Warmfronten von Tiefs sorgen für beeindruckende Haloerscheinungen

Die ausgeprägte Westwindwetterlage schickte in den letzten Tagen und Wochen ein Tief nach dem anderen nach Mitteldeutschland und Sachsen herein. Damit verbunden waren ab dem 02. März eine Reihe von beeindruckenden Haloerscheinungen über Sachsen, die an den Warmfronten der Tiefdruckgebiete entstanden. Es war dabei stets der 22°- Ring besonders um den Mond sichtbar, der den Wetter- und Halobeobachter erfreute. Da sich der Mond im zunehmenden Teil der Phase befand, nahmen auch die Helligkeiten der Ringe zu.

Begonnen hat der Reigen der 22°-Ring-Nächte am 02.03.2020 abends. Heiko Ulbricht (HU) und Mario Ludwig (ML) nahmen den Ring jeweils auf der Opitzhöhe (HU) und an der Sternwarte Radebeul über dem Elbtal (ML) auf. Inmitten der Wintersternbilder ein wunderschöner Anblick. Verziert wurde das Erscheinen des Kleinen Ringes durch die rechts unterhalb stehende Venus. Der Mond war erst zur Hälfte beleuchtet, dennoch erschien der Ring sehr hell und prächtig.

Weiter ging es sogleich am folgenden Abend, dem 03.03. Mario Ludwig nahm den 22°-Ring an diesem Abend wiederum an der Sternwarte Radebeul auf. Über der Kuppel des 150/2250 Coudé-Refraktors ein wunderschöner Anblick.

Nach weiteren zwei Tagen, am 05.03., erschien der prachtvollste 22°- Ring um den Mond, der nun auch deutlich heller war als seine Vorgänger, da der Mond weiter zunahm. Heiko Ulbricht entdeckte ihn durch Zufall auf der AllSky-Cam der Sternwarte Radebeul und fuhr umgehend auf die Opitzhöhe zwischen Freital und Tharandt, der nordöstlichsten Erhebung des Erzgebirges. Der hervorrufende Cirrostratus war sehr homogen und regelmäßig, ebenso erschien der 22°- Ring an diesem Abend über der Höhe.

Mondhalo am 3.03.2020. Foto: Mario Ludwig

Der nächste, zunächst ziemlich zerrissene 22°- Ring folgte sodann 3 Tage später, am 08.03. Heiko Ulbricht nahm ihn wiederum auf der Opitzhöhe auf. Er war zunächst nur in Ansätzen sichtbar. Mit einem guten Gefühl, dass da noch Steigerung drin war, beobachtete ich die AllSky-Cam der Sternwarte Radebeul. Und tatsächlich: nach Mitternacht war er wieder perfekt um den Mond ausgebildet, wobei sich sogar noch der umschriebene Halo dazugesellte. Das Foto entstand um 01:34 Uhr MEZ wieder auf der Opitzhöhe (HU).

Nach der langen Westwetterlage stellt sich nun allmählich die Wetterlage um. Ab dem Wochenende baut sich hoher Luftdruck über Europa auf und hält atlantische Tiefs auf Distanz. Somit dürfte auch die „Minihalosaison“ der letzten Tage zunächst ein Ende haben. (Text: Heiko Ulbricht)

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(Klima)Tagesschau

Wir schreiben den 10. März und nach dem meteorologischen, folgt nun auch bald der kalendarische Wechsel der 2 Hauptjahreszeiten auf den beiden Hemisphären. Daher möchte ich ausführlicher über die neuesten Erkenntnisse berichten.

Angefangen in Deutschland und Mitteleuropa: Hier war es fast ausnahmslos der 2. wärmste Winter nach 2006/2007 und der Februar einer der nassesten. Im Einzugsgebiet des Rhein und der Oberdonau sogar mit Hochwasser.

Ebenso das westliche Mittelmeer samt Andalusien musste mehr Niederschlag wegstecken. Die Westalpen erreichten beachtliche Schneehöhen und auch in der Sahara schneite es aufgrund der Troglage im Frühwinter. Im Flachland kehrte der Winter nur im Norden Schwedens und Finnlands ein (Wintersport). Osteuropa und auch weite Teile Asiens erlebten hingegen einen sehr trockenen Winter und den wärmsten je aufgezeichneten. Ursache war unter anderem ein nur schwach ausgeprägtes Sibirienhoch und fasst ausschließlich West-Südströmung (Lee). Im Ostukrainischen Charkow lag erstmals die Wintermitteltemperatur über dem Gefrierpunkt (0,4 °C). Eine Anomalie von knapp + 10 K!

