Wochenrückblick 16.-22. Mai 2022

Gewitter über dem Bärenstein. Foto: Olaf Wolfram

In der vergangenen Woche endete der starke Fichtenpollenflug, es gab endlich wieder Regen und vereinzelt Gewitter, die aber in Sachsen weniger dramatisch ausfielen.

Fichtenpollenflug

Der schon in der Vorwoche eingesetzte Fichtenpollenflug erreichte am Montag seinen Höhepunkt. Aufgrund leichter bis mäßiger Winde und der Trockenheit zogen riesige Pollenwolken aus den Wäldern und lagerte sich in jeder noch so kleinen Ritze ab. Die Niederschläge am Nachmittag des 17. Mai und in der Nacht zum 20. wuschen die Luft zumindest vorübergehend sauber. Aber erst die Kaltfront in der Nacht zum 21. setzte dem gelben Staub ein Ende. Ob es sich wirklich um ein Mastjahr handelt, wie viele Medien berichteten, mag ich nicht beurteilen, denn 2018 und 2020 gab es einen ähnlich starken Fichtenpollenflug. Ursache ist das nach dem unterkühlten Frühjahr beständig trockenwarme Wetter der letzten Wochen. Dadurch vollzog sich in der Natur eine wahre Entwicklungsexplosion, sodass die Blüte der Fichten überall fast gleichzeitig erfolgte, anstatt nacheinander. Der Wind wehte die Pollen aus den Wäldern und verteilte sie in der größeren Umgebung. Aufgrund von Luftsäcken können vor allem Pollen von Kiefern und Fichten mehr als 100km weit transportiert werden. Der Regen wusch die Luft schließlich rein und verzierte manches Fenster und Auto mit zusätzlichen Pollenschlieren.

Pollenablagerungen auf dem Auto in Schwarzenberg (wh) sowie auf Teichen nahe Olbernhau und Rübenau (ch)

Großflächige Pollenkoronen wie 2018 blieben in diesem Jahr aus. Wahrscheinlich waren zusätzlich noch zu viele andere Pollen in der Luft, so dass es keine sauberen Beugungsringe, sondern nur eine diffuse Aufhellung um die Sonne gab. Heiko Ulbricht hatte aber in Freital Glück und lichtete diese schöne Pollenkorona am Mond ab.

Pollenkorona am Mond in Freital. Foto: Heiko Ulbricht

Regen und Gewitter

Die erste Hälfte war sehr trocken. In Marienberg (0,2mm) und Zinnwald (0,5mm) wurde beim Niederschlag ein neuer Halbmonats-Negativrekord aufgestellt. Am meisten Niederschlag der DWD-Stationen fiel mit 12,6mm in Carlsfeld, wo noch Platz 4 der trockensten Mai-Halbmonate erreicht wurde.

Insofern kam Tief BORA der sächsischen Wetterpaten Silvio Wandel und Thomas Junghänel vom Wetternetz Sachsen wie gerufen, denn es brachte in der Nacht zum Dienstag Schauer mit bis zu 14mm Niederschlag (Marienberg). Und der Regenfreude nicht genug, brachten auch die Tiefs CLARISSA und EMMELINDE Schauer und Gewitter bis immerhin 7mm (Deutschneudorf-Brüderwiese am 20. Mai). Leider sehen die Modelle Niederschlag auch längerfristig als seltenes Gut, so dass der Mai trotz der Tropfen auf dem heißen Stein viel zu trocken werden wird 😦 (ch)

Gewitterschauer in Adorf. Foto: Wolfgang Weigert
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Eine Antwort zu Wochenrückblick 16.-22. Mai 2022

  1. Sehr eindrucksvolle Fotos und wie immer eine verständliche Beschreibung!

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