Wetterrückblick der Wetterwarte Hohenpeißenberg

Jahresrückblick 2016

Auch das vergangene Jahr fiel mit einer Mitteltemperatur von 8,2 Grad Celsius um 1,7 grd. zu warm aus. Landesweit war das Jahr um 1,4 grd. zu warm. Bayern war dabei das kälteste Bundesland. 11 Monate fielen auf dem Hohen Peißenberg zu warm aus, nur der Oktober war zu kalt. Der kälteste Tag war der 18. Januar mit -10,4 Grad Celsius. Am wärmsten war der 10. Juli mit 29,2 Grad Celsius.

Kürzlich veröffentlichte die WMO (Weltorganisation für Meteorologie) die Berechnungen der weltweiten Mitteltemperaturen der Erde. Demnach war 2015 das wärmste Jahr auf der Erde seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1880 und stellte fest: „Mit 2015 fallen 15 der 16 wärmsten Jahre in das 21. Jahrhundert. Es sind die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels, mit welchen wir es in den nächsten Jahrzehnten zu tun kriegen.“

Niederschlagsmäßig war das Jahr zu feucht. Es fielen 1409 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, d.h. 117 % der langjährig zu erwartenden Menge. Die letzten 5 Monate waren zu trocken, Mai bis Juli aber deutlich zu nass mit extremen Regenfällen und gebietsweise katastrophalen Überflutungen, mit deren Folgen die Simbacher (Simbach/Inn) noch heute zu tun haben.

Klimawandel bedeutet nicht nur steigende Temperaturen und veränderte Wetterlagen, sondern auch Extremwetter. In Bayern arbeitet die Staatsregierung seit dem Trockensommer 2015 einerseits an einem Wassermanagement zur Vorbeugung langer Trockenperioden, muss sich andererseits aber auch mit Hochwasserschutz befassen.

Die Sonnenscheindauer des Jahres lag leicht unter dem Durchschnitt. Die Sonne schien 1737 Stunden(95 %). Schnee lag mit Unterbrechungen bis Ende März und dann wieder im November an 8 Tagen. Am 1. März lag der Schnee mit 34 cm am höchsten. Eine Schneedecke lag an 90 Tagen.

16 Sommertagen (Maxima über 25 Grad Celsius) standen 105 Frosttage, davon 24 Eistage (Maxima unter 0 Grad Celsius) gegenüber.

2016 in Erinnerung bleiben uns ein viel zu milder Winter, der sehr wechselhafte Sommer mit Unwettern und Überschwemmungen, ein schöner Spätsommer im September und wieder mal die „grünen“ Weihnachten.

Gewitter beobachteten wir an 42 Tagen. Nebel trat an 208 Tagen auf.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing. (FA)


Dezember 2016

Im Dezember herrschte nahezu durchgehend Hochdruckwetter vor. Das stabile Hoch lag meistens über Mitteleuropa. Oftmals hatten wir es mit einer Inversionswetterlage zu tun – einer Umkehr des vertikalen Temperaturgradienten, d.h. auf dem Hohen Peißenberg war es wärmer als in der Ebene (Alpenvorland). Dort war es meist länger nebelig, während „unser“ Berg aus der Nebelschicht herausragte. Dazu hatten wir an 25 Tagen Fernsicht(Sichtweiten über 50km), oftmals mit Föhnunterstützung. Es herrschte sehr ruhiges und trockenes Wetter mit Frostwechseltagen, d.h. die Temperaturen lagen tagsüber meist weit über dem Gefrierpunkt und nachts trat leichter Frost auf. Vorübergehend sickerte auch mal von Osten moderat temperierte Kaltluft ein, aber auch von West/Nordwest tangierten uns Tiefausläufer mit milderer und feuchter Luft. So wurden Mitte Dezember bereits die Weichen für das Weihnachtswetter gestellt, denn zwischen Azorenhoch und tiefem Luftdruck im Norden lag die Frontalzone, die sich allmählich bis zu den Weihnachtsfeiertagen nach Norddeutschland verlagerte (dort immerhin Orkanböen und eine Sturmflut auslöste), Bayern jedoch nur sehr abgeschwächt streifte. Allerdings reichte es dann, mittlerweile traditionell, wieder einmal für milde und vor allem schneefreie Weihnachten. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Während der letzten 70 Jahre bis einschließlich 2011 lag am Heiligabend (24.12.) auf dem Hohen Peißenberg mit 78% Wahrscheinlichkeit eine Schneedecke mit im Durchschnitt 16 cm Höhe. Also in einer 10-Jahres-Periode waren 8 Heiligabende weiß . Seit 2012 blieb es schneefrei. Bis zum Jahresende blieb es sonnig und klar. Aus der Silvesternacht starteten wir am Neujahrstag wieder mit sehr großen Temperaturunterschieden. Am Neujahrsmorgen erwachte der Hohe Peißenberg mit +6 Grad Celsius, während in den Tallagen ringsherum -8 Grad Celsius herrschten.

Insgesamt fiel der Dezember mit einer Monatsmitteltemperatur von 2,6 Grad Celsius um 3,1 grd. zu warm aus. Am wärmsten war es am 10. mit einem Maximum von 12,5 Grad Celsius. Nur am 4. blieben die Temperaturen ganztägig im Frostbereich (Eistag). An insgesamt 18 Tagen trat Frost auf. Am kältesten war es am 20. mit -4,6 Grad Celsius. Das kälteste Bundesland im Dezember war Bayern.

Dem „Dauerhoch“, welches uns seit Ende November beherrscht, verdanken wir auch einen extrem trockenen Monat. Es fielen lediglich 6,3 Liter pro Quadratmeter Niederschlag – nur 9,6 % der langjährig zu erwartenden Menge. Entsprechend hoch war auch die Waldbrandgefahr zum Jahreswechsel. Es war der trockenste Dezember seit 1865. Messbarer Niederschlag fiel an 8 Tagen, davon an 5 Tagen als Schnee. An 4 Tagen lagen kurzzeitig mal 1 cm Schnee. Unsere Alpen präsentierten sich im Dezember nahezu schneefrei. Wintersport konnte meist nur auf Kunstschnee durchgeführt werden. Der Vormonat zeigte sich sehr sonnig. Die Sonne schien auf dem Hohen Peißenberg 143 Stunden und damit 69 % länger uns als im langjährigen Durchschnitt zu erwarten gewesen wäre. Nebel trat an 12 Tagen auf. Die höchste Windspitze betrug am 25. 23 m/s bzw. 83 km/h.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing. (FA)


