Das Wetter in Olbernhau von Dirk Christoph

Jahr 2016

Wetterrekorde hatte das Jahr 2016 in der Region nicht parat. Der Winter war im Prinzip schon Ende Januar zu Ende. Der Frühling und vor allem der Sommer kamen nicht so recht in Gang, vor allem wenn man Vergleiche zum vorangegangenen rekordverdächtigen Jahr 2015 zieht. Erst der September konnte mit sehr späten Sommertagen über 25 Grad überzeugen. Von einem frühen Wintereinbruch blieben wir verschont, doch dafür gab es im Dezember, genau wie 2015, gar keinen Schnee. Alles in allem aber ein Jahr nahe an der Norm des 30 jährigen Mittels, sieht man von sechs viel zu trockenen Monaten von März bis August einmal ab. Im einzelnen:

Wer im Januar Schnee herbeisehnte, mußte sich bis Monatsmitte gedulden. An acht Tagen lag dann eine nennenswerte Schneedecke bis zu maximal 24 Zentimetern. Dazu gab es am 22. die tiefste Nachttemperatur seit drei Jahren von minus 17,1 Grad. Zwei Tage später waren dann selbst die Nächte frostfrei und am Tage kletterte das Thermometer bis auf 12 Grad. Das bedeutet Winter adè, denn es folgte in der gesamten Saison kein weiterer Wintereinbruch nach.

Der Februar war etwas zu sonnenscheinarm, dafür zu naß, allerdings fast ausschließlich in Form von Regen. Nur ab und zu gab es am Morgen eine ganz dünne weiße Überraschung von einem Zentimeter. Dafür stiegen die Tageshöchstwerte schon viermal in den zweistelligen Plusbereich, was zum viel zu hohen Monatsmittel beitrug.

Diesem Trend folgte der März nicht. Minimal zu kühl, viel zu sonnenscheinarm, aber auch viel zu trocken, so lautet das Fazit.

Überdurchschnittlich viele Frostnächte, vor allem in der zweiten Monatshälfte, hatte der April auf Lager. Allerdings mangelte es, so wie im Vormonat, mit weniger als 60 Prozent erneut an Niederschlag. Dafür schien die Sonne mit 150 Stunden 20 Prozent mehr als üblich.

Drei Dinge waren im Mai besonders erwähnenswert: An den ersten drei Tage gab es Bodenfrost, am 22. den ersten Sommertag mit 26,4 Grad und tags darauf das erste heftige Gewitter des Jahres.

Obwohl der Juni am 17. mit der bis dahin höchsten Tagesniederschlagsmenge von 22,4 mm aufwartet, blieb der Monat in Summe trotzdem viel zu trocken. Eine Woche später pendelten an drei Tagen die Tagestemperaturen um die 30 Grad, was zur wärmsten dritten Junidekade seit über 20 Jahren führte.

Trotz neun Sommertagen und einer überdurchschnittlich hohen Anzahl an Sonnenstunden war der Juli, zumindest gefühlt, kein herausragender Sommermonat. Ein Beispiel für seine Wechselhaftigkeit: Nach knapp 30 Grad am 11. wurden drei Tage später nur noch 14 Grad als Tageshöchstwert gemessen.

Der August wurde zum Monat der krassen Temperaturgegensätze. Die erste Dekade war die kälteste der zurückliegenden zehn Jahre. Knapp 13 Grad als Höchsttemperatur am 10. und am nächsten Morgen nur 2,9 Grad als Tiefstwert sprechen eine deutliche Sprache. Ganz anders die dritte Dekade. Sechs Sommertage, davon zwei Hitzetage über 30 Grad Richtung Monatsende machten diese zur wärmsten seit mehr als vierzig Jahren. Mit nur 37,6 mm Niederschlag war der August der mittlerweile sechste viel zu trockene Monat in Folge in diesem Jahr. Das Defizit belief sich auf über 150 mm, mehr als zwei Monatsmengen.

Ein recht ausgeglichenes hohes Temperaturniveau bot der September. Dabei überwand das Thermometer an sechs Tagen, mehr schaffte bisher noch kein September, die 25-Grad-Marke. Außerdem stellen 141 Prozent Sonnenscheinausbeute eine kurze aber sehr heftige Regenperiode regelrecht in den Schatten. Vom 16. bis 19. prasselten nämlich 86 mm Regen vom Himmel- eine ganze Monatsmenge. Trotzdem ein sehr schöner Spätsommermonat.

Es schloß sich aber leider kein goldener Oktober an, im Gegenteil. An nur 16 Sonnentagen, so wenigen wie noch nie, schien die Sonne nur 28,5 Stunden, so wenig wie noch nie. Zwar ohne Nachtfrost wird der Oktober dennoch der Monat mit der größten negativen Temperaturabweichung des Jahres. Mit 72,4mm an 23 Niederschlagstagen, wenige Monate schaffen so viele, trägt er zur Verringerung des Jahresniederschlagsdefizites bei.

Vergleichsweise Sonne satt gab es dagegen im November mit 61 Stunden. Dafür hielt er mit einer Abweichung von 4 Grad die kälteste erste Monatshälfte seit 1980 bereit.

