Wetterrückblick der Wetterwarte Hohenpeißenberg 2019

Juni

Nach dem etwas unterkühlten Mai mit spätwinterlichen Zügen war dieser Juni der bisher wärmste seit Beginn flächendeckender Messungen.

Aus klimatologischer Sicht bleibt – den Mai betreffend – noch nachzutragen, dass ein einzelner zu kalter Monat keinerlei Abstriche am Klimawandel bedeutet. Nach zuvor deutschlandweit 13 zu warmen Monaten (Ausnahme Süddeutschland Januar 2019) war mal ein zu kalter statistisch überfällig. Im Mittel des letzten Jahrzehnts gab es meistens noch wenigstens 2 Monate im Jahr, welche mit einer negativen Temperaturabweichung auffielen. Auch dieser Mai hatte seine Rekordwerte, nur traten diese – wetterlagenbedingt – beispielsweise am Polarkreis, in Portugal und Israel auf und nicht bei uns.

Anfang Juni vollzog sich also pünktlich der Start in den meteorologischen Sommer. Er begann bei uns mit Hochdruckeinfluss, dann mit feuchtwarmer Südwestströmung und einzelnen Gewittertagen – heiß war es in anderen Teilen des Landes. Der erste Sommertag auf dem Hohen Peißenberg war in diesem Jahr der 3. Juni (Maxima über 25 Grad Celsius). Am Pfingstmontag (10.6.) wurde unsere Region von einer sogenannten Superzelle bzw. „Mesozyklone“ heimgesucht. Davon spricht man, wenn sich ein Gewittercluster längere Zeit hält, eine kilometerlange Ausdehnung vorweisen kann und sich die Windparameter mit der Höhe ändern. Die „Zutaten“ für die Entstehung waren optimal, denn ein Tief über West- und Mitteleuropa saugte aus Südosten feuchtwarme Luft an und von Westen strömte gleichzeitig kühle Atlantikluft heran. Treffen Winde aus unterschiedlichen Richtungen zusammen, entstehen in sehr feuchter Luft sehr schnell kräftige Gewitter. Im kilometerlangen Aufwindbereich werden Wassertröpfchen in große Höhen gewirbelt und gefrieren zu Eis. Sie fallen als Eiskörner herunter, heften sich an andere Regentropfen an und vergrößern sich. Dieses Auf und Ab kann sich mehrfach wiederholen, dann wachsen die Hagelkörner bis sie von den Aufwinden nicht mehr getragen werden können und schließlich ganz nach unten fallen. Diese Superzelle nun zog vom Allgäu kommend über den Ammersee (Dießen) und den Münchner Westen nach Nordosten. Der Hohe Peißenberg wurde, wie so oft, nur gestreift. Der Gewitterzelle war,  als Indikator sehr hoher Windgeschwindigkeiten, eine Böenwalze vorgelagert. Es wurden Hagelkörner bis zu einer Größe von 8 cm beobachtet, welche nicht nur Autoscheiben, Dachfenster und Hausfassaden zertrümmerten, sondern auch in Gärten große Verwüstungen anrichteten. Unter der Zelle war es minutenlang fast nachtdunkel.

In der 2. Dekade blieb es überwiegend sommerlich mit leichteren Schauern und Gewittern. An 4 Tagen blieben die Tagesmaxima unter 20 Grad Celsius.

In der 3. Dekade stellte sich eine extreme Hitzewelle ein, welche ganz Mittel-, Süd- und Westeuropa erfasste. Das westatlantische Tief lag weit südlich, so dass sehr heiße Saharaluft den Kontinent erreichte. Diese war naturgemäß massiv staubdurchsetzt, weshalb die Sichtweiten vom 25. bis 27. zeitweise auch bis 20 km zurückgehen konnten. Am 28. drehte der Wind vorübergehend auf nördliche Richtungen. Am 30. kam die Saharaluft nochmals zurück. Der letzte Tag des Monats trieb die Temperaturen landesweit oftmals bis 39 Grad Celsius hoch. Deutschlandweit wurde ein neuer Juni-Temperaturrekord aufgestellt. In Bernburg (Sachsen-Anhalt) wurden 39,6 Grad Celsius gemessen!

