Das Wetter im Osterzgebirge im Februar 2022 

Der 1. Februar war der einzige Tag mit Schneedecke um Dresden. Ansonsten regnete/schneite es im 1. Monatsdrittel oft, gefolgt von dichter Bewölkung und begleitet von starkem Wind. Am 7. erreichte die Zinnwalder Schneehöhe ihren Winterhöchstwert mit 66 cm. Am selben Tag zog ein Gewitter mit Graupel über unsere Region, sowie Sturmböen (76 km/h in Dohna). Frostig wurde es in der 1. Dekade nur im Gebirge. Die milde Witterung (Tauwetter und Regenfälle) verursachten ein leichtes aber längeres Hoch-wasser der Elbe und deren Zuflüsse. Das Hochwasserrückhaltebecken in Lauenstein musste angestaut werden, was zu Straßensperrungen führte.
Vom 12. – 14. legte die Regie eine Regen- und Sturmpause ein. Dafür schien unter „Hoch Ingo“ fast ungehindert die Sonne auf die Pyranometer. Die Strahlungsnächte bescherten auch dem Tiefland mehrere Frostnächte.
Am 16. brachte „Orkan Ylenia“ die Großwetterlage deutlich durcheinander. Es regnete längere Zeit und die Temperaturen stiegen auf 8 bis 16 °C. Anschließend erreichte uns die Kaltfront mit 3 Gewitterzellen über Zinnwald. Die Spitzenböen am 17.: 104 km/h (Wetterwarte), 87 km/h (Köttewitz), 78 km/h (Bannewitz), 70 km/h (Dohna). Es folgten noch „Orkan Zeynep“ und „Sturmtief Antonia“.
Erst am 23. konnte man wieder, ohne gegen eine steife Briese zu laufen, spazieren gehen und bis zum Monatsende wurde es immer kälter, trockener und sonniger.

Mit einer Durchschnittstemperatur von -0,5 °C (Zinnwald-Georgenfeld) bis 5,4 °C (Dohna) ist der Februar als 3,5 bis 4,0 °C zu warm einzuordnen und somit dem März näher als dem Februar. Frostig kühlte es sich in Köttewitz nur an 5 Tagen ab, auf dem Erzgebirgskamm hingegen an 26 Tagen. Nur an der Wetterwarte blieb das Thermometer ganztags unter 0 °C (magere 7 x). Niederschlag fiel im Februar in Fülle. Das Spektrum reicht von 41,0 mm/116 % (Dohna) bis 107,6 mm/169 % (Zinnwald-Georgenfeld). Verteilt auf 19 (Bannewitz) bis 22 Tagen (Wetterwarte Zinnwald) trug dieser stark erhöhte Wert dazu bei, dass es von den Tagen gesehen der nasseste Winter seit 10 Jahren war. Doch ein anderer Parameter bricht einen noch längeren Rekord. Der Mittelwind lag nur wenige km/h unter dem Januar 2007 („Kyrill“) zurück und wehte auf dem Kamm knapp 27 km/h, im Tiefland um 14 km/h schnell. Insgesamt wurden Böen der Windstärke 8 (≥ 62 km/h) außergewöhnlich oft gemessen: 5 x in Dohna, 6 x in Bannewitz, 10 x in Köttewitz und 16 x in Zinnwald-Georgenfeld. Die Sonne schien sehr ungleich verteilt aber letztendlich überdurchschnittlich lang (Zinnwald: 69,5 h, Dohna: 102,7 h).

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

Über sw

Gebürtiger Dresdner, seit der Kindheit Wetterbeobachter, seit 2011 Erfahrung beim DWD, seit 2012 professionelle Wetteraufzeichnung auf hauseigenem Grundstück, 2014 Gründungsmitglied Wettererein Zinnwald-Georgenfeld, seit 2010 Auswertung weltweiter Klimadaten und Erstellung Weltklimaatlas.
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