Gams am Fichtelberg

Gams

Dem einen oder anderem ist sie vielleicht schon begegnet – früh am Morgen, wenn der Gipfel noch weitgehend menschenleer ist, lässt sich seit kurzem regelmäßig eine Gams blicken.

Wo sie her stammt, lässt sich nur vermuten. Am ehesten ist sie aus dem Elbsandsteingebiet über das Osterzgebirge übergesiedelt. Bereits König August der Starke brachte aufgrund seiner Jagdlust im 16. und 17. Jahrhundert einige Alpengämsen in die Sächsische Schweiz und versuchte sie auszusiedeln. Aber die heutige Population stammt von Gämsen ab, die 1907 bis 1911 und 1937 bis 1939 ausgesetzt wurden. Heute werden in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz etwa 200 Tiere in kleineren Gruppen gezählt. Von da aus erobern sie immer mehr Gebiete. Einzelne Tiere wurden in den letzten Jahren bereits auf der böhmischen Seite des Osterzgebirges gesichtet.

Nun haben sie es wohl auch bis ins obere Erzgebirge geschafft. Verwunderlich ist es nicht, denn ursprünglich waren Gämsen in den Mittelgebirgen sehr verbreitet, aber während der letzten Eiszeit wurden sie in den alpinen Raum verdrängt. In Deutschland gibt es bereits weitere Mittelgebirgspopulationen, so zum Beispiel im Schwarzwald, im Naturpark Obere Donau oder auf der Fränkischen Alb. (ch)

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Ostergruß

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Mensch, wird das ein Osterfest!
Denn auf Sachsens Hochpodest
ist immer noch genügend Schnee
zum Osterskilaufen, juchhee!
Und wenn man glaubt dem Wetterb‘richt
Ist morgen neuer Schnee in Sicht 🙂

Drum ihr Leut, vergesst die Eier,
kommt zur Winterabschlussfeier
auf den Hang am Fichtelberg,
genießt das letzte Winterwerk,
denn nach Ostern, da ist Schluss,
mit dem Schnee und Skigenuss.

Nächste Woche, das steht fest,
bekommt der letzte Schnee den Rest,
von Meister Frühling, in Person,
schmilzt er den Schnee von Sachsens Thron.
Und wer bis dann nicht Skifahr’n war,
muß warten bis zum nächsten Jahr.

Fröhliche Ostern
wünscht das Team von fichtelbergwetter.wordpress.com

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Jelení (Hirschenstand) – kältester Ort des Erzgebirges?

Wetterstation in Jeleni. Foto: Libor Čihák Junior

Als kältester bewohnter Ort Deutschlands hat sich in den letzten Jahren Kühnhaide etabliert. Aber auf der böhmischen Seite des Erzgebirges gibt es Messpunkte, wo es noch kälter ist. Einer davon ist Jelení (Hirschenstand), den wir heute vorstellen möchten.

Jelení liegt im Westerzgebirge auf einer Höhe von 860 Metern, etwa 10 km nördlich von Nejdek und 2 km von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt. Wie Kühnhaide liegt es in einem baumlosen Hochtal, nämlich im Tal des Schwarzwasserbaches (Černá Voda), welches aber 130 Meter höher liegt als Kühnhaide und zudem auch weiter ist, so dass in klaren Nächten jeglicher Hauch von Restwärme abstrahlen kann.

Vergleich

Die Wetterüberwachung in Jelení begann im Jahre 1879. Damals errichtete Emanuel Purkyně ein großes Stationsnetz in Böhmen. Niederschlags-Messstationen gab es damals zum Beispiel in Hirschenstand (Jelení), Frühbuß (Přebuz), Nancy (bei Přebuz Richtung Graslitz), Graslitz (Kraslice, seit 1876), Trinksaifen (Rudné), Neuhammer (Nové Hamry), Salmthal (Pstruží), Ahornswald (bei Šindelová, existiert heute nicht mehr), usw. Die Daten gingen nach 1882 verloren und einige Stationen wurden abgebaut. Im Archiv des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts sind Daten aus Jelení von 1927-1938 vorhanden. Damals lag die Station allerdings etwas höher am Südhang, so dass die Temperaturen etwa 2-3°C über den heutigen lagen. Niederschlagsdaten wurden in Jahrbüchern von 1879 bis 1882 und 1927 bis 1946 gefunden.

