Wetterrückblick der Wetterwarte Hohenpeißenberg 2018

September 2018

Der gefühlt seit April anhaltende Sommer setzte sich auch noch im September fort. Hinter uns liegen 6 sonnenscheinreiche und zu warme Monate in Folge, welche – außer in Südbayern – auch alle noch zu trocken waren.

So fiel auch der erste Herbstmonat mit einer Durchschnittstemperatur von 14,3 Grad Celsius um 2,3 grd. zu warm aus. Allerdings begann der September – nur am Alpenrand – herbstlich, denn vom 30. August bis 1. September fiel Dauerregen bei Temperaturen um nur 10 Grad Celsius. Am 6. erreichte uns eine markante Kaltfront, verbunden mit Gewitter und Hagel. Es fielen in kurzer Zeit 30 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Danach stellte sich sofort wieder Hochdruckwetter ein. So war es am 12. am wärmsten mit einem Maximum von 26,1 Grad Celsius. Es war nicht nur der einzige Sommertag des Monats (Maximum über 25 Grad Celsius), sondern auch der wärmste 12. September seit Bestehen unserer Messreihe 1781. Am 13. überquerte uns erneut eine Kaltfront, wieder mit Gewitter und Hagel. Es fielen 42 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Danach setzte der Sommer im Herbst zum Endspurt an. Ein ehemaliger Tropensturm zog, nun nur noch als Orkantief, von den Azoren über den Atlantik nordostwärts. Diese Luftdruckkonstellation induzierte eine sehr warme Südwestströmung für einige Tage über Mitteleuropa, so dass es überall wärmer als 20 Grad Celsius wurde. Mit dem ersten Herbststurm am 23. wurde dem Sommerwetter ein plötzliches Ende gesetzt. Aus einem Tiefdruckwirbel heraus hatte sich ein kleines Randtief gebildet, welches von den Britischen Inseln über die Mitte Deutschlands zog. Auf dem Hohen Peißenberg wurden Windböen bis mindestens 27 m/s (Windstärke 10 der Beaufort-Skala) gemessen. Die gleichen Windspitzen wurden aber auch von Stuttgart bis zum fränkischen Altmühlsee , also im Flach- bzw. Hügelland, registriert. Mit diesem Sturmtief zogen nun endlich mal flächendeckende Niederschläge über das gesamte Land, mit Summen, welche in der Mitte Deutschlands zwischen 20 bis 50 Liter pro Quadratmeter lagen, dennoch, es war zu wenig. Deutschlandweit blieb der September als achter Monat in Folge zu trocken. Die Dürre blieb landesweit erhalten und die Flusspegel meldeten neue Rekordtiefststände.

Nach dem Sturmtief erreichte uns mit einer Nordströmung recht kalte Luft, so dass die Tagesmaxima am 24. und 25. unter 10 Grad Celsius verblieben. Erneut stellte sich Hochdruckwetter ein, dabei trat in den Tallagen in den Nächten erstmals Frost mit Reifablagerungen auf. Die Tagesmaxima verblieben nun bis Monatsende unter 20 Grad Celsius.

Die Temperaturspanne des September auf dem Hohen Peißenberg reichte von 26,1 Grad Celsius am 12. bis 2,5 Grad Celsius am 25. An 12 Tagen wurden 20 Grad Celsius überschritten. Bayern war im Vormonat das kälteste Bundesland.

Auch der September war ein zu nasser Monat. Es fielen 144 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, d.h. 135 % der langjährig zu erwartenden Summe. An den beiden Tagen (6. und 13.) fielen allein schon 72 Liter pro Quadratmeter Niederschlag und somit 67 % der durchschnittlichen Monatssumme. Bayern war das nasseste Bundesland. Andererseits blieben 14 Tage völlig trocken.

Die Sonne schien 226 Stunden und wiederum überreichlich, ähnlich wie im Juli und August 26 % über dem Durchschnittswert. Auf dem Hohen Peißenberg war es der fünftsonnenscheinreichste September seit 1937 – dem Bestehen dieser Messreihe.

Gewitter wurden an 5 Tagen beobachtet. Nebel trat an 15 Tagen auf.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


August 2018

Auch im August setzte sich das teilweise extreme Sommerwetter der Vormonate unverändert fort. Zum Monatsbeginn lag östlich von Deutschland ein Hoch, woraus eine SW-Strömung resultierte, mit der sehr heiße Luft zu uns geführt wurde. So erlebten wir vom 25. Juli bis 9. August die wärmsten Tage dieses Sommers. Konkret registrierten wir in dieser Periode 14 Sommertage (Tage mit Maxima über 25 Grad Celsius). Höhepunkt dieser Hitzeperiode war der 9. August. Mit 30,7 Grad Celsius war es der wärmste 9. August seit Beginn unserer Temperaturmessreihe 1781. Zugleich war es der erste heiße Tag des Jahres (Tage mit Maxima über 30 Grad Celsius) und wärmster Augusttag 2018. An diesem Tag beendete eine Kaltfront mit Gewittern die langanhaltende intensive Hitze. In kühlerer Luft lagen die Tagesmaxima der 2. Dekade auf dem Hohen Peißenberg nur noch zwischen 19 und 26 Grad Celsius.

