2022 – Das Wetter in Olbernhau von Dirk Christoph

August

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur:
17,9°C (1,0 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 5,6°C (am 7. August)
Temperatur-Maximum: 33,0°C (am 4. August)
Sommertage: 13 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 4 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 191,5 (95 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 72,2 l/m² (82,6 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 11
Tageshöchstmenge: 23,3 l/m² (am 27. August)
Tage mit Gewitter: 4

Juli

Über kaum ein Thema läßt sich mehr diskutieren, schimpfen und klagen als über das Wetter. Und das war offensichtlich schon in früheren Jahrhunderten so. Letztlich auch völlig verständlich, waren doch die Menschen, allen voran die Bauern viel mehr als heute auf Gedeih und Verderb den Launen des Wetters ausgesetzt. Davon zeugen alte Aufzeichnungen und Schriften. Von besonderen Hitzeperioden schreibt zum Beispiel Cyriax Spangenberg in seiner „Sächsischen Chronika“ folgendes: „Vom Tage St. Johannes (24.Juni.) bis zum 9. November im Jahre 933 war entsetzliche Hitze, so daß in den meisten Gewässern die Fische starben, der größte Teil der Bäume verdorrte und der Flachs verdarb. An vielen Orten waren die Wiesen so dürr, als wären sie mit Feuer versengt. Es folgte ein großes Sterben unter den Menschen, so daß in Sachsen und Thüringen etliche Dörfer wüst worden sind…“ Im Sommer 1473 blieb ab Pfingsten bis Herbstbeginn der Regen aus. Die Hitze war so groß, daß sich das Harz der Bäume von selbst entzündete, so die Überlieferung. Das alles waren nur subjektive Wahrnehmungen, denn Wetteraufzeichnungen, so wie wir sie heute kennen, allen voran Temperatur- und Niederschlagsmessungen, gab es damals natürlich noch nicht. Was den Wahrheitsgehalt dieser Dokumente keinesfalls keineswegs in Frage stellt.

Wie sah nun der zum Teil medial schon viel gescholtene Sommer, insbesondere der hier in diesem Artikel zu analysierende Monat Juli 2022 aus? War er wirklich so unerträglich heiß und trocken? Zahlen, oder Bilder sprechen mehr als Worte, wie in den Diagrammen ersichtlich. Nach zwei Sommertagen, am 3. und 4. Juli mit Höchsttemperaturen von 28,4 bzw. 25,4 Grad verabschiedete sich der Sommer schon wieder. Fünf Tage in Folge mit zum Teil Werten deutlich unter 20 Grad, das ist sicher kein Sommer. Nach 6,4 Litern Regen am Monatsersten kamen am 7. Juli noch einmal 12,9 Liter dazu. Die Regentonnen der Gärtner sollten damit eigentlich gut gefüllt gewesen sein. Das war für die folgenden drei Wochen auch bitter nötig, denn in diesem Zeitraum gingen nur noch vereinzelte Schauer in unbedeutenden Mengen von insgesamt nur rund 13 Liter pro Quadratmeter nieder. Dazu stiegen die Temperaturen ab 18. Juli nun endlich in den Hochsommerbereich. Verteilt über acht Tage zeigte das Quecksilber an drei Tagen davon bis zu 33 Grad in der Spitze am 19. Juli an. Doch in den mittleren Erzgebirgslagen ließen sich diese Temperaturen, die nur wenige Stunden auf einem Niveau über der 30-Grad-Marke lagen, sicher gut überstehen. Im Gegensatz zu den Großstädten kühlte es sich nämlich in den Nächten nahezu empfindlich ab. In 16 Nächten sanken die Tiefstwerte in Olbernhau unter zehn, in zwei davon sogar unter fünf Grad. Von tropischen Nächten (nicht unter 20 Grad), die im ländlichen Raum ohnehin äußerst auftreten, ganz zu schweigen. Es ließ sich also nachts gut durchlüften. Am 26. Juli war es mit der Sommerphase ohnehin schon wieder vorbei. Nach nächtlichem Regen zum 30. Juli mit 14,8 Liter pro Quadratmeter kühlte es sich erneut empfindlich ab. Die letztlich summierte Monatsmenge von 51,7 Litern bedeuten reichlich 54 Prozent vom Mittel. Nach einem etwa ebenso trockenen Juni ist der Sommer 2022 fast auf Rekordkurs Richtung Trockenheit der zurückliegenden 70 Jahre in Olbernhau. Nur 1964 fiel in den beiden Sommermonaten Juni und Juli zusammen mit 79,5 Litern noch weniger als in diesem Jahr (100,8 Liter). Damals erfüllte dann zumindest der August sein Soll. Auf eine solche Trendwende deuten in diesem Jahr zumindest die ersten Augusttage aber schon mal nicht hin.