Auf dem Hohen Peißenberg wurde die höchste Junitemperatur am 26. mit 31,0 Grad Celsius gemessen (zum Vergleich: Taggenau vor 100 Jahren lagen die Tagestemperaturen nur zwischen 6,2 und 1,4 Grad Celsius). Aber auch wir können 2 tropische Nächte vorweisen, da die Minima am 26. und 30.  20 Grad Celsius nicht unterschritten.

Insgesamt war der Vormonat mit einem Mittel von 18,3 Grad Celsius um 5,6 grd. zu warm und damit der zweitwärmste Juni seit Beginn unserer Temperaturaufzeichnungen. Nur der Juni 2003 war um noch 1 grd. wärmer. Wir konnten 11 Sommertage und 2 heiße Tage (über 30 Grad Celsius) verzeichnen. Am kältesten war es am 6. und 7. mit jeweils 8,2 Grad Celsius.

Im Gegensatz zum Mai war der Juni sehr trocken. Es fielen 49,1 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, d.h. nur 30 % der langjährig zu erwartenden Summe. Messbarer Niederschlag fiel an nur 11 Tagen.

Die Junisonne schien 313 Stunden. Das entsprach 157 % des langjährigen Mittels. Es war somit der sonnigste Juni seit Bestehen dieser Messreihe 1937 auf dem Hohen Peißenberg. Ebenso deutschlandweit schien die Sonne über 300 Stunden und ist damit der sonnigste Juni seit Messbeginn 1881.

Im Mai und Juni trat das Phänomen der „stationären Wetterlagen“ auf. Diese sind eindeutig klimawandelbedingt. Dabei verlagern sich die Druckgebilde (Hoch und Tief) kaum bzw. wenig oder bilden sich an ähnlicher Stelle immer wieder neu aus. Eine Hauptursache ist die Störung der westlichen Luftströmung, welche normalerweise in unseren Breiten von Islandtief und Azorenhoch erzeugt wird. Dieser Mechanismus geht aber durch die immer schnellere Erwärmung der Arktis (auch Erhöhung der Meeresflächentemperatur) verloren. Die Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd nehmen ab, weshalb der Luftmassenaustausch mehr meridional als zonal erfolgt. Die Folgen spürten wir bereits mit tagelangen Stauniederschlägen  im Januar bei Nordanströmung an die Alpen. So sind auch längeranhaltende Südströmungen mit Saharaheissluft denkbar, alles keine guten Aussichten für unser Klima.

Mindestens unseren freitags demonstrierenden Schülern ist das nicht egal, sie machen sich Sorgen um das Klima ihrer Zukunft.


Februar

Der Februar begann zunächst noch einmal sehr winterlich mit anhaltenden Schneefällen. So fielen an den ersten beiden Tagen des Monats 30 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, d.h. die Hälfte der langjährig in diesem Monat zu erwartenden Menge. Damit hatte sich auch die Schneehöhe am 4. bis auf 88 cm erhöht – dem Maximalwert des Monats. Es war die vierthöchste Schneehöhe eines Februarmonats seit dem Bestehen dieser Messreihe 1901. Nach einigen niederschlagsfreien Tagen unter Hochdruckeinfluss sorgten nun zum Dekadenende atlantische Tiefausläufer mit milder Subtropikluft nicht nur für Schnee, sondern am 9. und 10 auch für Regen. Die Temperatur stieg am 10. – erstmalig wieder seit Anfang Dezember – über die 10 Grad Celsius-Marke bis auf 12,3 Grad Celsius. Der Frühling hatte erste zarte Grüße gesandt. Stunden später jedoch beendete die Kaltfront eines Sturmtiefs aufkommende Frühlingsgefühle abrupt, jedoch nur für wenige Tage. Abends traten Sturmböen der Windstärke 12 gemäß der Beaufort-Skala auf, also in voller Orkanstärke. Die maximale Windspitze(zugleich die höchste des Monats) erreichte 31 m/s bzw. 112 km/h. Am 12. blieben die Temperaturen letztmalig in diesem Monat und Winter unter dem Nullpunkt(Eistag) und es schneite. Danach konnte sich der Frühling voll entfalten. Unter Hochdruckeinfluss erreichte uns nun Warmluft aus dem Nordwesten Afrikas, so dass die Temperaturen auf ungewöhnlich hohe Werte kletterten, zur Monatsmitte auf dem Hohen Peißenberg bis auf 14,7 Grad Celsius. Deutschlandweit wurden am 17. bereits mehrfach 20 Grad Celsius überschritten. Vom 13. bis 20. blieb es trocken und die Sonne konnte nun täglich schon verbreitet über 10 Stunden scheinen. An den wenigen schneefreien Stellen blühte auf dem Berg am 19. bereits der Huflattich. Die Luft war meistens sehr klar, so dass sich täglich ausgezeichnete Alpenblicke boten. Vom 16. bis 18. war es außergewöhnlich trocken, die Luftfeuchte blieb 50 Stunden durchgehend unterhalb 20 %! Rings um den Hohen Peißenberg waren die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht in der 2. Dekade sehr groß – die Spanne betrug etwa 20 Grad. Die Tagesamplitude auf den Bergen allgemein ist meist wesentlich geringer, weil die tagsüber erwärmte Fläche(Bergkuppe) kleiner ist und die in der Nacht abkühlende Luft abfließt, aber es hier auch durch oftmals stärkeren Wind gar nicht erst zur Abkühlung kommen kann. Auch sind während winterlicher Hochdruckperioden oft Temperaturinversionen dafür verantwortlich, dass die Temperatur mit der Höhe zunimmt(physikalisch bedingte Absinkinversion). So beträgt allgemein die durchschnittliche Tagesamplitude auf dem Hohen Peißenberg knapp 10 grd., auf dem noch viel steiler liegenden 3106 m hohen Sonnenblick in den Hohen Tauern nur 2 bis 3 grd.

