Orkan YLENIA

Orkan YLENIA am Erzgebirgskamm. Foto: Mario Groth

Aufgrund massiver Temperaturgegensätze über dem Nordatlantik haben sich zwei Orkantiefs gebildet. Da derzeit das Starkwindband in 10km Höhe, der Jet Stream, über Mitteleuropa hinweg verläuft (siehe Animation), können die Orkantiefs wie über eine Autobahn direkt zu uns rauschen und sich hier austoben.

Den Anfang machte heute das Sturmtief YLENIA, welches vor allem an den Küsten und auf den Berggipfeln Sturmböen bis weit über 100km/h brachte.

So schlimm wie die Sturmflut, die heute genau vor 60 Jahren vor allem Hamburg unter Wasser setzte und 315 Menschen das leben kostete (siehe Film) wurde es zwar nicht, aber auch diesmal stand der Hamburger Fischmarkt unter Wasser und im Binnenland fielen Nahverkehr und Schulen aus. Zahlreiche Straßen wurden durch umstürzende Bäume gesperrt und in einigen Gebieten war die Stromversorgung unterbrochen.

Auch im Erzgebirge waren durch umgestürzte Bäume einige Straßen gesperrt und Zugstrecken blockiert. Einen Wert der höchsten Windspitze vom Fichtelberg gibt es leider nach wie vor nicht, da der Windmesser seit Dezember defekt ist. Auf dem Keilberg, wo der Windmesser in ca. 4 Meter Höhe relativ gut geschützt von Bäumen umgeben ist, wurden 135km/h registriert. Für gewöhnlich sind es am Fichtelberg am frei stehenden Windmast auf dem Dach der Wetterwarte noch mind. 20km/h mehr.

Aber auch im sächsischen Flachland wurden beachtliche Windböen registriert. So wurde in Dresden Loschwitz in einer morgendlichen Böe 122km/h gemessen. Die Wetterstation in Chemnitz meldete 102km/h und in der seit 1989 existierenden Station Carlsfeld wurde mit 101,1km/h sogar der bisherige Monatsrekord geknackt.

Im Vorfeld des Orkans wurde sehr milde Luft zu uns geführt. Die Maxima wurden in den Morgenstunden gemessen und lagen unterhalb von etwa 750 Metern im zweistelligen Bereich. Die höchsten Werte wurden rund um Dresden registriert, wo mit Temperaturen bis zu 16°C zwar keine neuen Februarrekorde aufgestellt wurde, aber für Nachttemperaturen sollten diese Werte auf jeden Fall rekordverdächtig sein.

Die Kaltfront, die uns um die Mittagszeit erreichte, brachte dann nicht nur heftige Graupelschauer, sondern um Zwickau, Annaberg-Buchholz und Jöhstadt auch Gewitter.

Und auch der Sturm lässt nun allmählich nach. Aber nicht lange, denn das zweite Orkantief ZEYNEP steht schon über dem Atlantik bereit und wird uns in der Nacht zum Samstag überqueren. Auch dieses könnte nochmals ähnlich heftig werden und vor allem den Küsten neue Sturmfluten bringen. Insofern beachtet bitte die amtlichen Warnungen und kommt gut durch den zweiten Sturm!

Voraussichtliche Zugbahn von Orkantief ZEYNEP. Quelle: DWD

Nachfolgend ein Video zum Orkan am Erzgebirgskamm von Marion Groth vom Berggasthof „Neues Haus“ an der Grenze Oberwiesenthal/Bozi Dar und ein zweites von Matthias Barth vom nächtlichen Gewitter am Dresdener Flughafen. Vielen Dank dafür! (ch)

Orkantief YLENIA am Erzgebirgskamm. Video: Mario Groth
Nächtliches Gewitter am Flughafen Dresden. Video: Matthias Barth
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Eine Antwort zu Orkan YLENIA

  1. Anette Aslan schreibt:

    Ich habe auch einen Windmesser in nur 3m Höhe in ziemlich verbauter Umgebung und muss meine Windwerte immer verdoppeln um auf den realen Wert zu kommen. Bei mir im Wiener Becken gab es gestern über 101 Km/h auf der amtlichen Station und bei mir im Garten 70Km/h, soviel hatte ich noch nie gemessen. Aber das auf dem Fichtelberg sich keiner um das Anemometer kümmert macht meine Station ja nun doch recht wertvoll. Unglaublich.
    LG von Anette

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