Zu Beginn der 3. Dekade bestimmte eine von den Azoren bis Russland reichende Hochdruckbrücke unser Wetter. Für 3 Tage erreichte uns nochmals heiße Luft aus Nordafrika. Eine Kaltfront am 23. leitete eine kräftige Nordwest – Westströmung ein, weswegen die Tagesmaxima in der Folgezeit auch schon öfter mal unter 20 Grad Celsius verharrten. Nach Gewittern und Schauern und einem Zwischenhoch vom 27. bis 29. ging es zum Monatsende nun sogar mit Dauerregen und Dauernebel (nur im Alpenvorland) in den September. Das Tagesmaxima erreichte am Monatsletzten nur noch herbstliche 12,2 Grad Celsius. In der letzten Dekade gab es am östlichen Alpenrand kurzzeitig schon Schneefälle bis auf 1300m herunter. Der August fiel mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,6 Grad Celsius um 4,0 grd. zu warm aus. Es war der fünftwärmste August seit 1781 mit immerhin 15 Sommertagen. Deutschlandweit war der heißeste Ort im August mit 38,4 Grad Celsius am 8. Langenlipsdorf südwestlich von Berlin.

Niederschläge fielen bis Monatsende nur in Schauerform. Am 1. fielen in einer Stunde 44 Liter pro Quadratmeter Niederschlag innerhalb eines starken Gewitters. Am 1. und 23. wurde Hagel beobachtet. Der intensive Regen der letzten 3 Augusttage erbrachte allein 42 Prozent der langjährig im August zu erwartenden Niederschläge. 16 Augusttage blieben dagegen völlig trocken. Insgesamt fielen im August 188 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, d.h. 119 % der langjährig zu erwartenden Summe. In unserer Region war die Niederschlagsverteilung auf engstem Raum, bedingt durch die eigenwilligen Zugbahnen der Gewitter, sehr unterschiedlich. Im Ort Hohenpeißenberg fielen 25 Liter pro Quadratmeter weniger, in Weilheim sogar nur insgesamt 87 Liter pro Quadratmeter!
Deutschlandweit dagegen fiel im August nur etwa halb so viel Regen als im vieljährigen Mittel, wobei sich die extreme Trockenheit mit blattlosen oder braunen Blättern an den Bäumen, Waldbränden, Niedrigwasser in Flüssen und Seen und Ernteeinbußen fortsetzte.

Die Sonne schien mit 267 Stunden erneut überreichlich, genau wie im Juli 27 % über den Durchschnittswert. An 8 Tagen beobachteten wir Gewitter. Nebel trat an 11 Tagen auf. Die höchste Windspitze betrug am 29. 20m/s bzw. 72 km/h. Windstäre 6 im Mittel wurde an 5 Tagen gemessen.

Sommerrückblick

Wir erlebten in Süddeutschland 2018 einen überdurchschnittlichen, aber nicht außergewöhnlichen Sommer. Er löste einen ungewöhnlich warmen Frühling ab. Auf dem Hohen Peißenberg war es mit einer Sommermitteltemperatur (Juni, Juli, August) von 17,4 Grad Celsius der drittwärmste Sommer seit Bestehen der Temperaturmessreihe 1781. Wärmer war nur der „Jahrhundertsommer“ 2003 mit 19,1 Grad Celsius sowie der Sommer 2015 mit 17,8 Grad Celsius. Würde man die schon extrem warm gewesenen Frühlingsmonate April und Mai mit hinzuziehen, kann man – auch deutschlandweit – sagen, dass dieser 5-Monats-Zeitraum der wärmste und sonnenscheinreichste Zeitraum seit Beginn aller regelmäßigen Messungen war. Der Sommer brachte uns 25 Sommertage. Die Temperaturspanne reichte von 6,3 Grad Celsius am 23. Juni bis 30,7 Grad Celsius am 9. August.
Sommerniederschläge fielen 372 Liter pro Quadratmeter, d.h. 77 % der langjährig zu erwartenden Regenmenge. Deutschlandweit war es allerdings der zweittrockenste Sommer seit Messbeginn. Besonders trocken bei uns war der Juli, da hier nur knapp die Hälfte der langjährig zu erwartenden Summe fiel.
Die Sonne schien im Durchschnitt 23 % über die monatlichen Mittelwerte hinaus, insgesamt 791 Stunden. Damit war es – nach 2003 – der zweitsonnigste Sommer seit Bestehen dieser Messreihe 1937.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Juli 2018

Betrachtet man das klimatologische Mittel, so ist der Juli bei uns der wärmste Monat des Jahres. Oftmals ist er jedoch unbeständig, vor allem wenn die Meeresluftmassen mit einer Westströmung vom noch relativ kühlen Nordatlantik den Kontinent erreichen. In diesem Jahr zeigte sich nicht nur der Juli von seiner tropischen Seite. Seit dem Frühjahr haben wir es bereits mit „blockierenden Wetterlagen“ zu tun. Hochdruckgebiete über Nordeuropa reduzierten den atlantischen Einfluss seitdem ganz wesentlich. Sie konnten sich dort so lange halten, weil die Höhenwinde, anstatt wie gewöhnlich um die gemäßigten Breiten zu mäandern (sich schlängelnd fortzubewegen) ungewöhnlich stabil sind. Das ist deshalb der Fall, weil die Temperaturdifferenz zwischen Arktis und südlicheren Breiten nur schwach ausgeprägt ist. Somit gestaltet sich dieser Sommer auch in Nordeuropa ungewöhnlich heiß und trocken, Mittelmeer und Alpenraum dagegen anfälliger für Schauer und Gewitter. Der Jetstream (Starkwindband in großen Höhen der Atmosphäre), welcher normalerweise sehr weit nördlich verläuft, ist aufgespalten in einen Teil über dem Mittelmeer und einen schwächeren nördlichen Teil vom Atlantik Richtung Barentssee.

