Erste Hitzetage des Monats

Wüstensonnenaufgang in Annaberg-Buchholz. Foto: Korinna Henze-Conrad

Am Wochenende war es ungewöhnlich heiß und im Großraum Erzgebirge wurden am Sonntag vier Junirekorde und ein Allzeitrekord in Dippoldiswalde-Reinberg geknackt.

Ursache war ein Tiefdrucksystem, dessen Ausläufer heiße Luftmassen aus südwestlichen Richtungen zu uns führte. Die Hitze, die in den letzten Tagen Rekordtemperaturen in Spanien und Frankreich brachten, erreichte nun auch Sachsen. Der eh schon von der Niederschlagsarmut gebeutelten Flora wurde weiter zugesetzt, viele Wiesen sind schon komplett gelb und Blumen nach kürzester Zeit verblüht. Zudem wurde Saharastaub zu uns verfrachtet und machten das Wüstenfeeling komplett.

Saharastaubverfrachtung am 19.06.2022 um 07.00 Uhr. Quelle: ZAMG

Gleichzeitig zieht von Norden her Kaltluft ins Land und verursachte enorme Temperaturunterschiede. Während Cottbus und Dresden-Strehlen mit je 39,2°C die deutschlandweite Hitzeliste anführten, fror man an der Ostsee bei maximal 14-15°C. An der Nordsee wurden teilweise sogar nur 12°C erreicht. Diese starken Temperaturunterschiede wurden durch Wind ausgeglichen, der vor allem heute böig auf“frischte“. So wurden auf dem Fichtelberg 70,2km/h gemessen, gefolgt von Marienberg mit 58,7km/h und Chemnitz mit 56,9km/h.

Diese Kaltfront gehört zum Tiefdruckkomplex OPHELIA über Skandinavien. Dass der Ausläufer nur sehr langsam vorankommt, liegt an einem weiteren Tief PETRA, welches sich über Ostdeutschland befindet und mit einem weiteren namenlosen Tief über der Biskaya die sehr heiße südwestliche Strömung aufrecht hält. Erst morgen nimmt die Kaltfront deutlich Fahrt auf und räumt die heiße Luft größtenteils aus.

Leider sind in einigen Landesteilen auch Brände ausgebrochen, so dass wir alle nun sehnsüchtig auf Regen warten. Leider bringt auch diese Kaltfront keinen flächendeckenden Regen, sondern nur Schauer und Gewitter, die lediglich lokal auch mal für größere Niederschlagsmengen sorgen können.

Aber haltet durch, nur noch 189 Tage bis Weihnachten … (ch)

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3 Antworten zu Erste Hitzetage des Monats

  1. Anette Aslan schreibt:

    Wollen wir auf Regen hoffen, der Kai Zorn vom Youtube Channel hat da was in Aussicht gestellt….ich bin gespannt….von alten Leuten aus der Niederlautsitz weis ich, dass, diese Gegend im Osten Deutschlands auch immer schon im Sommer ein Waldbrandgebiet war und generell als die Sandkiste Deutschlands galt. Bei einigen Aufenthalten im Sommer bin ich durch die Kiefernwälder geradelt und habe immer nur gestaunt, wie trocken dass da immer alles ist….man konnte mit dem Rad im tiefsten Sand in den Wäldern stecken bleiben, der im wahrsten Sinne des Wortes Wüstensand gleich kam.
    Grüsse von Anette

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    • Matthias schreibt:

      Was,dort war es früher schon trocken?
      Das erzählen sie mal der“letzten Generation“
      😂
      PS.Kai Zorn…naja da kann man nix drauf geben,alles was über eine Woche geht ist reine Spekulation und Kaffeesatzleserei.

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  2. Claudia Hinz schreibt:

    Ja, in Dresden sahen die Wiesen aus wie Steppe, bei uns hat sich bisher alles tapfer gehalten, aber langsam wird auch alles gelb. Hatten aber heute immerhin 2,6mm Niederschlag. besser als nichts … hoffentlich hat Kai recht, die Natur braucht es dringend!
    LG Claudia

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