Das Wetter im Osterzgebirge 2019

von Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

September 2019

Gleich am 1. Tag maßen die Thermometer die Monatshöchstwerte von 25,8 °C in Zinnwald bis 32,3 °C in Dohna. Zugleich ist dies einer der höchsten Septemberwerte, die in der Dohnaer Reihe vorhanden sind. Nach extremer Schwüle erreichte eine Gewitterfront den Landkreis, das einzige Gewitter dieses Monates. Die Regensumme hielt sich mit < 5 mm in Grenzen. Mit 68 km/h (Bft 8) zeichnete das Köttewitzer Anemometer als einziges Sturmböen auf.

Bis zum 05. lag eine Hochdruckbrücke mit wechselnder Bewölkung vor. Die Temperaturen sanken auf spätsommerliches Niveau, während die Nächte kaum abkühlten (um 10 °C; Georgenfeld um 6 °C). Die Hygrometer meldeten am 04. sehr trockene Luft. Die relative Luftfeuchte sank in Dohna auf 31 %.

Vom 07.-09. überquerte „Tief Hans“ in einer Vb-Zugbahn Sachsen. Die Sonne war meist verdeckt und Dunst war zu beobachten. Auf der Rückseite des Tiefes presste die aus Nord kommende „Konterströmung“ die Luftmassen an den Nordhang des Erzgebirges. Die höchsten Niederschläge fielen im Vogtland aber auch im Leipziger Raum. Im Osterzgebirge summierten sich 28 (Dohna) – 51,7 L pro m2 (Wetterwarte Zinnwald).

Die 2. Dekade begann unter „Hoch Friederike“ mit einem Altweibersommer. Am 15. erreichten alle Vereinsstationen einen Sommertag. Die DWD-Station Zinnwald immerhin 21,7 °C. Danach kühlte es ab, es wurde stark windig und regnerisch. Der 20. markierte den kühlsten Tag diesen Monates: 2,0 °C (Dohna) bis 3,7 °C (Bannewitz-Wilmsdorf) am Morgen. In den bekannten „Kältelöchern“ herrschte Luftfrost.

Der 21./22. war geprägt von viel Sonnenschein, danach regnete es gelegentlich aber in geringen Mengen. Der 25. & 27. bleibt trüb in Erinnerung. Bei Tagesmitteln von über 15 °C (Zinnwald 12 °C) endete der September wieder zu warm. „Sturmtief Mortimer“ hatte nur wenig Einfluss in der Region. Die höchste Windböe wies Dohna mit 70 km/h (Bft 8) nach.

Zur Abwechslung wich der September nur geringfügig positiv vom langjährigen Mittel ab. Die kälteste Mitteltemperatur meldete Zinnwald mit 10,9 °C, die wärmste Köttewitz mit 15,3 °C. Die niederen Stationen erreichten 1 Hitzetag und mit bis zu 6 Sommertagen (Dohna) eine unterdurchschnittliche Anzahl. Die geringste Regensumme akkumulierte sich im Dohnaer Regenmesser mit 40 mm (79 %) und erwartungs-gemäß die höchste am Hochmoor mit 82 mm (111 %). Der Monat war also flächendeckend zu trocken, obwohl es mit bis zu 14 Tagen in Köttewitz nicht selten regnete, jedoch nicht ergiebig. Die Verdunstung lag erstmals niedriger als der Niederschlag, doch die Böden sind unterhalb der Oberschicht noch sehr trocken. Sonnenschein maßen die Pyranometer an 26 bis 27 Tagen überdurchschnittlich mit165 h in Dohna (126 %) und 155 h an der Wetterwarte (114 %). Schwüle spürte man im Tiefland an 5 Tagen, davon am 1. extrem. Die Luftfeuchtigkeit wies noch ein sommerliches Niveau auf mit 71 % in Bannewitz bis 81 % in Zinnwald. In Dresden lag der Messwert 9 % unter dem langjährigen Mittelwert. Das Resultat: Über dem Elbtal notierte sich der Wetterbeobachter 5 Tage mit Dunst und 25 mit Sicht > 50 km. Ein Indikator für das ruhige Septemberwetter ist auch der Luftdruck mit 1018,0 hPa (+ 1,1 hPa). Allerdings wehte der Wind im Mittel reger als gewohnt und zusätzlich ist ein Sturmtag im September selten, da Gewitter schon schwächer und atlantische Sturmtiefs noch schwach sind.

Werbeanzeigen