Das Wetter im Osterzgebirge im Dezember 2022

Sonnenlos und leicht winterlich – mit dünner Schneedecke – begann der Monat der Superlative 2023. Um Nikolaus erwärmte es sich, sodass der gesamte Landkreis grüne Wiesen vorwies.
Am 08. setzte mit „Tief Birgit“ eine südliche Westlage – und in Zinnwald Eisablagerungen – ein. Dadurch liegen die Westwinde im Mittelmeerraum und wir im Einfluss des sonst subarktischen Ostwindes. In den Folgetagen kühlte es sich spürbar ab und die Niederschläge fielen nun überall als Schnee. Zwischen dem 12. und 14. meldeten die tiefer gelegenen Stationen ihr Schneehöhenpeak von 10 bis 12 cm. Trotz fehlendem Hochdruckgebiet klarte es anschließend auf und der Wind wehte nur schwach. Die anhaltende Kältephase zeigte sich auch auf dem Wasser: Am 16. wurden Eisfelder auf der Müglitz gesichtet und am 18. war sie stellenweiße vereist, jedoch nicht begehbar. An diesem Morgen sanken die Temperaturen auf bis zu -13,9 °C (Dohna). Zinnwald meldete erst am 19. mit -11,7 °C das Monatsminimum.
Eine Südwestwetterlage unter „Tief Franziska“ beendete den Frühwinter mit massiven gefrierenden Regen. Aufgrund der gefrorenen Böden hielt sich die Glätte über mehrere Tage.
Ab dem 22. erreichte die warme Atlantikluft nun auch den Boden und so gab es mal wieder keine weißen Weihnachten – nicht mal in Zinnwald. Dafür schien unter milden Temperaturen und teils stürmischen Wind vermehrt die Sonne.
Silvester zog „Tief Liddy“ über Dänemark, wodurch wir im warmen Südwestföhn lagen. Dadurch registrierten die Thermometer 12,3 °C (Zinnwald) bis 19,2 °C (Dohna) und überboten die erst frischen Rekorde von 2021 deutlich! Kein Silvestertag, keine 3. Dezemberdekade wies eine so hohe Temperatur in Zinnwald auf. Auch im Tiefland maßen die Thermometer eine so hohe Temperatur wie noch nie zuvor an einem Dezembertag!

Aufgrund der extrem milden Endphase fiel der Dezember doch noch um 0,5 bis 1 °C zu warm aus. Die Temperaturamplitude lag aber mit > 30 K (gleichzusetzen mit °C) unüblich hoch. Die Anzahl der Frosttage zwischen 13 (Köttewitz) und 25 (Zinnwald) deckten die 100 % vom Soll nicht mal ab. Eistage (Dauerfrost) zählte Dohna 6x, Bannewitz 7x, Köttewitz 8x und Zinnwald 19x. Bei diesem Parameter wurde das Soll überschritten. Eine so ausgeprägte Dezemberkälte gab es zuletzt 2012. Verteilt auf 16 (Bannewitz) bis 24 Tage (Zinnwald) fiel messbarer Niederschlag. Aber in der Summe ergaben sich nur 28 (Köttewitz) bis 41 mm (Zinnwald), demnach nur 1/2 bis 2/3 vom üblichen. Die Sonne schien mit 16 h auf dem Kamm und 29 an der unteren Müglitz nur zu 43 bzw. 64 %. Skitage (Schneehöhe min. 10 cm) meldete Dohna 1x, Köttewitz 2x, Bannewitz 8x und Zinnwald 12x. Hier wurden im Maximum nur 18 cm gemessen. Ebenfalls an der Zinnwalder Wetterstation wurde in der Silvesternacht die höchste Windgeschwindigkeit gemessen: 75 km/h (Bft 9).


Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

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Über sw

Gebürtiger Dresdner, seit der Kindheit Wetterbeobachter, seit 2011 Erfahrung beim DWD, seit 2012 professionelle Wetteraufzeichnung auf hauseigenem Grundstück, 2014 Gründungsmitglied Wettererein Zinnwald-Georgenfeld, seit 2010 Auswertung weltweiter Klimadaten und Erstellung Weltklimaatlas.
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