Winter

Der heutige Tag begann mit -4°C und etwas Sonne (das erste Mal wieder seit einer Woche!) und viele Besucher kamen auf den Berg, um den ersten Winter zu genießen. Es war einfach herrlich! Deshalb einfach ohne viel Worte ein paar Bilder von heute Vormittag.

Inzwischen schneit es wieder und wir hoffen bis morgen auf einige Zentimeter Neuschnee. (ch)

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Leise rieselt der Schnee

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Es schneit mal wieder auf dem Fichtelberg. Diesmal scheint es aber ernst werden zu wollen und der Winter richtet sich länger ein. Nach dem langweiligen Dauernebelnovember wird es nun am Wochenende ziemlich turbulent. Die Flocken tanzen heute oberhalb 1000 Meter und morgen dann bis 600 Meter herab und können auch in tieferen Lagen vorübergehend eine erste Schneedecke bilden.

Für die höheren Lagen von Schwarzwald und Alpen sind in Staulagen bis zu 1m Neuschnee vorhergesagt. Soviel wird es bei uns (leider) nicht. Aber es sollte sich bis Montag auf dem Kamm endlich eine solide Schneedecke bilden, welche auch die kurzzeitig wärmeren Temperaturen in der kommenden Woche überlebt. Anschließend kommen Kälte und Schnee zurück.

Im letzten Novemberdrittel wird es dann noch einmal richtig spannend. Der Grund sind Hochdruckeinschübe in Richtung Polregion, welche den Polarwirbel regelrecht auseinandernehmen. Sollten sich die Langfristsimulationen bewahrheiten, so ist im letzten Novemberdrittel mit einer hohen Wellenbewegung entlang der Polarfront zu rechnen, was ein Indiz auf entweder sehr warmes oder kaltes Wetter sein kann. Wir plädieren natürlich für Letzteres 😉 (ch)

 

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Publikation „Optische Erscheinungen und andere ungewöhnliche Wetterphänomene auf der Wetterwarte Fichtelberg“ online

Der Fichtelberg im Erzgebirge ist mit 1215 Metern die höchste Erhebung Sachsens und bildet zusammen mit dem Keilberg auf böhmischer Seite den höchsten Punkt des Erzgebirgskamms. Die von Südwest nach Nordost ansteigende Pultscholle des Gebirges fällt nach Süden hin steil ins Egertal ab. In diesem, nach Süden vom Duppauer Gebirge und dem Kaiserwald eingerahmten Tal sammelt sich bei herbstlichen und winterlichen Hochdruckwetterlagen die Kaltluft (Böhmischer Nebel). Durch diese Konstellation liegt der Fichtelberg entweder in einer trockenen warmen Luftmasse darüber (Inversion) oder er wird direkt vom Böhmischen Nebel beeinflusst, wenn dieser über den Kamm fließt. Das führt zu zahlreichen optischen Erscheinungen, die es sonst in dieser Fülle nur selten gibt. So besticht der Gipfel bei Inversionswetterlagen nicht nur mit einer außergewöhnlichen Fernsicht, sondern auch mit ungewöhnlich starken Refraktionseffekten wie Luftspiegelungen, stark deformierter oder geteilter Sonnenscheibe sowie mehrfachen Grünen, Blauen und Roten Strahlen an der horizontnahen Sonne. Die Dämmerungsfarben sind bei derartigen Wetterlagen sehr intensiv und neben Purpur- und Gegenpurpurlicht und stark ausgeprägtem Erdschattenbogen zeichnen sich manchmal auch die Schatten weit entfernter Berge oder Wolken am Himmel ab (Crepuscularstrahlen). Fließt der Böhmische Nebel über den Erzgebirgskamm, entstehen bei gleichzeitigem Sonnenschein im Sommer Glorie und Nebelbogen und im Winter atemberaubende Eisnebelhalos.

In über 100 Jahren wurden derartige Phänomene an der Wetterwarte Fichtelberg dokumentiert und analysiert. Dieser Artikel beschreibt die wichtigsten Beobachtungen, beleuchtet physikalische Hintergründe und ist damit ein Erbe der insgesamt 70 Mitarbeiter, die in diesem Zeitraum ihre detaillierten Beobachtungen festgehalten haben.

Dieser Artikel ist kostenlos auf dieser Seite der Fachpublikationen der Bibliothek des Deutschen Wetterdienstes downloadbar.

