Erster Schnee

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Heute gab es bei Temperaturen um 0 oder knapp darüber einige Graupel- und Schneeschauer. Am Nachmittag war einer davon so stark, daß der Schnee liegen blieb und uns mit 1cm Höhe die erste Schneedecke dieser Wintersaison bescherte. Ich nutzte die Gunst der Stunde gleich, um einen kleinen Schneemann zu bauen. Leider wurde er ziemlich schnell vom Winde mitgerissen. Aber sicherlich werden ihm in diesem Winter (so lange wir noch da sind) noch einige Brüder und Schwestern folgen… 🙂

Auch Oliver Kaufmann war auf dem Berg und hat nachfolgendes Video über den Wintereinbruch gedreht.

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Große Schäden durch Orkan Fabienne

Durchzug der Kaltfront von Sturmtief FABIENNE, aufgenommen vom Spiegelwald.      Fotos: Olaf Wolfram, digimakro.de

Letzte Nacht zog der Orkan FABIENNE mit einer markanten Kaltfront über Deutschland hinweg und brachte wie befürchtet große Schäden. Die größten Windspitzen gab es im Südwesten, auf dem 554 Meter hohen Rückenberg Weinbiet im Pfälzerwald wurde mit 159 km/h die deutschlandweit höchste Windspitze gemessen. Regional könnte es noch mehr gewesen sein. Vor allem ein Messwert vom Wendelstein wäre hier interessant, denn auf dem 1838 Meter hohen vorgelagerten Alpengipfel gab es nicht selten mit Abstand die höchste Windspitze (siehe auch Übersicht der Windstürme über Deutschland) und mit der Schließung dieser Station ist eine direkte Vergleichbarkeit solcher Sturmereignisse kaum noch möglich.

Im Erzgebirge gab es die höchste Windspitze wie erwartet mit 119 km/h auf dem Fichtelberg. Bei dem Kaltfrontdurchgang mit Gewitter und Graupelschauer sank die Temperatur markant von 12,9°C auf 0,5°C ab, die erhofften Schneeflocken blieben aber leider aus.

Im Flachland gab es ebenfalls gemessene Spitzenböen bis 106 km/h (Lichtentanne bei Zwickau), betrachtet man die großen Schäden, dürfte es aber auch hier regional weitaus mehr Wind gewesen sein. Vor allem rund um Stollberg wurden neben zahlreichen abgeknickten Ästen und umgerissenen Bäumen auch Dächer abgedeckt. Einige Gebäude sind einsturzgefährdet.  Es mussten Straßen und Bahnlinien gesperrt werden und in einigen Orten fiel der Strom aus. Über 150 Feuerwehren waren im Einsatz, u.a. um Gebäude vor umstürzenden Bäumen zu sichern und Straßen und Bahnstrecken frei zu räumen. Laut Medienberichte soll es in Stollberg auch einen Tornado gegeben haben, was aber aufgrund der großflächigen Schäden eher unwahrscheinlich ist. Wahrscheinlicher ist, dass es auf der markanten Gewitterlinie zu mehreren Downburst-Ereignissen gekommen ist (Erklärung hier).

Auch, wenn durch FABIENNE im Erzgebirge nicht die ganz großen Windgeschwindigkeiten früherer namhafter Orkane gemessen wurden, durch das frühe Auftreten und die zahlreichen Schäden reiht er sich auf jeden Fall in die Reihe der großen „Winter“-Stürme ein.

Natürlich soll auch der Niederschlag nicht unerwähnt bleiben, denn es war der erste flächendeckende Regen seit Monaten. Im Erzgebirge fielen bis 59,2mm (Talsperre Carlsfeld), was ein großer Segen für den arg gebeutelten Wasserhaushalt darstellt. Weitere Niederschlagssummen sind hier abrufbar.

