Traumwintertag

Traumwintertag auf dem Fichtelberg

Nachdem ich leider die ersten beiden Wintereinbrüche am Fichtelberg am 13.10. und 22.-25.10. nicht miterleben konnte, bot sich mir heute endlich die Chance, einen Wintertag am Fichtelberg erleben zu können. Bei allmählicher Nebelauflösung kämpfte sich bei Temperaturen um und später leicht über 0°C immer mehr die Sonne durch und zauberte einen Traumwintertag.

Oben war eine tolle Stimmung, überall sah man große und kleine Kinder beim Schneemann bauen, Schlitten fahren oder bei Schneeballschlachten, selbst erste Langläufer wurden gesichtet. Und überall ertönte glückliches Kinderlachen. Da ließ ich mich doch gleich anstecken und baute auch ein paar kleine Schneemänner 🙂

Auch wenn der Schnee Mitte kommender Woche erneut den ansteigenden Temperaturen zum Opfer fallen wird, der Winter kommt und die Vorfreude ist (nicht nur bei mir) riesig! 🙂

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Wintervorfreude

Der Fichtelberg im frischen Winterkleid. Foto: Kerstin Franze

Nachdem es bereits im Oktober zweimal eine kurzzeitige Schneedecke gegeben hat, präsentierte sich der Fichtelberg heute Morgen erneut in herrlichem Weiß. Das Mittelmeertief PETER, welches in den Alpen schon über einen halben Meter Schnee gebracht hat, hat nun auch das Erzgebirge erreicht und bringt oberhalb etwa 1000 Meter Schnee. Heute vormittag waren es bereits 6cm und es schneit weiter. Bis zum Wochenende könnten uns die Winterfreuden in den Gipfellagen erhalten bleiben, ein dauerhaftes Einwintern ist aber noch nicht in Sicht.

Video: Gerd Franze

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Der goldene Oktober endet, der graue November beginnt

ktobergold am Bärenstein. Foto: Gerhard Froning

In diesem Jahr halten sich die Monate komplett an ihre Klischees. Der Oktober hat am letzten Wochenende nochmals seine goldigste Seite ausgepackt und dem Erzgebirge Höchstwerte bis 20°C (Schwarzenberg, Aue, Chemnitz) beschert. Selbst auf dem Fichtelberg gab es mit 13°C nochmals zweistellige Werte.

Doch ab heute gelangt mit dem Schottland-Tief NAEL feuchte und allmählich kältere Luft nach Mitteleuropa. Der Fichtelberg könnte im Wochenverlauf zumindest vorübergehend mal wieder sein Winterkleid probieren. Die Sonne macht sich ziemlich rar und es kommt immer mal wieder Nasses vom Himmel. Mit etwas Glück setzt sich aber die inzwischen eingebürgerte Tradition von schönem Wochenendwetter fort und es wird pünktlich am Samstag besser, als Auftakt einer ruhigen teils sonnigen und teils nebliges Hochdruckwetterlage. Zumindest sehen das die derzeitigen Modellläufe. (ch)

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„Rosamunde“ und „Es grünt so grün…“

Diese beiden Volksliedertitel beschreiben das Wetter der letzten beiden Tage. Das Hoch ROSAMUNDE mit Kern über Rumänien und dem Schwarzen Meer beeinflusst derzeit unser Wetter und sorgte gestern für Böhmischen Nebel, den Gerhard Froning aus Berlin im Bild fest hielt.

Böhmischer Nebel am Erzgebirgskamm. Fotos: Gerhard Froning

Heute Morgen bildete sich auf dem Fichtelberg eine markante Inversionsschicht aus. So fuhren wir bei 0°C in Schwarzenberg los, durchquerten einige Ortschaften mit bereiften Wiesen und kamen bei warmen 8°C auf dem Fichtelberg an. Als sich dann die Sonne durch die Inversionsschicht kämpfte, wurde sie aufgrund der Temperatur- und Dichteunterschiede stark verzerrt und wir konnten mehrfach einen Grünen Strahl beobachten.

Grüner Strahl an der Sonne (ch)

Aber auch sonst gab es eine nette Morgenstimmung, auf die ein herrlicher Tag mit Höchsttemperaturen bis 19°C in Schwarzenberg und Aue sowie 12°C auf dem Fichtelberg folgte.

Morgenimpressionen (ch, wh)

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Sturmkomplex HENDRIK/IGNATZ

Die Sachsenfahne auf Sachsens höchstem Gipfel zeigt den starken Wind

Das über Neufundland geborene Tief HENDRIK bekam im weiteren Verlauf das Teiltief IGNATZ zur Seite gestellt (siehe Artikel in der Berliner Wetterkarte), mit dem es unter rascher Verstärkung in den letzten drei Tagen über Deutschland hinwegstürmte. Mit Windspitzen bis 166km/h reiht es sich in die Liste der „Orkane und schwere Winterstürme über Deutschland“ ein. In Dresden wurde die höchste Windgeschwindigkeit im Oktober (seit 1960) registriert. Durch umgestürzte Stromleitungsmasten waren zeitweise 50000 Menschen ohne Strom.

