Das Wetter im Osterzgebirge im Mai 2022 

Bis auf das orografisch begünstigte Zinnwald fiel an den anderen Station in der 1. Monatshälfte kein einziger Regentropfen! Und auch die 11-tägige Regenpause an der Wetterwarte stellt einen neuen Mairekord dar. Unter den stabilen Hochdrucklagen über West- und Mitteleuropa begannen die Tage meist frisch, teils mit Bodenfrost. Aber der starken Solarstrahlung war eine rasche Erwärmung auf 15 bis über 25 °C zu verdanken. Am 11. meldeten die Thermometer in Bannewitz (28,6 °C) und Köttewitz (29,1 °C) letztendlich ihren Monatshöchstwert.  
Ein MCS (Mesoskaliges konvektives System) mit dem Namen „Tief Bora“ streifte uns ab dem Abend des 16. mit Gewittern und nur punktuell hohen Niederschlagssummen. Köttewitz landete mit lediglich 14,3 mm noch den „Haupttreffer“. Am 17. war es meist trüb mit Dunst und dem einzigen Mainebeltag in Zinnwald. Neuer Negativrekord! Trotz dessen schien kurz die Sonne, sodass alle Stationen 31 Sonnentage vorweisen können.
Doch auf die kurze Abkühlung folgte mit „Hoch Yannes“ sobald eine straffe Südlage, wobei die Höchstwerte in Sachsen noch „niedrig“ blieben. Am 20. meldeten Zinnwald (22,9 °C) und Dohna (30,1 °C) ihre höchste Monatstemperatur. Es wurde schwül und Gewitter gingen mit wenig Regen einher.
Die letzte Maidekade fällt besonders durch die häufige Fernsicht auf. Sonne und (Regen)wolken wechselten sich ab aber letztlich blieb es ein Tropfen auf den heißen Boden, so mal der beständige Wind den Oberboden rasch wieder austrocknete. Im Süden und Osten des Landkreises konnten 2 Gewittertage verbucht werden. Bannewitz (3,1 °C) & Zinnwald (2,1 °C) meldeten antizyklisch am 31. die kühlste Nacht. Um ein Zehntel wäre das in Köttewitz auch geschehen.

Die Maitemperatur betrug im Mittel 11,3 °C (Zinnwald-Georgenfeld) bis 16,0 °C (Köttewitz) und wich um knapp + 2 °C/K vom Referenzzeitraum 1991-2020 ab. Selbst im Obererzgebirge wurde lediglich Bodenfrost gemessen. Daher ist mit einem guten Obstjahr zu rechnen – wenn es genug Wasser gibt. Die registrierten 4 Sommertage in Köttewitz, sowie die 5 Tage in Bannewitz und 7 in Dohna liegen nur minimal über der Norm. Einzig in Dohna wurde 1 Tropentag notiert. Verteilt auf 8 (Dohna) bis 13 Tage (DWD-Station) fiel ein mess-barer Niederschlag von 21,2 mm (Dohna) bis 29,5 mm (Zinnwald) und erfüllt nur knapp 40 % vom üblichen. Die Niederschläge fielen jedoch punktuell viel höher aus (Rosenthal: 61 mm) Mancherorts war es der trockenste Frühling seit 1943. Die Böden sind wieder auf stark ausgetrocknet und die Fließgewässer führen Niedrigwasser. An allen 31 Tagen schien die Sonne bis zu 269,2 h (Dohna) lang und im Landkreis 15-30 % zu lang. Nach 2011 genossen wir den sonnigsten Frühling der modernen Meteorologie. Auch der Luftdruck-wert des Frühlings (1019,6 hPa) war zuletzt 2011höher notiert. Mit 2 (Region Dresden) bis 4 (Region SOE) Gewittertagen war weder die Häufigkeit noch deren Intensität außergewöhnlich. Die höchste Windböe wurde am 21. vom DWD-Anemometer gemessen (59 km/h). An 24 Tagen wurden Fernsicht (> 50 km) beobachtet. Aufgrund der geringen Luftfeuchte (65-69 %) war es nur selten schwül.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

Über sw

Gebürtiger Dresdner, seit der Kindheit Wetterbeobachter, seit 2011 Erfahrung beim DWD, seit 2012 professionelle Wetteraufzeichnung auf hauseigenem Grundstück, 2014 Gründungsmitglied Wettererein Zinnwald-Georgenfeld, seit 2010 Auswertung weltweiter Klimadaten und Erstellung Weltklimaatlas.
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