2021 – Das Wetter in Olbernhau von Dirk Christoph

Juli

Eigentlich ins Reich der Mythen gehörend, hält sich verbreitet die Meinung, daß der Mond Einfluß auf das Wetter hat. Dazu gehört auch, daß Monate mit fünf Mondphasen angeblich Unglück oder Unwetter bringen. Zur Erklärung: Der Monatserste begann mit Halbmond, es folgten Neu-, wieder Halb-, anschließend Vollmond. Die Kalenderkonstellation ergab nun, daß die nächste (fünfte Phase) Halbmondphase nicht in den neuen Monat, sondern auf den Monatsletzten fiel. Dabei sind solche Monate ganz und gar nicht selten. Sie treten pro Jahr ein bis zweimal auf. Wenn sich da gerade Unwetter ereignen, wie in diesem Juli in Teilen Westdeutschlands und auch die Augustflut 2002 hier bei uns, handelt es sich dabei immer noch um Zufälle.

In unserer Region könnte man, ähnlich wie schon im Juni, wieder einmal von einem typisch mitteleuropäischen Sommermonat sprechen. Die Temperaturen bewegten sich auf einem nur moderaten Niveau. An 30 Grad, die für den Einen oder Anderen schon wieder zu warm sind, war gar nicht zu denken. Aber 25 Grad, die wenigstens

einen meteorologischen Sommertag bedeuten, dürften es in einem Hochsommermonat schon sein. Doch mit acht an der Zahl sparte der Juli, denn so wenige gab es zuletzt vor neun Jahren. Dafür regnete es mit 155,9 Litern pro Quadratmeter häufig und mitunter auch ergiebig. Und das nun schon den dritten Monat in Folge. Die größte Menge- fast 50 Liter pro Quadratmeter- kam während neun Stunden Dauerregen in der Nacht zum 7. Juli vom Himmel. Auch am Abend des 17 Juli, zogen wie an einer Perlenschnur immer wieder kleine aber sehr kräftige Schauerzellen vom Raum Dresden/ Meißen über den Großraum Olbernhau weiter Richtung Karlsbad. Dabei fielen in zwei Stunden erneut reichlich 20 Liter pro Quadratmeter. Daran schloß sich eine komplette trockene Woche an. Das bedeutete aber leider nicht nur Sonne pur. Die Temperaturen tendierten so ganz leicht Richtung Sommerwerte, mehr als knapp 27 Grad am 24. waren aber nicht drin. Dafür glänzte dieser Abend mit der bisher ersten so richtig langen lauen Nacht mit 21 Grad noch bis über Mitternacht hinaus. Mit Schauern und Gewittern verfiel der Monat anschließend erneut ins alte Muster. Bis zur Ablesung des letzten Niederschlages

am 28. Juli summierte sich die Gesamtmonatsmenge an 16 Niederschlagstagen auf 163 Prozent, nach fünf zum Teil deutlich zu trockenen Juli-Monaten in Folge. Die Sonne, konnte an den letzten drei heiteren Monatstagen noch etwas aufholen. Letztlich reichte es trotzdem nur zu 84 Prozent des Solls.

Bei der Monatsmitteltemperatur gab es eine Punktlandung. 17,4 Grad entspricht genau dem 30jährigen Klimamittel. Die Höchsttemperatur von 27,9 Grad wurde am 13. Juli gemessen, die Tiefsttemperatur von 8,1 Grad am 21. Juli. Gewittertage gab es sechs.

Wenngleich die Kurz- und auch Mittelfristprognosen für den August nicht gerade berauschend ausfallen, sollte nicht von einem Totalausfall des Sommers ausgegangen werden. Ein August ohne Sommertage ist, im Gegensatz zum Juli, kaum vorstellbar und in den zurückliegenden 45 Jahren Wetteraufzeichnung in Olbernhau noch nicht vorgekommen. Temperaturen über 30 Grad hingegen waren früher fast die Ausnahme, traten aber zuletzt vor allem in den Supersommern 2015 und 2018 gehäuft im August auf.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 17,4°C (genau Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 8,1°C (am 21. Juli)
Temperatur-Maximum: 27,9°C (am 13. Juli)
Sommertage: 8 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 0 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 179,8 (84 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 155,9 l/m² (163 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 16
Tageshöchstmenge: 48,9 l/m² (am 7. Juli)
Tage mit Gewitter: 6