Weitere Infos und Fotostrecken: MDR · Radio Erzgebirge · Wetteronline · Fotostrecke WO · Live-Ticker Kachelmannwetter

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Fichtelbergwetter im August 2018

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Der August war mit einer Abweichung von +4,4 der fünfte viel zu warme Monat in Folge und belegte auf dem Fichtelberg mit einem Monatsmittel von 15,6°C Platz 2 nach 2015 (16,3°C). Am 23. wurde am Gipfel mit 26,7°C der wärmste Tag des Jahres registriert. Das ist sicherlich weitab jeglicher Rekorde (Max: 30,6°C am 20.08.2012), aber die langanhaltenden hohen Tages- und teilweise auch Nachttemperaturen trieben das Monatsmittel in diese Höhe. Erst zum Monatsende hin wurde es wechselhafter, die Temperaturen erträglicher und auf dem Fichtelberg schon richtig herbstlich. Insgesamt gab es 6 Sommertage (Maximum >25°C), was bisher nur von 2015 mit 8 Sommertagen überboten wurde.

Der August begann sehr heiß und setzte in vielen Regionen Ost- und Norddeutschlands die anhaltende Trockenheit fort. Im Erzgebirge gab es dagegen ab und zu einige gewittrige Schauer, so dass die Flächenbilanz ziemlich unterschiedlich ausfällt. Mit 25,8mm Niederschlag (24%) gehörte der Fichtelberg zu den trockeneren Regionen, hier wurde der vierttrockenste Augustmonat der 102-jährigen Statistik registriert. An manchen Orten gab es heftige Gewitter mit Starkniederschlag, so dass einige Messstationen wie Aue (92,5mm) oder Pockau-Forchheim (92,4mm) ihr Monatssoll erreichten. Auch die Sonne machte Überstunden und schien mit 238,2 Stunden 26% über dem Normalwert. Obwohl das Erzgebirge im August zu den sonnenärmsten Regionen Deutschlands gehört, belegte der Monat auf dem Fichtelberg immerhin noch Platz 8 in den Bestenliste.

Doch so warm der August 2018 auch in Erinnerung bleiben wird, es gab im Erzgebirge auch einige Frostnächte, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Unsere beiden Hochtäler Marienberg-Kühnhaide und Jeleni/Hirschenstand meldeten am Morgen des 13. und 27. dick bereifte Minusgrade. Am 26. gab es zudem in den Alpen den ersten Schneefall bis auf 1500 Meter.

Wie schon im Juli hielt sich auch im August der Wind zurück. Mit 5,8 m/s platzierte er sich in den Top 5 der windärmsten Augustmonate. Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 09. mit 74.2 km/h gemessen. Starken Wind (Windstärke 6) gab es an 13 Tagen, Stürmischer Wind (Windstärke 8) trat nicht auf.

Durch die oft fehlenden Wolken blieben optische Erscheinungen meist aus. Lediglich einige auffällige Dämmerungserscheinungen (12) waren zu sehen, die wahrscheinlich auch auf die durch zahlreiche Waldbrände aerosolhaltige Troposphäre zurückgingen.

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im August 2018, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Herbststurm ELENA beendet Sommer

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In der letzten Nacht beendete das Sturmtief ELENA den gefühlt seit April anhaltenden Endlossommer. Nachdem gestern die Temperaturen nochmals auf bis zu 28°C (Aue, Schwarzenberg) stiegen, gab es am Abend mehrere Gewitter mit endlich wieder etwas Regen. Am meisten Regen fiel mit 15,4mm in Tannenbergstal und mit 14,0mm auf dem Fichtelberg. Danach klarte es auf, so daß die Temperaturen vielerorts in den Keller gingen. Die 2,5°C heute Morgen auf dem Fichtelberg fühlten sich zusammen mit Windstärke 10 (höchste Windspitze: 89km/h) schon richtig winterlich an, laut Windchillrechner wie -7°C. Ein Temperatursturz von T-Shirt in Mützenwetter in gerade einmal 12 Stunden…