Der Juli schließt insgesamt, sicher vorrangig den kalten Nächten geschuldet, nur um 0,3 Grad wärmer gegenüber dem 30-jährigen Mittel ab. Die Sonnenscheindauer, Solaranlagenbesitzer dürfte es gefreut haben, lag mit 240 Stunden gut 12 Prozent über dem Soll.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 17,4°C (0,3 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 4,1°C (am 17. Juli)
Temperatur-Maximum: 33,0°C (am 19. Juli)
Sommertage: 11 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 3 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 241 (113% vom Durchschnitt)
Niederschlag: 51,7 l/m² (54,2 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tageshöchstmenge: 14,8 l/m² (am 29. Juli)
Tage mit Gewitter: 1


Juni

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 17,7°C (2,6 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 3,9°C (am 3. Juni)
Temperatur-Maximum: 35,6°C (am 19. Juni)
Sommertage: 10 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 3 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 236 (115 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 49,1 l/m² (58 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 14
Tageshöchstmenge: 24,6 l/m² (am 27. Juni)
Tage mit Gewitter: 4


Mai

Jedes Jahr im Mai steht, vor allem bei den Kleingärtnern, die spannende Frage, wann stellen sich die Eisheiligen ein? Sind sie pünktlich um den 12. Mai, verspäten sie sich, oder fallen sie ganz aus? Schaut man sich die Tageslänge um den 10. bis 12. Mai an, so reibt man sich ohnehin verwundert die Augen und käme überhaupt nicht auf die Idee an Frost zu denken. Bis zu den längsten Tagen zur Sommersonnenwende fehlen morgens lediglich 30, abends 40 Minuten. Doch die großräumige Erwärmung der Nordhalbkugel ist erst noch in vollem Gange, und so können bei Nord- bis Nordostströmung mitunter recht drastische Kaltlufteinbrüche bis weit in den Süden Europas vordringen. Nach dem gleichen Prinzip, allerdings in umgekehrter Richtung läuft im Herbst die etwas schleppendere Abkühlung ab. Weswegen es trotz der kürzesten Tage um Weihnachten selten so richtig kalt ist und es dementsprechend kaum weiße Weinachten gibt. Der Hochwinter findet bekanntermaßen erst im Januar und Februar statt, obwohl die Sonne schon so langsam höher steigt.

In diesem Jahr stand so ein wenig die Vermutung im Raum, dass die Eisheiligen schon vorfristig mit den recht kalten Nächten Ende April/ Anfang Mai vorüber sein könnten. Der Mai startet auch gleich an den ersten beiden Tagen mit Bodenfrost von minus 1,6 bzw. minus1,0 Grad. Auch wenn es das damit rückblickend messtechnisch war mit dem Frost, die Gefahr blieb tageweise bis zum Monatsende bestehen. Am 29. und 31. machte das Thermometer 5 Zentimeter über dem Erdboden bei 0,3 Grad halt. Dies gemessen an der Wetterstation in 480 Metern Höhe über dem Meeresspiegel, wohlwissend, dass es in exponierten Lagen, auch in Olbernhau, sehr wahrscheinlich deutlich kälter war. Aber die Tagestemperaturen zogen mit Beginn der zweiten Monatsdekade deutlich an und übersprangen mit viel Sonnenschein am 9. Mai die 20-Grad-Marke um zwei Tage später mit 26,2 Grad den ersten Sommertag
(>25,0°C) des Jahres zu markieren. Die Natur, die seit 26. April bis zum 15. Mai bis auf eine geringfügige Ausnahme, 20 Tage durchgehend trocken stand, erwachte trotzdem explosionsartig zum Leben. Am deutlichsten sichtbar wurde das durch die enorme Freisetzung der hauptsächlich Fichtenpollen. Enorme Schwaden, noch von weitem sichtbar, wurden hauptsächlich vom 11. bis 14. Mai durch den mäßigen Wind verteilt (FP berichtete ausführlich). Dringend benötigter Regen, der auch das „Problem“ Blütenstaub lösen konnte, fiel erst am späten Abend des 16. und am Tage des 17. Mai mit insgesamt 14,7 Litern pro Quadratmeter binnen rund 18 Stunden. Unheimlich wichtig, aber anhand der Trockenheit zuvor viel zu wenig. Zumal bis Monatsende nur sporadisch geringe Mengen folgten. Insgesamt fielen im Mai nur 34,1 Liter pro Quadratmeter des kostbaren Naß‘ vom Himmel, mit 44 Prozent nicht mal annähernd die Hälfte des langjährigen Mittels. Die Sonne hingegen zeigte sich mit 110 prozentiger Übererfüllung täglich und trieb die Monatsmitteltemperatur in überdurchschnittliche Höhen. Mit 13,4 Grad, was 1,3 Grad über dem Soll bedeutet, ist der 2022er Mai der drittwärmste der vergangenen 15 Jahre.