Ein starker Temperaturgradient zwischen Labrador- und Golfstrom ließen vor Neufundland die Tief’s quasi im Tagestakt entstehen. Daher ist es nicht verwunderbar, dass der Nordatlantik im wahrsten Sinne des Wortes hohe Wellen schlug. Der Jetstream stellte sich dauerhaft fluggünstig ein und ermöglichte einen neuen Rekord eines Fluges von NY nach London in < 5 h. Der sonst so typische Mix aus Norther und Souther hielt sich im Winter in Grenzen. Daher schneite ein Großteil der Feuchte über Kanada ab. Die Südstaaten der USA – besonders Texas – leiden jedoch bis heute unter den Folgen des Kontinentalwindes „Chinook“ (Dürre).

Aufgrund der Wärme und der aktiven Frontalzone meldete der finnische Wetterdienst die höchste Schneemasse auf der Nordhalbkugel seit Beginn der Satellitenmessung in den 1970-ern.

Ganz anders das Bild in der Antarktis. Vor deren Küste ist normalerweise das stürmischste Gebiet der Welt. Doch diesen Sommer war hier die Wetterküche über Patagonien und der Antarktis sehr faul.

Australien erlebte, anders als die Medien vermuten lassen, einen ziemlich genormten Sommer. Er war sogar kälter als die letzten Jahre.

Besonders auffällig ist die kalte Stratosphäre. Ob sich daraus ein Einfluss auf die Troposphäre entwickelt wird sich zeigen. Mögliche Erklärungen meinerseits sind erhöhte Wasserdampfverdunstung, eine Spätreaktion auf die noch immer fehlenden Sonnenflecken, Abnahme des Höhenozones.

Wie geht’s weiter?

Im Südpazifik zeichnet sich der nächste El Niño ab. Der März wird in Deutschland kaum wärmer als der Februar. Schließlich erwärmt sich der Atlantik nicht so schnell. Die Sonnenaktivität ist nach wie vor auf einem negativen Rekord seit dem 19. Jhr. Allerdings wird für dieses Jahrzent ein großer Zyklus erwartet. Die Erwärmung dürfte dann noch rascher voranschreiten.
Ich persönlich erwarte für diesen Sommer intensive Hurricanes aufgrund des stabilen NO-Passat’s. Aber für uns Sachsen leider einen atlantisch geprägten Sommer (warm/schwül, regnerisch).

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Höchste Schneehöhe des Winters

Während im Flachland verbreitet die Weißstörche wieder in ihre Nester ziehen und die Drebacher sich über ihre blühenden Krokuswiesen freuen, vermeldete der Fichtelberg heute Morgen die höchste Schneehöhe des Winters. Durchschnittlich 64cm ergab die privat durchgeführte Messung an 16 verschiedenen Messpunkten. Wäre hätte gedacht, dass nochmal soviel zusammen kommt, nachdem Anfang Februar der Schnee fast komplett weggeschmolzen war. Und vielleicht wird es sogar noch mehr, denn morgen und übermorgen könnte es am Kamm erneut Schnee geben. Dann muss er zwei (bis zu 5 Grad) warme Tage überleben, bevor der Bergwinter zurück kommt. Es bleibt also spannend … 🙂

Nachfolgend aktuelle Fotos von heute Morgen, die uns Jarda Fous zur Verfügung stellt. Vielen Dank dafür! (ch)

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Das Wetter im Osterzgebirge im Februar 2020

