Der Winter kehrt zurück

Sonnenaufgang am letzten Montag – so sollte es bald wieder auf dem Fichtelberg aussehen (ch)

Seit Tagen titeln die Medien wieder um die Wette, dass uns am Wochenende eine Schneewalze und die große Polarpeitsche heimsuchen. Für uns Erzgebirger wird es sicher ein ganz normaler Wintereinbruch, wie wir es von der Jahreszeit nicht anders gewohnt sind. Für das Tiefland könnte die Wetterlage jedoch brisant werden.

Seit vergangener Woche befindet sich Deutschland im Einflussbereich verschiedener Luftmassen. So floss von Norden und Nordosten her polare Meereskaltluft ein, die vor allem die nördlichen und östlichen Landesteile beeinflusste und für Neuschnee sorgte. Aber nur der äußerste Norden Deutschlands verblieb in der Polarluft. Der Rest des Landes und auch das Erzgebirge wurden von Südwesten her von atlantischer Warmluft geflutet.

Diese ließ gestern selbst auf dem Fichtelberg die Temperaturen in den Plusbereich (bis 3,4°C) ansteigen und den Regen in Schnee übergehen. Dadurch ist die Schneedecke leider auf nur 82cm (private Messung) zusammengeschrumpft. Noch schlimmer war es in tieferen Lagen, wo die zum Teil über 30mm Niederschlag in 48 Stunden (Tannenberg: 31,2mm) komplett als Regen fielen und den zuvor gefallenen Schnee regelrecht wegwuschen. Die Flüsse stiegen deutlich und kleinere Bäche schwollen an, aber größere Überflutungen sind aus dem Erzgebirge nicht bekannt.

Randvoller Oswaldbach in Schwarzenberg (ch)

Am Wochenende intensiviert sich die Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands und trennt eisige Polarluft im Norden von sehr milder Luft im Süden, die von Tief Tristan aus Spanien herangeführt wird und am Alpenrand die Temperaturen mit Föhnunterstützung bis auf 20° ansteigen lassen kann. Dort, wo die Luftmassen aufeinanderprallen, kann sich kräftiger Niederschlag bilden. Auf der kalten Seite können nach Modellberechnungen bis Montag 20-40cm Neuschnee fallen, zudem frischt der Ostwind von der Ostseeküste her auf verweht den frisch gefallenen Schnee. Im Übergangsbereich zur Warmluft nach Süden könnte gefrierender Regen zu Glätte führen.

Wo genau der Kampfplatz der Luftmassengrenzen mit dem höchsten Niederschlag sein wird, darüber sind sich die Modelle noch uneins. Ziemlich sicher ist, dass auch das Erzgebirge einen großen Schwall Kaltluft abbekommt und sicherlich wieder weiß wird. Wieviel Schnee fallen wird, hängt stark von der Höhenlage ab, nämlich wann der Regen in Schnee übergehen wird. Ich bin aber optimistisch, dass der Fichtelberg seinen Meter Schnee spätestens am Montag wiederhaben wird. (ch)

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