Am Sonntag, pünktlich zum kalendarischen Herbstbeginn, zieht der nächste Sturm FABIENNE auf, der noch kräftiger werden könnte als ELENA. Dieser bereitet einige Kopfschmerzen, denn durch die lang andauernde Hitze und Trockenheit, aber auch durch Borkenkäfer und den beiden letzten Winterstürmen HERWART und FRIEDERIKE sind die Wälder enorm geschwächt. Zudem bieten das noch vorhandene Laub eine größere Angriffsfläche als im Winter, so dass mit großen Schäden zu rechnen ist. Deshalb sei ausdrücklich davor gewarnt, sich bei diesem Sturm im Wald aufzuhalten! Hinzu kommt reichlich Regen, regional werden bis zu 50mm erwartet. (ch)

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Bunter Gewittertag

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Schon lange gab es keinen so bunten Wettertag mehr wie gestern. bereits am Morgen erglühte eine Bank mittelhoher Wolken in strahlendem Rot. Am Nachmittag entstand dann direkt über dem Berg ein kleines Gewitter, dessen nachfolgender Niederschlag nicht so recht abziehen wollte und für mehr als 3 Stunden einen schönen Regenbogen an den Himmel zauberte, der zeitweise sogar doppelt zu sehen war. Nachfolgend die schönsten Fotos (ch).

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Erste Herbststürme in Sicht?

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Morgendliche Nebelfelder in den Tälern

Urlaubsbedingt, aber auch aufgrund einer gewissen Langweiligkeit 😉 haben wir länger nicht über das Wettergeschehen berichtet. Denn der seit April anhaltende Sommer will und will nicht weichen. Nur die schon sehr kühlen Nächte mit Nachtfrösten in den Hochtälern Kühnhaide (gestern Morgen: -2,8°C) und Jeleni (-4,2°C) und die häufiger auftretenden morgendlichen Nebelfelder erinnern an die fortgeschrittene Jahreszeit. Vom kleinen Temperatureinbruch am Wochenende abgesehen, blieben bisher tagsüber die sommerlichen Werte erhalten und jeglicher Vorstoß der Vorhersagemodelle in Richtung tiefgreifender Wetterlagenänderung schlug fehl. Bis Freitag wird sich am sonnigen und sehr warmen Spätsommerwetter auch nichts ändern.

Aber nun berechnet das amerikanische Modell zum kommenden Wochenende einen Wetterwechsel durch zwei Sturmtiefs. Bereits am Samstag könnten die Reste von Ex-Hurrikan FLORENCE für ein turbulentes Sommerende und einen markanten Temperaturrückgang sorgen. Kommende Woche könnte sich auf ähnlicher Bahn ein zweites Sturmtief entwickeln. Das europäische Wettermodell berechnet zwar auch hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, was zu einer unbeständigen Südwestwetterlage führen kann, aber durch einen Hochdruckkeil über Mitteleuropa würde sich nach dieser Variante nach Osten zu der Altweibersommer mit einigen Unterbrechungen fortsetzen.

Wenigstens wird es in der Wetterküche endlich einmal wieder spannend! (ch)

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Urlaubsgrüße aus den Alpen

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Die Kaltfront hat in den Alpen oberhalb 3000 Meter erneut Schneefall gebracht. Und ich habe am Großglockner meinen ersten kleinen Schneemann in dieser Wintersaison bauen können, dem sicherlich noch viele weitere folgen werden … Denn einen kleinen Hinweis auf den zu erwartenden Winter haben die Murmeltiere gegeben, die in diesem Jahr derart fett gefressen sind, dass sie viel zu träge sind, um vor den Touristen zu flüchten … (mehr Bilder hier). Der ehemaligen Wetterwarte Wendelstein, wo ich 13 Jahre gearbeitet habe, stattete ich natürlich ebenfalls einen Besuch ab, immerhin habe ich ein Stück meines Herzens dort gelassen … (ch)

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Wetterwarte Schneekoppe (1603m)

Das Riesengebirge erstreckt sich an der Grenze zwischen Polen und Tschechien auf einer Länge von ca. 70 km von Nordwest nach Südost und erreicht mit der Schneekoppe (tschech. Sněžka, poln. Śnieżka) eine Höhe von 1603 m über NN. Sie ist ein klimatischer Sonderfall und stellt eine „wirkliche arktische Insel“ in Mitteleuropa dar. Mit einer Jahresmitteltemperatur von plus 0,5 Grad (1880 bis 2017) sind die Gipfel des Riesengebirgskammes eher einem Hoch- als einem Mittelgebirge zuzuordnen. Das Klima ist extrem rau und erreicht auf der Schneekoppe Werte, die in den Alpen an exponierten Stellen erst in Höhen von etwa 2100 Metern gemessen werden. Klima und Vegetation werden auf dem Kamm als subalpin und auf der Schneekoppe als alpin beschrieben.