Mit nur 18 Sonnentagen gelang es dem Dezember das Grau der restlichen Tage mehr als auszugleichen, denn mit 68 Stunden schien sie mehr als doppelt so viel. Schnee allerdings gab es, genau wie ein Jahr zuvor, keinen. Kälteperioden mit bis zu minus 10 Grad wechselten mit viel zu warmen Tagen ab, an denen über 10 Grad gemessen wurden.

Statistik:

Jahresmittel-Temperatur: 8,1°C (0,2 Grad über dem 30 jähr. Mittel)
Temperatur-Minimum: minus 17,1°C (am 22. Januar)
Temperatur-Maximum: 31,2°C (am 28. August)
Frosttage: 104 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 20 (Tagesmaximum <0°C) Sommertage: 27 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 3 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 1462 (109 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 769,0 l/m² (89 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 188
Tageshöchstmenge: 57,3 l/m² (am 17. September)
Tage mit erheblichen Niederschlagsmengen: 5 (>20 l/m² in 24Std.)
Tage mit geschl. Schneedecke: 30
Gewittertage: 25


Dezember 2016

christoph

Am 1. Dezember lag am Morgen noch etwas Schneematsch, ein kleines Überbleibsel einer Schneeepisode der letzten Novemberstunden. Kräftiger Wind bis Stärke 7 und 3 Grad plus ließen binnen kurzer Zeit nichts mehr davon übrig. Abgesehen von zweimal leicht „angezuckerter“ Natur, aber deutlich unter 1 Zentimeter brachte der Dezember nicht zustande. Und dies nun schon zum zweiten Mal in Folge. Die Temperaturen vollführten dabei eine ziemliche Achterbahnfahrt. Vier recht kalten Nächten vom 3. bis 6. Dezember, als unter minus 8 Grad gemessen wurden, folgten zwei frostfreie Nächte und dazu Tageswerte über 10 Grad. Ab der Monatsmitte kam der böhmische Wind wieder ins Spiel. Das beutete reihenweise frostige Nächte, kaum Plusgrade am Tag, die sich zudem noch viel kälter anfühlten. Die Grenzregion steckte tagelang im Hochnebel, der aus dem bömischen Becken herüber schwappte. Olbernhau selbst war davon weniger betroffen, lediglich wind- und kältegeplagt. Das legendäre Weihnachtswetter war schon in greifbarer Nähe, da fiel am Abend des 22. bei minus 3 Grad gefährlicher gefrierender Regen. Die Situation entspannte sich erst gegen Mittag des Folgetages. Schnee zu Weihnachten blieb wieder einmal Illusion. Dafür wurde es mit bis zu 8 Grad sehr mild, regnerisch und vor allem sehr windig. Insgesamt gab es im Dezember 6 Tage mit Windstärke 7, drei davon in Folge vom 25. bis 27. Dezember. Nach total verregneter Nacht zum 28. mit 21 Litern pro Quadratmeter verabschiedete sich der Monat und zugleich das Jahr mit zwei herrlichen Sonnentagen. Insgesamt hatte die Sonne an einigen Tagen ohnehin ihre Anteile, so daß sie mit 214 Prozent der große Gewinner des Monats war.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 0,5°C (0,7 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -9,9°C (am 6. Dezember)
Temperatur-Maximum: 10,8°C (am 8. Dezember)
Frosttage: 21 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 23 (Minimum in 5cm <0°C)
Eistage: 5 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 68 (214 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 76,6 l/m² (99,5 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 16
Tageshöchstmenge: 21,0 l/m² (am 28. Dezember)
Tage mit vorübergehend geschlossener Schneedecke: 1


November 2016

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Wer seinen monatlichen Heizenergieverbrauch so ein wenig kontrolliert, der hat es sicher bemerkt, der November 2016 unterscheidet sich zum Teil recht deutlich von seinen Vorgängern. Die Wetterstatistik untermauert dies mit der kältesten ersten Monatshälfte seit 1980. In zehn der 15 Nächte trat bereits Nachtfrost auf, an einem Tag blieb sogar der Tageshöchstwert im Minusbereich. Für diesen Zeitraum ergibt das einen Durchschnitt von 1,0 Grad, vier Grad kälter als normal. Zum gleichen Vorjahreszeitraum fällt die Differenz mit über acht Grad sogar noch gravierender aus. Schuld daran war vor allem Hoch Siegfried, das über dem Baltikum liegend zusammen mit wechselnden Tiefs an seiner Westflanke den Weg von Norden ebnete für den ersten größeren Kaltluftvorstoß der Wintersaison. So gab es am Abend des 7. November die ersten Schneeschauer und am Morgen des 9. dann die erste zwei Zentimeter dünne weiße Überraschung. Da an Niederschlag nichts nachfolgte und die Erde noch relativ warm war, taute dieser binnen zwei Tagen komplett weg.

