Lufttrübung durch Saharastaub

Dieser Februar ist einer der spannendsten Wettermonate seit langer Zeit. Da ist nicht nur die ungewöhnliche Temperatur-Wochenamplitude von fast 40°C (Aue: 39,6°C), sondern auch die regionalen Temperaturunterschiede zwischen den Föhntälern und den gestern noch zahlreicheren Gebieten in der Kälte des Böhmischen Nebels, aus dem Alexander Buhle weitere Fotos schickte:

Heute kam noch Saharastaub dazu. Der Staub wird in der Sahara durch lokale, kräftige Winde aufgewirbelt und kann dann in höheren Luftschichten über große Entfernungen verfrachtet werden. Auf der Ostseite einer Tiefdruckzone über West- und Südwesteuropa, die sich zeitweise bis nach Nordafrika erstreckt, gelangte durch eine südliche Höhenströmung der Saharasand auch nach Mitteleuropa.

Links: Ausbreitung des Saharastaubs bis nach Skandinavien. Quelle: ZAMG;
Rechts: Lidarmessung der Station Marienberg. Quelle: DWD

Durch die hohe Dichte an Kondensationskeimen, an denen sich Wasserdampf absetzt, bildeten sich heute Morgen eine dünne Wolkendecke. Diese war nur 5000-6000 Meter hoch, aber bestand zumindest teilweise aus Eiskristallen und bildete verbreitet zarte Halos.

Saharastaubhalo (ch)

Aber auch nach Auflösung der Wolken blieb eine deutliche Lufttrübung zurück und es war eine weitere atmosphärische Erscheinung zu sehen. Deckte man die Sonne ab, dann wurde ein bräunlicher Ring um die Sonne sichtbar. Der so genannte Ring von Bishop entsteht, wenn das Sonnenlicht an den unzähligen Staubpartikeln der Atmosphäre gebeugt wird. Der Radius des Rings variiert dabei stark mit der Partikelgröße. Bei Saharastaub hat er meist einen Sonnenabstand von 10-20°. Bei feinerem Staub oder winzigen schwefelhaltigen Vulkanaerosolen in der höheren Atmosphäre wurden jedoch auch schon Bishop’sche Ringe mit 30 bis 45 Grad beschrieben. Der Namensgeber dieser Erscheinung ist Pastor Sereno Edward Bishop. Er beschrieb solch einen Beugungsring nach dem legendären Vulkanausbruch des indonesischen Inselvulkans Krakatau, bei dem mehr als 18 Kubikkilometer Gestein und Asche bis zu 80 km in die Höhe geschleudert wurden.

Ring von Bishop in Schwarzenberg (ch)

Aber am charakteristischsten sind natürlich die gelblich-trüben Sonnenauf- und Untergänge, von denen Mario Groth, Wolfgang Weigert, mb und ch nachfolgend Aufnahmen zur Verfügung stellen (ch)

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelle Wetterinfos, Besondere Wetterphänomene und Atmosphärische Erscheinungen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s