2021 – Das Wetter in Olbernhau von Dirk Christoph

März

Schon allein wenn man sich die Wetterdaten anschaut, kann man sich vorstellen, daß der März kein Spaß für Wetterfühlige gewesen sein dürfte. Innerhalb weniger Tage, ja mitunter Stunden, wechselte das Wetter quasi von Winter zu Frühling und wieder zurück.

Zunächst begann der Monat recht vielversprechend mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen bis knapp 15 Grad. Doch in den drei darauf folgenden Wochen gab es keine Spur mehr von Frühlingserwachen. In den Nächten sank das Thermometer zumeist in den Frostbereich, fünf Mal sogar wurde mäßiger Frost unter minus fünf Grad gemessen. Die Tageswerte erreichten nicht annähernd mehr die Zehn-Grad- Marke, am 20. März verharrten sie sogar leicht unter Null, was einem Eistag entspricht. Der nicht gerade übermäßige Niederschlag fiel jedoch in dieser Zeit recht oft als Schnee. Zumeist taute er über den Tag wieder weg. Doch es gab, so wie am 19. März, auch Ausnahmen. Nach fünf Zentimetern Schnee am Morgen folgten am Tag weitere kräftige Schneeschauer, die die Schneedecke bis zum Abend auf zehn Zentimeter angewachsen ließen. Offiziell gemessen werden die Schneehöhen aber früh, so daß der Folgemorgen (20.) mit nur noch acht Zentimetern in die Statistik eingeht. Ganz bunt, mit allem was man eigentlich als Aprilwetter bezeichnet, trieb es
der 27. März. Schnee- und Graupelschauer, stürmische Böen und auch ein kurzes Gewitter wechselten sich mit einigen sonnigen Momenten ab. Zum echten neuen Rekordtag aber entwickelte sich der Monatsletzte (31.). Nach minus zwei Grad Bodenfrost am Morgen stieg die Temperatur bis auf einen neuen März-Allzeitrekord von 23,1 Grad. Dabei wurde der bisherige Spitzenreiter, der 16. März 2012, gleich um 1,6 Grad überboten.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 3,1°C (0,1 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -7,9°C (am 6. März)
Temperatur-Maximum: 23,1°C (am 31. März)
Frosttage: 20 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 28 (Tagesminimum <0°C in 5 cm)
Eistage: 1 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 138 (104 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 40,9 l/m² (64 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 18
Tageshöchstmenge: 8,0 l/m² (am 4. März)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 6
Schneefalltage: 8
maximale Schneehöhe: 8 cm am 20. März


Februar

Meteorologisch extrem abwechslungsreich und sogar mit neuen Rekorden ging der Februar 2021 in die Wetterhistorie ein. Er begann relativ mild, so daß binnen drei Tagen sämtlicher Schnee, die Altlasten des Januar, wegtaute. Rund zwölf Stunden Dauerregen mit 19,5 Litern pro Quadratmeter in der sehr milden Nacht vom 3. zum 4. Februar spülten die letzten Reste hinweg. Doch der Winter kehrte mit aller Macht zurück. Dazu gehörte vor allem ungewöhnliche Kälte, wie sie in den letzten Jahren seltener geworden ist und trotz der tiefen Temperaturen mit reichlich Schnee. Mit Saharastaub gemischt kam es am Morgen des 7. Februar zu einer ausgeprägten gelb-bräunlichen Schneefärbung. Weiterer nun wieder richtiger weißer Schnee ließ die Schneehöhe bis zum 11. Februar auf 21 Zentimeter anwachsen. Die Temperatur sank nachts dabei acht Mal unter minus zehn Grad. Das Minimum am 10. Februar betrug minus 19,8 Grad, fünf Zentimeter über Schnee gar minus 23 Grad. Die letzte noch deutlich gewaltigere Kältewelle in einem Februar gab es 2012 mit sechs Nächten unter minus 20 Grad, zweimal davon sogar minus 24,5 Grad.