Der Frühling (Monate März bis Mai) konnte auf Grund des leicht zu kühlen März und viel zu kalten April nicht ganz das Mittel erreichen. Der Niederschlag fiel nach einem Jahr Pause, leider wieder ins alte viel zu trockene Muster zurück. Seit 2010 brachten nur das Frühjahr 2013 und 2021 ausreichend Niederschlag.


April

Statistik:


Monatsmittel-Temperatur: 5,8°C (1,9 Grad unter dem Mittel von 1991-2020)
Temperatur-Minimum: minus 4,4°C (am 3. April)
Temperatur-Maximum: 18,3°C (am 13. April)
Frosttage: 14 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 18 (Tagesminimum in 5cm <0°C)
Sonnenstunden: 151 (83 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 55,9 l/m² (133 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 14
Tageshöchstmenge: 14,3 l/m² (am 24. April)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 2
Schneefalltage: 4
maximale Schneehöhe: 3 cm (am 2. April)


März

Im Mittelpunkt stand im Monat März völlig zu Recht die überproportionale Anzahl an Sonnenstunden. An 13 Tagen ließ sich nicht eine Wolke am Himmel blicken. Aufsteigend mit den über den Monat länger werdenden Tagen bedeutete das für Olbernhau mitunter eine tägliche Sonnenscheindauer von 10,1 Stunden am Monatsanfang und bis 11,8 Stunden Richtung Monatsende. In Summe kamen an 27 Sonnentagen somit nahezu unglaubliche 208 Stunden zusammen. Das sind 230 Prozent vom Mittel und entspricht in etwa dem langjährige Soll eines Monats Juni oder Juli. Deutschlandweit konnten die Messinstrumente der modernen Meteorologie noch nie so viel aufzeichnen. Gegen den blockierenden Hochdruckeinfluß über Mitteleuropa hatten die atlantischen Tiefs keine Chance, was die Sonne vom 8. bis 13. und nochmals vom 20. bis 25. für jeweils sechs Tage am Stück vom wolkenlosen Himmel strahlen ließ.

Doch neben dem Sonnenschein gab es durchaus noch weitere bemerkenswerte Wetterdetails. Kaum Wolken bedeutet zwangsläufig auch wenig Regen. An nur fünf Niederschlagstagen fielen nur 19,7 Liter pro Quadratmeter, was 31 Prozent gegenüber dem 30-jährigen Mittel entspricht. In den zurückliegenden 70 Jahren war es nach 1984 mit damals nur 15,3 Litern der zweittrockenste März.
So richtig eitel Sonnenschein, im übertragenen Sinne, herrschte auch bei den Temperaturen hierzulande nicht immer. Sowohl die erste Dekade, als auch die erste Hälfte des März waren die kältesten Zeiträume des gesamten scheidenden Winters 2021/ 22. Maßgeblichen Anteil daran hatten hier die überproportional vielen Frostnächte. Die ersten 13 Nächte des März und monatsübergreifend zusätzlich die letzten sechs Nächte Ende Februar lagen ununterbrochen allesamt im Frostbereich bis minus 7,5 Grad. Derartiges sucht man normalerweise im Januar.

Mit Wirksamwerden des ersten Sonnenhochs und Winddrehung auf Südost nahm der Böhmische Wind an Fahrt auf. Vier Tage in Folge vom 10. bis 13. und nochmals am 20. März blies er in Böen mit bis zu Stärke 6 eisig kalt durch das Flöhatal. Damit war ein deutlich zu warmer März, so wie vom Deutschen Wetterdienst für weite Teile Deutschlands angegeben, hier in der Region, trotz Rekordsonnenschein nicht möglich. Daran konnte auch die hierzulande endlich einsetzende Frühlingsperiode (22. bis 28. März) mit Tagestemperaturen bis zu 19 Grad, so wie am 23. März, wenig ändern. Die Nächte waren auch in der gesamten dritten Dekade frostig oder hatten zumindest Bodenfrost aufzuweisen. Im Mittel schließt der März letztlich 0,2 Grad kälter ab als das langjährige Soll.
Die letzten beiden Tage brachten zumindest etwas vom lange benötigten Naß. Dazu wurde es allerdings wieder empfindlich kühl. Hinein in den April verabschiedete sich der 31. März am Abend bei nur noch Null Grad und einer dünnen Schneedecke von einem Zentimeter.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 3,0°C (0,2 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -7,5°C (am 3. März)
Temperatur-Maximum: 19,0°C (am 23. März)
Frosttage: 22 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 29 (Tagesminimum <0°C in 5 cm)
Eistage: 2 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 208 (230 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 19,7 l/m² (31 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 5
Tageshöchstmenge: 6,7 l/m² (am 15. März)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 0
Schneefalltage: 1