Wie im gesamten Bundesgebiet gab es auch in Sachsen einige Schäden, meist durch umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste, die Dächer, Fahrzeuge oder Oberleitungen beschädigten. Die Feuerwehr war wegen Verkehrsunfällen und durch Bäume blockierte Straßen im Dauereinsatz. Der Regionalverkehr, die Fichtelbergbahn und natürlich auch die Fichtelbergseilbahn mussten ihren Betrieb einstellen.

Mit der Winddrehung auf Nordwest verdrängte zudem zunehmend Kaltluft die subtropische Luftmasse, die am Mittwoch noch Höchsttemperaturen bis 21°C brachten. In 48 Stunden gab es vielerorts einen Temperatursturz um fast 20°C!

Heute Morgen lag dann auf dem Fichtelberg eine dünne Schneedecke, die der Automat jedoch nicht registrierte. Allerdings hielten die Webcams die zweite Schneedecke der Saison im Bild fest, die selbst am Nachmittag noch erkennbar war.

Schneedecke auf der Webcam Himmelsleiter um 09 Uhr und um 17 Uhr.
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18.10.2021 – Halophänomen mit Parrybogen

Halophänomen bei Freital. Foto: Heiko Ulbricht

Am Montag wurde das bis dato über Deutschland dominierende Hoch PHILINE mit den ersten Ausläufern der nahenden Sturmtiefs IGNAZ und HENDRIK konfrontiert (mehr zum Sturmtief morgen). Hohe Schleierwolken (Cirren) zeigten zunehmende Feuchtigkeit an. Zudem begünstigten Hebungsprozesse durch den Zustrom ungewöhnlich warmer Subtropikluft die Wolkenbildung.

Vor allem in Thüringen, Sachsen und Bayern konnten an diesem Tag Halophänomene beobachtet werden. Von einem Phänomen spricht man, wenn gleichzeitig 5 oder mehr Haloarten sichtbar waren. Im Erzgebirge dominierten neben normalen Halos vor allem der Zirkumzenitalbogen, der Supralateralbogen, der Horizontalkreis mit beiden 120°-Nebensonnen sowie der Parrybogen das Geschehen.

Der Parrybogen ist eine recht seltene Haloart, die ein geübter Beobachter oft nur einmal alle paar Jahre sehen kann. Die je nach Sonnenhöhe konkav oder konvex über dem oberen Berührungsbogen liegende Haloart wurde nach William Edward Parry benannt, der den Bogen am 8. April 1820 während einer Polarexpedition erstmals in seinem Tagebuch skizzierte.

Simulation des Parrybogens bei unterschiedlichen Sonnenhöhen

Der Parrybogen war an diesem Tag nicht nur an der Sonne, sondern sogar am Abend sogar am Fast-Vollmond zu sehen. Das ist von der Häufigkeit schon fast, wie ein Fünfer im Lotto …

Nachfolgend Aufnahmen von Wolfgang Weigert aus Adorf, Heiko Ulbricht aus Freital und von mir aus Schwarzenberg (ch).

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Erster Schnee auf dem Fichtelberg

Erster Schnee der Saison auf dem Fichtelberg. Fotos: Heiko Ritter

Zwischen dem Skandinavientief FINN und dem Atlantikhoch OLDENBURGIA ist Kaltluft eingeflossen und hat dem Fichtelberg den ersten Schnee der Saison beschert. Zwar ist alles nur leicht angezuckert, dennoch ist der erste Schnee immer etwas Besonderes. Heiko Ritter hat dieses Ereignis im Bild festgehalten, vielen Dank dafür!

Das ist aber nur ein kleiner vorübergehender Vorgeschmack auf den Winter, denn das oben erwähnte Hoch stattet uns am Wochenende einen Besuch ab und plant selbst auf dem Fichtelberg Mitte nächster Woche nochmals zweistellige Temperaturen. Die Winterfans und Skifahrer müssen sich also noch etwas gedulden. (ch)

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Oktober – Monat der großen Temperaturunterschiede

Mit einer Temperatur von -7°C war es gestern Morgen in Jeleni (Hirschenstand) am kältesten. Foto: Libor Čihák Junior

Bei herbstlichen Hochdruckwetterlagen sind 20°C Unterschied zwischen Tageshöchst- und Tiefsttemperatur im Oktober keine Seltenheit, denn tagsüber kann es noch ziemlich warm werden, aber in den klaren, immer länger werdenden Nächten gibt es oft schon Frost. In Tälern ist der Tagesgang in der Regel am größten, wenn sich in klaren windstillen Nächten die Kaltluft sammeln kann und tagsüber die Sonne diese ausräumt und die Täler erwärmt. Auf den Bergen ist der Luftaustausch größer und die Temperaturunterschiede meist kleiner.

In den letzten drei Tagen waren die Tagesgänge relativ groß, an die 20°C kam aber keine Messstation heran. Dennoch folgte nach einem sehr kalten bis frostigen Morgen ein wunderschöner warmer Tag.