Die Prophezeihung einiger Wettermodelle für eine wochenlange Kälteperiode bis weit in den März hinein zerschlug sich jedoch ganz schnell. Im Raum Olbernhau um zwei Tage verzögert, bedingt durch den Böhmischen Wind, kletterten ab 11. Februar dann auch hier die Temperaturen im Rekordtempo, um ab 23. Februar (18,8 Grad) täglich neue Februar-Rekorde aufzustellen. Die bisherige Februar-Höchstmarke (18,2 Grad) aus dem Jahre 2008 wurde an den beiden Folgetagen mit 19,0 und 19,9 Grad nochmals mühelos überboten. Das bedeutete eine noch nie registrierte Temperaturspanne von nahezu 40 Grad (genau 39,7 Grad) innerhalb eines Monats. Hintergrund für diese ungewöhnliche Wärme war eine vom Hoch „Ilonka“ gesteuerte
Warmluftzufuhr aus dem Südwesten, mit abermals reichlich Saharastaub in der Luft. Der anschließende Temperatursturz binnen 24 Stunden zum 26. Februar um 15 Grad war allerdings enorm. Am Abend schneite es bei Null Grad sogar leicht.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: -0,6°C (0,8 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -19,8°C (am 10. Februar)
Temperatur-Maximum: 19,9°C (am 25. Februar)
Frosttage: 22 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 10 (Tagesmaximum <0°C)
Tage mit strengem Frost (Tagesminimum <-10°C): 8
Sonnenstunden: 93 (116 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 70,1 l/m² (124 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tageshöchstmenge: 19,5 l/m² (am 4. Februar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 15
Schneefalltage: 8
max. Schneehöhe: 21cm (vom 9. bis 11. Februar)


Januar

Seit diesem Jahr gilt für aktuelle klimatologische Bewertungen laut Empfehlung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) eine neue 30-jährige Vergleichsperiode. Zugrunde gelegt wird nun nicht mehr die bisherige von 1961-1990, sondern die der darauf folgenden vollen 30 Jahre, also 1991-2020. Und beim ersten Monat wird sofort die Diskrepanz der Vergleichbarkeit deutlich. Denn die Mittel zwischen alter und neuer Referenzperiode weichen in Olbernhau um genau 1 Grad ab. Somit ist der Januar entweder 0,3 Grad zu warm, oder 0,7 Grad zu kalt. Je nachdem was man zu Grunde legt.

Doch nach zwei Januar-Monaten mit Wintertotalausfall im vergangenen Jahr und auch 2018 und einem nur mäßigen dazwischen im Jahr 2019 hat sich der diesjährige als Wintermonat recht wacker geschlagen.
In der Nacht zum 3. Januar setzte Schneefall ein. Bis zum Morgen fielen dabei 4 Zentimeter. Im Laufe des Monats schneite es bei Temperaturen oft um den Gefrierpunkt an insgesamt 20 Schneefalltagen fleißig weiter. Bis zur Monatsmitte kamen dabei 34 Zentimeter zusammen. Bei den Nächten, die zumeist moderat frostig ausfielen, gab es zwei Ausnahmen. Am Morgen des 11. und am späten Abend des 17. Januar sanken die Tiefstwerte auf jeweils knapp minus 13 Grad. Eine sich anschließende viertägige kleine Winterpause mit frostfreien Nächten und am Tage bis zu 9 Grad setzten der Schneedecke zwar zu, komplett weg taute sie aber nicht. Schon ab 24. gab es Nachschub. Da die Schneewolken im allgemeinen das Sagen hatten, blieben der Sonne nur wenige Momente. Die fast einzige Ausnahme war der letzte Tag des Monats, dem einzigen mit ganztags wolkenlosem Himmel.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: -0,9°C (0,7 Grad unter dem Durchschnitt der neuen Referenzperiode 1991-2020; 0,3 Grad über dem Durchschnitt der alten Referenzperiode 1961-1990)
Temperatur-Minimum: -12,7°C (am 17. Januar)
Temperatur-Maximum: 9,2°C (am 22. Januar)
Frosttage: 27 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 11 (Tagesmaximum <0°C)
Tage mit strengem Frost: 3 (Tagesminimum <-10°C)
Sonnenstunden: 28 (56 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 105,1 l/m² (151 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 23
Tageshöchstmenge: 17,1 l/m² (am 23. Januar)
Schneefalltage: 20
Tage mit geschlossener Schneedecke: 29


Wetterrückblicke von Olbernhau 2020
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