Urlaubsgrüße vom Wendelstein

Heutiger Anblick der ehemaligen Wetterwarte Wendelstein mit (Wind-)Mast und privater Messstation des LMU-Observatoriums.

Da im Sommer auch die Redakteure dieser Seite ausfliegen, gibt es weniger Neues vom (derzeit doch recht langweiligen) Fichtelbergwetter. Stattdessen wollen wir Euch ab und zu in den Urlaub mitnehmen.

Ich besuchte letzte Woche den Wendelstein in Oberbayern. Dieser 1835 Meter hohe Berg befindet sich am Nordrand des Mangfallgebirges zwischen Bayrischzell und Brannenburg und bietet wegen seiner exponierten Lage nicht nur eine atemberaubende Rundumsicht, sondern auch viele interessante Wetterphänomene. Von Oktober 1883 bis September 2012 befand sich auf dem Gipfel eine Wetterwarte, die leider ein Jahr vor dem 130-jährigen Bestehen komplett geschlossen wurde. „Der Versuch, die Wetterstation auf dem Wendelstein in den Alpen auf automatischen Betrieb umzurüsten, ist misslungen“, sagte der Pressesprecher des DWD (Quelle).

Aus dem letzten Dienst.

Ich durfte von 1999 bis 2012 auf dem Wendelstein arbeiten und es war (wie jetzt auch am Fichtelberg) ein Arbeitsplatz, auf dem man nicht nur nach Vorschrift Dienst machte, sondern seine Seele einbrachte (und ein Stückchen auch zurück ließ). Auf diesem vorgelagerten Fels fand das Wetter nicht am Himmel statt, sondern oftmals in Augenhöhe. Man war also mittendrin, sozusagen als Teil des Wetters. Ich liebte es, wenn die zahlreichen Föhnstürme für unglaubliche Stimmungen sorgten, Irisierende Wolken vorbeischwebten, sich im Tal Regenbögen zeigten oder das Glorien-umringte Brockengespenst im letzten Abendlicht den Berg erklomm.

Wegen seiner exponierten Lage wurden auf dem Wendelstein immer wieder sehr hohe Windgeschwindigkeiten gemessen, zum Beispiel während Föhnwetterlagen oder beim Durchzug atlantischer Sturmtiefs. Bei Weststurm kommt noch ein besonderer Effekt hinzu – vor einer aufziehenden Front werden die Winde am Nordrand der Alpenbarriere durch eine Art Düsenwirkung zusätzlich verstärkt. Beim Orkan „Kyrill“ im Januar 2007 wurden in einer Windböe 201,7 km/h erreicht, beim Orkan „Lothar“ am 26. Dezember 1999 waren es 259 km/h.

Mit 2,1°C war das Jahresmittel nur wenig kälter als auf dem 600 Meter tieferen Fichtelberg (2,9°C). Ursache sind vor allem die Föhnstürme im Winterhalbjahr. So sind die mittleren Monatsmittel von Oktober bis Februar durchweg höher als auf dem Fichtelberg. Allerdings merkt man die Höhenlage vor allem dem absoluten Maximum an. Während auf dem Fichtelberg in 101 Jahren immerhin 3 Tage mit Temperaturen > 30°C verzeichnet wurden, betrug die absolute Höchsttemperatur auf dem Wendelstein nur 26,2°C (7.07.1983). Die Tiefsttemperatur lag mit -29,1°C deutlich über den der Alpentäler, wo nicht selten die Nachttemperaturen auf unter -30°C rauschten. Oft war der Wendelstein noch vor dem Brocken die stürmischste Station Deutschlands (siehe „Orkane und schwere Winterstürme über Deutschland“). Auch die höchste Windspitze von 265km/h liegt noch über der des Brockens (263km/h) und erst recht über der des Fichtelberges (216km/h). Die höchste gemessene Schneehöhe stammt aus dem Februar 1956 mit 4,50 Meter.