Die erste Monatshälfte abgehakt, vollführte das Wetter am 16. ganz pünktlich eine Kehrtwende. Durch Tiefruckeinfluß bedingt, wurde es zwar zunächst regnerischer aber auch deutlich milder. So waren am 17. und 18. November plötzlich wieder zweistellige Temperaturen bis 13 Grad drin. Der erneute Rückgang ließ zwar nicht lange auf sich warten, dafür blieb es fast die gesamte dritte Dekade trocken. Das verschaffte der Sonne ihren Spielraum, abhängig davon, ob der tagelang hartnäckig über den Kamm schwappende böhmische Nebel sich bis Olbernhau ausbreiten konnte oder nicht.

Mit einer erneuten kurzen weißen Stippvisite von drei Zentimetern am Abend des 30. verabschiedete sich der November.

Unterm Strich gehört er neben den drei sonnenscheinreichsten auch zu den drei trockensten November-Monaten der vergangenen zehn Jahre. Letztmalig so kalt war es über den gesamten Monat betrachtet 2007.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 2,1°C (1,0 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -9,3°C (am 30. November)
Temperatur-Maximum: 13,7°C (am 1. November)
Frosttage: 16 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 20 (Minimum in 5cm <0°C)
Eistage: 3 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 61 (125 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 33,7 l/m² (53,5 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 14
Tageshöchstmenge: 7,3 l/m² (am 16. November)
Tage mit vorübergehend geschlossener Schneedecke: 3


Oktober 2016

Okt2016.png

Goldener Oktober- Fehlanzeige

Das große Thema des Oktober war die Sonnenscheindauer. Aber nicht im positiven Sinne, so wie 2005, als mit 184 Stunden fast das Quantum eines Hochsommermonats erreicht wurde. Nein, ganz im Gegenteil. Nur 28,5 Sonnenstunden schaffte der vergangene Monat und damit so wenig wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn in Olbernhau und vielen weiteren Stationen der Region. Die Sonne zeigte sich zwar an 16 Tagen, doch an neun davon nur für kurze lichte Momente, was in der Tagesumme meist kaum für eine halbe Stunde reichte. Ursache war ausgerechnet ein ungewöhnlich ausdauerndes Hoch, das aber zumeist über Skandinavien lag und somit für Deutschland ungünstig. Immer wieder bestimmten Tiefausläufer mit wolkenreicher Luft das hiesige Wettergeschehen. 23 Niederschlagstage, so viele schafft selten ein Monat, sprechen eine deutliche Sprache. Die großen Mengen blieben dabei aber eher die Ausnahme. Nur am 5. und 6. Oktober fielen zusammen 23,8 Liter pro Quadratmeter. Vielmehr war es der unangenehme Nieselregen, der schauerartig verstärkt auftrat.

Vom 14. bis 17. Oktober zerriß kräftiger Wind die Regenwolken und sorgte für vier regenfrei Tage am Stück. Leider handelte es sich dabei um böhmischen Wind, der den legendären Hochnebel zwangsläufig mitbrachte. Dennoch schafften es die Temperaturen endlich wieder in den zweistelligen Bereich. Und so gab es, nach abgezogenem Niesel vom Vormittag, am 18. Oktober einen als ausgesprochenen mild empfundenen schönen Nachmittag, als sich der Wind gelegt hatte.

Im Großen und Ganzen änderte sich aber bis Monatsende nichts an der vernieselten und tageweise sogar gänzlich sonnenfreien Wetterlage.

Viele Wolken und wenig Sonne, das blieb nicht ohne Auswirkung auf die Tagestemperaturen, die im Schnitt rund 2,3 Grad unter dem Mittel lagen. Allerdings konnte es wolkenbedingt auch in den Nächten nicht so sehr auskühlen, was sich wiederum konträr auf das Tagesmittel auswirkte. Dennoch schließt der Oktober zu kühl ab.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 7,2°C (1,1 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 0,0°C (am 22. Oktober)
Temperatur-Maximum: 21,1°C (am 1. Oktober)
Frosttage: 0 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 1 (Tagesminimum <0°C in 5cm)
Sonnenstunden: 28,5 (27 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 72,4 l/m² (137 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 23
Tageshöchstmenge: 13,3 l/m² (am 6. Oktober)


September 2016

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Der Hochsommer 2016 mußte ohne ein stabiles Hochdruckgebiet auskommen. Folgerichtig, wie schon so oft, stellte sich im September herrliches Spätsommerwetter ein. Wer jedoch zuerst die Niederschlagsmenge betrachtet, könnte zu einem anderen Schluß kommen. Mit 114,5 Litern pro Quadratmeter fiel so viel Regen in einem Monat September wie seit sechs Jahren nicht mehr. Doch das Wetter löste dies clever und vermieste mit dieser recht großen Menge nicht den gesamten Monat, sondern schüttete es in zwei relativ kurzen Zeiträumen aus. Aufgeteilt auf acht Tage waren weniger als 48 Stunden verregnet.

