Katastrophenwoche mit Jahrhundertfluten

Hochwasser (Archivfoto: ch)

Was für eine schreckliche Woche! Nach Fassung ringend haben wir in den Medien die Bilder gesehen, wie ein Ort nach dem anderen in den Fluten versank. Besonders stark betroffen war Nordrhein-Westfahlen und angrenzende Gebiete in den Niederlanden, aber auch die Ecke Berchtesgaden, Salzburg und Hallein, wo die Salzach und deren Zuflüsse (z.B. Berchtesgadener Ache) komplett die Innenstädte überflutete. Auch Hof, Passau und viele andere Orte hatten zumindest kurzzeitig mit Hochwasser zu kämpfen.

Im Erzgebirge waren kleinräumig ebenfalls einige Gebiete vom Hochwasser betroffen, vor allem der Großraum Marienberg und Freiberg. In den letzten beiden Tagen kam auch Landkreis Osterzgebirge/Sächsische Schweiz dazu. Vor allem das Kirnitzschtal stand unter Wasser, Straßen mussten gesperrt und Häuser evakuiert werden.

Die Serie der seit einigen Wochen immer wieder auftretenden schweren Unwettern kam dadurch zustande, dass sich über dem Ostatlantik bzw. Westeuropa immer wieder Höhentiefs bildeten, die dann über Frankreich extrem langsam nach Mitteleuropa zogen und oft punktuell für sehr große Niederschlagsmengen sorgten. Vorderseitig wurden die Niederschläge durch Warmluftadvektion noch verstärkt. So fiel in Deutschland an einigen Orten bereits zur Halbmonatsbilanz dreimal soviel Niederschlag wie im Normalwert des gesamten Monats. Diese Niederschlagssummenkarte zeigt, wo in der letzten Woche besonders viel herunter kam. Vor allem am 14. wurden in Nordrhein-Westfahlen zahlreiche neue Tagesrekorde aufgestellt (Übersicht bei mtwetter).

Die bisherigen Monatsniederschläge sind sehr hoch, verbreitet wurden weit über 200mm gemessen, was bis 300% des Monatsniederschlages ausmacht. Nachfolgend die höchsten Monatswerte in Deutschland und dem Erzgebirge und Umgebung.

Besonders in Nordrhein-Westfalen fielen die Niederschlagsmengen in kürzester Zeit, so dass die oft schon vorher recht vollen Flüsse die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnten, über die Ufer traten und flutartig alles mit sich rissen. Im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg war am Freitagabend zudem ein Damm der Ruhr gebrochen, wobei der Ortsteil Ophoven komplett evakuiert wurde. In den überfluteten Orten bietet sich ein Bild der Zerstörung, zahlreiche Häuser wurden unterspült und zum Einsturz gebracht und zum Teil komplette Innenstädte zerstört. Bis heute sind in Nordrhein-Westfahlen 157 Totesopfer zu beklagen und wir sind in Gedanken bei den Hinterbliebenen und Geschädigten. Diese Katastrophe klimatologisch richtig einzuschätzen, wird noch eine ganze Weile dauern.

Ein schwacher Trost: Das Wetter beruhigt sich erst einmal, Hoch DANA übernimmt für einige Tage das Zepter, so dass es in der kommenden Woche keine nennenswerten Niederschläge gibt. Die Temperaturen bleiben recht kühl, erst am Wochenende wird es wieder sommerlich.

Nachfolgend trotz allem einige schöne Wetterfotos aus der letzten Woche von Olaf Wolfram, Wolfgang Weigert, der Panocam am Fichtelberg und Claudia und Wolfgang Hinz (ch).


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