Fotoausstellung in Aue: Wetterphänomene im Erzgebirge

20. April 2017 bis 5. Mai 2017 in der Martin-Passage Aue

Claudia Hinz von der Wetterwarte auf dem Fichtelberg ist Hobbyfotografin und im Besitz einer umfangreichen Sammlung an sehr interessanten und seltenen Fotomotiven, wie z.B. Luftspiegelungen entfernter Gebirge, Eisnebelhalos, Sonnenaufgänge mit dem „Grünen Strahl“ oder wunderschön farbenfrohe Regenbögen. Ca. 20 ausgewählte Aufnahmen werden vom 20.04. bis zum 05.05.2017 von Foto-Martin im Bereich der Martin-Passage zwischen der Schneeberger Straße und dem Simmel-Center gezeigt.

Am Donnerstag, 20.04. wird die Ausstellung um 15:00 Uhr eröffnet. Neben der Fotografin Claudia Hinz ist auch die Presse, der Herr Oberbürgermeister und Vertreter von Wirtschaftsförderung und Wirtschaft herzlich eingeladen.

Zur „Shoppingnacht Aue“ am Freitag, dem 28.04. wird Frau Hinz ebenfalls anwesend sein und gern Erklärungen zu den Fotos geben, meteorologische Hintergründe und Zusammenhänge erklären und Fragen beantworten.

Zur Shoppingnacht wird als weitere Attraktion in der MARTIN-PASSAGE eine spaßige Benefiz-Fotosession stattfinden unter dem Motto „Trommeln Sie Ihre Familie zusammen für traumhaft schöne Fotos“. Wir möchten damit auf unser Familienfotostudio hinweisen und dem Kindergarten St.Nikolaus in Aue, Th.-Mann-Straße helfen, Spenden zu sammeln. Vertreter des Kindergartens werden anwesend sein, die Kinder, Erzieher und Eltern werden den Abend tatkräftig mit gestalten. Willkommen sind viele schöne Zeichnungen der Kinder mit bunten Regenbögen.

Edit: Bilder von der Eröffnung, aufgenommen von Wolfgang Hinz

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Kaltluftnachschub

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Schauer über dem Sparringberg in Oberwiesenthal

Das Wetter an den bisherigen Ostertagen war im Gegensatz zum eingeweißten Nordosten des Landes im Erzgebirge überwiegend besser als vorhergesagt. Zwischen einzelnen Schauern, die bis ins Flachland als Schnee oder Graupel fielen, schien immer mal wieder und zum Teil auch länger anhaltend die Sonne. Selbst auf dem Fichtelberg blieb der Schnee immer nur kurzzeitig liegen.

Aber der Winter gibt nicht auf und will uns in den kommenden Tagen nochmal richtig zeigen, was er selbst im April noch drauf hat. Bereits am Ostermontag wird Tief PETER bis 600 bis 800 Metern hinunter Schnee bringen. Anschließend wird es noch kälter und am Mittwoch und Donnerstag schaffen es die Höchstwerte in den Tälern kaum noch über 0°C, im Bergland herrscht Dauerfrost. In den Nächten soll das Thermometer bis auf -7°C in den Tälern und -10°C in den oberen Kammlagen absinken. Man kann nur hoffen, dass die schon reichhaltige Baumblüte keinen größeren Schaden nimmt.

Am Wochenende wird es etwas wärmer, ob nur vorübergehend oder dauerhaft, darüber sind sich die Modelle noch nicht so recht einig. Nach dem amerikanischen Modell gefällt dem Hochdrucksystem seine momentane Position bei England und es wird sich noch etwas weiter nach Nordwesten ausdehnen. Dann bleiben wir weiterhin in einer nördlichen Grundströmung, was die Temperaturen auch in der letzten Aprilwoche nochmal empfindlich kalt ausfallen lassen kann. Leider lassen auch die anderen Modellläufe nur wenig Spielraum für wärmere Varianten offen, so daß mit großer Wahrscheinlichkeit auch die dritte Monatsdekade zu kühl ausfallen wird.

