Gewitter und endlich Niederschlag beenden Hitze

Gewitter über dem Erzgebirge (ch)

Gestern hat ein Ausläufer des Tiefdruckgebietes SCARLETT das dauersonnige und niederschlagsarme Erzgebirgswetter so richtig aufgemischt. An der Südwestflanke des Hochs FRIDO über Osteuropa wurden nochmals die 30°C überschritten. Der Höchstwert wurde mal wieder mit 33,1°C in Aue gemessen, aber selbst Kühnhaide in 721 Metern Höhe verzeichnete mit 30,1°C einen heißen Tag (nachdem dort gestern Morgen mit 6,0°C noch die zweittiefste Temperatur nach der Zugspitze gemessen wurde).

Am Nachmittag bildete sich dann (unfairerweise) hinter Schwarzenberg ein erstes Gewitter und zog sehr langsam in Richtung Usti nad Labem. Am meisten Niederschlag wurde in Deutschneudorf-Brüderwiese abgeladen, was in diesem Jahr bisher eine der trockensten Stationen des Erzgebirges war. Aber die dort gefallenen 78,4mm katapultieren den bisher gefallenen Niederschlag von 29% auf 38% des Jahressolls.

Anders als in Bayern, wo riesige Hagelkörner Dächer und Autos beschädigten, hielten sich die Schäden im Erzgebirge zum Glück in Grenzen und auch der regional aufgetretene Hagel war sehr kleinkörnig. Nachfolgend die höchsten Niederschlagsmengen im Erzgebirge, wobei aufgrund der unterschiedlichen Messzeiträume leider nicht alle Messstationen berücksichtigt werden können.

Nun war gestern auch Siebenschläfertag (mehr dazu hier) und ich wurde schon angstvoll gefragt, ob es jetzt den ganzen Sommer über 33°C und Gewitter gibt. Nein, das sicher nicht. Eine Wettervorhersage für den gesamten Sommer ist definitiv nicht möglich und schon gar nicht auf der Grundlage eines einzigen (Siebenschläfer-)Tages. Aber die Großwetterlage, die sich bis zum 10. Juli eingestellt, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, das Wetter bis Ende August zu dominieren – über dem Süden etwas mehr, als über dem maritim beeinflussten Norden. In den letzten Jahren stimmte die (über den Monatswechsel betrachtete) Siebenschläferregel ziemlich gut, aber es gab auch Jahre, wo der Sommer sich nicht daran gehalten hat.

Insofern kann man allenfalls eine Tendenz geben. In diesem Jahr ist allerdings auch diese ziemlich schwierig. Momentan dominiert ein Hochdrucksystem das Wetter über Deutschland, doch westlich von Europa drückt ein Tiefdrucksystem mit aller Macht dagegen und versucht sich in Richtung Skandinavien durchzusetzen. Sollte sich das Hoch behaupten, können Hochdruckwetterlagen weiterhin zu Hitze und Trockenheit führen. Verlagert sich das Tief nach Skandinavien oder Mitteleuropa, wird es sehr wechselhaft und auf kurze Wärmeperioden folgen immer wieder Gewitter.

Mit großer Sicherheit werden aber auch die beiden folgenden Sommermonate nicht zu kalt werden, denn Nord- und Ostsee sind schon jetzt bis 7°C zu warm und temperieren jeden markanten Kaltluftvorstoß nach oben. Im Süden und Südwesten liegt zudem genügend anzapfbare Hitze bereit, die sicherlich das eine oder andere mal auf Stippvisite nach Deutschland kommt. (ch)

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