Nach dem herrlichen Wochenende wird es nun kühler und wechselhafter und wir können uns in der kommenden Woche auf den wahrscheinlich ersten Fichtelbergschnee freuen 🙂 (ch)

Tagsüber traumhaftes Wetter mit Blick vom Pöhlberg zu Scheibenberg, Keil- und Fichtelberg. (ch)
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Das Wetter im Osterzgebirge im September 2021

Bis zum 9. verwöhnte uns der September mit Spätsommer. Die Temperaturen sanken nachts zwar schon auf ca. 10 °C aber tagsüber stieg die Temperatur auf Sommerniveau. Zudem wurden viel Sonnenstunden aufgezeichnet. Die nächtliche Abkühlung ließ selbst im Dresdner Raum stundenlangen Nebel aufkommen. Am 9. erreichten alle Stationen ihre Höchstwerte von 21,7 °C (Zinnwald-Georgenfeld) bis 28,3 °C (Dohna). Zu verdanken haben wir diese Wetterphase den mitteleuropäischen Hochs „Gaya“ und „Hermeline“ mit zunehmend südlicher Strömung.
Der erste Regen des Monats fiel dann am 10. begleitet von Schwüle und Gewittern mit dem Schwerpunkt über Glashütte bis Liebstadt. In den Folgetagen war es stärker bewölkt und neben einzelnen Gewittern weiterhin windarm und schwül. Erst in diesen Tagen waren Fernziele im September sichtbar.
Eine westliche Troglage („Tief Roland“) erinnerte uns ab dem 15. aber daran, dass mit strammen Schritten der Herbst an uns vorbeizieht: Es trübte sich ein, es wurde nass und kühl mit nicht mal 15 °C an der Elbe. In Zinnwald gesellte sich Nebel zum im Winde verwehten Sprühregen.
Ab dem 21. zeigte sich erst zögerlich dann wieder bestimmender die Sonne. Regen fiel nur mäßig und seltener. Um den 26. stiegen die Temperaturen nochmal auf 18 °C (Zinnwald) bis 27 °C (Dohna).
Hoch Kerstin“ mit seiner straffen subtropischen Strömung folgte dann zum Monatsende eine Blockadewetterlage. Somit konnten die Atlantiktiefs nicht nach Sachsen ziehen. Die Sicht war meist klar bei stark wechselnder Bewölkung. Niederschlag war nur am Erzgebirgsstau messbar.

Mit 11,9 °C (Georgenfeld) bis 16,2 °C (Köttewitz) fiel der September um 1,5 °C/K zu warm aus. Lediglich an der DWD-Wetterstation fiel die Amplitude mit + 2,2 °C/K stärker aus. Spitzenreiter bei den Sommertagen war Dohna: An 9 Tagen wurden mehr als 25 °C gemessen. Das Mittel aller Stationen zeigt eine nur geringe Hyperthermie zu sonstigen Jahren. Die monatlichen Tiefsttemperaturen von 3,3 °C(Georgenfeld) bis 6,8 °C (Wilmsdorf) liegen verbreitet höher als alle Tiefstwerte seit 2006. Der Grund war das Fehlen kühlkontinentaler Hochdrucknächte. Niederschlag maßen die Stationen an 10 (Dohna/Wilmsdorf) bis 13 Tagen (Georgenfeld). Dabei summierten sich 18,9 mm in Dohna (37 %) und Wilmsdorf (35 %). Aufgrund der lokalen Gewitter am 10. war Köttewitz mit 39,6 mm (76 %) erstmals die nasseste Station. Im Großraum Dresden war es der trockenste September seit 2006. Nur im Sommerhalbjahr 1984 regnete es an mehr Tagen als von April bis September 2021. Die Sonne schien insgesamt ca. 155 h (108 %) lang. Mit 1019,3 hPa lag der Luftdruck 2,5 hPa über dem Mittel. Der Wind zeigte im Mittel keine Besonderheit. Die stärkste Böe wurde am 23. mit lauen 64 km/h (Bft 8) vom DWD-Anemometer auf dem Kamm registriert. Nebel wurde an 9 Tagen in Zinnwald beobachtet, an 3 Tagen in Dohna und an 1 an in Köttewitz & Wilmsdorf. Sichtweiten > 50 km waren an 11 Tagen vom Erzgebirgskamm und an 15 Tagen vom Tiefland aus möglich.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

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Die Scheibenkratzsaison hat begonnen

Frostiger Morgen in Jeleni. Foto: Libor Čihák Junior

… und das nicht nur in unseren kalten Hochtälern Kühnhaide und Jeleni, wo Libor Čihák Junior heute Morgen diese frostigen Fotos aufgenommen hat. Selbst in den tieferen Tälern gab es zumindest Bodenfrost und sogar hier im warmen Schwarzenberg mussten die Autoscheiben freigekratzt werden. Leider werden im Erzgebirge nicht viele Temperaturen 5cm über dem Erdboden gemessen und die Lufttemperaturen in 2 Metern Höhe lagen nur in den Hochtälern im negativen Bereich:

Fotos: Libor Čihák Junior

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