Aber sind denn solche Kälteeinbrüche denn normal? Normal vielleicht nicht, aber sie kommen immer wieder vor. Vor zwei Jahren fiel zu Ostern Anfang April ebenfalls Schnee bis ins Flachland und es gab frostige Nächte bis -10°C (Deutschneudorf). Schaut man weiter zurück, findet man im April 2003 in der ersten Dekade einen drastischen Kaltlufteinbruch mit Schnee und Minustemperaturen bis -12°C (Carlsfeld). In Erinnerung ist auch der markante Kaltlufteinbruch vom 10. bis 14. April 1986. Damals gab es selbst im Flachland 10 bis 30 cm Schnee und Tiefsttemperaturen bis -14°C (Fichtelberg). Den größten auf dem Fichtelberg registrierten Kälterückfall gab es Anfang April 1929, als die Temperatur mehrere Tage in Folge auf unter -10°C sank und in der ersten Woche insgesamt ein halber Meter Neuschnee fiel. Nicht ganz so kalt, aber noch mehr Weiß von oben brachte der April der Jahre 1917 (vom 16.-23.4.: 90cm Neuschnee) und 1965 (23.-30.4.: 65cm Neuschnee). Ganz so schlimm wird es in diesem Jahr dann doch nicht werden … (ch)

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Frohe Ostern

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Wir wünschen frohes Osterfest,
wenn auch bisschen mit Protest,
denn die Skier sind gewachst,
doch ein bisschen unrelaxt,
wart ich auf die Flockenfee,
mit dem heut versproch’nen Schnee,
will den Hang hinuntersausen,
nebenbei noch Eier mausen,
will sie dann mit bunten Flecken,
tief im weißen Gras verstecken.

Doch bei diesem bissl Schnee,
geh ich besser in’s Kaffee
und hoffe, dass da noch was fällt,
was mich als Skihaserl erhellt.

Ein schönes Osterfest
wünscht das Team der Fichtelbergseite

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Ostern im Schnee?

IMG_0380Zwei herrlich warme Tage liegen hinter uns. In den Tälern wurden Höchsttemperaturen bis 22°C (Aue) erreicht und auf dem Fichtelberg kletterte das Quecksilber bis auf 16°C. Der Schnee, der noch in den Wäldern lag, verflüchtigte sich ziemlich schnell zu letzten Schneeflecken und die ersten Pflänzchen steckten ihre Köpfchen aus der Erde, um Frühlingsluft zu schnuppern: Schneeglöckchen, Pestwurz, Huflattich, Seidelbast und die Fichtelberg-typischen Miniatur-Schlüsselblumen.

Man könnte meinen, der Frühling hat es nun endgültig auf den Berg geschafft, aber der April ist ja immer für Überraschungen gut. So strömt ab morgen zwischen Hoch PIA bei den Britischen Inseln und dem Tief MARCEL über dem Baltikum kalte Meeresluft zu uns. Bis morgen wird ein turbulenter gewittriger Temperatursturz um 15°C erwartet, Niederschläge werden aller Voraussicht nach auf dem Erzgebirgskamm als Schnee fallen und selbst bin ins Flachland sind Graupelschauer möglich.

Und Ostern? Auch da bleibt der April mit immer größerer Wahrscheinlichkeit launisch, schaurig, nur wenig sonnig und kalt. Die oberen Lagen werden wohl wieder weiß werden und leider werden auch in den Tälern Nachtfröste bis -5°C erwartet, was der vielerorts eingesetzten Baumblüte schwer zu schaffen machen wird.