Zinnwald

Nach einem sehr langweiligen Januar für einen Wetterbeobachter, kamen die Wetterfrösche im Februar mal wieder voll auf ihre Kosten. Fast der ganze Monat war geprägt von einer regen Westströmung mit milden und nassen Luftmassen. Rekorde wurden erneut eingestellt. Aber zuerst der Monatsverlauf:
Gleich der 1. Tag war sehr warm mit bis zu 16 °C um Dohna und exzellenter Fernsicht. Vom 02. – 04. überquerte aus Nordwest ein Regengebiet unsere Region. Dabei wurde bereits das Monatssoll an Niederschlag erreicht. Die Sicht sank auf
< 8 km. In Zinnwald bildete sich bis zum 06. eine 36 cm hohe Schneedecke. Pünktlich zu den Winterferien! Doch unterhalb von Bannewitz-Wilmsdorf (300 m) blieb das „Weiß“ flüssig. Einzig vom 08. – 11. konnte von einer „sonnigen“ Phase die Rede sein. Auf diesen Zeitraum fiel auch „Orkan Sabine“. In der Nacht zum 10. erreichte der Wind, von Gewitter begleitet, die Stärke 10 in Zinnwald (92 km/h) und selbst im tiefen Dohna (130 m) 76 km/h (Bft 9).

Die Winterferien über schien die Sonne sehr dürftig. Wenn auch nicht so viel und so andauernd, gab es doch fast täglich Nass von oben. Die Schneehöhe in Zinnwald erreichte am 13. 39 cm. Am 17. („Orkan Victoria“) und 23. („Orkan Yulia“) wurde es auch im Dresdner Raum stürmisch. Immer im Gepäck mit Graupel-schauern, teils Gewitter. Davor jedoch brach sehr milde andalusische Luft zu uns (9 – 16 °C). Dabei sank die Luftfeuchte auf < 20 %. Im letzten Monatsdrittel begann bereits der phänologische Frühling – 1 Monat vor dem Termin. Mit aller Macht wollte „Tief Charlotte“ noch einen Wintereinbruch einleiten aber es sollte einfach nicht reichen für einen Tieflandwinter. An der Wetterstation stieg die Schneehöhe nochmal an, aber bei 24 cm war Schluss.

Die Temperaturspanne von 0,3 °C (Zinnwald) bis 6,3 °C (Dohna) lassen eher einen März erwarten. Die Abweichung vom Mittel entspricht im Tiefland 5 – 5,5 K. Auf dem Erzgebirgskamm „nur“ 3,5 K. Nach 1990 war es der wärmste Februar seit dem 19. Jhr. An 4 Tagen blieb Zinnwald frostfrei – Köttewitz den ganzen Monat! Selbst im frostanfälligen Dohna maß das Thermometer nur 7 x Temperaturen < 0 °C und somit weniger als 50 % vom Mittel. Ebenso viele Tage herrschte an der Wetterstation in Zinnwald Dauerfrost. Aber diese Häufigkeit wäre normal für das Elbtal. Im Landkreis fiel an 26 Tagen Niederschlag (in Dohna an 23). Einen festen Anteil beobachten die Wetterfrösche zwischen 8 x (Dohna) und 20 x (Zinnwald). Trotz dessen blieb der Februar nur auf dem Erzgebirgskamm über längere Zeit weiß. Die Monatssummen von 78 – 159 L pro m2 in Köttewitz bzw. Zinnwald wichen um fast 150 % vom Klimamittel ab. Dafür hingen die Sonnen-stunden dem Soll hinterher. Auf dem Erzgebirgskamm gar um die Hälfte. Besonders auffällig waren die hohen Windgeschwindigkeiten und die gute Fernsicht. Im Gebirge verging kein Tag ohne Starkwind, sogar in den Tälern des Tieflandes war mäßiger Wind die Ausnahme. Die stärkste Böe maß das Zinnwalder Anemometer am 10. mit 92 km/h. Sichtweiten von min. 50 Km an 12 bis 19 Tagen. Die Schneekoppe sichtete der Beobachter am 19. vom „Kamm“ aus. Die meisten Tage mit Gewitter wurden an selbigen Standort dokumentiert – Insgesamt 5 x. Nur an der Wetterstation bildete sich eine wintersporttaugliche Schneedecke. 23 Tage mit min. 10 cm (Skitag) lassen keinen milden Februar erwarten, jedoch blieb selbst Altenberg oft matschig statt weiß und im Vergleich zum Vorjahr war die durchschnittliche Schneehöhe an der ehem. Wetterwarte 80 cm niedriger.

 Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

0220
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Der Winter 2019/2020 auf dem Fichtelberg

Hoher Luftdruck für die Wintermonate lassen eigentlich einen sonnenscheinreichen und mit niedrigen Temperaturen angereicherten Winter vermuten. Vorweg, dem war nicht so. Der im Dezember und Januar zu hohe Luftdruck wurde durch zu niedrigem im Februar nahezu ausgeglichen. Dennoch haben wir fast einen Rekord zu verzeichnen. 900,8 hPa in 1215 m über dem Meeresspiegel hatten wir nur am 27.01.1932 gemessen und eben diesen Rekord am 20. Januar 2020 eingestellt.