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Fichtelbergwetter im Oktober 2017

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Der Oktober war auf dem Fichtelberg zu warm, viel zu nass und zu sonnenscheinarm. Während im Süden Deutschlands meist Hochdruckeinfluss dominierte, wurde das Erzgebirge von den Ausläufern atlantischer Tiefdruckgebiete beeinflusst, welche den Norden überquerten und neben reichlich Wolken und Regen auch Sturm brachten. So brachte am 05.10. das Orkantief XAVIER flächendeckend Orkanböen über Ost- und Norddeutschland. Der Brocken bekam mit einer maximalen Windspitze von 49,1m/s (178km/h) die volle Wucht des Orkans zu spüren, während der Fichtelberg am Sturmrand „nur“ noch 37,4m/s (135km/h) abbekam. Anders sah es mit HERWART aus, der am 29. dem Fichtelberg mit 177km/h die höchste deutschlandweite Windspitze bescherte und vor allem in den Wäldern oberhalb 800 Metern Höhe für enorme Schäden sorgte. HERWART war der stärkste Orkan seit KYRILL im Januar 2007. Beide Sturmtiefs reihen sich in der Liste der „Orkane und schwere Winterstürme über Deutschland“  ein.

Nach kaltem Monatsbeginn gab es zur Monatsmitte eine sehr warme Phase, wo es auf dem Fichtelberg am 17. mit 19.8 °C nochmals fast einen Bergsommertag (Temperaturmaximum >20°C) und vor allem sehr milde Nächte mit Tiefsttemperaturen über 10°C gab. Insgesamt lag das Monatsmittel mit 5,9°C um 1,4° über dem langjährigen Durchschnitt. Während im deutschlandweiten Mittel der Monat einer der zehn wärmsten Oktober seit 1881 war, belegte er in der 100-jährigen Fichtelbergstatistik sogar Platz 5. „Schuld“ sind die schon erwähnten warmen Nächte, in denen es im Tiefland bereits vereinzelte Nachtfröste gab. Zum Monatsende gab es den ersten Wintereinbruch und an den letzten beiden Tagen die ersten Frosttage (Temperaturmaximum <0°C) sowie mit maximal 3cm Höhe die erste Schneedecke des Jahres. Am 30. Oktober wurde mit -3,1°C auch die Monatstiefsttemperatur erreicht.

Der Monatsniederschlag lag bei 160,0 mm. Das sind 228 % des Monatsmittels von 70,3 mm. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 27. Oktober mit 17.3 mm. Die Sonne schien insgesamt 73.4 Stunden mit 56% gerade einmal der Hälfte des Normalwertes von 130.3 Stunden entspricht. Ursache sind in erster Linie die 26 Nebeltage, die der Sonne kaum eine Chance ließen.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 29. mit 176.4 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 30 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 13 Tagen.

Eine weitere Besonderheit des Monats waren Aschepartikel, die sich von einem Waldbrand über Portugal bis nach Deutschland ausbreiteten  (12) und für Lufttrübungen und ungewöhnliche Dämmerungen sorgten. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Oktober 2017, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Nachlese Orkan HERWART

Gestern fegte der Orkan HERWART über das Erzgebirge hinweg. Warum erst von Sturmtief GRISCHA und später von HERWART die Rede war, kann man hier nachzulesen. Fakt ist, dass HERWART auf dem Fichtelberg mit der deutschlandweiten Höchstgeschwindigkeit von 178km der stärkste Sturm seit KYRILL im Jahre 2007 war. Und er brachte einige Schäden wie abgeknickte oder entwurzelte Bäume, umgefallene Baugerüste oder umherwedelnde Strassenschilder mit sich. Polizei, Feuerwehr und Forst waren im Dauereinsatz, um umgestürzte Bäume und abgerissene Äste von den Straßen zu räumen und herabhängende Stromleitungen zu sichern. Es gab zahlreiche vorübergehende Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen und die Regionalbahn stellte den Verkehr gestern komplett ein. Der Deutsche Wetterdienst hat den Sturm analysiert, der Artikel ist hier zu finden.