Februar

Aus meteorologischer Sicht ist der Winter 2021/ 22 Ende Februar statistisch betrachtet Geschichte. Ein Winter, der, zumindest bis in die mittleren Höhenlagen des Erzgebirges, keiner war. Sucht man nach neuen Rekorden irgend einer Art, kommt man an den Temperaturen um den Jahreswechsel vom 31. Dezember 2021 bis zum 2. Januar dieses Jahres mit bis zu 13 Grad, nicht vorbei. Insgesamt 35 Tage
mit Schneedecke könnte man auf den ersten Blick zwar als ganz passabel einordnen. Allerdings waren davon nur sieben Tage mit über 5 Zentimeter dabei. Zumeist lag also nur ein Hauch von einem oder zwei Zentimetern. Der Grund ist schnell gefunden. Der übliche Schmuddelwinter, verursacht durch den Einfluss atlantischer Tiefs. Dass diese Tiefs auch mal Sturm- bzw. Orkantiefs sein können, wurde im Februar sehr deutlich. Am Monatsanfang gaben sich die Sturmtiefs Nadia, Philine und Queena die Klinke in die Hand. Vom 17. bis 22. Februar waren es dann mit Ylenia, Zeynep und Antonia sogar ausgewachsene Orkantiefs, die wieder einmal für die üblichen Behinderungen auf Straße und Schiene sorgten. Selbst in Olbernhau registrierten die Messgeräte 14 Starkwindtage der Stärke 6, davon ein Tag sogar mit Böen der Windstärke 8. Zusammen mit dem ebenfalls sehr windreichen Vormonat Januar summiert sich Anzahl der Starkwindtage in Olbernhau auf 26. Von Rekord kann aber hier keine Rede sein. Im ersten Quartal 2019 gab es sogar 29 derartige Tage.

Abseits der Stürme hielten sich die Wetterhöhepunkte ansonsten zurück. In der Nacht zum 1. Februar schneite und es kam die für den Monat höchste Schneedecke von 6 Zentimetern zusammen. Diese hatte aber nicht lange Bestand, denn die Temperaturen pendelten sich in der Folge fast ausnahmslos im schneefeindlichen Bereich zwischen 2 und 8 Grad tagsüber und nachts zwischen 3 und minus 2 Grad
ein. Erst die letzte Nacht wurde mit minus 6,6 Grad verhältnismäßig frostig und gab den Trend für die erste Märzwoche vor. Dafür kam nun am Tage die Sonne längere Zeit zum Zuge. Das Temperaturmittel liegt 2,9 Grad über dem langjährigen Mittel. Niederschlag fiel 70,7 Liter je Quadratmeter, was 125 Prozent entspricht. Die Sonne schien 81,5 Stunden, das sind 101 Prozent, also fast genau das zu erwartende Mittel.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 2,9°C (2,9 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -6,6°C (am 28. Februar)
Temperatur-Maximum: 11,9°C (am 17. Februar)
Frosttage: 13 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 0 (Tagesmaximum <0°C)
Tage mit strengem Frost (Tagesminimum <-10°C): 0
Sonnenstunden: 81,5 (101 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 70,7 l/m² (125 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 18
Tageshöchstmenge: 9,5 l/m² (am 1. Februar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 7
Schneefalltage: 5
max. Schneehöhe: 6cm (am 1. Februar)
Starkwindtage: 14 (>Windstärke 6)
Sturmtage: 1 (>Windstärke 8)