Der Winter 2020 geht als der zweitwärmste mit einer Abweichung von +3,7 Grad in die Statistik und die Klimageschichte des Fichtelberges ein. Nur der 1989/90er Winter war mit -0,5°C um 0,4 Grad wärmer als der diesjährige. Zweistellige Temperaturen im positiven Bereich im Winter sind für den Fichtelberg schon außergewöhnlich, kommen aber hin und wieder vor. So auch diesmal. 11,2°C am 17.12.2019 verdeutlichen dies und bestätigen hin und wieder einen milden Winter. Mit -9,9°C haben wir ein zweistelliges Ergebnis in den negativen Bereich knapp verfehlt. Dieses Minimum wurde am 29.12.2019 gemessen. Normalerweise stehen uns 22 Tage mit Temperaturen unter -10°C von Dezember bis Februar zu! Selbst die Tage, an denen es dauerhaft unter 0°C bleibt, waren deutlich zu knapp bemessen. 61 hätten es sein müssen. Es waren letztendlich aber nur 35.
Zu milde Winter lassen nicht zwangsweise auch immer schneearme zu. Diesmal aber doch. Die vorherrschende SW-Wetterlage hatte zu milde und trockene Luftmassen an Bord. Erst im Februar drehte die Strömung mehr in Richtung West. Das brachte nur geringfügig kühlere Luft aber deutlich mehr Niederschlag. Nur der Höhenlage des Fichtelberges ist es zu verdanken, dass der meiste in Form von Schnee fiel und so die 50 cm Marke geknackt werden konnte. Damit gehört der 2019/20 Winter zu den 5 schneeärmsten seit Messbeginn 1916. Trotz dieser Tatsache ist es kaum zu glauben, dass 90 Tage mit Schneedecke durchschnittlich 3 Tage zu viel gewesen sein sollen, was unsere Aufzeichnungen aber belegen. Am Ende des Winters haben wir 14% mehr Nass als Normal abbekommen.

Der Sonnenschein war dagegen mit 181 Stunden um 9% sparsamer als erwartet. Zumindest hat sie uns und anderen Sonnenhungrigen auch diesen Winter wieder fotogene Auf- und Untergänge beschert oder fantastische Haloerscheinungen (12) an den Himmel gezaubert. (G. Franze)

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Fichtelbergwetter im Februar 2020

Der Februar tat das, was der Januar temperaturtechnisch schon vorgemacht hat, nämlich: mit -1,5°C im Schnitt viel zu mild und zwar um 3,3 Grad. Das ist eine ganze Menge. Hier braucht es nicht langjährig erfahrene Meteorologen. Nein, auch jeder Normalbürger wird gefühlt den Februar 2020 als zu warm einschätzen können. Der Rekord allerdings stammt aus dem Jahre 1990 und dieser war mit +0,7°C um nochmals reichlich zwei Grad wärmer als der diesjährige. Bei so viel „Milde“ muss man schon sehr weit Rückschau halten, um den kältesten Februar am Fichtelberg zu finden. Aus 1956 stammt der Negativrekord mit unglaublichen -14,2°C. Damit hat dieser Rekord seit knapp 65 Jahren bis heute die größte je auf dem Fichtelberg gemessene Normalwertabweichung eines Monats inne! Am wärmsten war es im diesjährigen Februar am 17. Mit 7,8°C und die Tiefsttemperatur wurde am 6. mit -8,2°C gemessen.

Niederschlag gab es im Februar reichlich. Die Planung sieht jährlich 79,5 mm für den Fichtelberg vor. Der Februar schaffte es dieses Jahr auf 168 mm. Damit sind wir deutlich mit über dem Doppelten (211%) bedacht worden. Meistens fiel der Niederschlag in Form von Schnee. Aber das Hin und Her zwischen Neuschnee und Tauwetter ließ die Gesamtschneedecke immer wieder abtauen. Ohne Tauwetter hätten ca. 100 cm Schneedecke aufgebaut werden können. Die Realität hat uns aber „nur“ maximal 54 cm am letzten Februartag beschert. Immerhin Wintersport war um den Fichtelberg herum den gesamten Monat lang einigermaßen sichergestellt.