Die Freie Presse veröffentlichte ein Video, welches Oliver Kaufmann gestern auf dem Fichtelberg aufgenommen hat:

Am Nachmittag erreichte uns mit Gewittern (geniale Bilder von Heiko Ulbricht) und heftigen Graupelschauern die erste Kaltfront, der in der Nacht weitere folgten. Der Erzgebirgskamm wurde in ein erstes Winterkleid gehüllt. Auf dem Fichtelberg fielen 2cm, in Marienberg-Reitzenhain sogar 3cm Schnee. Leider ist das graupelige Baumaterial zum Schneemannbauen nicht geeignet, insofern muss der erste Schneemann noch warten. Aber schön sieht es trotzdem aus und viele Menschen fuhren ins obere Erzgebirge, um sich am ersten „Schnee“ zu erfreuen. (ch)

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Juchhuu, der Winter kommt

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So langsam sollte man sich warm anziehen (wie Leo). Foto: Antje Hamann

Auf dem Fichtelberg ist es endlich soweit. Nachdem es gestern erste verhaltene Schneefälle gegeben hat, nimmt der Winter in den nächsten Tagen so richtig Anlauf. Nachdem Sturmtief GRISCHA heute und kommende Nacht nochmals etwas wärmere Luft zu uns schaufelt, fällt morgen im Tagesverlauf die Schneefallgrenze auf 600 Meter! Zeit wird es, denn im letzten Jahr kam der erste Schnee bereits Anfang Oktober!

Aber nach Einwintern sieht es leider noch nicht aus. Nach kurzer kalter Periode wird es zur Wochenmitte hin schon wieder wärmer und wir müssen uns wohl wieder und hoffentlich nur vorübergehend vom Schnee verabschieden.

Aber wie wird denn nun der Winter und gibt es weiße Weihnachten? Es gibt Wetterportale, welche diese Frage schon im August beantworten können, über Seriosität lässt sich natürlich streiten. Auch die Medien stürzen sich auf den kommenden Winter, der entweder eisig kalt oder – den Blüten der Königskerze nach zu urteilen – mild und schneearm wird, jedoch haben solche Meldungen allenfalls Unterhaltungswert. Der Statistik nach sind typische mitteleuropäische Winter mit einem Wechsel von Warm- und Kaltphasen bei uns am häufigsten. Und betrachtet man sich die bisherigen Großwetterlagen in diesem Jahr, so waren Hochs meist nur kurzlebig und westliche Tiefausläufer haben sich immer wieder durchgesetzt. Das macht einen wankelmütigen Winter wahrscheinlicher. Aber sichere Vorhersagen sind leider nach wie vor für nur wenige Tage möglich und Trends für etwas mehr als eine Woche im Voraus. Es ist also alles möglich!

Als Wunschwetter für unseren letzten Winter auf dem Fichtelberg erhoffen wir auf jeden Fall die Einstellung unseres Schneerekord von 3,35m aus dem Jahr 1944 und eine Unterbietung der bisher tiefsten Temperatur von -30,4°C von 1956. Und diese Internetseite liefert die ultimativen Vorzeichen, dass wir unser Wunschwetter doch noch bekommen könnten. Also kaufen wir uns warme Stiefel und warten auf die (hoffentlich weißen) Dinge, die da kommen mögen … (ch)

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20.10.2017 – Extrem langes Abendrot und Fallstreifen

Fallstreifen

Am letzten Freitag gab es sehr seltsames, aber auch sehr fotogenes Wetter. Als uns die erste Regenstaffel des über die Nordsee hinweg ziehenden Tiefs DIETRICH erreichte, gab es rings um den Fichtelberg herum zahlreiche Fallstreifen, die zum Tagesende wunderschön von der Sonne beleuchtet wurden. Diese streifigen oder schlierigen Wolkenstrukturen unterhalb der Wolkenbasis entstehen durch Eiskristalle oder Regen, die auf ihrem Weg nach unten verdunsten und den Erdboden nicht erreichen. Se entstehen meist dann, wenn höher gelegene, sehr feuchte Luftmassen auf eine trockenen Luftschicht aufgleitet.

Am Abend gab es dann an tiefen Stratocumuluswolken ein sehr spätes und langes Abendrot, welches nicht nur über dem Erzgebirge stand, sondern auch in Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg beobachtet wurde. Nach einem relativ normalen, weniger auffälligen Sonnenuntergang um 18.10 Uhr begannen erst gegen 18.40 Uhr die tiefen Wolken seltsam dunkelrot zu leuchten! Visuell verblasste das letzte Rot um 19.10 Uhr, also eine Stunde nach Untergang der Sonne, welche zu dieser Zeit bereits 11° unter dem Horizont stand.