Heute gehört das ehemalige Wetterwartengebäude dem Observatorium Wendelstein der LMU München. Neben dem Windmastgerippe, welches nach wie vor den Gipfel ziert, wurde im Gebäude auch eine Wetterwarten-Gedächtnisecke eingerichtet, die immer an 129 Jahre Wetterbeobachtung am Wendelsteingipfel erinnern soll. (ch)

Mehr Infos zur Wetterwarte Wendelstein:

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Helle Mondhalos über dem Erzgebirge

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In der letzten Nacht gab es ungewöhnlich helle und ausgedehnte Mondhalos über dem Erzgebirge. Halos entstehen durch Lichtbrechung- oder -Beugung an den kleinen Eiskristallen hoher Schleierwolken. Diese zogen von einem sich auflösenden Gewittercluster südlich des Erzgebirgskamm nach Norden und zauberte einige Haloarten an den Himmel. Zu sehen waren die Lichtsäule, der 22°-Ring, beide Nebenmonde, der obere Berührungsbogen, 46°-Ring, Zirkumzenitalbogen und Fragmente des Horizontalkreises. Am Fichtelberg waren die Halos von 23.15 Uhr bis kurz nach Mitternacht zu sehen. Aber auch aus vielen anderen Teilen des Erzgebirges und Sachsen wurde begeistert von diesen Halos berichtet. (ch)

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Gewitter an der Luftmassengrenze

An den letzten beiden Tagen konnten wir uns an Gewittern erfreuen, die wenig zerstörerisch, aber dafür sehr fotogen waren (so müssen Gewitter sein!). Ursache war eine Luftmassengrenze, denn während in den Norden maritime und nur mäßig temperierte Luft aus subpolaren Breiten eingeflossen ist, hat sich im Süden sehr warme bis heiße Subtropikluft aus südlichen Gefilden breitgemacht. Während das nördliche Leck an der Grenze zu Dänemark mit einem nächtlichen Erdbodenminimum von 1°C nur knapp am Bodenfrost vorbeigeschrammt ist und auch tagsüber kaum 20°C erreicht wurde, schwitzte der Süden bei Temperaturen bis 35°C. Diese Luftmassengrenze lag in den letzten Tagen quer über Deutschland und es bildeten sich seit Mittwoch auch über dem Erzgebirge Gewitter. Gestern Abend und in der Nacht folgen dann mit dem kleinen Tief UWE weitere Gewitter nach. Inzwischen haben sich die Nord-Süd-Temperaturen zwar etwas angeglichen, aber der Süden bleibt auch in den kommenden Tagen deutlich wärmer. Auch wenn das Wetter am Wochenende allgemein ruhiger ist, kann das eine oder andere Gewitter nicht ausgeschlossen werden.

Und wie geht es weiter? Bis mindestens Monatsmitte bleibt es nicht nur wechselhaft, sondern es wird auch deutlich kühler. Denn dem Azorenhoch gelingt es derzeit nur in labiler Art und Weise einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa aufzubauen, der aber nur schwach ist und zu südlich verläuft, um die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zu belassen. Insofern werden kommende Woche immer wieder Tiefs mit einer westlichen bis nordwestlichen Grundströmung kühle Atlantikluft heranführen. Hoffnung macht derzeit nur das amerikanische Modell, welches für die dritte Monatsdekade eine grundlegende Veränderung der Großwetterlage mit neuer Hitzewelle berechnet. Allerdings steht es mit dieser Meinung ziemlich alleine da, die anderen Modelle sind gegen Sommerhitze und erfreuen sich an weiteren Gewittern genauso wie wir 😉

Als kleiner Trost für alle Sommerfans hier eine kleine Zusammenstellung der herrlichen Gewitterstimmungen der letzten Tage. (ch)

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Fichtelbergwetter Juni 2017

Der erste meteorologische Sommermonat präsentierte sich auf dem Fichtelberg zu warm und bei normalem Niederschlag machte die Sonne reichliche Überstunden. Obwohl es kaum ausgeprägte und langanhaltende Fronten gab (siehe diesen Artikel), dominierte letztendlich Hochdruckeinfluss mit häufig warmen Luftmassen aus dem Süden. Dazwischen wurde immer mal wieder kühlere Luft aus dem Norden angezapft, die beharrlich über Skandinavien lagerte und dort seit 20 Jahren wieder für weiße Mittsommer sorgte. So schlimm wurde es bei uns nicht, aber zu Monatsbeginn gab es in den Marienberger Kältelöchern einige Male Bodenfröste (Minima: Kühnhaide -5,0°C und Deutschneudorf-Brüderwiese -2,3° am 02.).

