Die Kältepole Deutschlands und Tschechiens im Erzgebirge

In der letzten Woche wurde zwischen einem Höhenrücken über der von der Iberische Halbinsel, Großbritannien und der Nordsee hinweg bis nach Grönland reichte und einem kräftigen Hoch über Osteuropa mit einer nördlichen Strömung arktische Luftmassen herangeführt. In den letzten beiden Nächten ist es aufgeklart und aufgrund der kalten Schneedecke sind die Temperaturen in den Keller gegangen.

Seit 9.02. gab es in Deutschland Minimumtemperatur unter -20°C und in einem Streifen von Niedersachsen über Hessen nach Thüringen wurden einige Allzeitrekorde geknackt. So beispielsweise in den thüringischen Städten Mühlhausen (-26,7°C am 10.2.), Olbersleben (-26,0 am 9.2.)  oder Querfurt im südwestlichen Sachsen-Anhalt (-24,8°C am 14.).

Auch im Erzgebirge war es sehr kalt – nur ist man dort in den Kältelöchern solche Temperaturen gewohnt. Insofern stellen weder die Kühnhaider, noch die Hirschenständer Minimas Absolutrekorde dar.

So wurde in Marienberg-Kühnhaide heute Morgen mit -29,0°C (und -33,0°C am Erdboden) die kälteste Temperatur des Winters in ganz Deutschland gemessen, aber der Rekord vom 1.02.1998 mit -33,5°C wurde nicht eingestellt.

Und es war auch nicht die kälteste Temperatur des Erzgebirges. Denn da gibt es ja noch den Messpunkt in Jelení (Hirschenstand) mit ähnlichen Bedingungen, aber höher gelegen. Dort rauschte die Temperatur gestern Morgen auf -32,7°C herunter und war die kälteste Station der gesamten Tschechischen Republik. Aber auch dort war die bisherige Tiefsttemperatur von -38,6°C aus dem Februar 2012 nicht gefährdet.

Ganz anders auf dem Fichtelberg, wo sich gestern eine Inversion ausbildete. Mit -10°C gehörte er gestern Morgen zu den „wärmsten“ Orten des Erzgebirges. Im Tagesverlauf stieg die Temperatur auf -5°C an und die schon kräftige Sonne begann, den Schnee von den Bäumen zu werfen.

In den Tälern kletterten die Temperaturen bereits in den Plusbereich (z.B. 4,6°C in Schwarzenberg) und es setzte Tauwetter ein. Da es in den kommenden Tagen noch wärmer wird, müssen wir uns vorerst von solchen Wintermärchenbilder wie gestern Morgen verabschieden. (ch)

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8 Antworten zu Die Kältepole Deutschlands und Tschechiens im Erzgebirge

  1. Silvio Wandel schreibt:

    Vielen Dank für die interessante Übersicht!
    Ja, es war eine markante Kältewelle, welche zumeist die kältesten Temperaturen seit 2012 brachte. Neue Rekorde, wie sie die Luftmasse hätte hergegeben, gab es bspw. in Kühnhaide leider nicht, da genau dort in der Nacht von Samstag auf Sonntag den größten Teil hochbelartige Bewölkung herrschte und es erst am Morgen aufklarte und in der Nacht von Sonntag auf Montag zwar die (tiefen) Wolken nicht präsent waren jedoch leichter Bodennebel und auch Schleierbewölkung Werte unter -30°C zunichte machten.
    In der Tabelle kann übrigens gerne die Station (Annaberg-Buchholz) Pöhlberg 821m mit aufgeführt werden, diese ist eine Gemeinschaftsstation von Kachelmannwetter und dem Wetternetz Sachsen.
    Die Tiefstwerte da waren -12,3°C am 14. und -8,7°C am 25. (Die Werte sind auch auf der Kachelmannwetter-Webseite) zu finden.

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    • Franz schreibt:

      Silvio Wandel: Ja richtig, diese Kältewelle war das kälteste seit 2012. Aber am 7. 1. 2017 wurde in Jelení eine sehr ähnliche Temperatur wie in diesem Jahr gemessen -32,4°C. Auch am 22. 1. 2016 war dort -31,7°C.

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      • Silvio Wandel schreibt:

        Vielen Dank Franz für die Ergänzungen. Wirklich beeindruckende Werte aus Jeleni!
        Mein Vergleich zu 2012 bezog sich auf die Daten meiner Privatstation Chemnitz-Klaffenbach (360m), damals hatte ich am 12.02.2012 -23,5°C. Rekord war jedoch der 07.01.2009 mit -25,4°C. Der Tiefstwerte der jetzigen Kältewelle lag bei -21,0°C am 10.02.
        Als Vergleich zu den letzten Jahren gab es die tiefsten Werte am 07.01.17 mit -19,1°C und am 22.01.16 -18,9°C.

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  2. ch schreibt:

    Danke für Eure Ergänzungen. Dass es die kältesten Nächte seit 2012 waren, hatte ich in einem früheren Artikel schon geschrieben 😉 Die Pöhlbergwerte werde ich gern dazunehmen. Ist dann die Station P+K (privat+Kachelmann)?

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  3. meteoHRO schreibt:

    In Sachen Kälte in Mitteldeutschland ein markanteres Ereignis als hier oben im Nordosten.
    MV mit Tiefstwert von -17,5°C im DWD-Netz, Landes-Kälterekord liegt hier bei -31,0°C (Neubrandenburg, Februar 1929).

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