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Auf dem Riesengebirgskamm: Hochmoore, Wollgras und Latschenkiefern sind typisch für die Landschaft, im Hintergrund die Schneekoppe. Foto: Matthias Barth

Lange schneereiche Winter und kurze Sommer, ebenso Winterstürme von weit über 200 km/h prägen das Klima. Große Teile des zum Teil hochplateauartigen Kammes verbergen sich 5 bis 7 Monate unter einer Schneedecke. Schneehöhen von mehr als 3 Meter sind dort keine Seltenheit. An den Steilhängen zur Schneegrube, zum Riesengrund usw. können sich Wächten von über 15 Meter ausbilden und in den Schneegruben findet man häufig bis in den Spätsommer letzte Überreste des Winters. Lawinenabgänge sind fast jedes Jahr zu verzeichnen. Das schlimmste ereignete sich am 20.03.1968 mit 19 Toten. 200 Frosttage sind auf der Schneekoppe der Normalfall, nur im Monat Juli ist statistisch nicht damit zu rechnen. An durchschnittlich 120 Tagen (selbst im Sommer) fällt Schnee. 309 Nebeltage und jährliche Niederschlagssummen von 1200 bis 1500 mm (L pro m²) machen das Klima nicht gerade reizvoll. Es gibt aber auch Lichtblicke – die Sonne, durchschnittlich ganze 1425 Stunden hat die Schneekoppe im Jahr zu bieten. Besonders häufig scheint sie im Spätherbst und in den Wintermonaten über der Inversion – über dem Nebelmeer, wo die Luftfeuchte bei fast 0 Prozent liegt und Sichtweiten von 200 Kilometer möglich sind. Allerdings stellt sich dann häufig ein heftiger Föhnsturm auf dem Kamm und am Steilabfall zur polnischen Seite hin ein.

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Frostnacht im Erzgebirge

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Frostiger Morgen. Foto: Libor Čihák Junior

Durch den klaren Himmel und die damit verbundene große nächtliche Ausstrahlung gingen die Temperaturen in der letzten Nacht in den Keller. Besonders in den beiden Kältepolen fielen die Temperaturen in den Keller. So meldete Marienberg-Kühnhaide -2,0°C, in Jelení (Hirschenstand) sogar -4,5°C. Dort und im benachbarten Rolava (Sauersack) verwandelte Reif die Landschaft in eine frostige Eiswelt, wie die folgenden Bilder von Libor Čihák Junior zeigen. Vielen Dank dafür!

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Der letzte Nachtdienst auf dem Fichtelberg

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Mit diesem 500. Blogeintrag geht eine Ära zu Ende: Insgesamt 70 Mitarbeiter haben seit dem 01.01.1916, also Oder 102 Jahre, 7 Monate und 26 Tage ohne einen einzigen Ausfall, allen Widrigkeiten zum Trotz rund um die Uhr das Wetter beobachtet. Einmalig für eine Bergstation in Deutschland! Mit dem heutigen Tag wird aber unser Meldesoll eingeschränkt, was heißt, dass die Wetterwarte nicht mehr durchgängig besetzt ist. Dadurch kommt es aufgrund von noch immer fehlenden Automaten zwangsläufig zu Datenlücken, so wird zum Beispiel die Niederschlagssumme nur noch 24-stündig gemeldet.

Für uns noch verbliebenen 3 Mitarbeiter ist dies ein weiterer schmerzlicher Schritt in Richtung Vollautomatisierung, welche wie geplant zum 01.01.2019 erfolgen wird. Dann geht eine über 100-jährige allumfassende Klimareihe zu Ende und es wird ein großes Stück intensive Naturbeobachtung und –erfahrung aufgegeben.

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