Übersicht der Wolken

Zum Welttag der Meteorologie im März 2017 hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) einen neuen Wolkenatlas herausgebracht. In diesem Standartwerk für alle Wolkenbeobachter wurden einige neue Wolkenarten aufgenommen (siehe auch diesen Artikel). Nachfolgend eine Übersicht über die Unterteilung der Wolken und ihr mögliches gemeinsames Auftreten erstellt.

Autor: Sebastian Wetzel

 

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Wetterrückblick Osterzgebirge im Oktober 2019 des Wettervereins Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Zinnwald

Mit 7 Regentagen bleibt die 1. Oktoberdekade nass und ungemütlich in Erinnerung. Am 04./05. stellte sich sogar mal Dauerregen ein mit Niederschlägen um 25 Liter pro Quadratmeter. Der Schuldige war Ex-Hurrikan „Lorenzo“. Die Sicht sank oft zeitweise auf < 8 km (Dunst). Doch mit dem Wetterumschwung am 06. wurden Sichtziele in 70 km und mehr ausfindig gemacht. Am Morgen des 7. reichte der Blick vom Kamm des Osterzgebirges gar bis zur Schneekoppe. Die Sonne schien nun bei einer Luftfeuchte von unter 40% (Dohna 32%) fast ungehindert und in den folgenden Nächten sank die Temperatur in den Tälern oft unter die Frostgrenze.

Vom 12. – 15. herrschte eine Südwestlage („Tief Rocco“) mit sommerlichen Temperaturen. Die Maxima betrugen am 13. 19,0 °C (Zinnwald) bis 27,6 °C (Dohna). Auch die Nächte kühlten nicht auf unter 10 °C bzw. 5 °C in Zinnwald-Georgenfeld ab. Es gab viele Sonnenstunden und im Tiefland spürte man Schwüle. Zwischen dem 14. und 19. sammelten sich immer wieder geringe Niederschlagsmengen, welche die Luft sauber wuschen – es folgte sehr gute Sicht und von Zinnwald aus war wieder die Schneekoppe zu sehen. Hält diese sich sonst oft viele Monate bedeckt, so ließ sie sich diesen Monat gleich 4-mal bestaunen.

Allerdings nahm nun auch der böhmische Wind zu, gerade in Kammlagen war das zur Monatsmitte des Öfteren zu bemerken. Ebenfalls bemerkenswert: am 24. hielt sich die Tiefsttemperatur am Fichtelberg bei 15,8 °C!

Die letzte Oktoberdekade war geprägt von Trockenheit: Nur am 27. war Niederschlag messbar, aber lediglich rund 2 mm. Der Oberboden trocknete wieder merglig aus, vom Unterboden ganz zu schweigen. „Hoch Oldenburga“ erzeugte eine Südostlage, unter der kalte Kontinentalluft besonders unsere Region traf.

Der 30. begann mit Nebel. Am Reformationstag stellte sich ein Vorgeschmack auf Winter ein: Frost an allen Stationen (-3,4 °C in Köttewitz bis -5,0 °C in Dohna).

Die Mitteltemperatur reichte von 9,4 °C in Zinnwald bis 12,0 °C in Köttewitz. Die Abweichung im Tiefland entspricht ca. + 2 °C und + 3,9 °C an der Wetterwarte. Niederschlag fiel an 12 bis 13 Tagen. Die Summen von 42 mm (Dohna) bis 59 mm (Zinnwald) bedeuteten 108 % und 91 %. Der Monatsniederschlag im Osterzgebirge wich also kaum vom Soll ab. Gezählt wurden auf den Sonnenstreifen 136 h Sonne in Dohna (110 %). Die Sonne schien nur an 3-4 Tagen nicht.  Frost tauchte an 2 (Köttewitz) bis 5 Tagen (Zinnwald) auf, ein im Gegensatz zur Mitteltemperatur ist dieser durchschnittlicher Wert. Die Sicht sank hier an 10 Tagen auf < 1 km (Nebel). In tieferen Lagen an 1/2 Tagen. Gute Fernsicht an 18 Tagen spricht schon stark für einen schönen Oktober, der mit einem Durchschnittsluftdruck von 1015,3 hPa aufwartete. Der Wind wehte im Oktober nur im Gebirge mehrfach über 40 km/h. Ansonsten war der Monat in Bezug auf diesen Parameter langweilig gemäßigt. Die Luftfeuchte lag im Tiefland bei „normalen“ 78 % und auf dem Erzgebirgskamm bei 89 %. Damit möchte ich noch ein paar Worte über die Schwüle verlieren. An unglaublichen 5 Tagen wurde sie erreicht. Schwül bedeutet, die Luft ist so warm und so feucht, dass es dem Körper schwer fällt via Schweißproduktion die Körpertemperatur zu senken.

