Woher bekommen die Hochs und Tiefs ihre Namen?

Die erste Benennung von Druckgebilden begann im 2. Weltkrieg durch den US-Wetterdienst, der für einen besseren Überblick Taifunen im Pazifik und später auch Hurrikanen weibliche Namen gab.

1954 regte die damalige Studentin und spätere ZDF-Fernsehmeteorologin Dr. Karla Wege am Institut für Meteorologie der FU Berlin an, auch den Druckgebilden in Mitteleuropa Vornamen zu geben. Zur besseren Übersicht über die Wettersysteme in den Wetterkarten wurden seitdem in alphabetischer Reihenfolge Tiefdruckwirbel mit weiblichen und Hochdruckgebiete mit männlichen Vornamen belegt. Lange Zeit war diese Praxis nur den Berlinern bekannt, bis die Medien 1990 aufgrund der Orkantiefs „Vivian“ und „Wiebke“ auf die Praxis der Namensgebung aufmerksam wurden. Seitdem sind die Namen der von der FU Berlin getauften Druckgebilde auf der Wetterkarte Standard. Da 1998 Diskussionen über eine mögliche Diskriminierung von Frauen aufkam, wurde ein jährlich wechselnder Turnus eingeführt, die Hochs und Tiefs abwechselnd mit weiblichen und männlichen Vornamen zu benennen.

Ab morgen ist es wieder soweit und es werden die Namen für 2022 vergeben.

Ab Mitternacht können unter www.wetterpate.de Wetterpatenschaften für die Hochs und Tiefs des kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Mit dem Geld wird die Wetter- und Klimabeobachtung an der Station Berlin-Dahlem der Freien Universität Berlin aufrecht erhalten, die mit einer 110-jährigen Reihe zu den weltweit längsten gehört. Da der DWD zunehmend konventionelle Wetterbeobachtungen einstellt, ist die Berliner Wetterbeobachtung bald einzigartig. Nur hier erleben die Meteorologiestudenten noch eine praxisnahe Ausbildung mit Einblicken in die Beobachtung des täglichen Wetters.

Ein Großteil der Kosten der Wetterbeobachtung wird durch den Verein Berliner Wetterkarte getragen. Mit einem Abonnement der Berliner Wetterkarte wird man täglich ausführlich mit detaillierten Beschreibungen, Beilagen und hochaufgelösten Karten (Beispiele in diesem Artikel) über die aktuelle Wetterlage informiert und bekommt u.a. auch die täglichen Wetterwerte deutscher Stationen. Weitere Angebote des Vereins sind zum Beispiel Geburtstagswetterkarten, Wetterkurse oder Führungen.

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