11.01.2022 Traumtag mit Eisnebelhalos

Eisnebelhalo am Neuen Haus

Gestern gab es am Erzgebirgskamm wieder herrliche Eisnebelhalos. So richtig damit gerechnet hatten wir damit nicht (auch, wenn man natürlich immer hofft), denn die gestrige Nordanströmung ans Erzgebirge ist nicht gerade eine charakteristische Wetterlage für die Kristallwunder. Insofern sind wir hochgefahren, um eine herrliche Wanderung im sonnigen Schnee zu unternehmen. Aber bereits an der Grenze war die Fahrt beendet, als uns gegen 14.00 Uhr herrliche Halos entgegenlachten.

Über die Bergkuppen hatte sich eine Eiskappe gelegt und die höher gelegenen Wolken sanken auf etwa 1000 Meter ab. Auch musste der (kaum vorhandene) Wind zumindest in Bodennähe auf Süd gedreht haben (automatische Windmessung an der Wetterwarte leider seit Wochen defekt), denn vom inzwischen entstandenen Nebelmeer flossen die Wolken über die Grenze und zerfielen in Eiskristalle. Und so gab es in einem kleinen Gebiet zwischen Neklid an der Keilbergauffahrt (früher Sonnenwirbel) und der Sachsenbaude an der Fichtelbergauffahrt Eisnebelhalos mit herrlichen 3D-Effekten. Vor allem der obere Berührungsbogen schien zum Greifen nah und man konnte jedes einzelne Kristall glitzern sehen.

Als gegen 15.30 Uhr die Wolken weiter absanken und die Grenze schließlich mehr und mehr halofrei wurde, fuhren wir zum Sonnenuntergang auf den Fichtelberg. Dieser empfing uns freudig mit einer herrlichen Glorie, die als Mittelpunkt den Schatten des Fichtelberghauses zeigte.

In Ruhe genießen konnten wir den Sonnenuntergang allerdings nicht, denn am Keilberg „leckten“ einige Wolkenfetzen nach oben. Also nochmal rüber nach Neklid, wo sich ein herrliches Dreifach“V“ aus oberen Berührungsbogen, Parrybogen und Moilanenbogen zeigte. Leider nur wenige Sekunden, dann waren bis zum Sonnenuntergang „nur“ noch oberer Berührungsbogen und die Lichtsäulen zu sehen. Nebenbei erfreuten wir uns an den herrlichen Schattenspielen an den Schneekanonen.

Als die Sonne perlschnurartig am Horizont des Wolkenmeeres verschwand und die Halos mit sich nahm, fuhren wir nochmals auf den Fichtelberg, wo ein geniales Purpurlicht diesen herrlichen Tag beendete. (ch)

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3 Antworten zu 11.01.2022 Traumtag mit Eisnebelhalos

  1. franzzeiler schreibt:

    Liebe Claudia,
    ich bin ja auch an kalten klaren Wintertagen mit frischem Pulverschnee oft und gerne in der Natur unterwegs. Etwa auch gestern bei knackigen -17°C am Morgen in frisch verschneiter Landschaft. So prächtige Eisnebelhalos habe ich noch nie gesehen. Traumhaft!
    Welche speziellen spezielle Zutaten braucht noch es zu deren Entstehung? Einfallswinkel der Sonne, Wind, etc. ……..?
    LG, Franz

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    • Claudia Hinz schreibt:

      Lieber Franz,
      zur Entstehung braucht es neben hoher Luftfeuchte und Kälte auf jeden Fall reichlich Kondensationskeime, damit sich Eiskristalle bilden können. Das ist nahe Industriegebieten der Fall oder auch in Skigebieten mit Schneekanonen. Im Erzgebirge ist der Böhmische Nebel der hauptsächliche Kondensationskeimlieferant. Ihr habt wahrscheinlich einfach zu saubere Luft 😉

      Liebe Grüße
      Claudia

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  2. Tolle Beobachtungen und eindrucksvolle Präsentation!

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