen die Temperaturen in den letzten drei Tagen wieder auf über 20°C. Das offizielle Maximum wurde gestern mit 23,3°C in Aue gemessen. Die private Station in Schwarzenberg registrierte allerdings unter Föhneinfluss sogar mit 25,3°C einen Sommertag.

Jarda Fous konnte nachfolgende Bilder von Föhnwolken rund um den Fichtelberg aufnehmen. Vielen Dank dafür!

Die Vegetation machte einen großen Sprung. Die Rapsfelder erstrahlten in leuchtendem Gelb. Zudem setzte die Fichtenblüte ein und lagerten überall ihre Pollen ab. Zu hellen Pollenkoronen kam es diesmal aber nicht, wahrscheinlich waren zu viele unterschiedliche Pollen unterwegs, die zwar eine deutliche Aufhellung um die Sonne erzeugten, aber keine farbigen Beugungsringe.

Nun warten wir auf die Eisheiligen. Die Kaltfront wird uns im Laufe des Montags überqueren und bringt endlich wieder Niederschläge, die in der Nacht zu Dienstag bis in die Täler in Schnee übergehen können 🙂

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Vorgeschmack auf die Eisheiligen

Morgendlicher Reif in Rolava (Sauersack) und Jeleni (Hirschenstand). Fotos: Jarda Fous

Die kalte letzte Nacht war schon einmal ein Vorgeschmack auf die Eisheiligen, die uns kommende Woche heimsuchen werden. Die Temperaturen sanken verbreitet in den Frostbereich. Spitzenreiter waren wie immer unsere beiden Hochtäler Kühnhaide mit -5,7°C und Jelení (Hirschenstand) mit -7°C.

Damit wird ein recht feuchter kalter Witterungsabschnitt erst einmal unterbrochen, denn Hoch PAUL bringt nun vorübergehend frühlingshaftes Sommerwetter mit Temperaturen knapp über 20°C in den Tälern und 15°C auf dem Fichtelberg.

Das Nass der letzten Tage hat der Vegetation aber sehr gut getan. Im Erzgebirge fielen in den letzten 7 Tagen bis zu 22 Liter pro Quadratmeter (Tannenberg: 22,1l/m²) Regen, Graupel oder auf dem Kamm sogar Schnee. Und es gab endlich wieder schöne Wolkenformationen und vor allem Regenbögen zu fotografieren. Die nachfolgenden atemberaubenden Fotos machte Jarda Fous am 3. Mai auf der böhmischen Seite, wohin wir ganz herzliche Grüße senden 🙂

Im Laufe des Sonntags dreht der Wind allerdings wieder auf nördliche Richtungen und frischt stark böig auf. Er führt mit Schauern (und Gewittern?) kältere Luftmassen arktischen Ursprungs zu uns, die vor allem am Montag und Dienstag nochmals kurzzeitig für Schneefälle bis in die Täler sorgen können. Wer baut also den schönsten Eisheiligen-Schneemann???

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Das Wetter im Osterzgebirge im April 2020

Zinnwald

Was für ein April! Sonne, Dürre, Wärme – und doch begann der Monat mit deutlichem Frost aber sonnig. Wintersport wurde jedoch auch auf dem Kamm bald unmöglich. Nur am­ 03./04. trübte es sich ein. Der Wind erreichte im Gebirge stürmischen Charakter.
Danach begann schon der Frühsommer. Eine Südlage lies die Temperaturen auf > 20 °C steigen und mit 16 °C erreichte Zinnwald neue Tageshöchstrekorde. Die Luft war zudem sehr trocken mit Werten um 18 % in den Mittagsstunden – selbst im Erzgebirge 21 %. Bis zum ersten Regen mussten wir bis zum 12./13. warten. In Bannewitz war der 13. auch der einzige Regentag.
Einzig am 14. lag die Temperatur nochmal merklich unter dem Klimamittel. An diesem Tag konnte Zinnwald 1 cm Schneehöhe vorweisen.
Anschließend wurden bis zum 23. aufgrund von „Hoch Odilo“ viele Sonnenstunden gemessen. Die Sichtweite stieg erneut auf große Entfernungen. Der böhmische Wind strömte intensiver und kündigte den Wetterwechsel an. Der Flieder blühte deutlich zu früh.
Tief Xenia“ läutete das Aprilwetter ein, dass sich bis in den Mai hinein erstreckte. Niederschlag fiel jedoch in zu geringen Mengen.
Auf der Vorderseite des nächsten Tiefs erreichte uns nochmals afrikanische Luft. Dabei maßen alle Flachlandstationen einen Sommertag und Zinnwald 18 °C.

Anders als zum Monatsbeginn erwartet stieg die Monatsmitteltemperatur auf 7,1 °C (Zinnwald) bis 11,3 °C (Köttewitz) und damit war der Monat etwa 2 K/°C zu warm gegenüber dem langjährigen Mittel. Einzig in Zinnwald wich die Temperatur um 4 °C von der Norm ab (Inversionswetterlagen!). Dort sank die Temperatur nur magere 6 x auf unter 0 °C. Die meisten Frosttage zeichnete Dohna (7) und die wenigsten Köttewitz (4) auf. Die Tieflandstationen erreichten 1 Sommertag – ein gewöhnlicher Wert. Viel spektakulärer sind die nächsten 2 Parameter: Niederschlag und Sonnenschein. An nur 1 Tag in Bannewitz bis 5 Tagen in Zinnwald war Niederschlag messbar. Die Niederschlagssummen von 2 – 10 Liter pro Quadratmeter bedeutet ein Defizit von 85 – 95 %. In Dresden war bis jetzt nur der 2007-er April trockener. Um 270 h (200 %) lang schien die Sonne – ein sommerlicher Wert. Noch nie war ein April sonniger. Dementsprechend gering fiel der Bedeckungsgrad aus. Nur 39 % des Himmels waren durchschnittlich bedeckt. Zu erklären ist die Aprilwitterung durch oft dominante Hochdruckgebiete über Nord- und Mitteleuropa. Der mittlere Luftdruck von 1018,4 hPa (+ 3,6 hPa) bestätigt das. Außerdem wich die Luftfeuchte stark nach unten ab. Selbst auf dem Erzgebirgskamm wurde die max. Luftsättigung nur zu 57 % erreicht, im Tiefland sind 70 % der Durchschnitt. Die Sicht war so gut, dass nirgends Nebel, dafür an über 15 Tagen Fernsicht beobachtet wurde. Der Wind wehte nur im Obererzgebirge intensiver als üblich. An 17 Tagen erreichte er Windstärke 6. An den tieferen Stationen nicht einmal 5x. Die stärkste Böe erreichte am 05. 70 km/h (Bft 8). Kein Standort beobachtete Gewitter. Die potentielle Verdunstung stieg auf knapp 100 mm. Der Boden trocknete bis zum Ende des Monats auf 25 cm extrem aus. Zudem konnte der Winterniederschlag im tieferen Boden nicht zu einer Entspannung der seit 2018 dauernden Dürre führen.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

 

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