Erste Leuchtende Nachtwolken der Saison über dem Erzgebirge

Leuchtende Nachwolken über dem Spiegelwald

7 Nächte früher als 2019 begann in der letzten Nacht über dem Erzgebirge die Saison der Leuchtenden Nachtwolken (NLC). Genaugenommen sind sie schon 2 Nächte zuvor bis in südlichere Breiten aufgetreten, allerdings waren sie aufgrund von Wolken bei uns nicht zu sehen.

Echos am OSWIN-Radar vom 6.06.2020. Quelle: IAP Kühlungsborn

Ein erstes Indiz für ein eventuelles Auftreten von NLC ist die Mesosphären-Radarmessung des Leipnitz-Institus für Atmosphärenphysik Kühlungsborn [Link]. Bei leichten Echos muss in unseren Breiten nicht unbedingt etwas zu sehen sein sowie bei fehlenden Echos trotzdem NLC auftreten können, aber wenn die Messungen derart opulent sind wie gestern, ist ein Auftreten der 80-85km hohen filigranen silbrig-weißen Wolken sehr wahrscheinlich.

NLC sind normalerweise in der nautischen Dämmerung bei Sonnentiefen zwischen 6 und 16° am Nordwest- bis Nordosthorizont zu sehen. Doch seit letztem Jahr scheint nichts mehr normal zu sein. Bereits im letzten Jahr gab es eine Jahrhundertshow, die bis weit in den Süden reichte. Und auch gestern waren bereits ab 22.20 Uhr die ersten zarten NLC-Strukturen im Südwesten zu sehen und sie reichten zudem bis fast in den Zenit! Da die Beleuchtung der hohen Wolken ziemlich schnell abflaute, sank die Höhe rasch und das südwestliche Feld verlagerte sich nach Westen, wo es ziemlich deutlich (Helligkeit 3 von 5) zu sehen war. Ein weiteres Feld verschlungener NLC-Strukturen entstand im Norden, von unserem Standpunkt aus genau über dem Spiegelwald. Um 23.30 verblassten die letzten Leuchtenden Nachtwolken, während sich gleichzeitig die tiefen Wolken ausbreiteten. Insofern war ein weiteres Display am Morgen von uns aus nicht zu sehen.

Aber auch wenn die Bewölkung in den nächsten Tagen kaum den Blick auf eventuelle NLC freigeben wird, so gibt es bis zum Saisonende sicherlich noch Möglichkeiten, dieses herrliche Naturschauspiel in klaren Nächten zu verfolgen. Bei uns (50. Breitengrad) treten sie in einem Zeitfenster von etwa 22.30 bis 24.00 Uhr abends und 02.30 bis 04.00 Uhr am Morgen auf. In dieser Zeit werden die Wolken aufgrund ihrer großen Höhe direkt angeleuchtet, während tiefe Wolken im Schatten liegen. Süd-NLC, die es seit letztem Jahr auch in unseren Breiten zu geben scheint, zeigen sich auch schon eher.

Im Norden Deutschlands sind Leuchtende Nachtwolken in den Sommermonaten fast in jeder zweiten Nacht zu sehen, nach Süden hin nimmt die Häufigkeit jedoch stark ab. Im Erzgebirge kann man sie meist um die 5 Mal, im Süden sogar nur einmal pro Saison beobachten.

Bis zum Saisonende gibt es also noch Möglichkeiten, dieses herrliche Naturschauspiel in klaren Nächten zu verfolgen. Über die Warnliste des Arbeitskreises Meteore e.V. kann man sich über ein Auftreten informieren lassen, ebenso wird im NLC-Forum über Beobachtungsmöglichkeiten diskutiert sowie Sichtungen präsentiert und ausgewertet. (ch)

Fotos von ch und wh, aufgenommen bei Schwarzenberg

Fotos von Libor Čihák Junior in Přebuz (Frühbuß)

Zeitraffer von Rene Zinke nahe Schwarzenberg

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Fichtelbergwetter im Mai 2020

Der letzte von drei Frühlingsmonaten kehrte den Trend „zu warm zu sein“ um. Nach vielen Monaten haben wir jetzt wieder einen, der zu kalt ausfiel und zwar um genau 0,6 Grad. Der zuletzt zu kalt ausfallende Monat war genau vor einem Jahr der Mai 2019 mit einer negativen Abweichung von 1,4 Grad. Ob das auf einen ähnlichen Sommerverlauf schließen lässt sei dahingestellt. Einen neuen Trend kann man aus zwei gleichen Ereignissen noch nicht ableiten. Mit 17,0°C Höchsttemperatur am 18. Mai wurde die 20-Grad-Marke deutlich verfehlt. Der für einen normalen Mai zu erwartende Höchstwert liegt bei 15,2°C. Tage mit Frost verzeichneten wir 9, normal wären 6.

