Der nasse Sommerschreck NICK

Am 1. September ist meteorologischer Herbstanfang, pünktlich dann, wenn die herbstliche Augustperiode vorbei ist und der Spätherbst mit ruhigen und vor allem wärmeren Wetter zurück kommt.

Was war passiert? Mit Nick hatte sich ein kaltes Höhentief bei uns eingenistet, dessen Kern gestern Mittag direkt über dem Erzgebirge lag. Die dazugehörige Okklusionsfront hatte sich vor Ort eingedreht, so dass die Niederschläge nicht einfach nur durchzogen, sondern durch die kreisförmige Drehbewegung immer wieder zu uns zurückkamen. Zudem führte es Meeresluft subpolaren Ursprungs von Norden bzw. Nordosten ins Land. Zusammen mit Tief OVE, nahe des Schwarzen Meeres, bauten sie eine große Tiefdruckzone auf, die auch den östlichen Mittelmeerraum und die Schwarzmeerregion umfasst. Zusammen mit dessen feuchtwarmer Luft wurde die Niederschlagsbildung noch verstärkt

Das Ergebnis war 4-tägiger, zum Teil länger anhaltender Niederschlag bis über 80 Liter pro Quadratmeter in der Summe. Allerdings variierten die Niederschlagssummen durch die Einlagerung von Schauern und Gewittern ziemlich stark. So gab es auch Orte, wo „nur“ 20mm fielen (z.B. Pöhlberg: 19,4mm). Zudem war es richtig kalt. Vor allem am 27. stiegen die Temperaturen selbst im warmen Aue nur auf ein Maximum von 13°C. Auf dem Fichtelberg war es mit 7°C schon richtig ungemütlich. Aber ungewöhnlich ist das nicht, es gibt Ende August schon recht oft herbstliche Temperaturen. So war das tiefste Maximum in Aue 11,2°C (am 29.08.1995) und auf dem Fichtelberg 3,4°C (31.08.1978).

Es geht allerdings noch „schlimmer“, denn in den Alpen hat es bis auf etwa 2000 Meter herunter geschneit. Augustschnee ist dort sicher nicht so selten, das letzte Mal gab es 2018 eine Schneedecke bis auf 1000 Meter herab, aber dennoch rechnet man um diese Jahreszeit noch nicht wirklich mit einem alpinen Winterkleid. Auf dem Fichtelberg hat es bei Tiefstwerten um 5°C (leider) noch nicht zum Schnee gereicht und vom Brocken wurde zwar von den Medien (z.B. Rundfunk, WarnwetterApp, Videotext, OpenData) mehrfach Schnee gemeldet, aber der ist einzig und allein der Automatisierung geschuldet und nicht real gefallen 😦

Und wie geht es weiter? Hoch GAYA, welches noch mit Würde und großem Einfluss nördlich der Britischen Inseln thront, mischt sich zunehmend in die Herrschaft der inzwischen aufgespaltenen NICK-Brüder ein. Anfangs kann die Tiefgemeinschaft mit OVE noch genügend Druck ausüben, um das Hoch noch auf Abstand zu halten. Langfristig sind die kleinräumigen Tiefs im Kräftevergleich der mächtigen GAYA allerdings deutlich unterlegen und werden bis zur Wochenmitte nach Osten abgedrängt. Bereits ab Donnerstag scheint die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel und erwärmt die Luft bis zum Wochenende auf sommerliche Werte bis 25°C. Längerfristig tendieren die Modelle zu einer Zweiteilung mit Frühherbst über Norddeutschland und Spätsommer über dem Süden, so dass es bei uns zu einigen kleineren Störungen kommen kann. Aber der große Regen ist erst einmal vorbei (ch).

Vorhersage für morgen: NICK und OVE gehen, das Spätsommerhoch GAYA kommt … Quelle: DWD

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