Bei uns begann der Juli mit einer Nordostströmung. Die kühle und trockene Festlandsluft erwärmte sich schnell. Eine Tiefdruckrinne am 6. war mit Dauerregen verbunden. Es fielen 23 Liter pro Quadratmeter Niederschlag an diesem Tag und das Maximum der Lufttemperatur kam über 14,3 Grad Celsius nicht hinaus. Der Sommer nahm eine kurze Auszeit. Gegen Ende der 1. Dekade zog ein Tief am südlichen Hochdruckrand vom Nordmeer über Südskandinavien nach Osten. Es fielen 9 Liter pro Quadratmeter Niederschlag auf dem Hohen Peißenberg. Auch bis zum Ende der 2. Dekade gelangte nur gemäßigte Warmluft zu uns, weshalb die Tagesmaxima bis zum 14. nicht über 25 Grad Celsius stiegen. Letztmalig verblieben die Temperaturen am 21. und 22. nochmals unter 20 Grad Celsius und es regnete länger anhaltend. Danach konnte sich zwischen dem Russlandhoch und einem Tief über dem Ostatlantik erstmalig eine Südströmung durchsetzen. Die herangeführten subtropischen Luftmassen lösten eine nachhaltige Hitzewelle über weiten Teilen Europas aus. Auch auf dem Hohen Peißenberg lagen die Tagesmaxima ab dem 27. dauerhaft im Hitzebereich über 25 Grad Celsius, sanken am Monatsletzten nachts auch nur noch bis 22,3 Grad Celsius ab. Viele Großstädte erlebten infolge Bebauung und Hitzestau tropische Nächte mit Minima nicht mehr unter 25 Grad Celsius!

Mit einer Mitteltemperatur von 18,1 Grad Celsius fiel der Juli um 3,1 Grad zu warm aus. An 9 Tagen überstiegen die Maxima 25 Grad Celsius (Sommertage). Am wärmsten war es am Monatsletzten mit 28,9 Grad Celsius – es war der wärmste 31. Juli seit Beginn unserer Temperaturmessreihe 1781. Bayern insgesamt war im Juli dabei noch „kühlstes“ Bundesland. Die deutschlandweit höchste Temperatur wurde im Juli mit 39,5 Grad Celsius in Bernburg (Sachsen-Anhalt) gemessen. Sachsen und Thüringen durchlebten ihren heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Temperaturminimum auf dem Hohen Peißenberg wurde am 12. mit 9,2 Grad Celsius gemessen.

Messbare Niederschläge fielen an nur 11 Tagen, insgesamt 77 Liter pro Quadratmeter und somit lediglich 48 % der langjährig zu erwartenden Summe. Bayern war damit dennoch zweitniederschlagsreichstes Bundesland und ist damit, allerdings nur im südlichen Teil, die Oase in der Wüste, denn seit Ende April herrscht im Osten und Norden verbreitet extreme Dürre mit Bränden, viele größere Flüsse sind kaum noch beschiffbar, in vielen Seen setzte Fischsterben ein. Der Bauernverband forderte staatliche Hilfe an, um die Einbußen durch Trockenheit und Dürre auf den Feldern einigermaßen auszugleichen.

Die Sonne schien 292 Stunden und lag damit um 27 % über dem Normalwert. Bayern war damit trotzdem das zweitsonnenscheinärmste Bundesland.

Gewitter im Juli wurden an 6 Tagen beobachtet. Die höchste Windspitze betrug am 28. 17 m/s bzw. 61 km/h.

Hitzerekorde und verheerende Trockenheit gibt es derzeit nicht nur in Deutschland. Das Institut für Klimaforschung in Potsdam meint, dass 80 % der monatlichen Hitzerekorde eine Folge des Klimawandels seien. Konsequenterweise wäre es jetzt an der Zeit, das Pariser Klimaschutzabkommen endlich umzusetzen, worin sich die Staaten verpflichteten, die Erderwärmung langfristig auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Der Klimaforscher Mojib Latif sieht die Bundesregierung in der Pflicht. Sie „tue zu wenig und wird ihrer Verantwortung nicht gerecht“, weil beispielsweise die „Automobilindustrie ihre Selbstverpflichtungen zum Klimaschutz und zum Schadstoffausstoß nie einhielt.“ Latif meint: „Diese kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen dominieren die langfristigen Interessen der Umwelt und des Landes. Je länger wir zögern und nichts tun, desto gefährlicher wird es.“

Im Jahresbericht der US-Klimabehörde NOAA ist zu lesen, dass die vergangenen 4 Jahre die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen waren. 2017 war demnach das drittwärmste je gemessene Jahr. Für die letzten Zweifler des menschengemachten Klimawandels wird ausgeführt, dass die Konzentrationen der Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan weltweit auf neue Höchstwerte stiegen, der Meeresspiegel seit 1993 (Beginn der Satellitenmessungen) um 7,7 cm stieg und es in der Arktis noch nie so wenig Eis gab wie derzeit.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Juni 2018

Übersicht
Der Juni ist nun vergangen, ein Rückblick zeigt, dass auch dieser Monat wieder viel zu warm war. Somit ist er bereits der 4. Monat (der 3. in Folge), der über dem langjährigem Mittel der Temperatur lag. Der Monat startete mit recht warmen und stabilen Wetter ohne Niederschläge. Erst ab dem 6. herum bekamen wir wieder eher unbeständiges Wetter mit einigen Schauern und vielen Gewittern. Insgesamt gab es diese an 13 Tagen. Ab dem 13. zog die Schafskälte ein und die Temperaturen gingen kurz unter die normalen Erwartungen zurück.  Nach dieser kühlen Phase stiegen zwar die Temperaturen wieder an, es gab den einzigen Sommertag des Monats, jedoch gab es auch dann wieder Gewitter mit  Regenschauern. Kühler ging es ab dem 22. Juni weiter, immer wieder gab es leichte Niederschläge, in dieser Wetterphase wurden auch die tiefsten Temperaturen des Monats verzeichnet.  Erst am letzten Tag des Juni bekamen wir wieder trockenes und warmes Wetter. Gerade das letzte Viertel des Monats war wettertechnisch interessant, wenn man an die bekannte Siebenschläferregel denkt. Doch da wir weder ein stabiles Hochdruckgebiet zu dieser Zeit hatten, noch permanent schlechtes Wetter mit Westwindeinfluss, kann man dieses Jahr weder etwas Gutes, noch etwas Schlechtes für die kommenden 7 Wochen ableiten.
Betrachtet man zum Schluss noch den Gesamtniederschlag, so lag dieser weit unter den Erwartungen, dafür schien die Sonne überdurchschnittlich lang.