November 2016

Der erste Novembertag, Allerheiligen, war der schönste Tag des Monats mit 9 Sonnenscheinstunden und einem Temperaturmaximum von 16 Grad Celsius. Danach wurde es mit einer West- und Nordwestlage wechselhafter. Am 6. erfolgte ein markanter Kaltlufteinbruch von Norden. Ein atlantisches Hoch blockte die Warmluftzufuhr vom Atlantik ab, welche sonst mit einer Westströmung bei uns für mildes Wetter sorgt. Es bildete sich eine Hochdruckbrücke von Skandinavien bis zu den Azoren aus. Der Winter stellte sich zunächst auf den Bergen ein. Die Temperaturen lagen anfangs im deutschen Flachland noch deutlich im positiven Bereich, da sich die Luftmasse aus dem Norden beim Überströmen von Nord- und Ostsee in den unteren Schichten erwärmte. Die Wassertemperaturen lagen dort um 10 Grad Celsius. Bei uns auf dem Hohen Peißenberg ging der Niederschlag am 6. morgens von Regen in Schnee über und die Temperaturen sanken mittags in den Frostbereich. Um 13 Uhr lagen bereits 13 cm Schnee. Zu diesem Zeitpunkt konnte vor uns nur die Zugspitze noch mit 40 cm Schneehöhe aufwarten, von der bereits automatisierten Wetterwarte Großer Arber lagen keine Daten vor. Am 7. hatte sich bei uns eine Schneedecke von 18 cm Höhe gebildet. In der Folgezeit bis zum 15. lagen die Nachttemperaturen nun im Frostbereich. Vom 12. bis 14. blieb das Thermometer auch tagsüber unter dem Nullpunkt (Eistage).  Am 9. fielen mit verstärkter Kaltluftzufuhr aus nördlichen Breiten auch in Teilen Norddeutschlands größere Schneemengen, welche bis zu 21 cm Schneehöhe(Boizenburg/Elbe) führten. In den Alpen und Mittelgebirgen wurde die Wintersaison mit der Inbetriebnahme erster Skilifte vorzeitig eröffnet. Bei Dauerfrost und 3 cm Schneehöhe stellte sich vom 12. bis 14. Hochdruckwetter ein, teils mit Fernsicht über das nebelverhüllte Alpenvorland.

Der Winter im Herbst endete zur Monatsmitte wieder. Eine Westströmung versorgte uns mit milder und feuchter Atlantikluft. Ein Sturmtief über England und  hoher Luftdruck über Osteuropa sorgten ab dem 19. am Alpennordrand für  sehr kräftigen Südföhn, welcher in den Morgenstunden des 20.11. mit einem sehr seltenen Naturschauspiel verbunden war. Bei extremer Fernsicht konnte man den Großvenediger mit langer „Schneefahne“ ohne Fernglas sehen(es herrschten dort sehr starke Höhenwinde) – und das alles mit glühendem Morgenrot als Hintergrund kurz vor Sonnenaufgang! Unsere Tagesmaxima wurden nach oben getrieben. Am 21. erlebten wir einen neuen Tagesmaximarekord mit 17,4 Grad Celsius (zugleich Monatsmaximum). Am Chiemsee wurden sogar 21 Grad Celsius gemessen.

Nach den Föhntagen erreichte uns zur Mitte der 3. Dekade erneut Kaltluft aus Norden, welche unter Hochdruckeinfluss geriet. Bei geringer Luftbewegung führte das auf dem Hohen Peißenberg vom 24. mittags bis 28. mittags zu 4 Tage anhaltenden Nebel. Das trocken-kalte Winterwetter brachte uns zum Monatsende aber keinen Schnee mehr, jedoch reichlich Rauhfrostablagerungen. Am 28. und 29. herrschte Dauerfrost. Am 29. war der kälteste Tag des Monats mit einem Tagesmittel von -5,6 Grad Celsius und einem nächtlichen Minimum von -7,9 Grad Celsius.

Insgesamt fiel der Monat auf dem Hohen Peißenberg, dank des Föhns, mit einer Mitteltemperatur von 3,3 Grad Celsius um 0,7 grd. zu warm aus. Landesweit dagegen war er etwas zu kalt. Das Temperaturspektrum reichte von 17,4 Grad Celsius(21.) bis -7,9 Grad Celsius wenige Tage später(29.). Im November fielen 69 Liter pro Quadratmeter Niederschlag und damit 95 % der langjährig zu erwartenden Summe. Eine Schneedecke lag an 8 Tagen. Die Sonne schien nur 72 Stunden, d.h. 21 Stunden weniger als normal. An 11 Tagen sahen wir die Sonne nicht. Nebel wurde an 21 Tagen beobachtet. Windstärke 6 im Mittel trat an 9 Tagen auf. Die höchste Windspitze betrug am 10. 24 m/s bzw. 86 km/h.

Herbstrückblick

Im Herbst trafen Sommer und Winter aufeinander. Der um 3 grd. zu warme September brachte uns einen schönen Spätsommer mit Sommertagen bis zu 25,6 Grad Celsius am 15. (14 Septembertage mit über 20 Grad Celsius), der November erste Wintertage mit Schneedecke und Dauerfrost sowie einem Monatsminimum von -7,9 Grad Celsius. Der Oktober fiel um 1 grd. zu kalt aus. Insgesamt jedoch war der gesamte Herbst im Mittel um 1 grd. zu warm.

Niederschlagsmäßig waren alle 3 Herbstmonate etwas zu trocken. Es fielen lediglich 83 % der langjährig zu erwartenden Herbstniederschläge. Nach einem sonnenscheinreichen September waren Oktober und November sonnenscheinarm. Insgesamt schien die Herbstsonne 10 % weniger als im langjährigen Durchschnitt zu erwarten gewesen wäre.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Oktober 2016

Nachdem uns der September zum Ende mit einem schönen „Altweibersommer“ verwöhnt hatte, zeigte uns der Oktober oft die etwas andere Seite des Herbstes. Er war der erste zu kalte Monat in diesem Jahr. Während der 1. Oktoberdekade hatte sich ein sehr kräftiges, ortsfestes Hochdruckgebiet ausgebildet. Es erstreckte sich von Westeuropa über Skandinavien bis Nordosteuropa. Es schwächte nicht nur den atlantischen Tiefdruckeinfluss bei uns ab, sondern „produzierte“ auch schon tiefe Temperaturen. Im Hochwinter hätte es für uns strenges Frostwetter bedeutet. So lagen die Tagesmaxima vom 4. bis 13. bei uns auf dem Hohen Peißenberg etwas unter 10 Grad Celsius. So sehr „goldig“ zeigte sich das Wetter nicht. Vom 2. bis 13. trat täglich – und oft über längere Zeiträume hinweg – Nebel auf.  Ein kleines Höhentief sorgte zeitweilig für leichte Niederschläge – am 11. auch erstmalig als Schnee, der aber nur kurzzeitig liegenblieb. Ab dem 14. stiegen die Temperaturen mit einer südlichen Luftströmung markant an. So lag das Maximum am 13. bei 6,3 Grad Celsius, einen Tag später kletterte das Quecksilber bis auf 16,5 Grad Celsius. Schöner wurde es jedoch nicht, sondern windiger und bewölkter. Der wohl schönste Oktobertag war der 16. Die Sonne schien den ganzen Tag (9,8 Stunden) vom wolkenlosen Himmel bei ausgezeichneter Fernsicht und immerhin 15 Grad Celsius. Schon am 17. zogen jedoch wieder Wolken auf und in den Abendstunden kamen aus den Alpen heraus Gewitter auf. Bis zum 26. blieb es unbeständig und ziemlich mild. Der wärmste Tag des Monats war der 24. mit einem Maximum von 19,7 Grad Celsius. Ab dem 27. stellte sich Hochdruckwetter ein. Während es in den Tallagen oftmals länger neblig blieb, konnten wir an den letzten beiden Oktobertagen auf dem Hohen Peißenberg viel Sonne tanken. Über die Nebel- und Dunstschichten hinweg stellte sich Fernsicht ein, welche viele Besucher auf den Berg lockte. Die Temperaturen lagen dabei um 10 Grad Celsius. Erst nach der Monatsmitte setzte, mit etwas Verspätung, aber dann sehr zügig, die Blattverfärbung ein. Schon 2 Wochen danach verstärkte sich der Blattfall und leitete den Spätherbst ein.