Der Monat bescherte uns auch einige Gewitter, jedoch blieben große Unwetter dem Erzgebirge fern. Vereinzelt gab es kaum Regen und die Böden dörrten aus.  Ab Monatsmitte explodierten rund um den Fichtelberg die Sommerwiesen und die höchst gelegenen Orchideen standen in Vollblüte. Am 22. gab es auf Sachsens höchstem Gipfel den ersten Sommertag des Jahres (Höchsttemperatur ≥ 25 °C). Zum Monatsende folgte dann endlich der vielfach lang ersehnte flächendeckenden Regen. Auch hier blieb das Erzgebirge von größeren Niederschlagssummen, wie sie beispielsweise in Berlin und Brandenburg fielen, verschont. Immerhin reichte dieser Regen aus, um die Monatssumme auf das Niveau des langjährigen Mittels zu heben.

Statistisch gesehen lag die Monatsmitteltemperatur auf dem Fichtelberg mit 12.7 °C um 3.2°C über dem langjährigen Durchschnitt von 9.5 °C. In der 101-jährigen Statistik der Wetterwarte Fichtelberg belegt sie Platz 4. Interessant ist, dass nach dem unschlagbaren Juni 2003 (13,8°C) gleich 1917 mit 13,6°C folgt. Vor genau 100 Jahren war der Juni also ebenfalls viel zu warm! Die Monatshöchsttemperatur von 25.9 °C wurde am 22. des Monats gemessen. Hier hatte 1917 mit 27,0°C aber deutlich mehr zu bieten, nämlich den bisherigen absoluten Junirekord. Die Monatstiefsttemperatur erreichte am 7. Juni 2.8 °C und lag im Normbereich.

Die Sonne schien 257,5 Stunden, was 153% des Normalwertes entspricht. Der Monatsniederschlag lag bei 116,1 mm. Das sind 106% der normalen Erwartung von 108.6 mm. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 22. Juni mit 37.0 mm.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 22. mit 108.4 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 20 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 7 Tagen. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Juni 2017, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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300.000 Besucher

Milchstraße über dem Fichtelberg, aufgenommen vom Oberbecken Markersbach

So viele Sterne, wie in der Milchstraße über dem Fichtelberg leuchten, so viele Besucher haben inzwischen unsere Seite besucht 🙂

Wir bedanken uns für das rege Interesse und bemühen uns weiterhin um eine umfangreiche Themenvielfalt!

Herzlichen Dank
sagt das Team der Fichtelbergseite

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Endlich flächendeckender Regen

… dachten sicher die meisten Erzgebirger, denn die maximal 27,3mm (Carlsfeld), die uns Tief RASMUND gestern brachte, waren ein Segen für die ausgetrockneten Böden. Sicher war es zeitweise recht ungemütlich, aber größere Schäden gab es hier nicht.

Anders sah es im Vogtland aus, wo in Gruenbach-Muldenberg mit 70mm mehr als doppelt soviel vom Himmel kam. So richtig geöffnet wurden aber die Schleußen über Berlin und einigen Teilen Brandenburgs. In Berlin fielen innerhalb 24 Stunden Rekordniederschlagsmengen bis fast 200mm Niederschlag (Berlin-Tegel: 196,9mm), in Oranienburg wurde mit fast 250mm Regen fast die halbe mittlere Jahresmenge registriert (siehe Karte). Feuerwehren waren im Dauereinsatz und es wurde örtlich der Ausnahmezustand ausgerufen. In Tegel hatten 180 Fluggäste die Nacht auf dem Flughafen verbringen müssen, weil ihre Flüge komplett gestrichen worden waren. Auch der öffentliche Nahverkehr war in der Hauptstadt teilweise gestört. Einige U-Bahn-Linien waren unterbrochen und einige U-Bahnhöfe mit Wasser vollgelaufen. Auch Autobahnen waren überflutet und die A100 war wegen einer Überschwemmung nahe dem Dreieck Funkturm in Richtung Süden wegen Überflutung vorübergehend gesperrt. Fotostrecken auf Wetteronline und der Berliner Bild sowie eine Videosammlung der Berliner Zeitung zeigen eindrucksvolle Aufnahmen.