Temperaturen
Mit einer Monatsmitteltemperatur von 15.4 °C lag der diesjährige Juni um 2.7°C über der langjährigen Mitteltemperatur von 12.7 °C. Die Monatshöchsttemperatur von 25.1 °C wurde am 21. des Monats gemessen, die Monatstiefsttemperatur erreichte 6.3 °C am 23. Juni. Es gab einen Sommertag (Höchsttemperatur >= 25 °C) in diesem Monat.

0618

Sonne
Die Sonne schien insgesamt 231.8 Stunden. Dies entspricht 116 % der normalen Erwartung von 199.4 Stunden.

Niederschlag
Der Monatsniederschlag lag bei 107.3 mm. Das sind 65 % der normalen Erwartung von 166.1 mm. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 13. Juni mit 25 mm.

Schneedecke
An keinem Tag wurde eine Schneedecke verzeichnet.

Höchste Windgeschwindigkeit
Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 01. mit 56.9 km/h gemessen. Es gab weder starken noch stürmischen Wind (Windstärke 6 bzw. 8).

Stefan Schwarzer, Wetterwarte Hohenpeißenberg.


Mai 2018

Der Mai fiel mit einer Monatsmitteltemperatur von 13,2 Grad Celsius um 3,6 grd. zu warm aus. Einen zuletzt so warmen Mai gab es 1917 (im Jahr der Oktoberrevolution). Zuvor gab es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Hohen Peißenberg einige noch wärmere Maimonate. Deutschlandweit war es der wärmste Mai seit 130 Jahren.

In der ersten Dekade blieb es unter dem Einfluss eines Skandinavienhochs zunächst trocken bei Tagesmaxima zwischen 10 und 19 Grad Celsius. Unter einer Tiefdruckrinne, welche von den Britischen Inseln bis ins Mittelmeer reichte, kam es am 9. und 10. zu Schauern und Gewittern. Die „Eisheiligen“ fielen in diesem Jahr aus. Als Folge der Rekordwärme im April konnte man über den Wäldern zu Monatsbeginn wegen Trockenheit riesige Wolken von Pollenstäuben, ausgehend überwiegend von Fichten und Kiefern, aber auch Gräsern, beobachten. Die Natur war regelrecht explodiert und in ein Blütenmeer getaucht und befand sich Ende März noch 2 Wochen im Rückstand. Anfang Mai dann hatten die meisten phänologischen Daten jedoch schon einen Vorlauf von 2 Wochen.

Unbeständiger wurde es dann in der 2. Dekade. Warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum führten zu Schauern und Gewittern. Zur Monatsmitte zog eine Kaltfront an die Alpen und verursachte am 15. und 16. länger anhaltenden Regen. So war der 16. der mit Abstand kälteste Tag des Monats.Das Maximum erreichte nur 8,2 Grad Celsius.

Auch ab Monatsmitte hatte das Skandinavienhoch weiterhin große Bedeutung für unser Wetter in Südbayern. Einerseits bescherte es dem Norden und Osten Deutschlands täglich Sonne pur bei allerdings immer extremerer Trockenheit. Vereinzelt fielen nördlich der Elbe im gesamten Mai nur 5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, weswegen die höchste Waldbrandwarnstufe 5 ausgelöst werden musste. Andererseits lagen die Mitte und der Süden Deutschlands unter einer feucht-labilen subtropischen Luftmasse. Atlantische Fronten konnten keinen Luftmassenwechsel herbeiführen. Daher hatten die Tage ab Mitte Mai fast alle einen ähnlichen Tagesablauf. Nach Erwärmung der feuchten Luft morgens bildeten sich vormittags Quellwolken. Die Alpen tauchten meist schon mittags in Wolken, erste Gewitter entstanden dort und breiteten sich ins Alpenvorland aus. Hagelstreifen über den Alpen waren nahezu täglich zu sehen.

Durch die fehlende Höhenströmung verlagerten sich diese Zellen allgemein nur sehr langsam und lösten verbreitet Unwetter und sogar Tornados(Viersen, mit 200 km/h Windgeschwindigkeit)aus. An einzelnen Tagen konnte man vom Hohen Peißenberg die bis in große Höhen reichende Gewitterwolke über dem Feldberg im Schwarzwald sehen.
Alpines Wanderwetter war eine Seltenheit, wollte man sich nicht den Naturgefahren aussetzen. Durch den Blitztod eines Wanderers am Brecherspitz (Lkr. Miesbach) riet der Alpenverein (DAV) den Wanderern, nicht allein den Apps auf Smartphonen zu vertrauen, sondern den regelmäßigen Blick zum Himmel nicht zu vergessen, um die Wolkenentwicklung zu erkennen.

Zum Sommertag hat es auf dem Hohen Peißenberg nicht ganz gereicht. Die höchste Temperatur betrug am 28. 24,9 Grad Celsius. An 9 Tagen wurden 20 Grad Celsius überschritten. Das Monatsminimum betrug am 2. 5,1 Grad Celsius.

