Das Wetter im Osterzgebirge im April 2022

Mit Dauerfrost im Erzgebirge begann der Monat deutlich zu kalt. Am Morgen des 03. sank die Temperatur auf -2 °C im tieferen Land und -7,5 °C an der Zinnwalder Wetterwarte. In der darauffolgenden Woche waren Wolken mit Niederschlag und guter Fernsicht dominant. Auf dem Kamm bildete sich eine bis zu 13 cm hohe Schneedecke (05.). „Tief Nassim“ brachte aktive Nordseekaltluft zu uns mit Sturmböen am 07./08. sowie starker Quellung, Graupelschauern und Gewitter am 09./10. Die Verbindung aus Regen und Schneeschmelze verursachte erhöhte Pegelstände.

Um den 13. herrschte eine sonnige Südlage unter „Hoch Reiner“. Der letzte Zinnwalder Schnee schmolz nun dahin. Die Monatshöchsttemperatur erreichten die Stationen am 13. – Zinnwald am 14. – mit 16,0 °C bis 22,6 °C (Dohna).
Nachdem Ostern eher trüb und nass vorüber ging, trocknete aber der Oberboden nun langsam aus. Gründe dafür waren beständige Hochdruckgebiete über Nordeuropa und eine windige Phase um den 19. Am Morgen des 20. beobachteten alle Stationen den letzten Frost des Monats.
Tief Renate“ schob sich von der Ukraine unter das Skandinavienhoch „Spiro“. Die entstandene Ostlage brachte viele Wolken und am 21./22. auch im Flachland Nebel. Niederschlag fiel nur geringfügig.
Eine fast identische Wetterlage am 24. ging dann aber mit Dauerregen und 24h-Niederschlagssummen von 14,8 mm (Dohna) bis 24,2 mm (Zinnwald-Georgenfeld) einher.
Trocken, wolkig und progressiv wärmer endete der April aufgrund eines britischen Hochs.  

Mit einer Durchschnittstemperatur von 3,3 °C (Zinnwald-Georgenfeld) bis 8,3 °C war es ein um 1,5 bis 2 °C/K zu kalter April, verglichen mit dem Zeitraum 1991-2020. Auch im Vorjahr führten Nordlagen zu einem nur zögerlichen Frühlingsbeginn. In Zinnwald reichte es noch für 3 Eistage. Frost trat tatsächlich nur an 4 (Köttewitz) bis 12 Tagen (Zinnwald) auf und liegt fast im Soll. Verteilt auf 11 bis 14 Tage sammelten die „Hellmänner“ 34,8 mm (Dohna) bis 73,0 mm (Zinnwald). Während dies im Erzgebirgsvorland rund 100 % des Normalniederschlags ist, lag an der DWD-Wetterwarte ein Plus von 34 % zum seit 1991 gezählten Klimamittel vor. Die gemessenen Sonnenstunden von 131,2 h (Köttewitz) bis 169,2 h (Dohna) erreichten ca. 90 % des Mittels. Gewitter wurden an 1 Tag (Zinnwald an 2 Tagen) beobachtet. Nebel tauchte in Zinnwald an 14 (normal 13) Tagen auf. Windstärke 6 erreichte Dohna an 7 Tagen und Zinnwald an 18 Tagen. Die höchsten Windböen: Dohna (63 km/h), Köttewitz (64 km/h), Bannewitz (74 km/h) und Zinnwald (80 km/h). Dies war der einzige Standort mit Sturm (≥ 75 km/h). Der Luftdruck von 1014 bzw. 1015 hPa stellt den niedrigsten Wert seit Juli 2021 dar, liegt aber nur leicht unter dem Durchschnitt. Ursache dafür war, dass die stabilen Hochdruckgebiete weit im Norden lagen und wir zwar in deren Wirkungsbereich standen aber eben nicht im Kerngebiet. Da der April feuchtere Luft als im März im Gepäck hatte kam es vor, dass die Luftfeuchte – trotz zunehmender Wärme – über der des Vormonates lag (73 % im April : 66 % im März).

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

Über sw

Gebürtiger Dresdner, seit der Kindheit Wetterbeobachter, seit 2011 Erfahrung beim DWD, seit 2012 professionelle Wetteraufzeichnung auf hauseigenem Grundstück, 2014 Gründungsmitglied Wettererein Zinnwald-Georgenfeld, seit 2010 Auswertung weltweiter Klimadaten und Erstellung Weltklimaatlas.
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