Insgesamt fiel der Oktober mit einer Monatsmitteltemperatur von 7,0 Grad Celsius also um 1 grd. zu kalt aus. Die tiefste Temperatur betrug am 13. -1,0 Grad Celsius. Bayern war im Oktober das kühlste Bundesland, andererseits auch das sonnenscheinreichste. Auf dem Hohen Peißenberg schien die Sonne 88 Stunden (59 %).  Damit war der Oktober so trüb wie 20 Jahre nicht mehr.  An 7 Tagen sahen wir die Sonne nicht.

Der Vormonat war der dritte zu trockene Monat in Folge. Mit 52 Litern pro Quadratmeter fielen 75 % der langjährig zu erwartenden Summe. An 3 Tagen fiel Schnee. Graupelschauer wurden an 2 Tagen beobachtet. Der herbstliche Eindruck des Monats wurde durch 22 Nebeltage unterstrichen. Herbststürme blieben aus. So trat an 2 Tagen kurzfristig Windstärke 6 im Mittel auf und die höchste Windspitze wurde am 14. mit 19 m/s bzw. 68 km/h gemessen.

Die Voraussetzungen für Winterwetter sind derzeit ganz gut, da der Polarwirbel nur schwach ausgeprägt ist. Jenes in der Höhe gelegene Starkwindband steuert zur Zeit keine starken Tiefdruckgebiete von West nach Ost. Mit ihnen wird dem  Kontinent derzeit keine Warmluft zugeführt. So erhalten kontinentale Hochdruckgebiete die Chance zum Auskühlen. Allerdings kann sich das schnell wieder ändern, prophezeien doch die NOAA-Langfristvorhersagen einen um 2  grd. zu milden Winter in Europa für alle 3 Monate. Hoffentlich liegen sie daneben, denn nichts wäre schlechter für Natur und Wintersport.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


September 2016

Im ersten meteorologischen Herbstmonat, dem September, war es im Durchschnitt wärmer als im Sommermonat Juni. Was uns der Sommer 2016 nicht bieten konnte, schaffte der September: wochenlang dominierende Hochdruckwetterlagen.

Der September begann leicht unbeständig, temperaturmäßig auf jeden Fall mit Spätsommerwetter. Von den Azoren bis Osteuropa erstreckte sich ein Hoch, Tiefausläufer zogen nördlich an uns vorbei, nämlich über Skandinavien nach Osten. Störungsreste am Alpenrand versorgten uns mit Schauern. Vom 4. bis 7. hatten wir es mit vorübergehendem Tiefdruckeinfluss von Nordwesten her zu tun. An diesen 3 Tagen lagen die Temperaturmaxima etwas unter 20 Grad Celsius, während sie sonst vom 1. bis 15.  über 20 Grad Celsius lagen – ein Beleg für einen gelungenen Spätsommer.  Diesen hatten wir einem kräftigen Hoch über Mittel- und Osteuropa zu verdanken. Nach einer warmen Ostströmung gelangten noch einmal sehr warme Luftmassen aus Südwesten, dem Mittelmeerraum und Nordafrika zu uns. Der Sommer hatte noch einmal alle Register gezogen und verwöhnte uns auf dem Hohen Peißenberg am 15. mit einem echten Sommertag, das Quecksilber kletterte auf den Monatshöchstwert von 25,6 Grad Celsius. In weiten Teilen Deutschlands herrschte bis zur Monatsmitte spätsommerliche Hitze mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Sogar viele Freibäder hatten ihre Badesaison verlängert. Am 16. mussten wir uns vom Spätsommerwetter verabschieden. Das bisher wetterbestimmende Hoch zog nach Skandinavien. Über Tschechien hatte sich ein Tief gebildet, welches durch Einbeziehen verschieden temperierter Luftmassen kräftige Niederschlagsprozesse auslöste. Das war gut für die nach Wasser lechzende Natur, jedoch sehr schlecht für den Beginn des Oktoberfestes. Der Dauerregen hielt bei uns auf dem Hohen Peißenberg vom 16. nachmittags bis zum 19. morgens an, von ganz kurzen Unterbrechungen abgesehen. An diesen 4 Tagen fielen 70 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, fas 2/3 der langjährig im September zu erwartenden Regenmenge. Nach 3 kühlen Tagen vom 19. bis 21., an denen die Temperaturmaxima nur bei 10 Grad Celsius lagen, stellte sich dann die nächste Überraschung ein – der „Altweibersommer“. Daher gab es in der 3. Dekade, erstmalig in diesem Jahr, 10 niederschlagsfreie Tage hintereinander.  Auch die Sonne schien täglich 6 bis 11 Stunden. Die Temperaturen stiegen noch einmal bis zum Monatsende auf über 20 Grad Celsius an. So „entschädigte“ uns der September etwas für die wechselhaften Sommermonate.

Insgesamt fiel der September mit einer Mitteltemperatur von 15,1 Grad Celsius um 3,1 grd. zu warm aus. Das Monatsminimum wurde mit 6,6 Grad Celsius am 21. gemessen. Bayernweit betrachtet waren wir im Deutschlandvergleich sogar noch das kühlste Bundesland – und das niederschlagsreichste. Auf dem Hohen Peißenberg fielen 86,5 Liter pro Quadratmeter und somit nur 81 % der langjährig zu erwartenden Regenmenge. An 18 Tagen blieb es niederschlagsfrei. Von der Sonne wurden wir im September sehr verwöhnt. Sie schien 218 Stunden – 122 % des langjährigen Mittels. An 11 Tagen trat Nebel auf. Am 11. beobachteten wir ein Gewitter. Windstärke 6 im Mittel trat an 2 Tagen auf. Die höchsten Windspitzen betrugen am 4. und 5.  19 m/s bzw. 68 km/h.

 Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


August 2016

Unser Sommerwetter war bis in die 2. Augustdekade hinein auch weiterhin von einem ständigen Wechsel von einigen wenigen schönen und warmen Tagen einerseits und mehreren Tagen hintereinander mit Schauern und Gewittern andererseits geprägt, d.h. einem kurzen Sommerintermezzo mit schwülwarmen Luftmassen aus dem Mittelmeerraum folgte die Abkühlung für mehrere Tage. So wurde beispielsweise am 4. ein Tagesmaximum von 25,3 Grad Celsius gemessen – am Tag darauf lag die Mittagstemperatur bei Dauerregen  und vorangegangen Hagelgewitter nur noch bei 9,7 Grad Celsius. Der kühlste Augusttag war der 10. An diesem Tag bewegte sich das Quecksilber auf dem Hohen Peißenberg lediglich zwischen 7,4 und 10,5 Grad Celsius. In der darauffolgenden Nacht wurde das Monatsminimum von 5,8 Grad Celsius gemessen. In Unterfranken trat in dieser Nacht sogar Bodenfrost auf.