 

Beide Erscheinungen haben wahrscheinlich die gleiche Ursache: Den hohen Staubgehalt in der Atmosphäre durch Rauch und Saharastaub (siehe Artikel „Wüstensonne“ 1 und 2). Je mehr feste Aerosole sich in der Atmosphäre befinden, desto größer ist die Anzahl an Kondensationskeimen, an denen sich Wassertröpfchen bilden können. Wenn die vorhandene Feuchte auf eine viel größere Anzahl von Keimen trifft und zu mehr Wassertröpfchen kondensiert, werden diese natürlich entsprechend kleiner und können auf dem Weg zur Erde eher verdunsten.

Auch für das lange Abendrot war die erhöhte Staubkonzentration verantwortlich. Abendrot entsteht bei tiefen Sonnenstand, wenn beim langen Weg des Lichtes durch die Atmosphäre vom Farbspektrum nur noch das langwellige Rot übrig bleibt da alle anderen Farben von den Aerosolen weggestreut wurden (Grafik). Je zahlreicher die Aerosole sind, desto mehr wird das Licht natürlich gestreut. An diesem Abend kamen zum Staub noch unzählige Wassertröpfchen hinzu. An Aerosolen wird das Licht wesentlich stärker als an Luftmolekülen in einem Bereich von bis zu 30° in Vorwärtsrichtung gestreut, wobei auch hier viel mehr rotes als blaues oder grünes Licht gestreut wird. Wenn dieses intensive rote Licht die Wolken von schräg unten beleuchtet und von dort in unsere Augen reflektiert wird, sieht man daher auch dann noch etwas, wenn die Intensität unter normalen Bedingungen (also einer weniger aerosolbelasteten Atmosphäre) nicht mehr ausreichen würde. (CH, Hans-Joachim Schlichting)

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Der Altweibersommer geht zu Ende

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Herbst an der Dudelskirche im Oswaldtal. Foto: Wolfgang Hinz

Was war das für ein Traumwetter in dieser Woche! In den Tälern gab es bis zu 3 Sommertage mit Temperaturen >25°C (Aue, Schwarzenberg) und die am 7.10. gemessenen Maxima-Temperaturen von 26,2°C in Aue (DWD) und 27,8°C in Schwarzenberg (privat) können sich wirklich sehen lassen. Selbst auf dem Fichtelberg wurde mit 19,8°C noch fast ein Bergsommertag (>20°C) registriert. Zwar wurden keine Rekorde geknackt, aber die Werte lagen sowohl in Aue als auch auf dem Fichtelberg in den Top10 der wärmsten Oktobertage. Auf dem Fichtelberg kamen noch ungewöhnlich hohe Nachttemperaturen dazu. Während es in einigen Tälern, besonders natürlich in Kühnhaide zeitweise schon Nacht- oder zumindest Bodenfröste gab, sank die Temperatur auf dem Fichtelberg, der oberhalb einer Inversion lag, nicht unter 10°C ab. In der Nacht zum 17. lag das Minimum hier sogar bei 12,7°C, während Kühnhaide 0°C meldete. Wenn man also morgens auf seinen geliebten Berg hoch fuhr, wurde es immer wärmer. Hinzu kam noch windstilles Wetter, so daß man sich recht schnell seiner Jacke entledigte 😉

Leider geht nun dieser herrliche Altweibersommer zu Ende. Denn Hoch TANJA schwächelt und macht Platz für Tief DIETRICH, welches über Südskandinavien und der westlichen Ostsee liegt und mehrere Regenstaffeln über Deutschland schaufelt. Schon heute Nacht hat sich der Himmel über dem Westen zugezogen und es gab erste Regenfälle. Diese Regengebiete breiten sich im Tagesverlauf weiter aus und erreichen in den Abendstunden auch die östlichen Landesteile. Allerdings hält TANJA noch etwas dagegen, so dass sich der Regen abschwächt. Erst morgen Nachmittag wird es bei uns richtig nass.

Und wie geht es weiter? Auch die neue Oktoberwoche beginnt wechselhaft. Zwar schiebt sich bis bis zur Wochenmitte ein Hochdruckgebiet über die Alpen, kann aber bei starker Bewölkung den zeitweiligen Niederschlag am Montag und Dienstag nicht verhindern. Aber zur Wochenmitte gelangt Deutschland auf die westliche Seite des Hochdrucksystems, was die Grundströmung auf südliche bis östliche Richtungen drehen lässt. Die Wolken lösen sich immer mehr auf und nach heutigen Modellläufen sieht es tatsächlich nach einer Fortsetzung des Goldenen Oktobers aus.

