Das Klima des Fichtelberggebietes

Klimatologisch gehört das Fichtelberggebiet zu den Landstrichen, die für die Landwirtschaft sehr ungünstig sind, so dass der Wald heute noch vorherrscht und seinerseits das örtliche Klima mitbestimmt. Deshalb ist das Klima des oberen Erzgebirges als typisch für Mittelgebirgslandschaften der gemäßigten Breiten der Nordhemisphäre einzuordnen.

Das Fichtelberggebiet ist gekennzeichnet durch lange schneereiche Winter und kurze Sommer. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen hier zwischen 2,8 und 4,0°C. Der kälteste Monat ist der Januar mit Durchschnittstemperaturen um -5°C, der wärmste Monat Juli mit nur knapp 12°C. In den Wintermonaten können in den Hochtälern im Fichtelberggebiet die Temperaturen unter -35°C fallen. Selbst im Sommer können hier die Temperaturen in klaren Nächten unter 0°C absinken. Die Höchsttemperaturen in den Wintermonaten steigen vor allem in vom Föhn begünstigten Lagen deutlich über +10°C an. Im Juli und August können selbst in dieser Höhenlage die Temperaturen über +30°C steigen.

Maßgeblich mitbestimmend zur Charakterisierung einer Region ist der Niederschlag in seinen verschiedenen Formen. Im Fichtelberggebiet fallen nahezu 50% der jährlichen Niederschläge an rund 100 Tagen im Jahr als Schnee. Aber auch Graupel oder Hagel gehören zum typischen Erscheinungsbild in der jeweiligen Jahreszeit. Mit deutlich über 1000 mm Niederschlag im Jahr sind diese gegenüber des Tieflandes zwar reichlich, aber im Erzgebirge nicht das Meiste. Im Gebiet um den Auersberg fällt rund 150 mm mehr Niederschlag im Jahr.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle im Wasserhaushaltdieser Region spielt der durch den Waldbestand „ausgekämmte“ Niederschlag vom Nebel. An 250 bis 300 Tagen im Jahr steckt diese Kammregion in den Wolken, mit der Wirkung, dass die Sonne dadurch 20% im Jahr weniger scheint als im Tiefland. Aber einen nicht unbedeutenden ausgleichenden Anteil bieten die Herbst- und Wintermonate, wenn das Kammgebiet mit seinen Gipfeln deutlich über die Wolkendecke hinausragt. In dieser trockenen Luft sind dann Fernsichten bis 230 km möglich.

An 180 Tagen im Jahr liegt gewöhnlich Schnee hier oben. Selbst in den Monaten Juli und August hat es hier schon geschneit. Oft kann sich schon im September eine Schneedecke ausbilden und die letzten Schneereste verschwinden manchmal erst im Juni. In schneereichen Wintern kann die Schneedecke über 3 Meter anwachsen und in Verbindung mit Sturm, Schneewehen mit einer Mächtigkeit von 6 Meter aufbauen. Im Schnitt erreicht die Schneedecke ihr Maximum (von durchschnittlich 95 cm) Mitte März.

Eindrucksvoll und nicht ganz ungefährlich sind auftretende Gewitter im Kammgebiet. An rund 28 Tagen im Jahr muss man mit Blitz und Donner rechnen. Oft sind Heftigkeit und Einschlaggefahr vor allem im Gipfelbereich weitaus größer, als in tiefer gelegenen Gebieten.

Die Höhenlage der Gipfel macht es möglich, besondere Wettererscheinungen zu beobachten. Zu nennen sind die an extreme Fernsichten und Inversionswetterlagen gebundene Luftspiegelung an mindestens 100 km entfernten Gebirgen. Außerdem eindrucksvoll sind bestimmte Dämmerungserscheinungen (Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, Alpenglühen, Grüner Strahl und farbige Erdschattenbögen). Optische Phänomene wie Regenbögen, Halos und Glorien komplettieren die Vielzahl der Möglichkeiten. (gf)

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