Die 3. Dekade begann kurzfristig mit Tiefdruckeinfluss, jedoch stiegen die Tagesmaxima bei erneutem Hochdruckeinfluss kontinuierlich an, von 0,8 Grad Celsius am 23. bis auf 14,7 Grad Celsius am 28.und es blieb durchweg trocken. Das Februarende vor einem Jahr war ganz anders: Am 26. z.B. betrug das Tagesmaximum nur – 13,5 Grad Celsius, in diesem Jahr 11,3 Grad Celsius.

Insgesamt fiel der Februar mit einer Monatsmitteltemperatur von 3,6 Grad Celsius um 4,7 grd. zu warm aus. Es war der fünftwärmste Februar seit Bestehen unserer Messreihe 1781. Die Monatsmaxima betrugen am 17. und 28. jeweils 14,7 Grad Celsius. Am kältesten war es am 5. mit minus 6,1 Grad Celsius. An 3 Tagen wurde der Nullpunkt nicht überschritten(Eistage). Frost trat an 14 Tagen auf. Der Februar war etwas zu trocken. Es fielen 53 Liter pro Quadratmeter Niederschlag und damit 88 % der langjährig zu erwartenden Summe. Messbarer Niederschlag fiel an nur 10 Tagen. Deutschlandweit war der Februar aber viel trockener. In den meisten Landesteilen setzte sich die Entspannung beim Niederschlagsdefizit nicht fort(beispielsweise fielen in Thüringen und Sachsen-Anhalt weniger als 5 Liter pro Quadratmeter). So sind nicht überall die Folgen des vergangenen Dürresommers überwunden, die Wasserspeicher der Waldböden leer und der Borkenkäfer breitete sich auch weiter in den Wäldern aus. Eine Schneedecke auf dem Hohen Peißenberg lag während des gesamten Monats. Danach schmolz sie allmählich ab bis auf 23 cm am 28.

Die Februarsonne schien 173 Stunden, das entsprach 172 % des langjährigen Mittels. Es war der viertsonnigste Februar seit Bestehen dieser Messreihe 1937.

Winterrückblick

Der Winter 2018/19 war durchschnittlich um knapp 2 grd. zu warm. Die Temperaturspanne reichte von -10,2 Grad Celsius am 23. Januar bis 14,7 Grad Celsius am 17 und 28. Februar.

Der Dezember war überwiegend von atlantischen Luftmassen geprägt und fiel um 2 grd. zu warm aus. Zur Monatsmitte gab es die erste Dauerforstperiode des Winters von 5 Tagen. Ab dem 24. Dezember mittags bis zum Ende des meteorologischen Winters lag eine geschlossene Schneedecke – ein inzwischen selten gewordenes Ereignis.