Ab der 2. Dekade wurde es zunehmend freundlicher, Kaltlufteinschübe blieben aus. Das Azorenhoch hatte nun endlich einen Ableger nach Mitteleuropa gesandt. Noch besser wurde es dann in der 3. Dekade – über weiten Teilen Mitteleuropas breitete sich ein langersehntes Hochdruckgebiet aus. Es stellte sich über ganz Deutschland über mehrere Tage stabiles Hochdruckwetter ein. Südeuropäische Tropikluft ließ die Höchstwerte deutschlandweit  verbreitet über 30 Grad Celsius ansteigen, vereinzelt sogar bis 38 Grad Celsius. Wir auf dem Hohen Peißenberg mussten uns allerdings mit einem Monatshöchstwert von 28,2 Grad Celsius am 26. abfinden. Immerhin jedoch registrierten wir in der 3. Dekade 3 Sommertage(Maxima über 25 Grad Celsius) und sogar 6 Tage hintereinander – und zwar vom 22. bis 27. – blieb es trocken. Der Sommer erreichte seinen Höhepunkt. Nach einem kurzen Frontdurchgang am 29. hatte sich der Hochdruckeinfluss erneut gestärkt, nun erstreckte sich das Hoch von den Azoren bis Osteuropa. Der nun schon fortgeschrittenen Jahreszeit war es geschuldet, dass sich die Nebelfelder am 30. und 31. bis in die Vormittagsstunden hielten. Sie waren die Vorboten des meteorologischen Herbstanfangs.

Insgesamt fiel der August mit einer Monatsmitteltemperatur von 16,5 Grad Celsius um 1,9 grd. zu warm aus. Es wurden 6 Sommertage registriert. An 21 Tagen wurden 20 Grad Celsius überschritten.

Es fielen 136 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und somit 87 % der langjährig zu erwartenden Summe. Am 4. und 5., d.h. an 2 Tagen, fiel bereits die Hälfte davon. Der letzte zu trockene Monat war der März gewesen. An 13 Augusttagen fiel kein Niederschlag. Bayern allgemein war im August niederschlagsreichstes Bundesland. In der Mitte Deutschlands blieben einige Teile mit nur 10 Liter pro Quadratmeter Niederschlag ziemlich trocken. Auf der Elbe konnte beispielsweise der Schiffsverkehr nur eingeschränkt erfolgen.

Die Sonne meinte es im August ziemlich gut mit uns. Sie schien 234 Stunden(111 % der langjährig zu erwartenden Summe). Die 3. Dekade war die sonnenscheinreichste dieses Jahres mit 111 Stunden. Insgesamt gab es 15 Tage mit über 10 Stunden Sonnenschein. An 8 Tagen traten Gewitter auf. Nebeltage waren 12 zu verzeichnen. Der August war ein sehr windschwacher Monat – Windstärke 6 im Mittel trat nicht auf. Die höchste Windspitze betrug am 12. 17 m/s bzw. 61 km/h.

Sommer 2016  

Unser diesjähriger Sommer war vom „Siebenschläfer“ geprägt. Stichtag für die Regel ist der 7. Juli und nicht der 27. Juni, da die Gregorianische Kalenderreform 1582 den bis dahin gültigen Julianischen Kalender ablöste und Papst Gregor XIII. zehn Kalendertage übersprang. Für Klimatologen wird daher die 1. Julidekade für den weiteren Sommerverlauf der nächsten Wochen in Betracht gezogen. Die „Siebenschläferregel“ gilt neben dem „Weihnachtstauwetter“ als treffsicherste Bauernregel mit einer Eintreffwahrscheinlichkeit von 70 %. Insofern hatten wir es mit einem normalen mitteleuropäischen Sommer zu tun. Bis in die 2. Augustdekade war er äußerst wechselhaft, danach hatte sich zunehmend Hochdruckwetter durchgesetzt. Auf dem Hohen Peißenberg betrug die Sommerniederschlagsmenge insgesamt 637 Liter pro Quadratmeter. Damit war es allerdings der viertnasseste Sommer seit Bestehen dieser Messreihe 1879.  Nur in den Jahren 1910, 1924 und 1993 war noch mehr Niederschlag gefallen. Im Juni traten Hochwasser und Überschwemmungen auch in unserem Landkreis auf. Alle 3 Monate waren um knapp 2 grd. zu warm. Der wärmste Tag war der 10. Juli  mit 29,2 Grad Celsius. Die tiefste Temperatur wurde am 17. Juni  mit 5,2 Grad Celsius gemessen. Es gab 14 Sommertage, jedoch keinen „heißen“. Die Sonnenscheinbilanz dieses Sommers ist ausgeglichen, denn einem etwas „unterbelichteten“ Juni und einem normalen Juli stand ein sonnenscheinreicher August gegenüber.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Juli 2016

Mit dem Juli erlebten wir den klassischen mitteleuropäischen Sommer. Das beständigste am Wetter war die Unbeständigkeit. Die „Siebenschläferregel“ hatte ihre Bestätigung gefunden. Im zu betrachtenden Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli (nicht nur 27.06.) herrschte Tiefdruckwetter und man konnte mit knapp 70%iger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass wir einen unbeständigen Sommer bekommen. So stellte sich ein „Schaukelsommer“ ein, d.h. Hochdruckwetterlagen waren nur von sehr kurzer Dauer. Auf den Vorderseiten der zu uns in regelmäßigen Abständen ziehenden Tiefdruckgebiete wurde jeweils heiße Luft aus Südwesten angezapft. Schon nach ein bis zwei Tagen folgten Gewitter, häufig Unwetter mit Hagel, Sturmböen sowie Abkühlung – manchmal auch mit Dauerregen  wie nach der Kaltfrontpassage am 11. Diese Front wurde bei uns im Alpenvorland stationär. Die Gewitter gingen durch Stau an den Alpen in Dauerregen über. So fielen bei uns auf dem Hohen Peißenberg vom 11. bis 14.  78 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, fast die Hälfte der langjährig zu erwartenden Monatssumme. Extremer Starkregen fiel in den Morgenstunden des 25.  – 52 Liter pro Quadratmeter in nur einer Stunde zwischen 5 und 6 Uhr. Entsprechend litt auch unser Berg mit Vermurungen. Die „Narben“ im Erdreich am Südhang vertieften sich weiter. Vom 23. bis 26. fielen insgesamt 121 Liter pro Quadratmeter, d.h. an diesen 4 Tagen 75 % der langjährig zu erwartenden Monatssumme. Am 26. und 31. fiel Hagel. Insgesamt fielen im Juli 240 Liter pro Quadratmeter, d.h. 149 % der langjährig zu erwartenden Summe. Damit war es der dritte Monat in Folge mit weit überdurchschnittlichen Monatssummen(Juni 154 %, Mai 169 %). Man muss bis Mitte März zurückschauen um mal eine Serie von mehr als 3 völlig niederschlagsfreien Tagen zu entdecken. So gesehen scheint es den „Siebenschläfer“ schon längere Zeit zu geben. In den beiden letzten Sommermonaten Juni und Juli fiel bereits schon so viel Niederschlag, wie in den 3 Sommermonaten insgesamt im langjährigen Mittel zu erwarten ist.