Eine Überraschung der anderen Art gab es in den Alpen, denn dort wurde es oberhalb 2500 Metern weiß. Unser Kollege Hermann Scheer vom Observatorium Hohen Sonnblick (3106m) und die Webcams auf der Zugspitze konnten diesen sommerlichen Wintereinbruch festhalten. (ch)

 

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Herbststimmung zum Siebenschläfer

So herbstlich, wie auf den Bildern zu sehen, begann heute der Tag auf dem Fichtelberg. Zwar war es tagsüber dann nochmals sommerlich warm, aber dennoch kann man die heutige Morgenstimmung als Wegweiser für die kommenden Tage sehen. Denn nachdem uns Tief RASMUS morgen flächendeckenden Regen bringt, gehen die Temperaturen bis Wochenanfang steil nach unten. Die Fichtelberger Winterfans liebäugeln bei den derzeit modellierten 2-3°C Nachttemperaturen am kommenden Dienstag sogar mit vereinzelten Schneeflocken 😉

Nachdem gestern Siebenschläfertag war, fragen sich viele, ob der Sommer nun ins Wasser fällt. Immerhin räumt Tief RASMUND nach und nach die warme und feuchte Luft aus Deutschland raus und ersetzt sie durch eine kühlere. Aber es gibt dennoch Hoffung. Zwar stellt sich häufig um den Siebenschläfer herum die Großwetterlage für den Sommer ein, aber wegen der gregorianischen Kalenderreform ist dieser um 10 Tage zu früh datiert. Die heutigen Modelläufe favorisieren nach der Temperaturtalfahrt eine Normalisierung des Wetters über Deutschland. So kann sich weder die atlantische Frontalzone, noch das Azorenhoch nachhaltig durchsetzen was mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wechselspiel aus Sonne, Wolken und etwas Niederschlag bei Temperaturen um 25°C nach sich zieht.

Bisher war der Sommer trotz Auf und Ab der Temperaturen, bei dem ständig  Hitzewellen durch oft markant kühleres Rückseitenwetter abgelöst wurde, um 2-3 °C zu warm. Der Juli könnte sich ohne große Berg- und Talfahrten dem Temperaturmittel nähern. Und, falls die Siebenschläferregel in diesem Jahr recht behält, könnte dies der Sommertrend für die nächsten 6 Wochen sein. Immerhin hat die Siebenschläferregel vor allem in Süddeutschland eine bis zu 80-prozentige Trefferquote.  (ch)

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Regenbögen dritter und fünfter Ordnung im Erzgebirge

Primärer, sekundärer (links) und tertiärer (rechts) Regenbogen, aufgenommen am 9.06.2017 von Wolfgang Hinz in Schwarzenberg

Einen Haupt- und einen Nebenregenbogen (Primärer und sekundärer Regenbogen) hat sicher jeder schon einmal gesehen. Aber um Regenbögen höherer Ordnung zu verstehen, muss man sich mit deren Entstehung auseinandersetzen.

Ein Regenbogen entsteht um den Sonnengegenpunkt, wenn dort es dort regnet und gleichzeitig die Sonne scheint. Dann tritt das Sonnenlicht in den Regentropfen ein und wird am Tropfenrand gebrochen und in seine Spektralfarben zerlegt. Im Tropfen selbst finden Reflektionen statt, das heißt, der Strahl wird umgelenkt und tritt in bestimmten Winkeln wieder aus dem Tropfen aus. Bei einem Hauptregenbogen (primärer Regenbogen) findet eine Reflektion statt und es entsteht ein Regenbogenkreis mit einem Radius von ca. 42°. Zweifache Reflektion erzeugt den Nebenregenbogen (sekundärer Regenbogen) mit einer Radius von 51°.

Schon lange haben sich Wissenschaftler mit theoretischen Betrachtungen zu weiteren Regenbögen beschäftigt, denn in Laborversuchen sind auch drei-, vier- und weitere Reflektionen im Tropfen möglich. In der Natur wurden sie aber nie nachgewiesen. Zwar gab es drei überlieferte Beobachtungen, jedoch nicht eindeutig nachvollziehbar.

Entstehung der Regenbögen nullter bis fünfter Ordnung. Grafiken: Michael Großmann

Dieses Gebiet faszinierte Michael Großmann aus dem baden-württembergischen Bilfingen und er führte eigene Versuche durch, bei dem er Regenbögen bis zur 14. Ordnung simulieren konnte. Am 15.05.2011 gelang ihm eine Sensation und er konnte erstmalig einen Regenbogen dritter Ordnung in der Natur nachweisen. Dieser befindet sich in Sonnenrichtung 40° von der Sonne entfernt. Vermessungen von Wissenschaftlern bestätigten diese Erstbeobachtung. Die Stadt Bilfingen sponserte für ihren Pionier sogar einen Regenbogenplatz, der diese weltweit aufsehenerregende Leistung würdigt.