Der Januar war um 1,4 grd. zu kalt und geprägt von extremen Stauniederschlägen an den Alpen, verursacht durch eine mehrtägig andauernde Nordwestströmung. Es entstand eine Unwettersituation, denn durch starken Wind hatte sich der Schnee meterhoch aufgetürmt, Straßen- und Schienenverkehr massiv behindert und ganze alpine Touristenregionen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Niederschlagssumme des Januar stellt einen nie dagewesenen Rekordwert dar(163 Liter pro Quadratmeter). Zudem war am 11. Januar unsere Schneedecke auf 105 cm angewachsen. So hoch lag der Schnee noch in keinem Januar seit dem Bestehen dieser Messreihe 1901.

Der Februar war reich an Sonnenschein mit zwei Frühlingshochs, dem Winter ging beizeiten die Puste aus, auch wenn die Schneedecke noch bis Monatsende hielt. Er war um 4,7 grd. zu warm(zum Vergleich: Februar 2018 war um 4 grd. zu kalt).

Insgesamt zählte der Winter 61 Frost- und 29 Eistage. Er war auf dem Hohen Peißenberg der niederschlagsreichste überhaupt mit insgesamt 320 Litern pro Quadratmeter. Der deutschlandweit niederschlagsreichste Ort war Ruhpolding mit 1003 Litern pro Quadratmeter, gefolgt von Balderschwang mit noch 848 Litern pro Quadratmeter. Den sonnenscheinarmen Monaten Dezember und Januar stand ein sonnenscheinreicher Februar gegenüber.

Erst kürzlich teilte die WMO mit, dass die letzten 4 Jahre weltweit seit Beginn der Klimaaufzeichnungen die wärmsten waren und 2016 speziell das bisher wärmste Jahr. Sehr wichtig ist die Aussage: „Der Temperaturanstieg ging Hand in Hand mit der Zunahme der Konzentration klimaschädlicher Gase in der Atmosphäre“ – als schlagkräftiges Argument für den menschengemachten Klimawandel und mehr als nur ein Ausrufezeichen für die politischen Entscheidungsträger!

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing. (FA)


Januar 2019

Der Januar zeigte sich deutschlandweit als „Bergwinter“, d.h. er fand im wesentlichen nördlich der Donau nur in den Mittelgebirgen statt. Bei uns im Alpenvorland und erst recht inneralpin sah es ganz anders aus. Bis zur Monatsmitte lag ein Hoch über dem Atlantik, während tiefer Luftdruck über Skandinavien, dem Baltikum und dem Europäischen Nordmeer zu finden war. Daraus resultierte eine andauernde Nordwest- bis Nordströmung, mit der mal erwärmte Nordseeluft, aber auch maritime Kaltluft aus der Arktis Deutschland erreichte. Im Flachland herrschte deutschlandweit nasskaltes Wetter mit Temperaturen über dem Nullpunkt, jedoch in Höhenlagen über 800 Metern regierte der Dauerfrost, so bis zum 12. auch auf dem Hohen Peißenberg. Durch die langandauernde nördliche Anströmung an die Alpen wurden die fast täglich durchziehenden Niederschlagsgebiete hier gestaut und der Schnee aus den Wolken gepresst. So schneite es im Anstau der Alpen und darin, aber auch bei uns im Vorland, ab dem 3. oft, vom 6. bis 14. anhaltend mit nur kurzen Unterbrechungen. So kamen Rekordsummen an Niederschlägen zusammen, z.B. in Reit im Winkl bis zur Monatsmitte 300 Liter pro Quadratmeter, in Ruhpolding sogar 437 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Teilen Ostdeutschlands wurde dieser Wert von Ruhpolding an einigen Stationen als Jahressumme im gesamten Jahr 2018 nicht erreicht! So kam es zu massiven Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr. Ganze alpine Touristenregionen schneiten ein. Besonders in Österreich wurden etliche Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Dazu wehte oft stürmischer Wind bis zur Windstärke 10 der Beaufort-Skala – auf dem Hohen Peißenberg war das am 8.der Fall – so dass der Schnee zusätzlich verweht wurde. Dächer mussten von den Schneemassen befreit werden. Es bestand tagelanger Katastrophenfall von Garmisch-Partenkirchen bis zum Berchtesgadener Land. Der DWD warnte auch vor den sogenannten „Leiterseilschwingungen“, da die reale Gefahr bestand, dass der viele Neuschnee(aber auch Nebelfrostablagerungen), der in kürzester Zeit fiel, die Stromleitungen belastet. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bilden sich Eislasten, welche in Kombination mit Wind zu Stromausfällen führen kann, da dann die Elastizität der Stromleitungen gefährdet ist. Präventation hierfür gibt es keine. Dem Klimawandel werden länger anhaltende gleiche Wetterlagen zugeschrieben,