Einen witterungsstabilisierenden Einfluss im Jahresverlauf haben pünktlich eintreffende Singularitäten. Das sind regelmäßig wiederkehrende Ereignisse, die den zu erwartenden steten Temperaturverlauf unterbrechen. Im Mai sind das die sogenannten Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die „Kalte Sophie“). 2020 trafen alle pünktlich ein. Mit -6,0°C war Pankratius der Rekordhalter. Am Erdboden wurden sogar -7,5°C gemessen.

Die gegen Ende Mai sich einstellenden Niederschläge fielen meist in Schauerform, so dass regional sehr unterschiedliche Mengen auftreten können. Am Fichtelberg zogen die starken Schauer meistens vorbei und in Summe zeigt sich das auch im Monatswert. Wieder nur 89% vom Normalwert erweitern die negative Bilanz. Mit den Eisheiligen baute sich, nachdem die vorerst letzten Schneereste am 8. Mai verschwanden, nochmals eine 10cm dicke Schneedecke aus. Mit dem Verschwinden der „Kalten Sophie“ verschwanden auch hier die hoffentlich letzten Schneereste der Saison.

Die Sonne hat sich im Mai klar an die Vorgaben gehalten. Mit 186 Stunden strahlte sie uns vom stahlblauen Himmel.

Eine im Mai zu verzeichnende Besonderheit verursachten die zu zwei Drittel aus nördlicher Richtung kommenden Luftmassen. An 29 Tagen verzeichneten wir Sichtweiten von mehr als 50km.

Statistik

Temperatur:
Monatsmittel: 5,7°C (-0,6°C)
Maximum: 17,0 am 18. Mai
Minimum: -6,0 am 12. Mai
Frosttage (Tiefsttemperatur <0,0°C): 9

Sonne:
Monatssumme: 185,6 Stunden (105,2%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 90,2 mm (89,4%)
Maximale Tagessumme: 20,4 mm am 22. Mai
Maximale Schneehöhe: 10cm am 12. Mai
Tage mit Schneedecke: 2 (-7)

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 82,8 km/h am 25. Mai
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 13
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 0
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 0

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 13 (-3)
Anzahl der heiteren Tage: 0 (-2)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 21 (-1)
Tage mit Gewitter: 1 (-4)

Frühjahr 2020

Trotz des zu kühlen Mai war das Frühjahr mit 3,2°C um 1,5 Grad zu warm. Am deutlichsten wird die zu warme Witterung am Fichtelberg bei der Betrachtung der Eistage (Maximum < 0°C) sichtbar. 23 wären im langjährigen Mittel normal. Es sind diesmal aber nur 11 geworden.

Ein zu trockenes Frühjahr heißt 2020: Nur 77% des zu erwartenden Niederschlages erreichten den Erdboden. Diese reichten auch nur für eine Schneedecke von 64 cm (Höchstwert dieses Jahres) am 8. März. Und im Frühjahr lag an nur 47 Tagen hier oben Schnee. Das sind 18 zu wenig. Auch die Luftfeuchte war mit nur 73% deutlich von den zu erwartenden 86% entfernt.

Damit kann man schon ein sonnenreiches Frühjahr erahnen. Ja genau! Mit 149% hat die Sonne zum Soll nochmal knapp die Hälfte draufgepackt. Insgesamt sind das 624 Stunden. Vom Rekord sind wir aber dennoch reichlich entfernt. Das Frühjahr 1953 hält diesen weiterhin mit 677 Stunden.