Im Zeitraum darüber hinaus simulieren die Wettermodelle eine endgültige Verlagerung des Hochdrucksystems nach Westen, was den Weg für die Kaltluft aus nördlichen Richtungen frei und das Wetter für den Rest der Osterferien unbeständig und kühl werden lässt. Eine stabile Wetterlage mit frühlingshaft milden Temperaturen ist in den nächsten beiden Wochen wohl nicht in Sicht. (ch)

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Fichtelbergwetter März 2017

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Im März gab es viele Besonderheiten. So fielen am 8.03. große Neuschneemengen in den Alpen und am Tag darauf wurde ein Tornado bei Würzburg beobachtet. Auch weltweit gab es viel ungewöhnliches, so zum Beispiel Schnee in der Wüste, Überschwemmung in Peru (12), Schneesturm über Schottland, ein Blizzard an der US-Küste (12) oder ein Zyklon über Madagaskar.

Und auf dem Fichtelberg? Da brachte der März nur wenige Höhen und Tiefen. Stürmte am 2. noch Tief WILFRIED mit 123.8 km/h über Sachsens höchsten Gipfel hinweg, so ging der Kampf Frühling gegen Winter im restlichen Monat eher still vor sich. Auf dem Fichtelberg ging er oft zugunsten des Winters aus, während in nur wenig tieferen Lagen die Frühblüher nahezu im Wettkampfmodus der Frühlingssonne entgegen wuchsen (siehe diesen Artikel). Auf dem Fichtelberg dagegen wuchs anfangs nur die Schneedecke, und zwar bis zum 10. auf 73cm an, bevor es auch hier langsam taute. Am 26. wurde mit einem Nostalgieskirennen und letztem Nachtskilauf die Skisaison am Fichtelberg beendet, bevor die letzten beiden Märztage mit Bilderbuchwetter und Höchsttemperaturen bis zu 16°C auch den Gipfellagen Frühling einhauchte und die zusammengeschrumpften 37cm Schnee in unansehnlichen Firn verwandelten.

Statistisch gesehen war der März mit einer Monatsmitteltemperatur von 1.3 °C um 3,7°C zu warm und liegt damit nach den Jahren 2014 (2,6°C), 2012 und 1938 (je 1,6°C) sowie 1957 (1,4°C) auf Platz 5 der 101-jährigen Fichtelberg-Klimareihe. Die Monatshöchsttemperatur von 15.7 °C wurde am 31. des Monats gemessen und ist das zweithöchste in einem März registrierte Maximum (Spitzenreiter: 16,2°C am 30.03.1968). Die Monatstiefsttemperatur erreichte am 12. März -5.2 °C. Es gab 8 Eistage (Höchsttemperatur < 0 °C) und 25 Frosttage (=Tiefsttemperatur < 0 °C.)

Die Sonne schien insgesamt 124.9 Stunden. Dies entspricht 120 % des Normalwertes von 104.1 Stunden. Der Niederschlag bewegte sich mit  85.1 mm im Normalbereich (97%). Der höchste Tagesniederschlag wurde am 18. März mit 27.1 mm gemessen.

Die höchste Windspitze brachte, wie schon erwähnt, Sturmtief WILFRIED am 02.03. mit 123.8 km/h. Aber auch der restliche Monat war oft windig. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 29 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 12 Tagen. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im März 2017, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

 

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Kleines Wintercomeback am Fichtelberg

Nachdem Hoch MARRIT am letzten Wochenende auf dem Fichtelberg Tageshöchsttemperaturen von 16°C und in den Erzgebirgstälern bis 23°C brachte, kehrte heute mit einem Kaltlufteinschub von Islandtief KIRK auf dem Erzgebirgskamm der Winter zurück. Am Morgen begann es auf dem Fichtelberg zu schneien und bis zum Abend fielen 6cm Neuschnee. Bis Freitag können weitere Schneefälle den Gipfel in herrliches Weiß einhüllen, bevor am Wochenende der Frühling zurück kommt.