Nachfolgend die besten Bilder der letzten Tage, fotografiert von Claudia Hinz auf dem Fichtelberg (1-10), Wolfgang Hinz in Schwarzenberg (11-20) und im Oswaldtal und Wolfgang Weigert in Adorf (21-25). (ch)

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Wüstensonne II

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Satellitenbild mit Rauchwolke über Norddeutschland. Quelle: University of Dundee

Da das gestrige Himmelsspektakel sehr außergewöhnlich war, möchten wir nochmals darauf eingehen.

Messungen haben inzwischen ergeben, dass Deutschland gestern hinsichtlich der Aerosolzusammensetzung zweigeteilt war. Demnach zogen die Rauchpartikel der portugiesischen Waldbrände zu den britischen Inseln und nach Norddeutschland und sorgten dort für einen milchig bedeckten Himmel mit roter Sonne, die örtlich kaum durch die Staubschicht hindurchzuscheinen vermochte. Die Temperaturen lagen unter dieser Staubdecke unter 20°C. In Sachsen, Thüringen, Hessen und südlich davon war die deutlich geringere Trübung überwiegend durch Saharastaub verursacht und machte sich hauptsächlich durch ungewöhnliche Dämmerungsfarben bemerkbar. Tagsüber konnte die Sonne allerdings nahezu ungehindert scheinen und bescherte vor allem den föhnigen Erzgebirgstälern einen letzten Sommertag mit Temperaturen über 25°C.

Auf der Karte der Temperaturverteilung als auch auf dem SAT-Bild wird diese Teilung deutlich, denn man sieht nur den Rauch über Norddeutschland in etwa 2-5km Höhe. Der Saharastaub ist dagegen nicht erkennbar.

Sarina Barth (die Tochter von Redakteur Matthias) verweilt gerade im englischen Bournemouth und berichtet von ihrer Beobachtung am Montag, 16.10.2017: „Der Himmel sah krass aus. Ich kam gerade aus einem Laden und alle haben an den Himmel gekuckt, weil die Sonne total rot war. Sie war feuerrot wie eine überreife Blutorange. Das war richtig faszinierend. Es hat gelb-orange angefangen und wurde innerhalb von ein paar Sekunden immer röter, so wie eine blutrote Sonne. Leider hatte ich keine richtige Kamera dabei, nur das Handy, welches die Stimmung nicht so richtig rüberbringt. Die Sonne und der Himmel und vor allem die schnelle Veränderung sah sehr faszinierend aus und hätte Euch auf jeden Fall gefallen“. (ch, mb)

 

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Wüstensonne

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Vielleicht ist einigen aufgefallen, dass die Sonnenauf- und -untergänge seit gestern ungewöhnlich trüb aber auch sehr farbintensiv waren und Staubschlieren über den sonst wolkenlosen Himmel ziehen. Diese „Wüstenstimmung“ wird durch eine Mischung aus Saharastaub und Aschepartikeln der riesigen Waldbrände in Portugal verursacht.

Unser derzeitiges Traumwetter mit letzten Sommertagen in den erzgebirgischen Tälern (statistischer Rückblick folgt) wird durch ein Zusammenspiel von Hoch TANJA und Ex-Hurrikan OPHELIA erzeugt. Das sich über den Alpen wölbende Hoch hat die in letzter Zeit übliche Westströmung ist durchbrochen und sorgt seit dem Wochenende für wolkenlosen Himmel und volle Bier- und Eisgärten 🙂 Gleichzeitig war TANJA stark genug, um den vom Atlantik heranrauschenden Ex-Hurrikan OPHELIA auf Abstand zu halten und nach Skandinavien umzuleiten.

Da die zum Sturmtief mutierte OPHELIA entlang der Westküste Afrikas und Europas nordwärts zog, stellte sich über Europa eine straffe südwestliche Höhenströmung ein, mit welcher ungewöhnlich warme Luftmassen, aber auch Saharastaub und iberische Waldbrandaerosole regelrecht aufgesaugt und bis zu den britischen Inseln transportiert wurden. Sowohl in London aber auch über Nordwestdeutschland glichen die letzten Sonnenauf- und -untergänge einer Filmszene vom Mars.

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Quelle: DWD

Aber auch hier im Erzgebirge sind die Dämmerungsfaben zur Zeit sehr außergewöhnlich. Wer Zeit findet, sollte diese genauer beobachten. Denn solange kein Regen die Aerosole aus der unteren Atmosphäre wäscht, düfte uns bei tief stehender Sonne die Wüstenstimmung noch etwas erhalten bleiben. (ch)

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