Anmerkung: Die langjährigen (30-jährigen) Normalwerte mit denen die heutigen Messungen verglichen werden, sind von 1961 bis 1990. Ein Vergleich mit Normalwerten von 1971 bis 2000 oder von 1981 bis 2010 würden manche heute extrem anmutenden Werte und die scheinbar immer extremer werdenden Trends deutlich relativieren. (Gerd Franze)

Statistik Frühling 2020

Temperatur:
Monatsmittel: 3,2°C (+1,5°C)
Maximum: 17,1 am 16. April
Minimum: -11,2 am 30. März
Frosttage (Tiefsttemperatur <0,0°C): 47
Kalte Tage (Tiefsttemperatur <-10,0°C): 4
Eistage (Höchsttemperatur <0,0°C): 11

Sonne:
Monatssumme: 623,5 Stunden (148,6%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 212,1 mm (77,4%)
Maximale Tagessumme: 28,0 mm am 11. März
Maximale Schneehöhe: 64cm am 8. März
Tage mit Schneedecke: 47 (-18)

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 113,4 km/h am 11. März
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 53
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 8
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 0

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 33 (-19)
Anzahl der heiteren Tage: 15 (+9)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 53 (-19)
Tage mit Gewitter: 1 (-6)


Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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Das Wetter im Osterzgebirge im Mai 2020

Zinnwald

Mit Gewitter, Regen oder Graupelschauern erinnerten die ersten Tage an den April. Bis zum 06. dominierten Wolkenfelder. Zudem wehte ein teils starker Wind aus nördlicher Richtung. Die Temperaturen lagen leicht unter dem Mittel.
Bis zum Eintritt der Eisheiligen blieb es trocken und heiter. Mit bis zu 18,5 °C in Zinnwald und 26 °C in Dohna hielt der Frühsommer ein kurzes Gastspiel. Verantwortlich dafür: „Hoch Paul“ über Deutschland.
Deutlich intensiver als sonst, machten die Eisheiligen von sich reden. Nach leichter Schwüle am 10., drückte Polarluft gegen die konternde Mittelmeerluft der Vortage. Über Sachsen regnete sich diese sogenannte Konvergenz, bis zum 11. mit bis zu 18 mm ab. Die Temperaturen sanken bis zum Morgen des 12. größten-teils auf leicht unter 0 °C. Der bisherige Mairekord von – 3,3 °C unterbot Zinnwald um 0,5 °C. An der Wetterwarte bildete sich eine 4 cm hohe Schneedecke.
Die restliche Dekade blieb unspektakulär. Anfangs kühl – da „Hoch Quirinius“ über Großbritannien lag und uns „die kalte Schulter“ zeigte – später warm als Hochdruckbrücke über Westeuropa. Die Böden trockneten wieder deutlich aus und die Flusspegel meldeten verstärktes Niedrigwasser.
In der 3. Dekade zeigte sich der Mai wieder unbeständiger. Vom 22. – 25. wechselten sich Sonne, Wolken, Regen(schauer) in Begleitung von Gewitter und Graupel ab. Die Nordwestlagen kühlten die Luft erneut auf leicht unterdurchschnittliche Temperaturen ab. Trotz hohem Luftdruck trat auch zum Monatsende Nieder-schlag auf. Am 27. fiel in Bannewitz sogar 13 L pro m2. Bis zum 31. nahm der Wind an Fahrt auf und trocknete den Oberboden wieder ab.

Nach 11 zu warmen Monaten / konnte der Mai, wie im letzten Jahr, Freude unter den Kälteliebenden erzeugen. Die Mitteltemperaturen von 7,6 °C (Zinnwald) bis 12,8 °C (Köttewitz) wichen um rund – 1 K vom Soll ab. An der ehem. Wetterwarte maß das Thermometer 4 x Frost, an den anderen Stationen 1 x. Einzig das erhöhte Köttewitz blieb auch an diesem Tag frostfrei. Üblich sind im Flachland doch schon der ein oder andere Sommertag. Doch dieses Jahr erreichten die Temperaturen nur im Dohnaischen Müglitztal die 25 °C
(am 8./9.). Niederschlag fiel an 12 bzw. 13 Tagen, was exakt dem Klimamittel entspricht. Die Monats-summen von 45 mm (Dohna) bis 78 mm (Zinnwald) decken aber nur ca. 80 % ab. Einzig Bannewitz erfüllte mit 90 % fast den langjährigen Wert. Der Frühling als Jahreszeit / war der Trockenste seit 1943! Die potenzielle Verdunstung in Köttewitz / sank im Vergleich zum April / sogar auf 93 mm. Der Monat war im Flachland also wieder arid (Verdunstung > Niederschlag). An fast jeden Tag wurde Sonnenschein aufgezeichnet. Die Werte von 191 h (Zinnwald) und 211 h (Dohna) liegen minimal über 100 %. Aufgrund der meist maritim angehauchten Luft konnten wir uns besonders oft einer sauberen Atmosphäre erfreuen. An bis zu 24 Tagen waren Sichtweiten von min. 50 Km möglich. Die Pyranometer registrierten dadurch teilweise 1200 W/m2 Solarstrahlung. Der Luftdruck von 1019,6 hPa war der höchste Maiwert seit 1992. Doch es ist unwahrscheinlich, dass dieser Sommer so warm wie damals wird. Wind und Bewölkung zeigten keine Auffälligkeiten. Ebenso die Tatsache, dass die Beobachter 2 bis 3 Gewitter dokumentierten. Weiterhin dominieren keine heißen Großwetterlagen. Droht ein unbeständiger Sommer wie 2004? Im nächsten Monatsbericht wissen wir mehr.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