wie z. B. die monatelangen Süd/Südwestwetterlagen im letzten Jahr. Doch welche realen Folgen würden wohl monatelang anhaltende Nordlagen im Winter im Stau der Alpen haben?

Zur Monatsmitte erreichten uns wärmere Luftmassen. Am 16. wurde das Monatsmaximum von 5,9 Grad Celsius gemessen, der Niederschlag fiel vorübergehend als Regen, womit der Wassergehalt der Schneedecke wuchs und damit auch das Gewicht der ohnehin schneebelasteten Dächer. Nach der Monatsmitte führten Ostwinde kalte Festlandsluft nach Deutschland, so dass sich kurzzeitig fast überall Dauerfrost einstellte. Nun herrschte mal ruhiges Winterwetter, am 16. und 19. verschönt durch jeweils 8 Stunden Sonnenschein. Ein Hoch über Osteuropa verhinderte nun den atlantischen Einfluss auf unser Wetter. Die gefürchtete und bereits in einschlägigen Wettermodellen tatsächlich schon mal herbeigerechnete nordsibirische Kaltluft schaffte es im Januar jedoch nicht bis zu uns. Es waren Temperaturen von -12 bis -25 Grad Celsius vorgesehen. Stattdessen stieg das Quecksilber durch mildere Atlantikluft ab dem 26. wieder leicht über den Nullpunkt.

Insgesamt fiel der Januar mit einer Monatsmitteltemperatur von -3,0 Grad Celsius um 1,4 grd. Zu kalt aus. Der letzte zu kalte Monat war der März 2018. Im Januar gab es auf dem Hohen Peißenberg 20 Eistage, also Tage, an denen der Nullpunkt nicht überschritten wurde. Frost trat an allen Tagen auf. Am kältesten war es am 23. mit -10,2 Grad Celsius. Bayern war im Januar kältestes Bundesland. Deutschlandweit wurde in Deutschneudorf(Erzgebirge) mit -18,6 Grad Celsius der Tiefstwert gemessen.

Auch die konventionell gemessene Monatssumme des Niederschlags von 163 Litern pro Quadratmeter(aut. 98 Liter pro Quadratmeter) stellt einen neuen Rekordwert dar, d.h. es fielen 268 % der langjährig zu erwartenden Menge. Noch in keinem Januar seit Bestehen unserer Messreihe 1781 wurde so viel Niederschlag gemessen. Allein in der 1. Dekade wurde der Monatsdurchschnittswert schon um das Doppelte übertroffen. Zweitniederschlagsreichster Januar war 1982 mit 136 Litern pro Quadratmeter. Bayern war zweitniederschlagsreichstes Bundesland.

Der Vormonat war der drittsonnenscheinärmste Januar seit 1937 – dem Bestehen dieser Messreihe. Die Sonne schien nur 56 Stunden und lag damit 39 % unter dem Durchschnittswert. Vom 1. bis 14. Januar schien sie nur 4 Stunden.

Am 2. und 14. traten Gewitter auf. Feuchte Luft und ein starker vertikaler Temperaturgradient bei aus Norden in etwa 5 km Höhe einfließender Höhenkaltluft machten das auch im Winter möglich.

Die höchste Windspitze betrug am 13. 29 m/s bzw. 104 km/h. Windstärke 6 im Mittel trat an 4 Tagen auf.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing. (FA)


Monatsrückblicke Hohenpeißenberg 2018
Monatsrückblicke Hohenpeißenberg 2017
Monatsrückblicke Hohenpeißenberg 2016

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