František Nedvěd und sein Freund Miroslav Hůla begannen 2009 erneut, Messungen von Temperatur und Niederschlag in Jelení vorzunehmen. Die Station ist ein Projekt von Antonin Vojvodik, Marek Matousek und Freunden, die zusammen viele Messstationen an interessanten Orten initiiert hat.

Die bisher niedrigste Temperatur in Jelení wurde am 6.2.2012 mit -38,6°C registriert. Allerdings berichteten Einheimische, dass sie in den 80er Jahren sogar Temperaturen bis -40°C gemessen haben. (František Nedvěd, ch)

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Osterwetterlotterie

Ostern rückt ja immer näher und uns erreichen immer öfter Anfragen, wie denn das Osterwetter wird. Denn wir als Wetterfrösche müssten das doch wissen (?).

Nun, in diesem Jahr ist das nicht so einfach. Die Wettermodelle berechnen kurz vor Ostern ein Hochdrucksystem über Grönland und ein Tiefdruckwirbel über der Barentssee. So werden im Verbund dieser beiden Wettersysteme kalte Luftmassen nach Süden geführt. Am südlichen Rand des Hochdrucksystems über Grönland bildet sich ein Tiefdrucksystem und positioniert sich zum Karfreitag bei England. Da sich gleichzeitig das Azorenhoch nach Norden in Richtung Grönland ausdehnt und weitere atlantischen Tiefdrucksysteme blockiert, kann sich das britische Tief etablieren und sehr warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Norden schaufeln. Soweit sind sich die Modelle einig.

Das Problem ist – Deutschland liegt dann entweder in der kalten oder in der warmen Luftmasse, vielleicht auch genau dazwischen. Derzeit sind sich die Modelle noch uneinig, ob die warme Südwestanströmung mit frühlingshaften Temperaturen oder die kalte Nordwetterlage mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer gewinnt. Prallen die unterschiedlich temperierten Luftmassen genau über Deutschland aufeinander, könnte das reichlich Niederschlag geben.

Modellberechnung für Oberwiesenthal. Für Ostern gehen die Vorhersagen weit auseinander.

Für Ostern gehen die Vorhersagen weit auseinander. Unser Osterhase hat sich auf jeden Fall die Skier angeschnallt und hofft auf ein herrlich österliches Skiwochenende, zumindest ganz oben auf dem Berg. (ch)

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Zwischen Winter und Frühling

IMG_2245bZum gestrigen kalendarischen Frühlingsanfang sanken die Temperaturen im Erzgebirge erneut auf zweistellige Minusgrade, also in den strengen Frostbereich. Spitzenreiter war wie fast immer Marienberg-Kühnhaide mit -19,8°C (5cm über der Schneedecke -23,2°C), aber auch Morgenröthe mit -16,5°C, Hammerunterwiesenthal mit -15,4°C und die automatische DWD Station Deutschneudorf-Brüderwiese mit -15,7°C konnten ganz gut mithalten.

Bei strahlend blauem Himmel präsentierte sich der frisch verschneite Fichtelberg mit den in Nebelfrost gehüllten Bäumen als Wintermärchen, welches nicht wirklich an einen Frühlingsanfang erinnert. Mit einer Höchsttemperatur von -5,6°C blieb Sachsens höchster Gipfel auch tagsüber deutlich im Frostbereich.

Anders in den Tälern, wo das Thermometer in den Mittagstunden stellenweise auf nahe Null Grad kletterte. Die im Schnee verstecken Frühjahrsblumen reckten ihre Blüten den warmen Stahlen entgegen. Doch rascher Bewölkungsaufzug und nachfolgender Schneefall von 2cm deckten diese ganz schnell wieder zu.