Im Mai fielen auf dem Hohen Peißenberg 154 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, d.h. 117 % der langjährig zu erwartenden Regenmenge. Dank kräftiger Regengüsse am 29. und 31. konnte das Niederschlagsdefizit vom April etwas ausgeglichen werden. Gewitter wurden an 19 Tagen beobachtet, Hagel fiel an 2 Tagen (durch Augenbeobachtungen gesichert). Da es in Vorbereitung der Vollautomatisierung im nächsten Jahr bereits jetzt zu Dienstzeiteinschränkungen kam (keine Nachtdienste), ist dieser Wert leider nur ein ungefährer und könnte höher liegen.

Trotz der hohen Gewitterzahltage schien die Sonne 207 Stunden – 10 % mehr als im Durchschnitt. An 9 Tagen wurden mehr als 10 Stunden Sonnenschein registriert und nur an einem Tag sahen wir sie nicht. Der Wind wehte wegen der sehr geringen Luftdruckgegensätze den gesamten Monat über nur sehr schwach. Windstärke 6 im Mittel trat daher nicht auf. Die höchste Windspitze des Monats betrug am 10. lediglich 15 m/s bzw. 54 km/h.

Frühling 2018
Der diesjährige Frühling führte uns direkt vom Winter in den Sommer. Auf dem Hohen Peißenberg war der 1. März (met. Frühlingsanfang)noch ein strenger Wintertag mit einem Temperaturmaximum von -(minus) 9,2 Grad Celsius und einer Schneehöhe von 12 cm. Der letzte Frühlingstag am 31. Mai war schwül mit einem Maximum von 23,4 Grad Celsius und bayernweit sehr kräftigen Gewittern. Die letzte Schneedecke lag am 2. April mit 2 cm Höhe. Während der März temperaturnormal ausfiel, waren April und Mai viel zu warm (April mit 7,1 grd. Abweichung wärmster April seit Beginn unserer Wetteraufzeichnungen). Insgesamt bewegte sich die Temperaturspanne von -14,7 Grad Celsius am 1. März bis 25,0 Grad Celsius (erster und einziger Sommertag) am 21. April.
Das Jahreszeitenmittel der Temperatur betrug 8,9 Grad Celsius. Wärmer, mit 9,0 Grad Celsius, war nur der Frühling 2007. Den Platz als zweitwärmsten Frühling(seit Beginn unserer Wetteraufzeichnungen 1781)müssen wir uns jedoch mit den Jahren 1794 und 2011 teilen.

Unsere Daten erheben Anspruch auf einen sehr hohen Aussagewert und sind von besonderer Qualität, das nicht nur allein durch den Status als älteste Bergwetterwarte der Welt, sondern durch die Einzigartigkeit der Lage, denn auf der Bergkuppe gab es seit 1781 keine baulichen Veränderungen, welche die Messwerte verfälscht hätten. Ein außergewöhnlicher Glücksfall, denn davon können andere Wetterwarten nur träumen.
März und April waren viel zu trocken. Im März fiel nur die Hälfte der langjährig zu erwartenden Regenmenge, im April sogar nur ein Drittel. Durch den leichten Regenüberschuss im Mai war der Frühling trotzdem noch viel zu trocken. Es fielen nur 75 % der langjährig zu erwartenden Frühlingsniederschläge.

Mit Sonne wurden wir reichlich verwöhnt, besonders im April. Insgesamt schien sie 590 Stunden und lag damit um 22 % über dem langjährigen Durchschnittswert.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


April 2018

Der Monat April ist normalerweise ein Monat der Gegensätze. Kalte, winterliche  Luftmassen über den Meeren stehen sehr dicht an bereits erwärmte Luft über dem Kontinent. Der permanente Wechsel zwischen den Luftmassen zeigt sich bei uns als typisches Aprilwetter: Sonnenschein wechselt mit Schnee- und Graupelschauer ab, es gibt ein permanentes Hin- und Her zwischen warm und kalt. Ich schreibe normalerweise, denn dieser April 2018 war ganz anders, als man es kennt. Fast den ganzen Monat hielten sich über Mitteleuropa  Hochdruckgebiete auf, welche uns vor den kalten Luftmassen abschirmten.  So hatten wir es den gesamten April mit fast sommerlichen Temperaturen zu tun. Äußerst ungewöhnlich waren die Temperaturen, und das nicht nur am Hohenpeißenberg. Der April 2018 geht in die Geschichte ein als bisher wärmster April seit Beginn der Aufzeichnungen und das ist hier Oben auf dem Peißenberg  1781. Ganze 7.1 Grad war es am Berg zu warm. Auch auf anderen Stationen sah es nicht anders aus. So wurde z.B. auch auf der Zugspitze eine Abweichung von 5.6 Grad über dem Normalen gemessen.  Teils wurden Werte von über 8 Grad registriert, was in Höhen von 3000 m als sommerlich einzustufen ist. Normalerweise ist der April dort Oben eher ein typischer Wintermonat.

Doch dieser Monat, der nicht nur warm, sondern zudem auch sehr sonnenscheinreich war, hatte auch eine Schattenseite: Er war sehr trocken.  Am Hohenpeißenberg fiel nur 1/3tel des normalen Niederschlags, auf der Zugspitze war er der 3. trockenste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen.

Temperaturen Mit einer Monatsmitteltemperatur von 12.2 °C lag der diesjährige April um 7.1°C über der langjährigen Mitteltemperatur von 5.1 °C. Die Monatshöchsttemperatur von 25 °C wurde am 21. des Monats gemessen, die Monatstiefsttemperatur erreichte -0.9 °C am 02. April. Es gab einen Sommertag (Höchsttemperatur >= 25 °C) in diesem Monat. Es gab 2 Frosttage (=Tiefsttemperatur < 0 °C) in diesem Monat.