Und was bringt der Osterhase für Wetter? Das bleibt wohl in diesem Jahr bis zuletzt ein Überraschungsei. Die Modelle berechnen für die kommende Woche eher Aprilwetter mit abwechslungsreichen Wetterlagen, bei der das Wetter von fast schon sommerlichen Temperaturen rasch auf nasskalte Werte mit Schnee- und Graupelschauer umschwenken kann. Zwar berechnen die Wettermodelle zum Wochenende eine Ostwärtsverlagerung eines derzeit über England liegenden Hochdrucksystems mit Warmluftschub am Wochenende, aber gleichzeitig steigt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, was bis Ostern eine turbulente Wetterentwicklung ermöglichen kann. Ob es Ostern weiß oder grün wird, hängt aber letztendlich damit zusammen, auf welcher Seite des Troges wir liegen – entweder auf der frühlingshaft warmen Vorderseite oder der kühleren bis Fichtelberg-winterlichen Rückseite. Es bleibt also spannend! (ch)

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Vulkanische Aktivität am Kupferhübel

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Wie ein Vulkan dampft derzeit der Kupferhübel

Vor 300 000 Jahren sind die letzten Vulkane im Erzgebirge erloschen. Zeitzeugen sind zum Beispiel die Basaltsäulen am Scheibenberg und Pöhlberg oder die Steinrose am Hirtstein, die aus Erosionssresten eines ehemaligen Lavastromes entstanden sind.

Jedoch gibt es bis heute Spuren vulkanischer Tätigkeit. Zum Beispiel kommt es in der Region immer wieder zu Erdbeben. Als Ursache wird der Aufstieg von Flüssigkeiten aus dem Erdmantel in die Erdkruste angenommen, wo in großer Tiefe eine Magmablase das Wasser erwärmt.

So gibt es zum Beispiel in Soos nahe Franzensbad ein ausgedehntes, mehr als 200 ha großes Torfmoor mit zahlreichen Mofetten. Das sind natürliche Kohlenstoffdioxid-Entgasungen, die sowohl unter Wasser als auch im Trockenen auftreten und mit dem jungen Vulkanismus zusammenhängen. Dieser ist an stark tektonische Gebiete gebunden.

Ein solches Gebiet befindet sich auch am Kupferhübel (Meděněc oder Mědník). Dort vorkommendes dichtes körniges Eisenerz und breite, mit Malachit durchzogene Kupfererzadern sind Relikte vulkanischer Zeiten. Durch jahrelangen Bergbau haben sich rund um den Berg zahlreiche Krater gebildet. Seit einigen Wochen kann man beobachten, dass aus diesen heiße Wasserdämpfe austreten. Geologen gehen davon aus, dass sich durch frühere Sprengungen im Berg Gesteinsrisse gebildet haben, die sich im Laufe der Zeit nach unten fortsetzen und nun ebenfalls eine Verbindung zu den Flüssigkeiten im Erdmantel bilden. Diese werden nun nach Regenfällen als große Wasserdampfwolken sichtbar.

Wissenschaftler vermuten eine zukünftige Zunahme der vulkanischen Aktivitäten im Erzgebirge, da sich das Magma langsam Richtung Oberfläche drängt. Allerdings – selbst wenn die aufsteigende Magma Vorbote für einen Vulkanausbruch sein sollte, so wird es noch viele Jahrtausende dauern, bis im Erzgebirge oder Vogtland wieder ein Vulkan explodiert. (ch)

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Zwei Frühlingstage aus dem Bilderbuch.

Traumblick vom Bärenstein auf Keilbeg und Fichtelberg

Das Wetter steht in den Tälern schon länger auf Frühlingskurs. Nun zieht auch das obere Erzgebirge allmählich nach. Am letzten Samstag wurde mit einem Nostalgierennen mit alten Skiern und entsprechender Kleidung sowie dem letzten Nachtskilauf die Skisaison beendet. Lediglich der Lift an der Himmelsleiter und die Fichtelberg Schwebebahn sind noch in Betrieb.

In den letzten beiden Tagen sorgten die Hochs LUDWIGA und MARRIT für die bisher wärmsten Tage des Jahres. In den Tälern kletterte das Thermometer bis auf 21°C (z.B. Aue, Schwarzenberg), auf dem Fichtelberg immerhin auf 14°C. Dazu schien die Sonne ungestört vom blank geputzten Himmel.