Danach ist unter den bewanderten Beobachtern ein wahrer Hype entstanden und bis heute konnten 33 Tertiäre, also Regenbögen dritter Ordnung nachgewiesen werden, dazu ein Dutzend Quartiäre (4.) und inzwischen auch einige wenige Bögen der 5. Ordnung.

Als am 9. Juni 2017 ein heller Regenbogen über Schwarzenberg erstrahlte, versuchten auch Claudia und Wolfgang Hinz ihr Glück. Während Wolfgang im Oswaldtal komplett im Regen stand, fuhr Claudia, die gerade von Arbeit kam, auf den Brückenberg und konnte von dort aus fast trocken Schauer und Regenbogen im Tal beobachten. Geistesgegenwärtig fotografierte Wolfgang in Sonnenrichtung, um vielleicht später einen Tertiären auf den Fotos zu finden. Claudia hatte nicht viel Hoffnung auf was Höheres, denn es fehlten in Sonnenrichtung einfach die Tropfen. Doch die Auswertung der Fotos (vielen Dank an Michael Großmann!) ergab eine Überraschung. So hatte Wolfgang nicht nur deutlich einen Tertiären erwischt, sondern Claudia zudem einen Regenbogen fünfter Ordnung, der genau zwischen Haupt- und Nebenregenbogen liegt. Wer hätte das gedacht! Dementsprechend groß ist unsere Freude! (Claudia und Wolfgang Hinz, Michael Großmannn)

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250617-Leuchtende Nachtwolken

Titel

Sie ist wieder da, die Zeit der Leuchtenden Nachtwolken. Um was es sich dabei handelt und wann sie zu sehen sind, ist in diesem Artikel beschrieben. In unseren Breiten ist die größte Chance, sie zu erhaschen, von Mitte Juni bis Mitte Juli.

Das erste Mal zeigten sie sich in diesem Jahr ganz schwach am Morgen des 15.06.2017. Vom Fichtelberg aus waren sie nur durch die charakteristischen zarten Wellenstrukturen eindeutig am Dämmerungshimmel auszumachen.

In der letzten Nacht waren sie das erste Mal eindrucksvoll erkennbar und hoben sich kontrastreich vom Himmel ab. Von Schwarzenberg aus gesehen standen sie eine Handbreit über dem Spiegelwald, ein schmaler hellerer Streifen schaute zudem aberwitzig hinter dem Bergrücken hervor.

Auch in den kommenden Nächten bleibt die Chance, Leuchtende Nachtwolken beobachten zu können, sehr groß. Voraussetzung ist natürlich ein klarer Himmel, freier Nordblick und eine relativ dunkle Umgebung. Dann kann man bei Vorhandensein die zarten Wolkenstrukturen mit bloßem Auge oder einem Fernglas am Himmel verfolgen.

 

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Bergsommer

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Schlangenknöterich mit Fichtelbergblick bei Bozi Dar

Nach drei Bergsommertagen auf dem Fichtelberg (Höchsttemperatur >20°C) erblühen nun auch in den Höhenlagen um 1000 Metern rund den Kamm die letzten Knabenkrautwiesen. Zudem leuchten die Bergsommerwiesen in allem möglichen Farben. Neben „normalen“ Blumen wie Lupinen, Teufelskralle, Schlangenknöterich, Bärwurz, Wiesenglockenblume oder Waldstorchenschnabel sind hier auch alpine Arten wie Arnika, Alpenmilchlattich, Akeleiblättrige Wiesenraute, Alantdistel, Prachtnelke oder die Rote Lichtnelke zu finden. Mit ein bisschen Zeit lassen sich unzählige Arten entdecken und jede Wiese birgt andere blumige Geheimnisse. Besondere Tipps sind die herrlichen Lupinenfelder am Keilberg und am Schwarzwasser bei Bozi Dar, die Sommerwiesen an der von der Grenze ausgehende Poststraße und die Blumenpracht im Pöhlbachtal. (ch, wh)

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