Text: Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Zinnwald_1019

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Talsperre Lehnmühle erneut „leer“

Still und heimlich sank in den letzten Monaten der Pegelstand an der TS Lehnmühle auf fast das selbe Niveau wie im Vorjahr. Dies hat 2 Ursachen: Zum 1. Wie im letzten Jahr dient die TS Lehnmühle der Trinkwassertalsperre Klingenberg als Wasserspeicher, damit diese ihren Pegel grob konstant halten kann. Der Grund liegt darin, dass aus Trinkwassertalsperren aus verschiedenen Tiefen Wasser entnommen wird um zu verhindern, dass aus Sperrzonen – in denen sich störende Mineralien wie z.B. Mangan, Eisen (biterer Geschmack im Wasser) anlagern, Wasser angezapft wird.

Zum 2. hat es um der Talsperre in den vergangenen 3 Monaten gerade mal 20 Liter pro Quadratmeter geregnet.

„Regenloch“ an der Lehnmühle. Nur 20 mm gegenüber 50 mm im Umfeld.
Quelle: Kachelmannwetter, Regensumme vergangene 30 Tage (Satellit)

Aktuell befinden sich 4,7 Mio. km^3 (21 %) im Becken der Lehnmühle. Der Pegel liegt 13,2 m unter dem Stauziel und 21,1 m unter der Oberkante der Staumauer.

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Kälteste Oktobernacht

Reif am Morgen in Königsbrück (mb)

Wie schon im letzten Artikel befürchtet, war die letzte Nacht richtig kalt und in ganz Sachsen gab es Frost. Angeführt wurde die Kälteliste auf deutscher Seite von Kühnhaide, wo das Thermometer 5 cm über dem Erdboden tatsächlich in den zweistelligen Minusbereich rutschte. Noch kälter war es nur in Jelení (Hirschenstand) auf böhmischer Seite. Nachfolgend ausgewählte besonders kalte Stationen im „Großraum“ Erzgebirge in 2 Meter Höhe (und falls vorhanden am Erdboden).

Jeleni (Hirschenstand): -12,3°C
Marienberg-Kühnhaide: -9,6°C (-14,6°C)
Morgenröthe-Rautenkranz (privat) -9,5°C
Kirchberg (privat): -8,1°C
Königsbrück (privat mb): -6,8°C (-9,7°C)
Dippoldiswalde-Reinberg: -6,7°C (-8,8°C)
Plauen: -6,5°C (-8,0°C)
Deutschneudorf-Brüderwiese: -6,4°C (-9,5°C)
Schwarzenberg-Oswaldtal (privat wh): -6,0°C
Carlsfeld: -4,7°C (-9,4°C)
Fichtelberg: -4,6°C (-5,9°C)

Nachfolgend einige wunderschöne Aufnahmen aus Jeleni (Hirschenstand von Libor Čihák Junior. Vielen Dank dafür!

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Hauch von Winter

Von Nebelfrost angezuckerte Bäume zum Sonnenuntergang auf dem Fichtelberg (ch)

Die Inversion von letzter Woche mit ungewöhnlich warmen Gipfeltemperaturen gehört nun der Vergangenheit an. Die Tiefs YAROSLAV und WILMHELM haben polare Kaltluft zu uns transportiert, die nun unter dem Hoch OLDENBURGIA vor allem bei nächtlichem Aufklaren richtig auskühlt. Kühnhaide könnte kommende Nacht die -10°C knacken, aber auch in anderen Tälern des Erzgebirges wird es Frost geben.

In der letzten Nacht gab es noch verbreitet Nebel und Hochnebel. Auf dem Fichtelberg hat sich bei -2°C Nebelfrost gebildet und die Bäume herrlich angezuckert. Bei der heutigen Höchsttemperatur von 0,6°C hat er sich an schattigen Plätzchen den ganzen Tag gehalten und war selbst zum Sonnenuntergang noch vorhanden. (ch)

 

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Fichtelberg – Wärmste Morgentemperatur Sachsens

Heute Morgen um 6 Uhr lagen Großteile Sachsens unter einer dichten Nebeldecke und die Temperaturen darunter gingen bis auf  3,4°C (Dippoldiswalde-Reinsberg) zurück. Nicht so auf dem Fichtelberg. Der schaute nicht nur aus dem Nebel heraus, sondern war mit 15,8°C auch der zu diesem Zeitpunkt wärmster Ort Sachsens. Diese Umkehr des normalerweise mit der Höhe abnehmenden Temperaturverlaufs nennt man Inversion. Voraussetzung ist eine Landschaft, die aus Hochflächen und darin eingeschnittenen Tälern besteht, in der die feuchte kalte Luft absinken kann. Zudem sind wolkenarmer Himmel und Windstille notwendig, damit sich die Luftmassen nicht vermischen.

Im Tagesverlauf überholten übrigens andere Messstationen den Fichtelberg, vor allem die Föhntäler schafften die 22°C. So wurden an der DWD-Station Aue 22,2°C, an der privaten Station im Schwarzenberger Oswaldtal sogar 23,9°C gemessen. Aber auch der Fichtelberg bot mit 19,2°C einen ungewöhnlich warmen Oktobertag, der übrigens zusammen mit 31.10.2005 die höchste Temperatur einer dritten Oktoberdekade in der 103-jährigen Fichtelbergstatistik markierte.