Trübes und niederschlagsreiches Wetter lassen wenig Sonnentage vermuten. Und genau das können wir dokumentieren. Mit nur 34,2 Stunden standen nur knapp 45 % des zu erwartenden Sonnenscheins für den möglichen Vitamin D Aufbaus zur Verfügung. Mit so wenig Sonne zählt der Februar 2020 zu den 10 sonnenscheinärmsten seit Messbeginn 1922.

Die im Februar nahezu durchgängig stattfindende Westwindwetterlage war mit durchschnittlich 50 km/h auch einer der windigsten Monate seit Aufzeichnungsbeginn. (Gerd Franze)

Statistik

Temperatur:
Monatsmittel: -1,5°C (+3,3°C, Platz 14 der wärmsten Februarmonate)
Maximum: 7,8°C am 17. Februar
Minimum: -8,2 am 6. Februar
Frosttage (Tiefsttemperatur <0,0°C): 25
Eistage (Höchsttemperatur <0,0°C): 14

Sonne:
Monatssumme: 34,2 Stunden (44,6%, Platz 9 der sonnenärmsten Februarmonate)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 168,0 mm (211,3%)
Maximale Tagessumme: 25,2 mm am 3. Februar
Maximale Schneehöhe: 54cm am 29. Februar
Tage mit Schneedecke: 27

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 149,8 km/h am 10. Februar
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 29
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 23
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 4

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 27 (+8)
Anzahl der heiteren Tage: 0 (-2)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 27 (+2)
Tage mit Gewitter: 2 (+2)


Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Bunte Wetterwoche

Das abwechslungsreiche Wetter der Woche hat natürlich unzählige Fotomotive gebracht, die wir Euch nicht vorenthalten möchten. Vielen Dank an Jarda Fous für die heutigen Regenbögen und André Baumann für den Zirkumzenitalbogen.

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BIANCA, die Weiße und CHARLOTTE, die Gelbe

Bianca stammt aus dem Italienischen und bedeutet „die Weiße“. Als hätte man es beim Institut für Meteorologie der FU Berlin (wo auf Grundlage von Wetterpatenschaften die Namen vergeben werden) geahnt, wurde so das Schneetief benannt, welches in den letzten Tagen im Flachland meist den ersten Wintereinbruch der Saison brachte. Vor allem im Südwesten des Landes bekamen auch Lagen unterhalb 750Metern Schneehöhen bis 27cm (Geislingen/Stötten). Auf dem Fichtelberg wurde das erste Mal in diesem Winter ein halber Meter Schnee erreicht, allerdings ist dieser durch den Sturm (bis 93km/h) stark verweht, was eine punktuelle Automatenmessung sehr schwierig macht. Insofern „springen“ die Messwerte ziemlich stark, je nachdem, ob der Schnee gerade unter den Messpunkt getragen wird oder wegfegt. Zum Glück wird auf Privatinitiative noch eine statistisch vergleichbare Schneehöhe ermittelt – ein Durchschnittswert von 16 verschiedenen Standorten.

Nach dem Tief ist vor dem Tief – und wie bereits in diesem Artikel erklärt, wird auf der Vorderseite der nächsten stürmischen Dame CHARLOTTE sehr warme Luft aus dem Süden angesaugt. Noch bevor in der Nacht der letzte Schnee abgezogen war, drehte der Wind auf Süd und brachte mit einer straffen Strömung Saharastaub zu uns. Dieser wurde in den Niederschlägen gebunden und schlug sich auf zahlreichen Autos nieder, wie die Fotos von Thomas Undeutsch aus Chemnitz zeigen. Auf dem Erzgebirgskamm bekam der fallende Schnee eine deutlich gelbe Farbe, was Libor Čihák Junior eindrucksvoll in Bildern festhalten konnte. Vielen Dank an die beiden Fotografen!