Nach einem milden Beginn mit drei Tagen bis knapp an die 25 Grad läutete ein kurzes Gewitter am Abend des 4. September die erste Regenetappe ein. Doch das schöne Wetter kehrte umgehend zurück. Schon am 8. konnte mit 26,3 Grad der erste richtige Sommertag des Monats registriert werden. Bis Monatsmitte kamen noch fünf weitere dazu, mit einem Höchstwert von 27,9 Grad am 12. September. Pünktlich zur Monatsmitte folgte mit dem nun noch viel kräftigeren Regen auch ein noch heftigerer Temperatursturz. Am 18. zeigte das Thermometer am Nachmittag nur noch 11 Grad an. Dazu hatte es vom 16. abends bis 19. mittags, mit Unterbrechungen, 86 Liter pro Quadratmeter vom Himmel geschüttet.

Während die nächtlichen Tiefstwerte nun den Rückzug antraten und nur noch einstellig waren, erholten sich die Tageswerte erneut. Mit viel Sonnenschein erwärmte es sich von Tag zu Tag immer mehr. Die letzten beiden Septembertage schafften es deutlich über 20 Grad.

Die bisher etwas magere Sommertagsbilanz von lediglich 21 Tagen über 25 Grad besserte der neunte Monat um sechs Tage auf. Dadurch liegt der Sommer 2016 in dieser Kategorie nun im guten Durchschnitt. Zur bisher ohnehin schon guten Sonnenscheinausbeute trug der September mit 141 Prozent überproportional bei.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 15,0°C (2,6 Grad über dem Durchschnitt
Temperatur-Minimum: 3,4°C (am 21. September)
Temperatur-Maximum: 27,9°C (am 12. September)
Frosttage: 0 (Tagesminimum <0°C) Sommertage: 6 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 191 (141 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 114,5 l/m² (173,5 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tageshöchstmenge: 57,3 l/m² (am 17. September)
Tage mit Gewitter: 3


August 2016

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Der August bekam den langen Atem der Bauernregel des Siebenschläfertages (27. Juni) zunächst deutlich zu spüren. Dieser Tag hatte sich seinerzeit sehr durchwachsen gezeigt, doch sollte es wirklich, so wie es die Bauernregel dazu besagt, sieben Wochen so weitergehen? Immerhin fallen in diesen Zeitraum die Hundstage (23. Juli bis 23. August), die eigentlich heißesten Tage des Jahres. Letztlich fielen sie zwar nicht ins Wasser, denn nur am 5. August schüttete es mit 16 Liter pro Quadratmeter recht ordentlich. Vielmehr waren es die Temperaturen die nicht so recht an Sommer erinnern wollten. Nach einer kurzen Wärmephase mit bis zu 26 Grad am 8. August, eine der wenigen Ausnahmen, folgte ein rasanter Temperatursturz. Mit der kältesten zu dieser Jahreszeit möglichen Luftmasse stieg das Thermometer am 10. August auf nur 12,9 Grad Maximaltemperatur. Es folgte die kälteste Nacht des Monats mit gerade noch 2,9 Grad zum Sonnenaufgang. In fünf Zentimeter über dem Erdboden gemessen fehlte bei 1,3 Grad nicht mehr viel zum Bodenfrost. Kein Wunder also, daß die erste Augustdekade die mit Abstand kälteste der vergangenen zehn Jahre war. Und: Die Siebenschläfer machten Überstunden und hängten noch eine Woche dran. Denn genau acht Wochen nach dem 27. Juni gesellte sich zur weitestgehenden Trockenheit endlich Wärme. Zwei Tage schafften sogar noch das Prädikat Hitzetag über 30 Grad. An vier Tagen in Folge ließ sich von morgens bis abends kein einziges Wölkchen am Himmel blicken. Die Sonne erbrachte rund ein Viertel der Monatssumme an diesen vier Tagen und konnte somit noch ein stattliches Gesamtplus erwirtschaften. Eine grandiose Aufholejagt legten auch die Temperaturen hin. Die letzte Monatsdekade stieg zum wärmsten Vergleichszeitraum seit mehr als vierzig Jahren auf. Damit wurden die vorangegangenen unterkühlten Tage komplett egalisiert. Da der August sein Niederschlagssoll nicht einmal zur Hälfte erfüllte, weitete sich das Jahresdefizit immer mehr aus. Für einen Hochsommermonat zudem sehr selten: Kein einziges Gewitter erreichte die Region. Nur Wetterleuchten am Abend des 28. August zeugte von Gewitter in recht weiter Ferne.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 16,4°C (keine Abweichung vom Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 2,9°C (am 11. August)
Temperatur-Maximum: 31,2°C (am 28. August)
Sommertage: 8 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 2 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 223 (125 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 37,6 l/m² (42 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tageshöchstmenge: 16,0 l/m² (am 5. August)
Tage mit Gewitter: 0


Juli 2016

Ständig Gewitter, jeden Tag Regen, so jedenfalls dürfte der Juli 2016 gefühlt in Erinnerung bleiben. Doch war der Monat, abseits der meteorologischen Kenngrößen, die oft eine etwas andere Sprache sprechen, wirklich so schlimm?

Auffallend war die extreme Wechselhaftigkeit, wie man sie üblicherweise vom Aprilwetter her kennt.

