Das Wetter im Osterzgebirge im November 2021

Die 1. „Arbeitswoche“ bestimmte ein ausgeprägter Trog über West- und Mitteleuropa die Witterung. Im Gebiet der Vereinsstationen kumulierten sich bereits 50+ Liter pro Quadratmeter.
Die Hochdruckbrücke „Silvi“ ließ uns dann genau das gegenteilige Wetter spüren. Bis zum 12. schien die Sonne tagsüber ungewöhnlich langanhaltend. Es gab Phasen mit leichten Regen und der Wind frischte auch im Tiefland am 07./08. auf. Bis zur Monatsmitte zeigte die Temperatur nur geringe Abweichungen für diese Zeit und sank in geschützten Lagen nur selten, selbst in Zinnwald nicht deutlich unter 0 °C.
Die 2. Monatshälfte war vor allem durch ein Ereignis geprägt: Kaum Sonnenstunden. Auf dem Erzgebirgskamm schien in den letzten 15 Novembertagen nur am 23 der gelbe Wärmebringer. Es war ein Wechsel von Hochdrucklagen und kleinen Kontinentaltiefs welche sich beinah gegenseitig aufhoben und durch diese Abschwächung kaum eine Änderung der Strömung und der Bewölkung einleiteten.
Ausgerechnet eine NW – Lage war der Anlass für sehr milde Nachttemperaturen um den 19. (3 bis 9 °C). Doch statt des angenommenen Wintereinbruchs auf der Rückseite des Tiefs blockierte „Hoch Walpurga“ die Polarluft. Somit blieb es beim Alten: Grau, ab und zu ein bisschen Regen, sonst nichts los.
Erst die letzten Herbsttage gaben den Wetterbeobachtern wieder einen Sinn im Leben: Am 26. bildete sich „Tief Andreas“ über dem Nordmeer und wanderte Richtung Adria. Die Vb – Lage fiel jedoch schwach aus. Aber es schneite, ab dem 23. und in Zinnwald bildete sich eine dünne Schneedecke, welche bis zum Monatsende auf 8 cm anwuchs. Am 30. brachte „Sturmtief Daniel“ Böen der Windstärke 8.

Das Temperaturspektrum reichte von 1,0 °C (Zinnwald-Georgenfeld) bis 5,8 °C (Köttewitz) und wich an den einzelnen Stationen um + 0,5 bis 1,0 °C bzw. K (für Kelvin) ab. Aufgrund der meist „reaktionsträgen Witterung“ fielen die Temperaturgänge gedämpft aus. Die höchste Novembertemperatur erreichte Dohna am 9. (13,7 °C). Die stärkste Abkühlung maß Zinnwald-Georgenfeld am 26. (- 5,8 °C). Hier wurden auch die einzigen Eistage (Tmax. ≥ 0,0 °C) registriert – insgesamt 6 an der Zahl. Frostig wurden die Temperaturfühler an 6 Tagen (Köttewitz) bis 15 Tagen (Zinnwald & Bannewitz!). Messbarer Niederschlag fiel an 15 (Banne-witz) bis 19 Tagen (Zinnwald), davon an nur 1 (Dohna) bis 8 Tagen (DWD-Wetterstation) als Schnee. Die Monatssummen von 54,7 mm (Dohna) bis 95,7 mm (Zinnwald-Georgenfeld) entsprachen 103 % (Banne-witz) bis 143 % (Köttewitz) vom Soll. Die Sonnenscheindauer von 23 bis 45 h (ca. 60 %) verteilten sich zudem in Zinnwald-Georgenfeld auf nur 10 Tage. Die höchste Windböe betrug 73 km/h, gemessen vom DWD – Anemometer, dicht gefolgt von Köttewitz mit 71 km/h. Daran, dass es im November keine Skitage (Schneehöhe ≥ 10 cm) mehr gibt müssen wir uns wohl gewöhnen, angesichts der Statistik. Das letzte Mal war dies 2017 der Fall.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

Über sw

Gebürtiger Dresdner, seit der Kindheit Wetterbeobachter, seit 2011 Erfahrung beim DWD, seit 2012 professionelle Wetteraufzeichnung auf hauseigenem Grundstück, 2014 Gründungsmitglied Wettererein Zinnwald-Georgenfeld, seit 2010 Auswertung weltweiter Klimadaten und Erstellung Weltklimaatlas.
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