0418HP

Sonne Die Sonne schien insgesamt 277.2 Stunden. Dies entspricht 178 % der normalen Erwartung von 156 Stunden. Niederschlag Der Monatsniederschlag lag bei 30.1 mm. Das sind 33 % der normalen Erwartung von 92.5 mm. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 16. April mit 8 mm. Schneedecke An einem Tag lag Schnee auf dem Hohenpeißenberg. Die höchste Gesamtschneehöhe von 2 cm wurde am 02. des Monats gemessen. Höchste Windgeschwindigkeit Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 01. mit 76.3 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 7 Tagen.

Stefan Schwarzer, Wetterwarte Hohenpeißenberg.


März 2018

Der Monat März fiel mit einer Mitteltemperatur von 1,4 Grad Celsius um 0,2 grd. zu kalt aus. Damit war er um 1,3 grd. kälter als der zu milde Januar!

Der 1. März war, als meteorologischer Frühlingsanfang, der kälteste Tag des Monats. Das Tagesmittel betrug -12,1 Grad Celsius. Ein zuletzt so niedriges Tagesmittel an einem 1. März wurde zuletzt im Jahre 1929 errechnet. Insgesamt war es der viertkälteste Frühlingsanfang seit 1781, dem Beginn unserer langjährigen Temperaturmessreihe. Das Tagesminimum des Monats betrug am 1. -14,7 Grad Celsius.

Ab dem 3. gab es einen Wetterwechsel, eingeleitet mit milderer Atlantikluft. Eine Südwestströmung ließ das Quecksilber am 11. auf 15,1 Grad Celsius anteigen. Es war die höchste Temperatur des Monats. Allerdings verhinderten viele Wolken und die fast täglichen leichten Niederschläge den gesamten Monat über den Eindruck von Frühlingswetter, im Gegenteil, der Winter lag erneut auf der Lauer. Das Skandinavienhoch war wieder da. Eine erneut östliche Luftströmung drückte die Temperaturen vom 18. bis 21. wieder unter den Nullpunkt, auch eine Schneedecke konnte sich erneut ausbilden. So hatte die Märzsonne keine Chance, einen Beitrag zur Erwärmung zu leisten. Die arktischen Luftmassen wurden über schneebedeckte Gebiete des Kontinents unmittelbar und unerwärmt zu uns geführt.

Allerdings ging es deutschlandweit mit dem Märzwinter noch weitaus turbulenter zu als bei uns im Süden. Während der Kaltlufteinbrüche dieses Jahres trat im Norden, an Ostseeküste und Ostküste Schleswig-Holsteins, der „Lake-Effekt“ auf. Dieses Naturphänomen setzt voraus, dass kalte Winde über Seeflächen mit wärmeren Oberflächenwasser geführt werden. Mit den Nordostwinden bildeten sich „Schauerstraßen“, welche punktuell in kurzer Zeit zu hohen Schneedecken mit Verwehungen führten. So zuletzt geschehen zum Monatsbeginn mit bis zu 30 cm Schnee an einigen exponierten Küstenabschnitten. Wo kein Schnee im Norden lag, wurden mancherorts Staubstürme beobachtet. An Küsten der Insel Rügen vereiste die Gischt. Unter einer Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands wiederum fiel auch reichlich Schnee und lag 10 bis 18 cm hoch, was für Mitte März schon außergewöhnlich ist.

Ab dem 23. stiegen bei uns die Tagestemperaturen wieder über den Nullpunkt, am 25. und 30. sogar mal knapp über 10 Grad Celsius. Fast tägliche, jedoch leichte Niederschläge, fielen zumeist als Schnee. Ebenso das Osterfest war kühl und feucht, die „weißen Ostern“ waren jedoch den Höhenlagen über 1200 m vorbehalten und dem Norden Deutschlands, denn am Ostersonntag(1. April) lagen zwischen Schwerin und Rostock 11 bis 30 cm Schnee.

Insgesamt erlebten wir auf dem Hohen Peißenberg einen sehr wechselhaften Monat. Dafür symptomatisch war auch das stete Auf und Ab der Temperaturen, denn zwischen dem Minimum am 1. von -14,7 Grad Celsius und dem Maximum am 11. von 15,1 Grad Celsius mussten wir 30 grd. Temperaturdifferenz binnen 10 Tagen aushalten. An 6 Tagen blieb das Maximum unter 0 Grad Celsius(Eistage) und Frost trat an 15 Tagen auf.

Mit einer Monatsniederschlagssumme von 33 Litern pro Quadratmetern fielen nur etwa die Hälfte der langjährig zu erwartenden Niederschläge. Es blieben jedoch nur 7 Tage völlig trocken. Die Natur kann das nach einer Serie von zu feuchten Monaten von Juli 2017 bis einschließlich Januar 2018 gut verkraften.

Die Sonne schien nur 107 Stunden, d.h. 78 % des langjährigen Durchschnitts. Damit war es allerdings bereits der fünfte zu trübe Monat in Folge. Eine Schneedecke lag an 15 Tagen mit dem Maximum von 12 cm am Monatsersten.

Nebel wurde an 15 Tagen beobachtet. Der Wind wehte mit Windstärke 6 im Mittel an insgesamt 7 Tagen über den Gipfel. Die höchsten Windspitzen wurden am 13. mit 21 m/s bzw. 76 km/h gemessen.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Februar 2018

Im Februar ließ der Winter endlich einmal seine Muskeln spielen. Seit dem vorjährigen September war es überhaupt mal wieder ein zu kalter Monat. Mit einer Monatsmitteltemperatur von -5,1 Grad Celsius fiel der Februar exakt um 4 grd. zu kalt aus. Zuletzt waren die Februarmonate der Jahre 2012 und 2013 in ähnlicher Größenordnung zu kalt.