Im Laufe des morgigen Tages sorgt Tief IWAN für eine Frühlingsunterbrechung mit kühlerer Luft, Wolken und etwas Regen oder Sprühregen, aber bereits am Freitag meldet sich der Frühling mit voller Kraft zurück. (ch)

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Neuer Wolkenatlas zum Welttag der Meteorologie

Die neue Wolkenart Asperitas zieht in den neuen Wolkenatlas ein.

Gestern, am 23.03. wurde der Welttag der Meteorologie begangen. Dieser Tag erinnert an die 1950 in Kraft getretene Konvention der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Diese Fachorganisation der Vereinten Nationen für Meteorologie, operationelle Hydrologie und geophysikalische Wissenschaft ist eine staatenübergreifende Einrichtung mit rund 190 Mitgliedsländern mit Sitz in Genf. Hier wird der internationale Datenaustausch von weltweit über 20.000 Wetterstationen koordiniert, den weder Kriege noch andere „politische Großwetterlagen“ verhindern konnten.

An diesem Tag machte uns die WMO ein ganz besonderes Geschenk und veröffentlichte nach über 30 Jahren einen neuen Wolkenatlas, der in digitaler Form für jeden abrufbar ist:
https://www.wmocloudatlas.org/home.html

Der Wolkenatlas gilt als wichtigstes Standart-Werk für alle Wolkenbeobachter. In diesem wurden nun einige neue Wolkenarten aufgenommen bzw. längst bekannte Sonderformen als Unterarten aufgenommen. Folgende neue lateinische Namen sind nun zu finden:

  • Asperitas: lateinisch für aufgeraut oder aufgewühlt. Der Name beschreibt Wolken, die wie eine von unten betrachtete aufgeraute wellige Meeresoberfläche aussehen. Diese Unterart tritt hauptsächlich an Stratocumulus und Altocumulus auf.
  • Volutus: lateinisch für wälzen oder rollen. Die auch als „Rollcloud“ bekannte Wolkenformation steht meist sehr tief am Himmel und rotiert als langer Schlauch oft langsam um eine horizontale Achse. Sie ist nicht an einer anderen Wolke befestigt und tritt hauptsächlich als Stratocumulus oder seltener als Altocumulus auf.
  • Cauda: lateinisch für Schwanz oder Schweif. Diese auch als „Tail cloud“ bekannte Wolkenart ist eine horizontale, schwanzförmige Wolke auf niedrigem Niveau, die sich hauptsächlich an aktiven Gewitterzellen (Cumulonimbus) vom Hauptniederschlagsfeld bis hin zur „Wallcloud“ (Murus) erstreckt.
  • Murus: lateinisch für Wand. Die auch als „Wallcloud“ bekannte Wolke beschreibt eine oft abrupte Absenkung von der Basis eines Cumulonimbus, aus dem sich manchmal Tuba (Wolkenschläuche) bilden. Sie entwickeln sich typischer Weise im regenfreien Aufwindgebiet von Superzellen oder mehrzelligen Gewittern. Murus zeigt signifikante Rotation und vertikale Bewegung.
  • Fluctus: lateinisch für Woge. Beschrieben wird eine relativ kurzlebige Wellenbildung, meist auf der Oberseite der Wolke, in Form von Locken oder brechenden Wellen (Kelvin-Helmholtz-Wellen).
  • Cavum: lateinisch für Höhle. Die auch als „Hole punch cloud“ bekannte Wolkenformation zeigt sich als gut definiertes, meist kreisförmiges (manchmal lineares) Loch in einer dünnen Schicht aus unterkühlten Wassertropfenwolken. In der Mitte dieser Wolken führen Fallstreifen (virga) zur Wolkenauflösung

Folgende Begleitformen wurden neu benannt:

  • Cataractagenitus: Wolken, die sich an Wasserfällen bilden
  • Flammagenitus: Wolken bei Waldbränden oder Vulkaneruptionen, die wie ein Atompilz aussehen und die zumindest teilweise aus Wassertropfen bestehen. Bisher auch als Pyrocumulus bekannt
  • Homogenitus: Wolken über Schornsteinen oder Kühltürmen, die sich durch industrielle Prozesse durch aufsteigende Thermiken bilden
  • Silvagenitus: Aufsteigende Wolken über Wäldern als Folge der erhöhten Feuchtigkeit durch Verdunstung und Evapotranspiration (bezeichnet in der Meteorologie die Summe aus Transpiration und Evaporation, also der Verdunstung von Wasser aus Tier- und Pflanzenwelt sowie von Boden- und Wasseroberflächen)
  • Homomutatus: Flugzeug-Kondensstreifen, die sich nicht sofort auflösen, sondern zerfasert noch lange am Himmel bleiben und in Cirrus übergehen

Eine schöne Übersicht der 10 Wolkengattungen mit allen bisher bekannten Unterarten befindet sich beispielsweise hier.

(ch)

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Klimahaus Bremerhaven: Erlebnisreise um die Welt

Außenansicht des Klimahauses. Quelle: Pressebild Klimahaus

Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost ist ein wissenschaftliches Ausstellungshaus mit den Themen Klima, Klimawandel und Wetter. Als Höhepunkt bietet es den Besuchern die Möglichkeit einer virtuellen Weltreise entlang des 8. östlichen Längengrads, auf der man die Länder in den verschiedenen Klimazonen der Erde hautnah und entsprechend temperiert erleben kann. Der Weg führt über steile Felsen, in tiefe Gletscherspalten hinein, durch heißen Wüstensand und schwülen Regenwald und sogar durch Unterwasserlandschaften mit eigens gezüchteten Fischen und Korallen. Nach der rund 35°C warmen Reise durch den Niger und einem feuchten Marsch durch das feucht-heiße Tropenklima des Regenwaldes, bietet die -8°C kalte Antarktis eine willkommene Abkühlung. Neben Klimainformationen kann man in jedem Land landestypisches Wetter hautnah erleben, die Dürre der Wüste, Gewitter in Sardinien, Regen im Regenwald oder die Sturmflut auf einer Hallig in Nordseutschland. Zusätzlich gibt es zahlreiche Informationen zum Klima, aber auch zu Klimaänderungen und -verschmutzung und den damit verbundenen Herausforderungen wie Trockenheit und Hitze, Wirbelstürme, Korallenbleiche, vermüllte Meere oder Gletscherschmelze.

Neben der „Reise“ bietet das Klimahaus drei weitere Ausstellungsbereiche, die anhand vieler interaktiver Stationen klimatische Zusammenhänge verdeutlichen. So steht in der Ausstellung „Elemente“ das eigene Experimentieren mit den vier Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft im Mittelpunkt. Auch hier kann man die Faktoren, welche das Klima beeinflussen nicht nur theoretisch verstehen, sondern selbst erleben.

Mit dem Klimawandel beschäftigt sich die Abteilung „Perspektiven“. Sie dokumentiert, welche Prozesse in vier Milliarden Jahren die Erde zu dem Planeten entwickelt haben, auf dem wir heute leben. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Prognosen entwickelt die Ausstellung Szenarien für das Jahr 2050 und zeigt, wie die Menschen dann möglicherweise leben.

Wie der Einzelne das Klima beeinflusst, ist Thema des vierten Bereichs, „Chancen“. An acht Stationen können Besucher ihren eigenen Umgang mit Energie überprüfen und spielerisch versuchen, ihren Verbrauch einzuschränken. Tipps und Anregungen sollen dabei helfen.

Wer im Norden des Landes unterwegs ist und das Klimahaus besuchen möchte, sollte unbedingt viel Zeit einplanen, damit man alle Stationen erleben kann. Besonders für Kinder ist das Klimahaus sicher ein großes Erlebnis, aber auch Erwachsene haben ihren Spaß 🙂 (ch, wh)

Infos:
Klimahaus Bremerhaven: http://www.klimahaus-bremerhaven.de/
Ort: Havenwelten in Bremerhaven, Am Längengrad 8

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