Der Winter 2020/21 auf dem Fichtelberg

Hat er gehalten, was sein Name verspricht?

Nun diese Frage kann man durchaus mit einem deutlichen „ja“ beantworten. Es war kein außergewöhnlicher, eher ein normaler Winter mit sich deutlich voneinander abgrenzenden Witterungsperioden.

Der Dezember war mit zwei Grad zu warm. Eine durchgehende Schneedecke von deutlich über 10cm bildete sich erst zu den Weihnachtsfeiertagen. Eine alte Wetterregel sagt, dass, „wenn sich der Winter zwischen Weihnachten und Neujahr einstellt, er dann bis zum Frühjahr erhalten bleibt.“ Rückblickend betrachtet, hat diese Regel voll getroffen. Der Januar war nach langem Zeitraum wieder mal einer, der wenn auch mit nur 0,3 Grad, aber eben doch zu kalt war.

Vor allem die Niederschläge, die im Dezember schon begonnen hatten, fielen zumeist als Schnee und ließen die Schneedecke kontinuierlich bis zu ihrem Maximum dieses Winters auf 108cm am 30. Januar anwachsen. Auch die größte Neuschneemenge mit 22 cm verzeichneten wir vom 29. auf den 30. Januar. Tiefer Pulverschnee vom Feinsten, der natürlicherweise auch ohne Tauwetter in sich etwas zusammenrutscht. Am 5. Februar waren es deshalb nur noch 84 cm. Der ab da erneut einsetzende Schneefall puschte die Schneedecke auf 107cm bis zum 12. Februar. Weil diese feuchte Luft ihren Ursprung über dem Mittelmeer hatte und sich dort mit der von der Sahara kommenden staubigen Luft vereinte, entstand das seltene Phänomen des „Blutschnees“. Bis ins Flachland hinab war für jedermann sichtbar, die sonst so weiße Pracht ockergelb bis rötlich eingefärbt. Das sich ab da einstellende stabile Hochdruckgebiet knabberte an der Schneedecke erheblich. Am 28. Februar waren auf dem Fichtelberg nur noch 70 cm übrig.

Auch gibt es ein Sprichwort für den weiteren Verlauf der Witterung: „Was die Sonne von Januar bis Februar weggeleckt, wird wieder hin gedeckt.“ Na da schauen wir mal, ob diese Regel auch für 2021 zutrifft.

Die Sonne schien im Januar nur halb so viel, wie zu erwarten gewesen wäre. Im Februar schaffte sie es auf knapp 120%, immerhin so viel, dass die Defizite aus Dezember und Januar fast ausgeglichen werden konnten (98%). Auch trug die Sonne zum neuen Temperaturrekord bei, der je in einem Februar seit Messbeginn 1916 gemessen wurde. Mit 12,9°C am 21. war dieser um ein Zehntel höher als der aus dem Jahre 1961 stammende vom 17. Februar. Die Tagesminima scheiterten dank der Inversionswetterlage an der -20°C Marke. -17,7°C am 9. Februar war es das tiefste, was der Winter zu bieten hatte. Allerdings Tage mit einem Maximum unter -10°C wurden schon viele Jahre nicht mehr beobachtet. In diesem Winter immerhin drei. (Gerd Franze)

Statistik

Temperatur:
Monatsmittel: -3,1°C (+1,5°C)
Maximum: 12,9°C am 21. Februar
Minimum: -17,7 am 9. Februar
Frosttage (Tiefsttemperatur <0,0°C): 77
Eistage (Höchsttemperatur <0,0°C): 55
Kalte Tage (Tiefsttemperatur <10,0°C): 12
Eiskalte Tage (Höchsttemperatur <10,0°C): 3

Sonne:
Monatssumme: 194,0 Stunden (98,0%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 295,5 mm (109,4%)
Maximale Tagessumme: 21,3 mm am 22. Dezember

Schnee:
Maximale Schneehöhe: 108cm am 30. Januar
Tage mit Schneedecke: 88

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 105,8 km/h am 29. Januar
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 76
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 23
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 0

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 74 (+13)
Anzahl der heiteren Tage: 5 (0)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 83 (+3)
Tage mit Gewitter: 0 (0)

Dieser Beitrag wurde unter Wetterrückblick abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s