Und wie geht es weiter? CHARLOTTE stürmt bereits über Deutschland und wird in der Nacht auch das Erzgebirge überqueren. Bis Montag vormittag bleibt es sehr stürmisch und regnerisch, dann beruhigt sich das Wetter vorübergehend, bevor zur Wochenmitte wahrscheinlich wieder stärkerer Niederschlag mit einer Schneefallgrenze zwischen 800 und 1.200 Meter einsetzt. Danach sieht das europäischen Wettermodell tatsächlich ein Hoffnungsschimmer auf Frühling … (ch)

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Sturm YULIA

Sturmtief YULIA am 23.02.2020 um 12.00 UTC. Quelle: Berliner Wetterkarte

Gestern überquerte uns Sturm YULIA mit zwei Sturmlinien. Die erste trat südlich der Luftmassengrenze mit starker Föhnunterstützung auf, die zweite kam kurz aber sehr heftig zusammen mit der abendlichen Kaltfront. Auf dem Fichtelberg wurde als höchste Windspitze 133 km/h registriert, aber auch im Flachland wurden vereinzelt die 100km/h erreicht (Lichtenhain/Mittelndorf: 102km/h, Oschatz: 100km/h). Die höchste Windgeschwindigkeit in Deutschland meldete mit 157 km/h der Brocken, auf der Schneekoppe wurden sogar 222 km/h registriert. Damit ist YULIA in die Liste der stärksten Stürme eingezogen.

Die Kaltfront rauschte am Abend mit heftigen Graupelschauern durch und kühlte im Laufe der Nacht die Temperaturen merklich ab, auf dem Fichtelberg von 4 auf -4 Grad und in Aue sank sie sogar um 10°C von 12 auf 2 Grad ab. Leider fiel anschließend nicht mehr wirklich viel Niederschlag, um die in den letzten beiden Tagen stark dezimierte Schneedecke auf dem Fichtelberg zu kompensieren. Schnee ist auf dem Kamm aufgrund der vom 28. Februar bis 8. März 2020 stattfindenden Juniorenweltmeisterschaft gerade enorm wichtig und wir drücken die Daumen, dass bis zum Wochenende noch Schnee hinzu kommt. Die Vorhersage ist diesbezüglich recht hoffnungsvoll …

Im Vorfeld von Sturm YULIA gab es übrigens sehr interessante und nicht alltägliche Wolkenformationen, die wohl zum einen durch den Kampf der Luftmassen, aber auch durch den Jetstream entstanden sein könnten, welcher derzeit genau uns hinweg verläuft (siehe hier). So wurden neben reichlichen Föhnwolken (lenticularis) auch die Wolkenunterarten intortus (verflochten), lacunosus (durchlöchert) und radiadus (strahlenförmig) sowie die Sonderformen asperitas (aufgewühlt), fluctus (Kelvin-Helmholtz-Wellen) und mammatus (beutelförmig) beobachtet. Nachfolgend die besten Fotos verschiedener Beobachter. (ch)

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Stürmische Zeiten

Seit fast 2 Wochen ist es vor allem auf den Gipfeln ziemlich stürmisch und Morgen rauscht mit YULIA ein neues Sturmtief heran, welches zudem noch reichlich Niederschlag bringt. Wie kommt es dazu?

Schuld ist der in diesem Jahr stabile Polarwirbel. Dieses bis in die Stratosphäre reichende Höhentief um den Nordpol herum kühlt sich durch die fehlende Sonne sehr stark ab. Um den Polarwirbel herum strömt der Jetstream, der bei einem kräftigen und stabilen Polarwirbel ebenfalls sehr kräftig ist. Dieser dient als ungebremste Autobahn für Tiefdruckgebiete, die vom Atlantik über Nordeuropa ziehen. Vor den Tiefs wird warme Luft aus dem Südwesten angesaugt, die jegliche Hoffnung auf Winter zunichte machen. Nur auf der Rückseite kann mal vorübergehend Kaltluft einströmen, aber das nächste sturm- und wärmebringende Tief kommt bei solch einer Wetterlage ganz gewiss.

Vor allem der Brocken bekommt es voll ab. Zum einen durch seine exponierten Lage im Norden Deutschlands und zum zweiten durch seine größere Nähe zum Tiefdruckkern hatte er in den letzten 2 Wochen fast täglich Windspitzen über 100km/h. Aber auch der Fichtelberg präsentierte sich durchweg stürmisch.

Aber solch wechselhaftes Wetter ist natürlich auch nicht langweilig und Regenbögen, tolle Sonnenauf- und -untergänge sowie interessante Wolken geben sich die Klinke in die Hand. Nachfolgend einige Regenbögen dieser Woche sowie der stürmische Sonnenaufgang von heute Morgen in Bild und Video.

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