Der diesjährige Februar begann ziemlich nasskalt mit Frostwechseltagen, häufige Niederschläge fielen meist als Schnee.. Über Nord- und Osteuropa baute sich zunehmend hoher Luftdruck auf, welcher den Einfluss der maritimen Luftmassen des Atlantiks auf unser Wetter abschwächte, so dass wir von Sturmtiefs wie im Januar verschont blieben. Zur Monatsmitte gab es die wärmsten Tage des Monats, der letzte Tiefausläufer des Atlantiks im Februar erreichte uns am 15. Daher war der 16. auch der wärmste Tag des Monats auf dem Hohen Peißenberg mit einem Maximum von 5,3 Grad Celsius. In der 2. Monatshälfte verstärkte sich die Hochdruckzone weiter und erstreckte sich nun von Skandinavien bis zu den Britischen Inseln. Es floss trocken-kalte Festlandsluft nach Mitteleuropa. Nun berechneten die Wettermodelle für den Rest des Monats das systematische Vordringen arktischer und nordsibirischer Polarluft von Nordost. Selbst in Rom fielen 10 cm Schnee. Die Isobarendrängung des kräftigen Hochs führte zu starken und böigen Winden, welches die Temperaturen gefühlt noch viel niedriger erscheinen ließen. So sanken auch die Tagesmitteltemperaturen ab Monatsmitte kontinuierlich ab, von +1,1 Grad Celsius am 16. bis auf -14,9 Grad Celsius am 26. Zuvor wurde nur an 6 Tagen der Nullpunkt überschritten. Die Tagesmaxima sanken ab dem 25. unter -10 Grad Celsius. Am 26. wurde es nicht wärmer als -13,5 Grad Celsius(niedrigstes Temperaturmaximum des Monats). Die Tagesmaxima der Lufttemperatur lagen ab dem 18. durchweg im Frostbereich. Am 28. wurde das Monatsminimum von -17,3 Grad Celsius gemessen. Letztmalig ein so kalter Einzelwert wurde im Februar 2012 registriert. Auf der Zugspitze fiel die Temperatur am 27. auf -30,5 Grad Celsius. Für Ende Februar war es dort der niedrigste Wert seit 100 Jahren. Außerhalb dieses exponierten Ortes wurde der bundesweit tiefste Temperaturwert mit -20,3 Grad Celsius in Oberstdorf gemessen. Bayern war deutschlandweit kältestes Bundesland.

Seit dem Juni des Vorjahres war der Februar mal wieder ein zu trockener Monat. Es fielen 50 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, d.h. 82 % der langjährig zu erwartenden Summe. Es fielen meist nur leichte Niederschläge, völlig niederschlagsfrei blieben dennoch nur 4 Tage. Entsprechend niedrig blieb auch die Schneedecke. Ab dem 4. lag sie zwar durchgehend, wuchs aber nur am 13. und 23. auf maximal 14 cm an.

Mit Sonnenschein wurden die Gebiete südlich der Donau (wegen Wolkenstau durch Nordostanströmung am Alpenrand) im Februar nicht verwöhnt. Bayern war zweitsonnenscheinärmstes Bundesland, allerdings – das macht den Kontrast deutlich – zählte der Februar deutschlandweit zu den fünf sonnigsten Monaten seit 1951! Auf dem Hohen Peißenberg schien die Sonne nur 58 Stunden, d.h. 57 % des langjährigen Durchschnitts. Vom 15. bis 24., also 10 Tage hintereinander, sahen wir sie überhaupt nicht. Während dieser Zeitspanne herrschte auf dem Hohen Peißenberg nahezu durchgehend Nebel. Das führte dazu, das die Nebelfrostablagerungen an den Bäumen am 25. bis zu 10 cm anwuchsen. Insgesamt wurden 17 sonnenscheinfreie Tage registriert.

Nebeltage wurden 22 beobachtet. Am 17. trat Glatteis auf. Windstärke 6 im Mittel wurde an nur einem Tag registriert (zum Vergleich: im Januar an 17 Tagen). Die höchste Windspitze betrug am 1. und 16. 16 m/s bzw. 58 km/h.

Der vergangene Februar zeigte uns also, dass es doch noch echte Wintermonate geben kann, trotz Klimawandel. Hätte sich ein so massives Kältehoch bereits im Dezember entwickelt(niedrigster Sonnenstand), wären die nachfolgenden Wintermonate mit hoher Wahrscheinlichkeit auch sehr kalt geworden. Auch wenn es schon 62 Jahre her ist, zur Abschreckung mal die Daten vom Februar 1956: Monatsmittel -12,4 Grad Celsius, niedrigstes Tagesmittel -25,4 Grad Celsius, niedrigstes Tagesminima -28,3 Grad Celsius.

Winterrückblick

Wir können auf einen sehr abwechslungsreichen Winter zurückschauen. Er war insgesamt temperaturmäßig ziemlich ausgeglichen, der Dezember temperaturnormal, Januar 4,3 grd. zu warm, Februar 4,0 grd. zu kalt. Der wärmste Wintertag war der 9. Januar mit dem Maximum von 14,7 Grad Celsius, der kälteste mit -17,3 Grad Celsius der 28. Februar. Die Monate Dezember und Januar waren zu nass, der Februar zu trocken. Insgesamt fielen 274 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, d.h. 146 % der langjährig zu erwartenden Winterniederschläge.

Der Winter zeigte sich recht trüb. Die Sonne schien 203 Stunden, d.h. nur 73 % des langjährigen Winterdurchschnitts.

Eine geschlossene Schneedecke lag im gesamten Dezember, vom 17.-28. Januar und ab 4. Februar. Am höchsten lag sie am 22. Januar mit 51 cm.