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Gewitter am 3. Juni 2020 im Fichtelberggebiet

Doppelter und gespaltener Regenbogen über dem Fichtelberg. Foto: Gerd Franze

Erstmals in diesem Jahr konnte man im Fichtelberggebiet wieder ein richtiges Gewitter erleben. Fast alles was möglich ist, wurde ausgepackt. Nur, oder besser, zum Glück zog das Gewitter ohne großen Sturm an uns vorüber. Langsam von Südwest kommend stand eine dunkle Wolkenwand am Himmel und in der Ferne wurde die gute Fernsicht durch herannahende Schauer unterbrochen. Nach wenigen Minuten erreichten uns mehrere Gewitterzellen. Eine streifte den Fichtelberg und brachte im Ergebnis 6 l/m².

Oberwiesenthal und Böhmisch-Wiesenthal hatte da deutlich mehr abbekommen, nämlich ca. 20 l/m² in nur einer halben Stunde. Und ob das nicht schon genug gewesen wäre, kam das Meiste in Form von Hagel. Stellenweise bildete sich sogar eine Hageldecke aus.

Am Fichtelberg dagegen konnte man die Hagelkörner zählen. Nach langsamen Abzug des Unwetters kam die Sonne wieder zum Vorschein und leuchtete in die Gewitterwolken hinein. Deutlich waren hier die weißen Fallstreifen (Hagel) zu sehen. Regen hingegen wird durch die dunklen Fallstreifen sichtbar. Ja und wenn die Sonne dort hineinscheint, entsteht ein Regenbogen und bei optimalen Bedingungen, so wie an diesem Tag auch ein doppelter. Sehr selten zu beobachten aber an diesem Tag eindeutig, spaltete sich der Hauptbogen nach links auf (→ Gespaltener Regenbogen).

Und zum Abschluss dieses Gewitterereignisses zeichneten sich deutlich Mamatuswolken ab. Resümierend war es für Wetterfotografen ein hervorragender Tag, aber für Gärtner und Blumenfreunde sicherlich eine Katastrophe. (gf)

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Sommerhalo

Zirkumhorizontalbogen rechts vom Fichtelberg, aufgenommen vom Oberbecken des Pumpspeicherwerkes Markersbach (wh, ch)

Regelmäßige Blogleser wissen sicher schon, dass es ca. 50 Haloarten gibt, die durch Lichtbrechung oder -spiegelung an den Eiskristallen hoher Cirruswolken oder im Winter in bodennahen Eisnebel entstehen. Es gibt allerdings eine Haloart, die man nur im Sommer beobachten kann: den Zirkumhorizontalbogen.

Damit er als farbiges Band etwa 50° unterhalb der Sonne sichtbar werden kann (→ siehe Artikel zur Winkelschätzung), muss die Sonne mindestens 58° über den Horizont steigen. Im Erzgebirge ist das in den Mittagsstunden zwischen Mitte Mai und Ende Juli der Fall. Allerdings steigt die Sonne selbst zum astronomischen Sommeranfang nicht höher als 63°, bei 68° Sonnenhöhe erreicht der Zirkumhorizontalbogen aber erst seine maximale Helligkeit. Deshalb ist er in unseren Breiten leider nie in seiner vollen Pracht und Farbigkeit zu sehen. Wer allerdings Urlaub in den Alpen oder noch südlicher macht, kann ihn bei optimalen Voraussetzungen in voller Brillanz bewundern.