Der 1. Juli, ein heiterer Sommertag, mußte an den beiden Folgetagen kühlem Schauerwetter mit Gewittern Platz machen. Mit nicht einmal fünf Grad startet der 4. Juli am frühen Morgen. Auch die Tageswerte mit gerade so 20 Grad zeugten wenig von Sommer, dafür schien die Sonne den ganzen Tag. Eine kurze Sommerphase, die am 11. Juli mit knapp 30 Grad ihren Höhepunkt erreichte, fand sehr schnell mit Gewittern, die lediglich in der Ferne grollten, ein Ende. Immer wieder gab es Schauer, am 17. Juli mit 11 Litern pro Quadratmeter binnen einer halben Stunde während eines Gewitters auch mal der etwas heftigeren Art. So stellten drei völlig niederschlagsfreie Tage in Folge (18. bis 21.) leider die Ausnahme dar. Mit wieder in den sommerlichen Bereich steigenden Temperaturen bis um die 27 Grad, kehrten aber auch die Schauer und Gewitter umgehend zurück. Wenn sich auch kein Tag komplett verregnet präsentierte, so bleibt bei registrierten 19 Niederschlagstagen doch fälschlicherweise der Eindruck eines zu nassen Monats. Mit neun Sommertagen über 25 Grad bewegt sich der Juli etwa im Normbereich eines wie so oft in der Region auftretenden wechselhaften Sommermonats. Letztlich belegt die Statistik einen ausgewogenen Wechsel, wobei Niederschlag, Sonnenschein und auch das Temperaturniveau allesamt Werte im Bereich des 30-jährigen Mittels aufweisen.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 17,6°C (0,3 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 4,7°C (am 4. Juli)
Temperatur-Maximum: 29,8°C (am 11. Juli)
Sommertage: 9 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 0 (Tagesmaximum >30°C),
Sonnenstunden: 204 (106 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 90,7 l/m² (97,5 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 19
Tageshöchstmenge: 12,5 l/m² (am 17. Juli)
Tage mit Gewitter: 7


Juni 2016

Der Juni zeigte sich temperaturmäßig dieses Jahr sehr ausgeglichen. Ganz anders als vor zehn Jahren zum Beispiel. Da gab es bereits eine lang anhaltende Wärmeperiode mit ungewöhnlichen zwölf Sommertagen, kurz davor aber auch eine ausgeprägte Schafskälte mit sogar leichtem Frost.

Diese fand in unserer Region in diesem Juni überhaupt nicht statt. Ganz im Gegenteil. So eine milde Tiefsttemperatur von 7,1 Grad, gemessen am 16. Juni, gab es seit 20 Jahren nicht mehr. Der Grund dafür ist in der zumeist feuchten, oft auch gewitterträchtigen Luft begründet. Am Tag konnten damit zwar keine Rekordtemperaturen erreicht werden, nachts blieb aber auch die große Abkühlung aus. Immer wieder zogen ein paar Schauer und Gewitter durch, die im Großraum Olbernhau glücklicherweise alle gemäßigt abliefen. Doch auch längere völlig trockene Phasen gab es, wie vom 6. bis 11. Juni. Selbst mit viel Sonnenschein stiegen die Tageshöchsttemperaturen aber nur auf 17 bis 24 Grad. Ein völlig verregneter Vormittag am 17. Juni, an dem es über 22 Liter Regen pro Quadratmeter schüttete, begnügte sich sogar mit maximal 14 Grad. Es sollte noch eine knappe Woche dauern, bis ein regelrechter Turbo-Sommer startete, kurz aber heftig. Heiße Luft aus Nordafrika ließ das Thermometer am 23. Juni auf 29 Grad steigen, am Folgetag sogar auf heiße 30,2 Grad. Die Sonnenscheinausbeute betrug an beiden Tagen jeweils 15,5 Stunden. Doch so schnell wie der Hochsommer gekommen war, so schnell verschwand er wieder. Am 25. Juni, nach schwülen bis zu 29 Grad, folgte gegen 13 Uhr mit Gewittern die nördlich und südlich an Olbernhau vorbei zogen, ein Temperatursturz um zehn Grad. Das bedeutete für den Rest des Monats die Rückkehr zur wärmemäßigen Mittelmäßigkeit, aber letztlich auch kein richtig schlechtes Wetter.

Das Niederschlagsdefizit des ersten Halbjahres, wo fünf Monate das Soll zum Teil deutlich verfehlten, summiert sich mittlerweile zu einer ganzen Monatsmenge.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 16,4°C (1,1 Grad über dem Durchschnitt)
Monatsmittel-Temperatur: 16,4°C (1,1 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 7,1°C (am 16. Juni)
Temperatur-Maximum: 30,2°C (am 24. Juni)
Sommertage: 3 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 1 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 199 (117 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 64,6 l/m² (73 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 17
Tageshöchstmenge: 22,4 l/m² (am 17. Juni)
Tage mit Gewitter: 8


Mai 2016

Nach dem viel zu kühlen April-Ende keimte bei den Kleingärtnern die Hoffnung auf, das es sich dabei vielleicht schon um die vorgezogenen Eisheiligen handeln könnte. Doch so hundertprozentig ging die Rechnung nicht auf.