Temperaturmäßig fiel der Juli mit einer Monatsmitteltemperatur von 17,0 Grad Celsius um genau 2 grd. zu warm aus. Der letzte zu kalte Monat war der Oktober 2015. Es wurden 6 Sommertage beobachtet(Maxima über 25 Grad Celsius). An 24 Tagen wurden 20 Grad Celsius überschritten. Am wärmsten war der 10. mit einem Maximumwert von 29,2 Grad Celsius. Der Monatstiefstwert wurde am 14. mit 6,4 Grad Celsius gemessen. Aber auch tagsüber wurde nur ein Maximum von 12,4 Grad Celsius erreicht. An diesem Tag schneite es auch in den Alpen bis auf 1700 m hinab.

Die Sonne schien 224 Stunden und lag damit ziemlich genau im Durchschnitt. An 13 Tagen schien die Sonne über 10 Stunden lang.  Nebel wurde an 13 Tagen beobachtet. Die höchste Windspitze des Monats betrug am 21. 20 m/s bzw. 72 km/h.

Ein Blick zurück in die Historie: Der Juli 2013 war der letzte schöne Sommermonat.  An 17 Tagen hintereinander regierte damals ein Hochdruckgebiet mit niederschlagsfreien Tagen. Ein Blick nach vorn: Die statistische Wahrscheinlichkeit ist ab dem 10. August ziemlich hoch, dass das über den Azoren lagernde Hoch einen Ausläufer nach Mitteleuropa schickt oder selbst kommt. Das wussten auch schon unsere Vorfahren und legten die meisten Volksfeste in diese Zeit.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Juni 2016

Mit dem Juni endet der 1. Sommermonat des Jahres. Charakteristisch für den Monat waren die zum Teil katastrophalen Niederschläge im 1. Monatsdrittel. Das Problem waren hierbei nicht nur die Mengen an Niederschlag, sondern vor allem die Tatsache, dass diese in relativ kurzer Zeit fielen und der Boden bereits komplett gesättigt war. Es fiel dabei so viel Regen, dass die Niederschlags-Gesamtsumme für einen normalen Juni bereits am 13. Juni erreicht wurde. Aufgrund der vielen Wolken schien die Sonne nur unterdurchschnittlich. Trotz des oft schlechten Wetters war es jedoch im Juni zu warm.

Temperaturen
Mit einer Monatsmitteltemperatur von 14.2 °C lag der diesjährige Juni um 1.5°C über der langjährigen Mitteltemperatur von 12.7 °C. Zwischen dem 22. und 24. gab es eine kurze Hitzewelle,  bei der die Monatshöchsttemperatur von 28.4 °C (am 24.) gemessen wurde, was bisher die wärmste Temperatur des Jahres war. Die Monatstiefsttemperatur erreichte 5.2 °C am 17. Juni. Es gab 2 Sommertage (Höchsttemperatur >= 25 °C) in diesem Monat.

Sonne
Die Sonne schien insgesamt 163 Stunden. Dies entspricht 82 % der normalen Erwartung von 199.4 Stunden.

Niederschlag
Der Monatsniederschlag lag bei 255.6 mm. Das sind 154 % der normalen Erwartung von 166.1 mm. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 03. Juni mit 61.3 mm.

Schneedecke
An keinem Tag wurde eine Schneedecke verzeichnet.

Höchste Windgeschwindigkeit
Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 25. mit 89.6 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 3 Tagen.

Stefan Schwarzer, Deutscher Wetterdienst, Wetterwarte Hohenpeißenberg.


Mai 2016

Der Mai war von extremer Wechselhaftigkeit geprägt. Er fiel mit einer Mitteltemperatur von 10,5 Grad Celsius um 0,9 grd. zu warm aus. Häufig lag der hohe Luftdruck nördlich von uns, weshalb Kaltluft herangeführt wurde(Pfingsten). Andererseits führte Luft aus südlichen Richtungen feuchtwarme Luft nach Deutschland. Das alles geschah in kurzer Abfolge.

So gab es vom 5. bis 8. auf dem Hohen Peißenberg vier trockene und vor allem sonnenscheinreiche Tage mit bis zu je 14 Stunden Sonnenschein bei Temperaturen knapp unter 20 Grad Celsius.  Ausgerechnet zu Pfingsten kam es zu einem kräftigen Kaltlufteinbruch. Es war kälter als Weihnachten 2015! Kletterte das Quecksilber am 24.12. noch auf 12,1 Grad Celsius, so verharrte es am Pfingstsonntag bei 7,4 Grad Celsius. Auch das Temperaturmittel des Pfingstsonntag lag 4 grd. unter dem vom Heiligabend. Im Unterschied zum Weihnachtsfest wurden wir am Pfingstsonntag auf dem Hohen Peißenberg sogar noch mit Schnee versorgt, der nur wegen der schon hohen Erdbodentemperaturen nicht mehr liegen bleiben konnte.  Die schönsten 2 Tage des Monats waren der 21. und 22.  Am 22. wurde das Monatsmaximum von 25,7 Grad Celsius erreicht. Es war zugleich unser erster Sommertag. Jedoch nur 24 Stunden später schneite es – die Temperaturen waren binnen 24 Stunden um 21 grd. zurückgegangen(22.  13 Uhr 24 Grad Celsius, 23.  13 Uhr 2,8 Grad Celsius).

Im Gegensatz zur weiteren dramatischen Wetterentwicklung in der 3. Dekade waren das jedoch beinahe nur Kuriositäten. Ab dem 22. begann die Unwetterzeit in vielen Teilen unseres Landes -zunächst in der Westhälfte- mit Gewitterzellen, unter denen es zu Spitzenböen bis zu 150 km/h kam. Danach war der Osten Deutschlands an der Reihe. Auch hier richteten Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen erhebliche Zerstörungen an. Bei Bautzen, nördlich von Dresden, lag der Hagel beispielsweise bis zu 50 cm hoch. In den letzten Maitagen bildete sich ein Tief über Deutschland aus, welches tagelang stationär blieb, da es von hohem Luftdruck umgeben war und nicht abziehen konnte .Labile und feuchte Luftmassen führten tagesgangbedingt zur Ausbildung von Schauern und Gewittern. So kam es am 29. nachmittags zu extremen Starkniederschlägen, denn binnen einer Stunde fielen 53 Liter pro Quadratmeter  Niederschlag. Eine halbe Stunde lang fiel Hagel mit einem Durchmesser bis zu 13 mm. Das Gewitter kam aus östlicher Richtung und zog sehr langsam. Weiße Hagelstreifen zeigten sich zuvor über Peißenberg, was von Überschwemmungen schwer getroffen wurde. Bei gleicher Wetterlage wiederholte sich dieses Szenario am 3.6. Auf dem Hohen Peißenberg fielen nun in 2 Stunden 53 Liter pro Quadratmeter. Überschwemmungen auf dem Berg gibt es zwar nicht, aber wegen der durchnässten Böden kam es zu Muren und Hangrutschungen. Noch 12 Stunden später lag Hagel an den Straßenrändern. Unmittelbar mit dem Klimawandel kann man diese Unwetter nicht verbinden. Allerdings ist bekannt, dass die Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“ in Zukunft – und wohl schon jetzt – bis zu 20 % häufiger auftreten wird. Sie ist sehr unwetterträchtig und das vor allem bei den stetig steigenden Temperaturen , denn je wärmer die Luft, desto größer ist das Speichervermögen für Wasser und somit das Unwetterpotential, d. h. hier fällt uns der Klimawandel dann wiederum  doch direkt auf die Füße.