In Ländern nördlich des 55. Breitengrades (z.B. Schottland, Dänemark oder Moskau) kann der Zirkumhorizontalbogen übrigens gar nicht gesehen werden, da die Sonne nicht mehr hoch genug steigt. Damit ist dies eine der wenigen Haloerscheinungen, die nicht überall auf der Erde beobachtbar ist. (ch)

Weitere Infos und Bilder zum Zirkumhorizontalbogen auf Meteoros.de

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Endlich wieder Wetter!

Regenbogen neben der Wetterwarte auf dem Fichtelberg . Foto: Kevin Förster

Für jemanden, der einen Wetterblog mit interessantem Leben füllen will, waren die letzten Wochen ziemlich trostlos. Es gab einfach nichts von der Wetterfront zu berichten, was den Leser (und natürlich mich!) vom Hocker reißen würde. Das schaffte gestern Nachmittag ein kleines (unverhofftes) Gewitter, was von Nord-Nord-Ost (!) kommend über Dresden hinweg über das östliche Erzgebirge zog. Am Abend erreichte der westlichste Ausläufer den Fichtelberg und brachte dort einen kurzen Regenschauer mit anschließendem Regenbogen. Kevin Förster (kf) besuchte den Gipfel auf seiner Chasing-Tour und konnte diesen neben der Wetterwarte festhalten 🙂

Aber auch in den restlichen Gebieten des Erzgebirges gab es was zum Fotografieren, denn das Gewitter präsentierte sich auch aus der Ferne als sehr fotogen und hatte teilweise sogar Mammatusansätze. Nachfolgend die besten Bilder verschiedener Fotografen, die uns zu diesem willkommenen Augenschmaus erreichten. Vielen Dank dafür! (ch)

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Frostige Nächte und angenehm warme Tage

Strahlend blauer Himmel auf dem Fichtelberg

Bevor zum Wochenende die Schafskälte zu uns kommt, dirigierte Hoch STEFFEN nochmals eine herrlich sonnige Frühlingssymphonie mit strahlend blauem Himmel und trockener Luft, die allerdings vor allem in den Tälern des Erzgebirges zu starker nächtlicher Abkühlung führte. So gab es in den beiden kalten Hochtälern 5 Nächte mit Frost in Folge, bei denen die Temperatur bis auf -2,9°C (und -6,6°C am Erdboden) in Kühnhaide und -4°C in Jelení (Hirschenstand) absank.

Von der Dauersonne müssen wir uns nun erst einmal verabschieden. Gerade eben breitet sich ein Gewitter im Osterzgebirge aus, morgen und am Donnerstag werden weitere folgen. Ab Freitag gehen dann die Temperaturen deutlich nach unten, so dass uns ein wechselhaftes und deutlich kühleres Wochenende bevorsteht. Der Schafskälte folgt ein sommerlicher Wettertrend, wie warm es bei uns wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

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GUDRUN beendet trockenes Wetter

Regenschauer mit Regenbogenfragment auf dem Fichtelberg (ch)

Seit 11. Mai hatte es erneut keinen nennenswerten Niederschlag gegeben und die Trockenheit machte der Vegetation stark zu schaffen. In den Wäldern findet man immer mehr Bäume, die regelrecht vertrocknen. Aber auch die sonst herrlichen Orchideenwiesen des Erzgebirges sind in diesem Jahr sehr mager bestückt, denn die benötigten feuchten bis moorigen Wiesen sind kaum noch zu finden.

Insofern mausert sich Regen, der früher noch als schlechtes Wetter bezeichnet wurde, immer mehr zum willkommenen Segen. Und den gab es – endlich – seit Freitag Abend wieder, als das skandinavische Tief GUDRUN die beiden trockenen Herren STEFFEN über der Bretagne und ROLF in Nordosteuropa zur Seite drängte und Schauer und Gewitter zu uns schickte. Bis zu 30 Liter (Maximum auf einer Linie zwischen Eibenstock und Klingenthal → Karte) ergossen sich bis heute morgen über die ausgetrocknete Landschaft.

Damit sind im Großraum seit Monatsbeginn bis zu 67mm Niederschlag (Klingenthal-Kamerun) gefallen und das Erzgebirge kommt zusammen mit Franken und Oberbayern vergleichsweise gut weg, wie die nachfolgende Karte zeigt.