Zunächst gab es an den ersten drei Tagen des Monats Bodenfrost, am 3. Mai sogar minimalen Luftfrost von minus 0,3 Grad gemessen in zwei Metern Höhe. Nach dem 4. Mai mit Nieselregen und nur sechs Grad am Tage, platzte aber endlich der Knoten. An fünf Tagen in Folge schien die Sonne vom nahezu ungetrübten Himmel und trieb die Temperaturen auf über 20 Grad. Der Wermutstropfen an der Sache war allerdings- wie so oft- ein böiger Südostwind, der nicht mehr zuließ.

Es folgte die Monatsmitte, also die Zeit, wo die Eisheiligen eigentlich allmählich vorbei sein sollten. Frost trat zwar letztlich keiner mehr auf, dafür gab es das kälteste Pfingsten seit Aufzeichnungsbeginn vor 40 Jahren. Im Mittel war es um 2,3 Grad kälter als das letzte Weihnachten. Am Abend des Pfingstsonntages (15. Mai) gingen zudem Graupelschauer nieder.

In der Folge tat sich allerdings ein ganz anderes Problem auf: die Trockenheit. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung und Erwärmung am Tage fehlte der Vegetation dringend Regen. Bis zum 22. Mai war weniger als 15 Prozent der üblichen Mai- Menge gefallen. Der Trend der beiden Vorjahre setzte sich offensichtlich fort. Erst ein kräftiger Gewitterregen am 23. Mai mit mehr als 20 Litern pro Quadratmeter, rund doppelt so viel wie bisher im Monat gefallen war, erlöste die Natur. Kulturpflanze oder Unkraut, man konnte fast beim Wachsen zusehen.

Viele Gewitter, örtlich auch unwetterartig, beendeten einen temperaturmäßig ausgeglichenen Monat Mai, der nur einen Frost-, aber auch nur einen Sommertag verbuchen konnte.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 12,4°C (keine Abweichung vom Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 0,3°C (am 3. Mai)
Temperatur-Maximum: 26,4°C (am 22. Mai)
Frosttage: 1 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 3 (Tagesminimum <0°C in 5 cm über Boden)
Sonnenstunden: 170,5 (96 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 58,1 l/m² (73 % vom Durchschnitt)
Tage mit meßbarem Niederschlag: 12
Tageshöchstmenge: 21,3 l/m² (am 23. Mai)
Tage mit Gewitter: 6


April 2016

In diesem Jahr zelebrierte der April seinem Namen folgend lehrbuchreifes Wetter.

Mit kräftigen Schauern, am Vormittag in Form großer Schneeflocken, sorgte sogleich der 1. April bis in die Niederungen für eine vorübergehend dünne Schneedecke. Der Frühling, der schon im März nicht so richtig in die Gänge kommen wollte, meldete sich aber anschließend, allerdings zögerlich und sehr kurz.

Von 6 Grad Höchsttemperatur noch am 1. April steigerten sich die Werte auf immerhin schon mal 23 Grad am 5. April. Der zumeist heitere Himmel wirkte lediglich durch Saharastaub etwas diesig. Doch solche Temperaturen wurden bis Monatsende auch nicht annähernd wieder erreicht. Die zweite Dekade zeichnete sich mit wechselhaftem Schauerwetter aus. Dafür blieb es nachts weitestgehend frostfrei. Doch das änderte sich pünktlich mit Beginn der dritten Dekade. Nun gab es, neben fast täglichem Nachtfrost, so ziemlich alles was die Wetterküche bereithält. Noch versöhnlich mit einhundert Prozent Sonnenschein von Sonnenauf- bis -untergang präsentierte sich der 21. April. Doch Höhenkaltluft um die minus 35 Grad in 5,5 Kilometer Höhe, hautverantwortlich für das Spektakel der Folgetage, schob sich auch über unsere Region. Nieselregen, kräftige Schnee- und Graupelschauer und dazwischen herrlichster Sonnenschein als wäre nichts gewesen, so läßt sich der tägliche Verlauf kurz und bündig beschreiben. Normalerweise machen die Temperaturen in diesen Tagen einen kräftigen Satz nach oben. Auch völlig logisch, denn Ende April ist die Tageslänge und somit auch der Sonnenstand mit Mitte August identisch. Doch mit tagelang um die 6 Grad, am 24. April sogar nur 4,8 Grad Höchsttemperatur fehlten teils bis zu elf Grad zur Normaltemperatur. Eine sogar noch etwas kältere dritte April-Dekade, die in die Geschichte des Erzgebirges einging, gab es im Jahre 1980. Große Mengen von nassem schwerem Schnee führte damals in den Wäldern zu Schneebruch riesigen Ausmaßes.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 6,6°C (0,7 Grad unter dem Mittel)
Temperatur-Minimum: minus -2,4°C (am 29. April)
Temperatur-Maximum: 23,0°C (am 5. April)
Frosttage: 12 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 18 (Tagesminimum in 5cm <0°C)
Sonnenstunden: 150,5 (119 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 39,1 l/m² (57 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 14
Tageshöchstmenge: 7,5 l/m² (am 1. April)
Tage mit (vorübergehend) geschlossener Schneedecke: 1


März 2016

Nach einem faktisch kaum stattgefundenen Winter blieb die Hoffnung auf einen zeitigen Frühling leider auch Illusion. Weder der meteorologische (1. März) noch der kalendarische Frühlingsanfang (20. März) konnten ihn hervor locken. Am ersten Morgen des Monats gab es mit sechs Zentimetern Schnee sogar eine weiße Überraschung. Selbst tagsüber verharrte das Quecksilber mit einer Höchsttemperatur von minus einem Grad im Frostbereich. Es mußte also ein Eistag registriert werden, einer von nur 14 und damit recht wenigen im zurückliegenden Winter.