Das ändert sich kommende Woche komplett, denn dann wird polare Kaltluft angezapft und nach heutigen Vorhersagen wird sich nachfolgend die Temperatur auf dem Fichtelberg bis mindestens Wochenende unterhalb der Null-Grad-Grenze bewegen… (ch)

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Böhmischer Nebel und Fallstreifen

Wie eine Mauer stand der Böhmische Nebel gestern am Erzgebirgskamm zwischen Rübenau und Ansprung. (ch)

Am Samstag überquerte ein Niederschlagsgebiet das Erzgebirge, allerdings gab es direkt am Kamm eine ausgedehnte föhnige Aufheiterungszone. Das schleifende Tiefdruckgebiet zog schließlich nach Norden ab und von Südosten schob sich gestern langsam ein Hochdruckgebiet zu uns rein. Es klarte in der Nacht auf und das böhmische Becken füllte sich mit Nebel. Im nordseitige Lee war die Luft markant trockener, restliche Altocumuli zerfielen in Fallstreifen (virga) und der Nebel endete abrupt am Kamm und stand dort wie eine Mauer. Mit einem föhnigem Abendrot endete der Tag.

In der kommenden Woche dominiert ruhiges Herbstwetter mit Sonne, aber auch nächtlicher Nebelbildung. Mit weiterer Verlagerung des Hochs nach Südosteuropa könnte es zu massiver Warmluftadvektion über Mitteleuropa kommen, so dass zwei Modelle zur Wochenmitte nochmals Temperaturen bis 25°C sehen. Wir sind gespannt… (ch)

 

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Ski fahren in den Herbstferien: Heute vor 10 Jahren

Um den 20.10.2009 lag das Obere Erzgebirge unter einer Dicken Schneeschicht eingehüllt. Sehr zur Freude der Winterfans. Eine Nordlage brachte am 15. Schnee bis ins Elbtal. Ab 200 m blieb er für eine Nacht liegen und ab Dippoldiswalde (350 m) war die B170 nur noch mit Schneeketten passierbar.

An genau diesen 20.10.2009 meldeten die Wetterwarten folgende Schneehöhen: Fichtelberg 50 cm; Zinnwald-Georgenfeld 25 cm.

Die maximale Schneehöhe wurde im Gebirge am 18. gemessen. Hier die Daten in Übersicht:

Um den Fichtelberg konnte 1 Woche Skilanglauf betrieben werden.
Quelle: Kachelmannwetter, Schneehöhe 18.10.2009

Und jetzt 10 Jahre später?
Heute lagen auch auf dem Kamm 2-stellige positive Temperaturwerte vor. Schnee ist nirgens in Sicht. Im Gegenteil. Dieser Oktober ist zur Zeit ca. 3 K zu warm. Bei gleichbleibenden Trend wird er nach 2001 der wärmste Oktober der modernen Meteorologie.

Ein Trost: Auch wenn diese Vergleiche natürlich nicht übertragbar sind, so sei gesagt, dass der Winter 2001/2002 durchaus genug Skitage zuließ.

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Morgenrot und Regenbögen

Morgendlicher Regenbogen über Chemnitz. Foto: Matthias Strehlau

Gestern Morgen und am Vormittag schickte die okkludierende Front des britischen Tiefs THILO ein kleines Regengebiet über uns hinweg. Als die Sonne aufging, zog der Regen über Sachsen ab und es zeigte sich verbreitet herrliches Morgenrot und in Chemnitz sogar ein wundervoller Regenbogen. Im Tagesverlauf sorgten einige Schauer für weitere Regenbögen oder zumindest Fragmente davon. Zudem war die Fernsicht sehr gut, besonders auf West-Ost-Linie. Nachfolgend die besten Fotos verschiedener Fotografen.

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Bewölkungszunahme durch Flugverkehr?

Gestern beendete ich die Auswertung von 137 Jahren Wolkenbeobachtung in Sachsen. Glücklicherweise fand ich Quellen, indem der Bedeckungsgrad schon in Achtel umgerechnet wurde, da im Deutschen Reich die Bewölkungsangabe in Zehntel üblich war. Zum Beginn der Messreihe lag der Wert bei 5,2/8. Und nun 137 Jahre später 5,3/8. Das ist einer Stagnierung. Zu erkennen ist eine leichte Schwankung.

Das Argument einiger Verschwörungstheoretiker oder gar nur die subjektive Aufassung der Bevölkerung, dass durch die vielen Kondensstreifen der Himmel verdeckt wird, ist also als nicht zutreffend zu beantworten.

Jedoch ist bekannt, dass gerade dünne Cirrus, Cirrostratus, Cirrocumulus (Oberen Stockwerk) zu einer Temperaturerhöhung führen. Die bodennahe Globalstrahlung steigt durch die Lichtbrechung und die Reflektion ins Weltall wird erschwert. Um zu prüfen, inwiefern sich Kondensstreifen auf die Temperaturerhöhung auswirken, müsste ausgewertet werden, wie sich die Bedeckungsgrade der jeweiligen Stockwerke entwickelt haben.

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