Die tiefste Temperatur des Monats betrug am 16. 1,3 Grad Celsius. Im Mai fielen insgesamt 223 Liter pro Quadratmeter Niederschlag und somit 169 % der langjährig zu erwartenden Summe. Allein am 29. betrug die Tagessumme 82 Liter pro Quadratmeter. Nur an 8 Tagen blieb es völlig trocken. Schnee fiel an 3 Tagen. Deutschlandweit waren die Unterschiede enorm. In Vorpommern herrschte Trockenheit mit knapp 10 Liter pro Quadratmeter Monatssumme, während in Südostbayern bis zu 300 Liter pro Quadratmeter fielen mit den leider bekannten, weil verheerenden, Folgen(Simbach/Niederbayern).

Der Sonnenschein blieb etwas unter den Erwartungen. Die Sonne schien 168 Stunden und damit 11 % weniger als im langjährigen Durchschnitt.  Windstärke 6 trat an 6 Tagen auf. Die höchste Windspitze betrug am 23. 20 m/s bzw. 72 Km/h.

Frühling 2016

Alle 3 Frühlingsmonate waren – moderat – etwas zu warm. Der Temperaturbereich bewegte sich zwischen -4,7 Grad Celsius (8. März) und 25,7 Grad Celsius (22. Mai).  Auffallend waren Temperatursprünge in kurzen Zeiträumen. Die höchste Schneehöhe betrug am 1. März 34 cm(im kalendarischen Winter wurde dieser Wert nicht erreicht).

Die Niederschlagsbilanz war ausgeglichen, d.h. der März zu trocken, April normal, Mai zu nass, alles zusammengefasst ein ziemlich normales Frühjahr, nur mit einer Unwetterserie Ende Mai.

Die ersten Junitage offenbarten einen Fehlstart des Sommers mit ungewissem Ausgang.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


April 2016

Der diesjährige April wurde seinem Ruf als äußerst wechselhafter Wettermonat voll gerecht. Es traten nahezu alle nur denkbaren Wettererscheinungen auf: Sommer- und Wintertemperaturen, Frost, Gewitter, Hagel, Graupel und Schneestürme. Der Monat begann sehr mild, denn erneut strömte Warmluft aus Nordafrika zu uns. Sie führte zu einem neuen Tageswärmerekord, denn noch nie wurden an einem 3. April auf dem Hohen Peißenberg seit dem Bestehen unserer Temperaturmessreihe 1781  23,1 Grad Celsius gemessen. Ab 7.4. gelangte von Westen kühlere Meeresluft zu uns, so dass das Quecksilber am 8.4. nur noch einen Maximumwert von 2,7 Grad Celsius anzeigte – ein Temperatursturz um über 20 grd. binnen weniger Tage. Vom 7. bis 9. fiel auch wieder Schnee.

Zu Beginn der 2. Dekade wurde die Gewittersaison eröffnet. Ein Tief südwestlich der Britischen Inseln steuert nun Tiefausläufer vom mittleren Nordatlantik kreisförmig über Spanien, Frankreich und Mitteleuropa nordwärts. Dabei erreichten uns feuchtmilde und labile Luftmassen, welche Gewitter und Graupelschauer auslösten. Ein Regengebiet führte bei uns am 17. zu Dauerregen. An diesem Tag fielen 21 Liter pro Quadratmeter Niederschlag – die höchste Tagessumme des Monats. Nach kurzer Abkühlung erreichte uns zu Beginn der 3. Dekade erneut sehr milde Luft aus Südwesten, wobei sich der Schwerpunkt des tiefen Luftdrucks nun allerdings allmählich nach Mitteleuropa verlagerte. Gleichzeitig bewirkte ein atlantisches Hochdruckgebiet, dass nun weder Atlantik- noch Mittelmeerluft zu uns gelangen konnten, sondern Polarluft aus der Arktis. In den milden Wintermonaten hatten wir diese sehr vermisst, nun, Ende April, bekamen wir es mit einer spektakulären Winterwetterlage zu tun. Nach einem Temperatursturz tobte sich der Winter einige Tage bei uns aus. Vom 23. bis 26. fiel täglich Schnee. Schnee- und Graupelschauer mit starken Windböen erzeugten kurze Schneestürme. Es bildete sich eine Schneedecke zwischen 2 und 12cm(27.) aus. Tags lagen die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, nachts trat leichter Frost auf. So ganz außergewöhnlich war der Kaltlufteinbruch nicht. Am 25. April 1980 lagen bei uns auf dem Hohen Peißenberg 56cm Schnee, damals selbst im Münchner Stadtgebiet 13cm. In diesem Jahr überraschte die lange Andauer des Kaltlufteinbruchs. Zum Glück taute der Schnee Ende April bei Sonnenschein schnell wieder weg, denn die Höhe des Sonnenstandes Mitte April ist vergleichbar mit der Mitte August.

Zusammenfassend und für den Leser überraschend ist es dann doch, wenn er liest, dass der diesjährige April mit einer Monatsmitteltemperatur von 6,7 Grad Celsius um 1,6 grd. zu warm ausfiel. Das mag daher kommen, dass es im Durchschnitt von Anfang bis Ende April eher kälter als wärmer wurde. Die Temperaturspanne des Monats auf dem Hohen Peißenberg lag zwischen 23,1 Grad Celsius (3.4.) und -3,0 Grad Celsius(25.4.) –  bayernweit, aber diesmal auch deutschlandweit, zwischen 25,6 Grad Celsius in Regensburg (Sommertag!) und -7,6 Grad Celsius in Oberstdorf.

Im April fielen im Allgäu bis zu 31cm Schnee. In Bad Tölz wurde am 13. ein Hagelgewitter mit bis zu 3 cm großen Körnern beobachtet.

Jedoch nicht alles im April war außergewöhnlich. Die Niederschlagssumme von 90 Litern pro Quadratmetern entsprach dem langjährigen Durchschnitt, ebenso lag die Sonnenscheindauer von 153 Stunden im Normalbereich.