Da die Nächte bis zum 18. März fast ausnahmslos frostig ausfielen, blieb auch weiterhin manch kurzes weißes Intermezzo am Morgen nicht aus, wie zum Beispiel am 6. und 15. März mit drei beziehungsweise zwei Zentimetern.

Das Manko bei den Tagestemperaturen setzte sich leider auch in der zweiten Dekade bei Werten um die zwei bis vier Grad fort. Normal laut langjährigem Mittel müßten es über sieben Grad sein. So dauerte es bis zum 17. März, als es mit 10,6 Grad endlich die erste zweistellige Tageshöchsttemperatur angezeigte. Allerdings eine Eintagsfliege, wie die folgenden Tage deutlich machten.

Viel Hoffnung wurde für das zeitig stattfindende Osterfest zunächst nicht verbreitet. Tatsächlich mühte sich die Sonne gegen einen sehr unangenehm böigen Südost-Wind, vor allem am Ostersonntag. Dennoch konnte dieser Tag mit 14,7 Grad die bisher höchste Temperatur des Jahres aufweisen. Die inoffizielle Frühlingstemperatur von 15,0 Grad wurde dennoch im gesamten März nicht geknackt, was in etwa nur aller vier Jahre vorkommt. Großen Anteil daran hat die geringe Anzahl von Sonnenstunden. Im vergangenen Jahr zum Beispiel schien sie im März rund doppelt so viel.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 2,5°C (0,5 Grad unter dem Mittel)
Temperatur-Minimum: minus 5,8°C (am 9. März)
Temperatur-Maximum: 14,7°C (am 27. März)
Frosttage: 15 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 1 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 70 (77 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 39,4 l/m² (62,5 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tageshöchstmenge: 7,5 l/m² (am 6. März)


Februar 2016

„Ist bis Dreikönig (6. Januar) kein Winter, so bekommt er fünf bis sieben Kinder“. Diese Bauernregel wird zur Zeit gern zitiert. Die Anzahl dieser kleinen Wintereinbrüche, die damit gemeint sind, sollte man sicher nicht ganz so wörtlich nehmen. Das Prinzip aber ist offensichtlich in diesem Jahr, und ganz besonders im Februar, sehr zutreffend.

Wie im schon Januar fehlte auch im zweiten Monat des Jahres ein stabiles Winterhoch, das die Tiefs vom Atlantik hätte fernhalten können. Diese wiederum sorgten in der ersten Dekade anfangs sogar für zweistellige Tagestemperaturen und frostfreie Nächte. Viele Wolken ließen der Sonne wenig Raum, dafür blies der Wind, selbst im Flöhatal, häufig recht kräftig. Bedingt- wieder einmal- durch böhmischen Wind und Hochnebel, mußte sich am 5. Februar die Region mit 3 Grad begnügen, während zum Beispiel im Westerzgebirge örtlich bis zu 16 Grad gemessen werden konnten.

Ab Dekade zwei änderte sich das Wetter insofern, als daß nun die Temperaturen zumindest nachts in den Frostbereich absanken. An nur einem Tag des Monats (16.) konnte ein Eistag verbucht werden, denn es verblieb die Temperatur auch am Tag mit minus 0,1 Grad minimal unter Null. Ein oder gar kein Eistag im Februar passiert recht selten und trat letztmalig im mildesten Winter der letzten Jahrzehnte 2006/ 2007 auf.

Temperaturbedingt konnte sich über Nacht hin und wieder eine ein oder höchstens zwei Zentimeter dünne Schneedecke bilden. Diese hatte aber am Tag keine Chance, zumal die Sonne tageweise zwischen zwei und fünf Stunden die Lücken in der Wolkendecke nutzen konnte und schon deutlich an Höhe und somit Kraft gewonnen hat. Die kältesten Nächte allerdings blieben dem Monatsende mit jeweils minus 7,0 Grad am 27. und 28. Februar vorbehalten. Noch dicker kam es am Abend des Schalttages (29.), als es zu schneien begann, was sich bis zum Morgen des meteorologischen Frühlingsbeginns (1. März) zu einer sechs Zentimeter dicken Schneedecke summierte.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 2,1°C (2,5 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 7,0°C (am 27. und 28. Februar)
Temperatur-Maximum: 11,0°C (am 2. Februar)
Frosttage: 16 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 1 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 54 (87 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 82,5 l/m² (139,8 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 18
Tageshöchstmenge: 15,9 l/m² (am 1. Februar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 7