In den nächsten Tagen wird sich aber Stück für Stück der Frühling bis in die oberen Lagen des Erzgebirges bemerkbar machen. Ob dauerhaft, darüber sind sich die Wettermodelle noch nicht einig. (mb)

 

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Thüringische Bora

Eigentlich war für das Wochenende kein Sturm vorhergesagt. Dennoch ist es vor allem in einigen Abschnitten südlich des Thüringer Waldes bis hin zum Vogtland zu teils verheerenden Sturmschäden gekommen. Besonders am Aschberg bei Bad Liebenstein und im Wald entlang der Bundesstraße 84 von Eisenach gen Süden wurde von großen Waldschäden berichtet. Im Forstamt Oberhof wurde die Schadenssumme höher beziffert, als bei den Stürmen HERBERT und FRIEDERIKE dieses Winters zusammen [1, 2]. Durch die starken Sturmböen wurde zudem beim Weltcup im vogtländischen Klingenthal das Springen der Kombinierer abgesagt [3].

Doch warum gab es hier solch große Schäden? Sicherlich waren die Wälder durch die noch nicht gänzlich beseitigten Vorschäden anfälliger. Zudem brachten der Neuschnee der letzten Tage gepaart mit Nebelfrostablagerungen in den höheren Lagen schwere Schneelasten und der Wind wehte aus ungewohnter Nordostrichtung. Dennoch muss es noch etwas anderes gegeben haben, was zu derartigen Schäden geführt hat.

Die Meteorologen der Berliner Wetterkarte gehen von einem seltenen Phänomen aus, den sie „thüringische Bora“ nennen: „Zunächst gelangte die flach einfließende Kaltluft mit starkem Luftdruckgradienten an die Nordseite des Thüringer Waldes. Da aber in höheren Luftschichten noch eine Sperrschicht durch mildere, aufgleitende Luftmassen vorhanden war, wirkte der Rennsteig wie eine Art Düse. Je nach lokaler Gegebenheit kam es auf der Südseite dieses Gebirges zu massiven Fallwinden mit durchaus extremen Böen, wie das Schadensbild zum Beispiel aus Bad Liebenstein erschließen lässt. Dort wurde ein gesamtes Waldgebiet dem Erdboden gleichgemacht.“

Die höchsten Werte wurden im Erzgebirge auf dem Fichtelberg (95km/h) und in Thüringen auf der Schmücke (73km/h) und in Neuhaus am Rennweg (63km/h) gemessen. Von den Schadensgebieten liegen leider aufgrund der geringen Stationsdichte in diesem Gebiet keine Daten vor. Auch die Vorhersagemodelle hatten diese durchaus gefährliche Lage nicht erkannt. (ch)

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Höhepunkt der Kältewelle überstanden

Kalte Winternacht auf dem Fichtelberg (ch)

In diesem Jahr ist das Auf und Ab der Temperaturen im März wirklich rekordverdächtig, auch wenn in der letzten Nacht nur in Zinnwald der Negativrekord für die zweite Märzdekade gebrochen wurde (siehe nachfolgende Tabelle). In Kühnhaide fiel das Thermometer auf -20°C, am Erdboden sogar auf -24,2°C. Weitere Temperaturen sind in der Tabelle ersichtlich.

Und noch ist die Gefahr zweistelliger Nachtfröste nicht gebannt, denn auch in den kommenden Nächten kann es bei Aufklaren über einer Schneedecke nochmals empfindlich kalt werden. Immerhin schafft es die Märzsonne so nach und nach, die Kaltluft allmählich zu erwärmen, so dass das Erzgebirge zum Wochenende hin zumindest tagsüber bei zunehmend positiven Temperaturen langsam auftaut.

Auf Wunsch noch ein paar Infos für die Wintersportler: Auf dem Fichtelberg sind die Wintersportbedingungen weiterhin gut, die meisten Skilifte weiterhin geöffnet und 12km Loipe sind noch gespurt. Und auch die 1800m lange Rodelstrecke vom Fichtelberg und der Rodelhang unterhalb des Panorama Hotels sind wieder geöffnet. Für die kommenden Tage wird sogar noch etwas Neuschnee erwartet. Die Saisonabschlussveranstaltung ist am 24.03.2018, der Skibetrieb läuft voraussichtlich bis 02. April.