An 16 Tagen beobachteten wir auf dem Hohen Peißenberg Nebel und an 3 Tagen Gewitter. Niederschlag als Schnee fiel an 7 Tagen, Graupel an 6 Tagen. Die höchste Windspitze betrug am 26. 20 m/s bzw. 72 km/h.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


März 2016

Der erste Tag des meteorologischen Frühlings – der erste März – begann hochwinterlich mit Dauerfrost und Schneefall. Ein Tief über Korsika führte auf seiner Vorderseite feucht-warme Mittelmeerluft über die Adria heran, welche auf die rückseitige Kaltluft des Tiefs aufgleitete. Dadurch wurden langanhaltende  und großflächige Niederschläge  ausgelöst, welche sich von der Lausitz bis zum Schwarzwald ausbreiteten und das gesamte Alpenvorland erfassten. Es fielen verbreitet 10 bis 30 cm Schnee. Auf dem Hohen Peißenberg bedeutete das einen Zuwachs an Neuschnee vom 29. Februar bis 1. März um 23 cm. Danach setzte sich mit einer Nordwestströmung nasskaltes Wetter mit Schnee- und Graupelschauern durch. Die Temperaturen stiegen dabei bis zur Monatsmitte tagsüber nur wenig über den Gefrierpunkt an und lagen nachts durchweg im leichten Frostbereich. Vom 17. bis 20. konnten die Tagestemperaturen unter Hochdruckeinfluss bei erstmalig über 10 Stunden Sonnenschein pro Tag auch mal vereinzelt über 10 Grad Celsius steigen – der Frühling hatte unsere Region erreicht. Bis zum Karfreitag, welches ein trüber Tag mit Schnee- und Regenfällen war, gingen die Temperaturen dann nochmals zurück. Ab Ostersamstag sorgte eine Südwestströmung dann zwar für steigende Temperaturen, jedoch auch für leicht wechselhaftes Osterwetter mit sonnigen Abschnitten. Einen besonderen „Lichtblick“ gab es am Vormittag des Ostersonntag auf dem Hohen Peißenberg durch einen kurzzeitigen Föhneinschub. Schon die Nachttemperaturen waren von 5 Grad Celsius um Mitternacht auf bis zu 10 Grad Celsius am Morgen angestiegen. Gegen 11 Uhr wurde dann das Tagesmaximum von 15,5 Grad Celsius erreicht. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von nur 18 % wurde ausgezeichnete Fernsicht geboten. Schon mittags brach der Föhn plötzlich zusammen, der Wind drehte abrupt von Süd auf West, Wolken zogen auf und die Temperaturen lagen wieder unter 10 Grad Celsius. An diesem Vormittag war es deutschlandweit nirgends wärmer als auf dem Hohen Peißenberg.

Nach dem winterlichen Monatsbeginn endete der Monat am 31. nicht nur mit einem Tagesrekord der Lufttemperatur – das Quecksilber war bei Südwind mit Föhnunterstützung auf 23,6 Grad Celsius geklettert – sondern auch noch mit einem Monatsrekord. Noch nie seit Bestehen dieser Messreihe 1879 wurde eine so hohe Temperatur im März gemessen.

Insgesamt fiel der März mit einer Mitteltemperatur von 2,0 Grad Celsius um 0,4 grd zu warm aus. Dieselbe Mitteltemperatur wurde auch im Februar errechnet. Frosttage gab es im März noch 23. An 2 Tagen wurde der Nullpunkt nicht überschritten(Eistage). Am kältesten war es am 8. mit -4,7 Grad Celsius.

Der Vormonat war zu trocken, denn mit 38 Litern pro Quadratmeter fielen nur 60 % der langjährig zu erwartenden Summe. Die Schneedecke verabschiedete sich am 25. endgültig vom Hohen Peißenberg. Am höchsten lag er am 1. mit 34 cm.

Die Sonne schien insgesamt 132 Stunden, womit sie sich ziemlich genau(96 %) an die Normalwerte hielt. Der stürmischste Tag war der 29. mit Windstärke 8 im Mittel und einer Windspitze von 27 m/s bzw. 97 km/h.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Februar 2016 

Der Februar begann mit der Fortsetzung der milden Westwetterlage. Es wurden im Wechsel milde und mal etwas kältere Luftmassen vom Atlantik herangeführt. So schwankten die Tagesmaxima in der 1. Dekade zwischen 12,3 Grad Celsius und -0,2 Grad Celsius. Bis zum 10. Februar wurden an 6 Tagen 10 Grad Celsius überschritten, andererseits lag an 4 Tagen aber auch mal kurzzeitig eine Schneedecke. Da ein großes Luftdruckgefälle zwischen Süd- und Nordeuropa bestand, war die 1. Dekade auch besonders stürmisch mit orkanartigen Windböen.

In der 2. Dekade wurde es dann mit der Zufuhr von maritimer Polarluft nur auf den Bergen etwas winterlicher. Diese Luftmasse strömte vom Nordatlantik zu uns und wurde in den unteren Luftschichten vom Meer erwärmt. So traten dann bis zum 20. auf dem Hohen Peißenberg durchweg Nachtfröste auf und an 4 Tagen blieb das Thermometer ganztägig unter dem Nullpunkt.

Die 3. Dekade wurde erneut mit einer Westwetterlage, beginnend mit Sturm, eingeleitet. Am 22. wurde das Monatsmaximum von 15,2 Grad Celsius gemessen. Eine vorübergehende Winddrehung auf Südwest bewirkte an diesem Tag die Zufuhr von Saharastaub in weite Teile Süddeutschlands. Nach Sichtweiten von über 100 km am Morgen ging die Sichtweite dadurch bis mittags auf 30 km zurück. Luft und Wolken waren bräunlich gefärbt. Ab dem 23. stellte sich die Wetterlage um. Das Azorenhoch, welches bis zu diesem Zeitpunkt für den Transport der milden Atlantikluft nach Mitteleuropa verantwortlich war, dehnte sich nach Norden aus, weshalb uns nun die Tiefdruckgebiete mit einer Nordwestströmung von Island erreichten. Somit konnte sich winterliches Wetter wenigstens auf den Bergen einstellen, in den Niederungen blieb es dagegen nasskalt. Daher war der kälteste Februartag auf dem Hohen Peißenberg der 26. mit -4,5 Grad Celsius. Einige Kaltfronten ließen die Schneedecke am 26. bis auf 29 cm wachsen – zugleich der Monatshöchstwert. Zum Monatsende erreichte die Kaltluft das westliche Mittelmeer und sogar Nordafrika, weshalb sich ein kräftiges Mittelmeertief bilden konnte. Warme und feuchte Luft auf seiner Vorderseite gleitete auf kalte Polarluft auf der Rückseite auf. Das hatte zum Monatsende langanhaltende und kräftige Schneefälle zur Folge. So fielen allein am 29.  24 Liter pro Quadratmeter Niederschlag als Schnee – so dass die Schneehöhe am 1. März – ausgerechnet zum meteorologischen Frühlingsanfang – auf 34 cm anwuchs. So hoch hatte der Schnee den ganzen Winter nicht gelegen.

Insgesamt fiel der Februar mit einer Monatsmitteltemperatur von 2,0 Grad Celsius um 3,1 grd. zu warm aus. Frost – allerdings nur im leichten Bereich – trat an 22 Tagen auf. Der Nullpunkt wurde an 8 Tagen nicht überschritten(Eistage). Im Februar herrschte nur an sehr weinigen Tagen Hochdruckeinfluss, weshalb der Monat auch sehr feucht ausfiel. Mit 86 Litern pro Quadratmetern Niederschlag fielen 141 % der langjährig zu erwartenden Summe. Nur an 3 Tagen blieb es trocken. Dementsprechend zeigte sich auch die Sonne nicht allzu häufig. Sie schien nur 73 Stunden – das waren 28 Stunden weniger als im langjährigen Durchschnitt. An 9 Tagen konnten wir sie überhaupt nicht sehen. Der Februar war sehr stürmisch. Windstärke 6 im Mittel wurde an 15 Tagen registriert, Windstärke 8 an 4 Tagen. Die höchsten Windspitzen lagen am 1., 8. und 21. im Orkanbereich bei 31 m/s bzw. 112 km/h.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Winterrückblick

Der Winter 2015/16 war auf dem Hohen Peißenberg der wärmste seit Beginn unserer Messreihe 1781! Mit einer Durchschnittstemperatur von 3,1 Grad Celsius lag er zwar mit dem Winter 1989/90 gleichauf, der diesjährige war jedoch noch um Hundertstel wärmer. Alle 3 Wintermonate waren durchweg viel zu warm. Der Dezember als Einzelmonat war um 7,1 Grad Celsius zu warm und der wärmste Dezembermonat seit Beginn unserer Messreihe. Es dominierten meist die atlantischen Luftmassen, welche mit südwest- bis westlicher Strömung sehr milde Meeresluft heranführten. Ausnahme waren 7 Januartage mit Dauerfrost, an denen kontinentale Kaltluft aus Osteuropa heranwehte. Die Temperaturspanne des Winters bewegte sich zwischen 17,7 Grad Celsius am 20. Dezember und -10,4 Grad Celsius am 18. Januar.