Niederschlag in Deutschland seit Monatsbeginn. Quelle: mtwetter.de

Über das Pfingstwetter sind sich die Vorhersagemodelle noch nicht so ganz einig. Am wahrscheinlichsten ist Hochdruckdominanz mit nördlicher Anströmung der Luftmassen, was ein kühleres Wechselspiel aus Sonne und Wolken mit nur geringer Schauerneigung bedeuten würde. Das wäre auf jeden Fall das richtige Wetter für die Hobbyfotografen, denn Wolken bringen Farbe an den Himmel 🙂 (ch)

 

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Abschied vom Winter

Tschüß Winter … bis hoffentlich bald (ch)

Mit dem Eisheiligen Pankratius verabschiedet sich wohl nun der letzte Schnee „dieses Winters“. Zumindest im Flachland ist eine Schneedecke nach den Eisheiligen unwahrscheinlich. Auf dem Fichtelberg kann es rein statistisch weiterhin Wintereinbrüche geben, die späteste Schneedecke wurde hier am 17.06.1928 registriert. Schneefall ist sogar in jedem Monat möglich.

An den automatischen Stationen des Deutschen Wetterdienstes wird Maischnee nicht mehr registriert, die entsprechenden Messgeräte wurden am 1.05. abgeschaltet (???). Zum Glück gibt es noch immer enthusiastische Beobachter, die heute Morgen folgende Schneehöhen gemessen haben (Quelle: wetternetz-sachsen.de und private Mitteilung)

Größte Schneehöhen heute Morgen:
Fichtelberg: 10cm
Carlsfeld: 10cm
Marienberg Kühnhaide: 8cm
Hammerunterwiesenthal: 5cm
Zinnwald-Georgenfeld: 4cm
Annaberg-Buchholz: 2cm

Nachfolgend zum Winterabschied die schönsten Schneefotos von heute Morgen von verschiedenen Fotografen, bei denen ich mich herzlich bedanken möchte 🙂

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Eisheiliger Mamertus bringt Schnee

Der Fichtelberg im morgendlichen Winterkleid. Foto: fichtelberg.panocloud.webcam

In diesem Jahr haben die Eisheiligen pünktlich und sehr markant zugeschlagen und zwischen einem Hoch nördlich von Schottland und Tiefdruckgebieten über Skandinavien und dem westlichen Mittelmeer Polarluft nach Mitteleuropa gebracht. Von Muttertag bis heute Morgen sanken die Temperaturen verbreitet um mehr als 20°C. Zudem hat es in der letzten Nacht bis auf etwa 500 Meter herunter geschneit und ab etwa 700 Meter Höhe hat sich eine Schneedecke ausgebildet. Der Fichtelberg strahlte heute Morgen komplett im Winterkleid. Dazu gab es verbreitet Frost. Spitzenreiter waren natürlich Kühnhaide mit -7,1°C (und -13,2°C am Erdboden!), gefolgt vom Fichtelberg mit -6,0°C (und -7,5°C am wahrscheinlich eingeschneiten Erdbodenthermometer) sowie Carlsfeld mit -4,9°C (Erdboden: -10,0°C). Aber auch das warme Aue schlug nochmals mit -0,7°C (-2,8°C) zu Buche.

Temperaturkurve der letzten 48 Stunden vom Fichtelberg. Quelle: sklima.de

Um die Eisheiligen ranken sich einige der bekanntesten Bauernregeln wie „Mamertius, Pankratius, Servatius bringen oft Kälte und Verdruss“ oder „Die kalte Sophie macht alles hie“. Bis zu den Eisheiligen kann es Frost geben, lautet die Botschaft: Deshalb sollte davor nichts gepflanzt werden, was erfrieren kann.

Klimastatistisch gesehen sorgen tatsächlich in sieben von zehn Fällen (also etwa um 70%) um die Monatsmitte Kälteeinbrüche aus nördlichen Richtungen für letzte Nachtfröste, die nicht selten letzte Frostschäden an Pflanzen bringen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Singularitäten, also regelmäßig auftretenden charakteristischen Witterungstypen.

Ursprünglich handelte es sich bei den Eisheiligen übrigens um Gedenktage, die an Bischöfe und Märtyrer des 4. und 5. Jahrhunderts erinnern: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophie (15. Mai).

Nachfolgend einige Fotos von der leider für uns derzeit unzugänglichen Böhmischen Seite des Erzgebirges aus Šindelová and Rolava von Libor Čihák Junior. Vielen Dank dafür!

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