Im Anschluss einige frostige Bilder aus dem Osterzgebirge von Matthias Barth. (ch)

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Zweite Kältewelle im März


Das über Skandinavien liegende Hoch IRENÄUS hat den ersten Frühlingstagen am letzten Wochenende den Garaus gemacht und stattdessen verbreitet für Dauerfrost und eine Schneedecke etwa südlich von Köln und Dresden gesorgt. Besonders zwischen Harz und Halle-Leipzig fielen nochmals fast 30cm Neuschnee. Vor allem im Erzgebirge, aber auch im Thüringer Wald und im Harz fiel die Tiefsttemperatur in der letzten Nacht unter -10°C, Spitzenreiter waren Zinnwald mit -13,5°C und Fichtelberg mit -13,4°C. Auf dem Fichtelberg waren die bisherigen Negativrekorde nicht in Gefahr, in Zinnwald wurde allerdings der bisher geringste Wert der 2. Märzdekade von -12,9°C vom 12.03.1987 geknackt.

Auch in der kommenden Nacht gehen die Temperaturen nochmals in den Keller, bei Aufklaren könnte es örtlich sogar noch kälter werden.. Anschließend geht es bis zum Wochenende ganz langsam wieder aufwärts, zwar noch nicht wieder in den frühlingshaft milden Bereich, aber doch der Jahreszeit entsprechend. Bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken ziehen auch immer wieder schwache Tiefdruckausläufer über Deutschland hinweg, welche örtlich für gelegentlichen Niederschlag sorgen können. Viel ist aber zum heutigen Stand nicht zu erwarten. (ch)

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Ein Frühlingstag aus dem Bilderbuch

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Eine namenlose Hochdruckbrücke zwischen den Tiefs WIEBKE und YULIYA bescherte uns heute den ersten Bilderbuch-Frühlingstag. Denn das inzwischen vor der belgischen Küste befindliche Atlantiktief YULIYA schaufelte auf seiner Vorderseite sehr milde Luft vom Mittelmeer nach Mitteleuropa. Bereits gestern kletterte das Thermometer auf 9°C (Fichtelberg) bis 16°C (Aue). Heute legten Sonne und Föhn noch eine Schippe drauf und es wurden bis 19°C (Schwarzenberg) gemessen. Die Jacke konnte man bei diesen Temperaturen getrost daheim lassen.

Auf dem Fichtelberg nutzten sehr viele Skifahrer das herrliche Wetter (siehe Fotostrecke im Blick). In den Tälern schien die Vegetation zu explodieren und bis zum Nachmittag steckten neben den schon länger blühenden Winterlingen auch zahlreiche Krokusse und Märzenbecher neugierig ihre Köpfe in die milde Frühlingsluft, ob denn der Winter wirklich schon vorbei ist. Selbst erste Bienen und Zitronenfalter wurden gesichtet.

Die Modelle sind sich da nicht so sicher. Der Winter mit Dauerfrost hat sich zwar derzeit nach Nordskandinavien zurückgezogen, aber es scheint, als wöllte er zum kommenden Wochenende nochmals vorbeischauen und vielleicht sogar länger bleiben … der Schneedecke auf dem Fichtelberg würde etwas Nachschub gut tun, denn sie musste an diesem Wochenende kräftig Wasser lassen und ist auf 90 cm geschrumpft. (ch)

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Rodelpartie in den Frühling

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Noch gibt es auf dem Fichtelberg bei leicht negativen Temperaturen und über einen Meter Schnee optimale Wintersportbedingungen. Vor allem die fast 10cm Neuschnee der letzten Tage haben dem ausgehärteten Schnee nochmals eine griffige Oberfläche verschafft. Aber am Wochenende wird es dem Schnee mächtig an den Kragen gehen, denn bereits ab Morgen fließt sehr milde Luft ein. Der Grund für den Warmluftschub ist ein Tiefdrucksystem bei England, welches nicht nur warme, sondern auch sehr feuchte Luftmassen aus der Mittelmeerregion nach Mitteleuropa führt. So werden vor allem morgen und am Montag Niederschläge erwartet, die bis in die Gipfellagen als Regen fallen werden. Lediglich der Sonntag präsentiert sich mit sonnigem Frühlingswetter und Temperaturen, die mit Föhneinfluss bis in die 20°C-Nähe steigen können.

Für einen nachhaltigen Frühlingsausbruch ist es allerdings noch viel zu früh und so kühlen sich im Verlauf der kommenden Woche die Temperaturen wieder auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ab und bis zur Monatsmitte gibt es voraussichtlich einen Wechselspiel aus Sonne, Wolken und ein paar Niederschlägen. (Text: ch, Fotos: mb)

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