Der Dezember war etwas zu trocken. Da aber Januar und Februar überreichlich Niederschläge brachten, fielen insgesamt 138 % der langjährig zu erwartenden Winterniederschläge. Damit konnte das Niederschlagsdefizit des letzten Jahres ausgeglichen werden.

Nach dem ungewöhnlich sonnenscheinreichen Dezember und zu weinig Sonne im Januar und Februar schien die Wintersonne insgesamt doch noch 30 Stunden zu viel. Eine Schneedecke lag an 38 Tagen des Winters, allerdings im Dezember überhaupt nicht. Weihnachtsschnee gab es nur auf der Zugspitze.

Der Winter war nicht nur in Deutschland zu warm. Allein der Januar war weltweit nach Angaben der amerikanischen Wetterbehörde NOAA der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn, wobei die globale Mitteltemperatur mehr als ein Grad über dem Durchschnitt aller Januarmonate lag. Untrügliches Zeichen für den Klimawandel ist außerdem die Tatsache, dass 2015 weltweit das wärmste Jahr seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahre 1880 war.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


 

Januar 2016

Im Januar „hatte es der Winter geschafft, auch in unserer Region vorbeizuschauen“, sagt Diplom-Meteorologe Siegmar Lorenz. Zum Jahresanfang allerdings war er nur bis zur Mitte Deutschlands vorangekommen. Damit verbunden war eine markante Luftmassengrenze, die kontinentale Kaltluft aus Russland und Skandinavien im Nordosten von milderer Meeresluft im Südwesten trennte. Markant deshalb, weil es über Deutschland einen Temperaturunterschied bis zu 20 Grad. gab. So kamen die Tagesmaxima östlich der Elbe  und im Norden nicht über -10 Grad Celsius hinaus, während es im Südwesten +10 Grad Celsius waren. An der Luftmassengrenze selbst war es hochwinterlich mit Schneefällen und gefrierendem Regen.

Zu Beginn der 2. Dekade stellte sich die Wetterlage komplett um. Tiefer Luftdruck über dem Nordatlantik leitete einen Kaltluftvorstoß nach ganz Mitteleuropa ein. So stellte sich auf dem Hohen Peißenberg vom 15. bis 21. Januar eine siebentägige Dauerfrostperiode ein.  Am kältesten war es am 18. Januar mit -10,4 Grad Celsius. Der deutschlandweite Januar-Kälterekord wurde in Oberstdorf mit -23,5 Grad Celsius erreicht. Der mit dem Wintereinzug verbundene Schneefall führte ab dem 13. Januar zur Bildung einer geschlossenen Schneedecke, welche in dieser Kälteperiode am 18. Januar mit 28 cm ihre größte Höhe erreichte. Der Wind blies während dieser Dekade bis zu Windstärke 6 im Mittel und in Windspitzen bis zur Windstärke 10, so dass mit den Schneewehen, die örtlich 50 cm hoch waren, hochwinterliche Verhältnisse herrschten. In der 3. Dekade des Januar jedoch wurde der Winter erneut durch milde Atlantikluft aus Südwesten zurückgedrängt – „die praktische Fortsetzung des sehr milden Dezemberwetters 2015“, so Lorenz. So stiegen die Tagesmaxima ab dem 25. Januar sogar wieder über 10 Grad Celsius. Der 26. Januar war mit 13,9 Grad Celsius nicht nur der wärmste Tag des Monats, sondern auch der wärmste 26. Januar seit Bestehen der Messreihe 1781. Zum Monatsende wurde dann nochmals kurzfristig – für wenige Stunden – Meeresluft polaren Ursprungs in die Zirkulation mit einbezogen. Daher lagen die Temperaturen am 31. Januar auf dem Hohen Peißenberg von 3 bis 15 Uhr wenige Zehntel unter dem Nullpunkt. Die langanhaltenden und alpenstaubedingten Starkniederschläge fielen in dieser Zeit als Schnee. So baute sich innerhalb von 5 Stunden(2 bis 7Uhr) eine Schneedecke von 0 auf 24 cm Höhe auf. Bis 19 Uhr erhöhte sich die Schneedecke dann auf 34 cm – das war der Maximalwert des Monats. Nachts ging der Niederschlag in Regen über, die Temperatur stieg bis zum Morgen des 1. Februar um 07 Uhr bis auf 8 Grad Celsius an – und der Schnee schmolz innerhalb von 12 Stunden wieder vollständig ab. Die tieferliegenden Gebiete des Landkreises „bekamen von diesem Schneephänomen kaum etwas mit“, so Lorenz.

Insgesamt fiel der Januar mit einer Monatsmitteltemperatur von 0,8 Grad Celsius um 2,4 grd. zu warm aus. An 8 Tagen stieg das Quecksilber nicht über 0 Grad Celsius(Eistage). Frost trat an 21 Tagen auf. Der Vormonat war sehr niederschlagsreich, denn mit 120 Litern pro Quadratmeter fiel das Doppelte(197 %) der langjährig zu erwartenden Summe. Messbarer Niederschlag trat an 24 Tagen auf, wovon an 17 Tagen Schnee dabei war. Sogar ein Gewitter(11. Januar) wurde beobachtet. Die Sonne schien insgesamt 69 Stunden(75 % der langjährig zu erwartenden Summe). An 8 Tagen war sie dagegen nicht zu sehen. Eine Schneedecke lag an 21 Tagen. Der Januar war sehr windig. An 14 Tagen wurde Windstärke 6 im Mittel beobachtet. Die höchste Windspitze wurde am 31. Januar mit 27 m/s bzw. 97 km/h registriert.

Auf einen Blick:

Minimum: -10,4 Grad Celsius(18. Januar), Maximum: 13,9 Grad Celsius(26. Januar), Monatsmitteltemperatur: 0,8 Grad Celsius(Abweichung +2,4 grd. vom langjährigen Mittel), Höchste Schneedecke 28 cm(18. Januar), Sonnenscheindauer : 69,4 Stunden(75 % des langjährigen Mittels), Niederschlag: 119,9 Liter pro Quadratmeter(196 % der langjährigen Summe), Eistage: 8, Frosttage: 21, Tage mit Schneedecke: 21, Nebeltage: 25.

 

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)

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