Januar 2016

Zu Beginn des Monats Januar beherrschte tagelang andauernder Südost-, also böhmischer Wind, das Wettergeschehen. Die gemessenen Temperaturen, die auch am Tage bei minus 6 Grad lagen, ergaben durch diesen eisigen Wind teils gefühlte Werte unter minus 20 Grad. Hin und wieder etwas Schneegriesel führte lediglich zu einem dünnen Hauch statt einer Schneedecke. Ab 8. Januar stellte sich mit deutlicher Milderung auch unbeständiges Wetter ein. Schneefall und Eisregen auf noch gefrorenem Boden führten an diesem Tag vorübergehend zu gefährlicher Glätte. Mit eher herbstlichem Grau und unbeständigem Schauerwetter bis etwa zur Monatsmitte steuerte die Region in der Folge auf die erste richtige Hochwinteretappe der Saison zu. Die Temperaturen unterschritten am 15. Januar um 15:30 Uhr den Gefrierpunkt. Und der Abwärtstrend schien kein Ende zu kennen. In Folge waren sieben Eistage zu verzeichnen, das heißt, auch am Tage blieben die Temperaturen unter Null. Die Nächte dazu wurden bitter kalt. Viermal gab es strengen Frost unter minus 10 Grad auf. Der Tiefstwert trat am 22. mit minus 17,1 Grad auf. Unmittelbar über der unter den Füßen herrlich knirschenden Schneedecke sank des Quecksilber an der Meßstation sogar auf minus 24 Grad. Immer wieder etwas Neuschnee ließ die Schneedecke fast täglich etwas anwachsen. Am Morgen des 23. Januar betrug sie 24 Zentimeter. Dieser Tag besiegelte aber auch das Ende dieser Kältephase und somit des Schnee’s. Nach 188 Stunden Dauerfrost durchbrach das Thermometer um 11:30 Uhr nachhaltig die Null-Grad-Grenze. Frostfreie Nächte und etwas Nieselregen am 25. Januar machten dem Schnee rasch den Garaus. Temperaturen über 10 Grad, wie sie am 27. und 28. Januar auftraten, waren zur Schneeschmelze gar nicht mehr nötig, da keiner mehr lag. Turbulent verlief die Nacht zum letzten Januartag. Kurz nach 1 Uhr zog ein kurzes Gewitter über die Region. Blitz und Donner wurden begleitet von Schneeregen und kräftigen Windböen, Glätte inklusive.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: -0,6°C (0,2 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -17,1°C (am 22. Januar)
Temperatur-Maximum: 11,9°C (am 27. Januar)
Frosttage: 23 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 10 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 43 (102 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 59,8 l/m² (90,6 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 20
Tageshöchstmenge: 9,8 l/m² (am 23. Januar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 15


Dezember 2015

Der Dezember ist zwar üblicherweise nicht der kälteste Monat des Winters, doch was er 2015 abgeliefert hat, ist dennoch absolut ungewöhnlich. In vergangenen Jahren gab es durchaus auch Dezember mit wenigen Frosttagen, oder warme Tage über zehn Grad. Außergewöhnlich am vergangenen Dezember ist jedoch die Konstanz des milden Wetters. Der Grund: Die Konstellation eines Hochdruckgebietes, das sich gegen die Tiefs über Nordwesteuropa stemmte, hielt extrem lange stand. Das brachte allerdings viel Wind hervor. Die Hälfte der Tage des Monats blies der Wind mit Stärke fünf, davon an drei Tagen sogar mit Stärke sieben. Niederschlag hingegen fiel so wenig, wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Das bedeutete, trotz der kurzen astronomischen Tageslänge, oft freie Bahn für die Sonne. Auch hier muß man schon acht Jahre zurückblättern, um einen so sonnenscheinreichen Dezember zu finden. Die Temperaturen, den gesamten Monat erreichten sie immer mal wieder den zweistelligen plus-Bereich, liefen an Weihnachten zur Höchstform auf. Am zweiten Feiertag erreichte die Temperatur in der Spitze 13,2 Grad, und somit die zweithöchste Weihnachtstemperatur nach 1983 mit damals 14 Grad. Doch auch nachts kühlte es sich kaum ab. Erst am 30. kündigte sich ein deutlicher Wechsel mit kräftigem Sturm an. Durch den böhmischen Wind-Effekt verstärkt und im Flöhatal kanalisiert kam es zum heftigsten Südost-Sturm seit Jahren. Amtliche Wetterstationen registrierten sogar Böen der Stärke 10. Eine damit einhergehende drastische Abkühlung bescherte dem Silvestertag Dauerfrost von minus 3 Grad und am Abend rund drei Stunden leichten Schneefall bzw. -griesel. Somit endete der wärmste Dezember seit Aufzeichnungsbeginn noch völlig überraschend mit einer einen Zentimeter dünnen Schneedecke.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 5,2°C (5,3 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 5,3°C (am 31. Dezember)
Temperatur-Maximum: 13,2°C (am 26. Dezember)
Frosttage: 10 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 1 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 69 (153 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 35,7 l/m² (46 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Tageshöchstmenge: 10,3 l/m² (am 1. Dezember)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 1

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