Besonders in Erinnerung bleiben der Warmlufteinbruch Ende Dezember mit Tauwetter, hoher Lawinengefahr inneralpin und Hochwasser an vielen Flüssen. Nicht zu vergessen ist ebenfalls die Serie von Orkantiefs im Januar mit deutschlandweit hohem Schadenpotential. An 2 Januartagen gab es bei uns Windspitzen der Windstärke 12(Beaufort-Skala) bis maximal 37 m/s bzw. 133 k/h.

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Januar 2018

Der Januar begann allgemein mit reger Tiefdrucktätigkeit, denn seit Weihnachten zogen Tiefdruckgebiete mit einer kräftigen Westströmung vom Atlantik über Skandinavien ostwärts. Milde Luft auf deren Südseite erreichte Deutschland in der 1. Dekade. Nach niederschlagsreichen und sehr stürmischen ersten Tagen des neuen Jahres(am 3. kam es in Franken zu Sturmschäden) gab es vom 6. bis 10. auch einige sehr freundliche Tage. Am 9. konnten wir einen neuen Tagesmaximarekord von 14,7 Grad Celsius messen, denn noch nie seit dem Bestehen unserer langjährigen Messreihe seit 1781 war es zu diesem Datum so warm. Es war zugleich der wärmste Tag des Monats. Die sehr milde Witterung der 1. Dekade – Niederschläge als Regen kombiniert mit Tauwetter – führten zu Hochwasser an Rhein und Mosel. Besonders in den Südalpen türmten sich die Schneemassen meterhoch (Zermatt), die Lawinengefahr war sehr hoch.

Zu Beginn der 2. Dekade floss von Osten mal etwas kältere Luft ein, so dass es einige Tage mit Dauerfrost(Maxima unter 0 Grad Celsius) auf dem Hohen Peißenberg gab. Unter Hochdruckeinfluss blieb es dabei aber sehr trüb und die Sonne zeigte sich nicht. Vom 11. bis 13. herrschte Dauernebel. Zur Monatsmitte setzte sich dann erneut das sehr turbulente Wetter fort. Beginnend mit einer West-, später Nordwestströmung, fiel am 16. und 17. Schnee. Ab dem 16. konnte sich erstmalig im Januar wieder eine geschlossene Schneedecke ausbilden. Am 17. lag sie 19 cm hoch.

Am 18. trat Sturmtief „Friederike“ auf den Plan. Der Orkan erreichte auf dem Hohen Peißenberg Spitzengeschwindigkeiten bis 35 m/s bzw. 126 km/h. Auf dem Brocken im Harz wehte er bis 203 km/h stark. Dieser Sturm führte über der Mitte und dem Norden Deutschlands erneut zur Einstellung des Bahnverkehrs und kostete 8 Menschen das Leben. Der Branchenverband GDV (Die deutschen Versicherer) teilte mit, dass dieser Sturm eine Milliarde Euro kostete. Damit war er nach „Kyrill“ (2007) der zweitschwerste Wintersturm der letzten 20 Jahre gemessen am Schadensvolumen. Allein vom 18. bis 22. fielen auf dem Hohen Peißenberg mehr Niederschläge als im gesamten Januar zu erwarten wäre. So konnte sich am 22. kurzzeitig eine 51 cm mächtige Schneedecke ausbilden. Danach – bis zum Monatsende – erreichte uns erneut mit westlicher bis südwestlicher Luftströmung subtropische Luft. Unsere Schneedecke schmolz dahin, Tauwetter und Lawinengefahr in den Alpen, sowie erneute Hochwasser in den Flussgebieten waren die Folge.
Der Januar 2018 war um 4,3 grd. zu warm und mit einer Mitteltemperatur von 2,7 Grad Celsius der fünftwärmste Januarmonat seit Bestehen unserer Messreihe 1781. Deutschlandweit war es der sechstwärmste Januarmonat. Neue Wärmerekorde wurden im Norden und Westen aufgestellt. Am Rhein war es bis 16 Grad Celsius warm. In einigen Teilen von NRW blieb es sogar ganz frostfrei! . Bei uns stieg das Quecksilber an 8 Tagen des Monats über 10 Grad Celsius. Es gab aber auch 5 Eistage (Maxima unter 0 Grad Celsius). Am kältesten war es am 21. mit dem Monatsminimum von -4,3 Grad Celsius. An 15 Tagen trat insgesamt Frost auf.

Im Januar fielen 132 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, d.h. 217 % der langjährig zu erwartenden Summe. Damit war es der drittniederschlagsreichste Januarmonat seit Bestehen dieser Messreihe (1879). Seit einschließlich Juli vergangenen Jahres waren alle Monate mehr oder weniger zu nass.
Mit Sonnenschein wurden wir im Januar auch nicht sehr verwöhnt, allerdings war der Hohe Peißenberg noch einer der sonnenscheinreichsten Orte – Bayern als Bundesland im deutschlandweiten Vergleich auch. Auf unserem Berg schien die Sonne 80 Stunden (86 % des langjährigen Mittels). An 8 Tagen zeigte sie sich nicht.

Eine Schneedecke lag vom 17. bis 28. Es wurden 21 Nebeltage beobachtet. Ein Kaltfrontgewitter trat am 19. auf.

Der Januar war sehr stürmisch. Windstärke 6 im Mittel wurde an immerhin 17 Tagen registriert. Die höchste Windspitze wurde am 3. mit 37 m/s bzw. 134 km/h gemessen – die volle Orkanstärke!

Siegmar Lorenz, Wetterbeobachter, Dipl.-Ing.(FA)


Monatsrückblicke Hohenpeißenberg 2017
Monatsrückblicke Hohenpeißenberg 2016

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