Januar

Die historischen Temperaturen vom Silvestertag des vergangenen Jahres setzte das neue Jahr an den ersten Tagen des Januar unvermindert fort. In Olbernhau wurden in den vergangenen 45 Jahren Wetterbeobachtung an einem 1. und 2. Januar mit 11,0 bzw. 12,7 noch nie so hohe Werte gemessen. Der Grundstein für einen deutlich zu milden Monat war gelegt. Das extrem hohe Temperaturniveau konnte natürlich an den Folgetagen nicht gehalten werden, was auch völlig unnatürlich für die Jahreszeit gewesen wäre. Am 7. Januar, aus einer mit minus 8,1 Grad kalten Nacht kommend, erreichten die Tageshöchstwerte nicht einmal den positiven Bereich. Minus 0,1 Grad bedeutetet, wenn auch knapp, den ersten von lediglich zwei Eistagen des Monats. Dieses Kriterium ist erfüllt, wenn die Tageshöchsttemperatur unter 0,0 Grad bleibt. Von nun an, also mit mehr als zwei Drittel dem großen Rest des Monats, gab es keinerlei Ausreißer bei den Temperaturen mehr. In der Nacht lagen sie nahezu ausnahmslos in der Spanne zwischen minus fünf und null Grad. Am Tag bewegten sie sich ebenso langweilig zwischen null und fünf Grad. Ansonsten präsentierte sich das Wetter alles andere als langweilig. Vor allem unangenehmer Wind war sehr häufig mit dabei. Selbst im, außer höchstens vom Böhmischen Wind, eigentlich nicht so windanfälligem Flöhatal stehen zwölf Starkwindtage zu Buche, also mindestens Stärke 6. Für den angesprochenen Böhmischen Wind hätte es eines Osteuropa-Hochs bedurft. Eines was grimmige Kälte aus Ost bzw. Nordost heranführt. Davon war jedoch weit und breit nichts in Sicht. Immer wieder bestimmten atlantische Tiefausläufer das Wettergeschehen. Mit Blitz und Donner wurde in der Nacht zum 3. Januar die ungewöhnlich milde Luft vertrieben. Drei kleine nahezu unbedeutende Wintereinbrüche gab es um den 8., nochmals am 21. und zuletzt am 28. Januar. Außer in den höheren Lagen hatten diese bis zu maximal acht Zentimeter Schnee nie länger Bestand als zwei bis höchstens sechs Tage. Vielleicht lohnt es sich ja diese kleinen Winterepisoden zu zählen, um zu wissen wann der Winter endgültig abgedankt hat. Einer Bauernregel zu Folge heißt es bekanntlich: „Ist bis Hochneujahr (6. Januar) kein richtiger Winter, kommt auch keiner mehr dahinter.“ Oder „…,dann bekommt er fünf bis sieben kleine Kinder.“ So richtig für bare Münze sollte man das auch nicht nehmen, denn es gibt, so wie 1993 und 2005 krasse Gegenbeispiele mit viel Schnee im Februar und März nach bis dahin nahezu schneeloser Zeit. Die Wahrscheinlichkeit eines langen und harten Winters, wie er im Herbst von einigen Meteorologen, die sich mit Langfristmodellen beschäftigen, prophezeit wurde, dürfte aber mit Ablauf des Januar endgültig vom Tisch sein. Natürlich ist auch der Februar ein Wintermonat, der viel Schnee und Kälte bringen kann. Selbst im März und April muss mitunter mit mehr oder weniger großen Wintereinbrüchen gerechnet werden. Zumindest der Begriff „langer Winter“ sollte aber endgültig abgehakt sein. Somit zeigt die Natur diesen Versuchen der Langfristvorhersage wieder einmal ihre Grenzen auf. Es bleibt also dabei: Eine Wettervorhersage beschränkt sich auf drei bis sechs Tage, für bis zu zehn oder fünfzehn Tage sind es Trends und alles darüber hinaus, wenn auch beliebt, bleibt leider Kaffeesatzleserei. Der zurückliegende Januar schloss um 1,6 Grad zu warm ab und war mit 86,6 Litern pro Quadratmeter (124 Prozent) deutlich zu nass. Das Markanteste, was wohl fast jeder bemerkt und beklagt hat, waren die lediglich 25 Stunden Sonnenschein, die mit knapp 49 Prozent nicht mal die Hälfte des Solls erreichten.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 1,2°C (1,7 Grad über dem Durchschnitt der neuen Referenzperiode 1991-2020, 2,6 Grad über dem Durchschnitt der alten Referenzperiode 1961-1990)
Temperatur-Minimum: -8,1°C (am 7. Januar)
Temperatur-Maximum: 12,7°C (am 2. Januar)
Frosttage: 19 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 2 (Tagesmaximum <0°C)
Tage mit strengem Frost: 0 (Tagesminimum <-10°C)
Sonnenstunden: 25 (49 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 86,6 l/m² (124 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 22
Tageshöchstmenge: 14,8 l/m² (am 4. Januar)
Schneefalltage: 8
Tage mit geschlossener Schneedecke: 13


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