Wochenrückblick

Diese Woche war äußert turbulent. Nachdem am Montag ANTONIA, das dritte Sturmtief in Folge in Chemnitz mit 110km/h die höchste Windspitze Sachsens registrierte (da Fichtelbergmessung weiterhin defekt), schickten mehrere Kaltfronten im Laufe der Woche kühlere Temperaturen zu uns. Die Höchsttemperaturen gingen von Anfangs 10°C auf 5°C zurück. Richtig kalt wurde es aber in den Nächten, wo es erst am Kamm, später auch bis in tiefere Lagen Nachtfröste gab. Spitzenreiter war wie so oft Kühnhaide, wo in der letzten Nacht in 2m Höhe -10,9°C, am Erdboden sogar -14,8°C gemessen wurde. Aber selbst Aue war mit -3°C frostig und auf unserer Terrasse in Schwarzenberg „erblühte“ unser Haareiszweig, der uns nach jeder negativ temperierten Nacht erfreut.

„Blühender“ Haareiszweig auf unserer Terrasse in Schwarzenberg

So richtig interessant waren aber die Morgen- und Abendstimmungen, einige Halos sowie die ungewöhnlichen Wolken. Fast täglich zeugten Kelvin-Helmholtz-Wellen vom Kampf zwischen kalten und warmen Luftmassen. Teilweise schienen die Wolken Mammatus-förmige Ausbuchtungen zu haben oder sie erinnerten an eine wellige Wasseroberfläche (Asperitas).

Besonders eindrucksvoll war allerdings der Sonnenuntergang am Donnerstag. Anfangs färbten sich die Fallstreifen, also Niederschlag, der nicht den Erdboden berührt, tiefrot. In diesem Fall ist dies kein Abendrot an Wolken, sondern Zero Order Glow. Der Name Zero Order Glow bedeutet, dass es sich um einen Regenbogen nullter Ordnung handelt. Denn das Licht wird innerhalb des Tropfens nicht einfach oder doppelt reflektiert, wie es beim Haupt- oder Nebenbogen der Fall ist, sondern das einfallende Licht durchwandert den Tropfen ohne Reflektion und verlässt ihn nur in abgelenkter Form. Deshalb gibt es keine kreisförmige Lichtkonzentration, sondern das Zero Order Glow erscheint bei Regen als diffuse leuchtende Fläche in Sonnenrichtung. Es unterscheidet sich vom Abendrot dadurch, dass nicht die Wolken rot werden, sondern der Regen selbst. Am besten ist es zum Sonnenuntergang zu sehen, wenn es in Sonnenrichtung regnet, egal, ob dieser den Erdboden erreicht oder wie in diesem Fall auf dem Weg nach unten verdunstet. (ch)

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