Juni

Nachdem bisher alle vorangegangenen fünf Monate dieses Jahres zu kalt abgeschlossen hatten, vor allem der April und Mai waren ja ungewöhnlich kühl, schien der Juni nun wieder viel aufholen zu wollen. Zunächst in gemäßigtem Rahmen mit Tagestemperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Der Regen wurde dabei auch nicht vergessen. Am 5. und 6. Juni kamen mit 20 bzw. über 28 Liter pro Quadratmeter schon deutlich mehr als die Hälfte des Monatssolls vom Himmel. Doch dieses Bild änderte sich in der zweiten Dekade. Zwischen dem 11. und 20. Juni, also haargenau in dieser zweite Dekade, fiel kein einziger Tropfen. Am 13. gab es einen ungewöhnlichen Temperatureinbruch. Nur an diesem einen Tag wurden nicht einmal 15 Grad als Höchsttemperatur erreicht. Der Folgemorgen war mit knapp fünf Grad ebenfalls nochmals kühl. Sollte das etwa eine Miniausgabe der Schafskälte gewesen sein? Ab dem 14. bis zum 21. gesellten sich zu der trockenen Phase hochsommerliche Temperaturen dazu. Der Höchstwert dabei: 31,0 Grad am 19. Juni. Die Sonne gab dabei an einigen Tagen mit über 15 Stunden ihr absolut möglichstes, denn im Olbernhauer Talkessel kann man ja die astronomisch möglichen über 16 Stunden nicht erreichen. Pünktlich mit Beginn der dritten Monatsdekade war es dann mit der großen Wärme und auch der niederschlagsfreien Etappe vorbei. Bis Monatsende regnete es fast täglich und nochmals rund 62 Liter pro Quadratmeter, was der nun anstehenden Erdbeerernte nicht gut bekam. Der Juni war mit einer Übererfüllung von 147 Prozent nun der fünfte von den ersten sechs Monaten des Jahres mit Niederschlagsüberschuß, denn nur der März zeigte sich zu trocken. Trotzdem ist an einen ausgeglichenen Niederschlagshaushalt über die letzten Jahre hinweg nicht zu denken. Gerechnet seit Januar 2018, also dem Beginn der Trockenjahre, fehlen immer noch 400 Liter pro Quadratmeter, was rund fünf kompletten Monatsmengen entspricht.
Das Monatsmittel der Temperatur von 18,1 Grad liegt 2,5 Grad über dem 30-jährigen Durchschnitt und die Sonnenscheindauer mit 220 Stunden (107 Prozent) ebenfalls leicht über dem Soll.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 18,1°C (2,5 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 3,3°C (am 1. Juni)
Temperatur-Maximum: 31,0°C (am 19. Juni)
Sommertage: 9 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 1 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 220 (107 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 123,7 l/m² (147 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tageshöchstmenge: 28,3 l/m² (am 6. Juni)
Tage mit Gewitter: 6


Mai

Der Mai hielt sich in diesem Jahr hundertprozentig an die in den letzten Wochen viel zitierte alte Bauernregel: „Mai kühl und naß, füllt’s dem Bauern Scheun‘ und Faß“. Was für die Natur tatsächlich ein Segen war, gefiel den Menschen deutlich weniger, vor allem die viel zu kühlen Temperaturen. Dabei war der diesjährige Mai in guter Gesellschaft, denn bereits die beiden zurückliegenden Mai-Monate, also 2019 und 2020 fielen zu kalt aus. Doch neben den unbestechlich ermittelten Werten spielt auch immer das subjektive Empfinden eine Rolle. Zum einen war der Vormonat April schon der kälteste seit 24 Jahren, die Hoffnung auf einen milderen Mai also groß. Zum anderen bot, vor allem der Vorjahres-Mai, ganz andere Tagestemperaturen. Das errechnete niedrige Monatsmittel lag damals vor allem an den vielen Frostnächten zu den Eisheiligen. Von diesen blieb die Region in diesem Mai weitestgehend verschont. So wie sich am Tage die Sonne unterdurchschnittlich zeigte, blieb eben auch nachts der Himmel meist bewölkt, was eine weitere Auskühlung zu den ohnehin schon niedrigen Tageswerten verhinderte. Die einzige Ausnahme machte hier der 8. Mai mit minimalem Frost von minus 0,3 Grad. Gleichzeitig schwangen sich die Tagestemperaturen an den folgenden drei Tagen über die 20-Grad- Marke. Am 10. und 11. Mai standen plötzlich, wie aus dem Nichts, knapp 27 Grad auf dem Thermometer. Doch dies blieb die absolute Ausnahme. Genauso schnell folgte der Temperatursturz auf nur noch acht Grad binnen 48 Stunden. Begleitet wurde dieser von intensivem Landregen mit insgesamt 61 Litern pro Quadratmeter über vier Tage, fast 80 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge im Mai. Doch in Sachen Niederschlag ging es in Form von kräftigen Schauern nahezu täglich weiter, zum Teil auch mit Graupel vermischt. Insgesamt beläuft sich die Monatsmenge auf 120,8 Liter pro Quadratmeter, was 156 Prozent des 30jährigen Mittels entspricht und die größte Menge seit acht Jahren. Der Beginn einer trockenen Phase ab 30. Mai bedeutete nicht nur Sonne satt den ganzen Tag, sondern mit der weiter bestimmenden Nordströmung kalte Luft. Somit trat am letzten Maitag minimaler Bodenfrost von minus 0,2 Grad auf. Der späteste seit 2006, als es am 2. Juni sogar mit minus 0,6 Grad richtigen Luftfrost in zwei Metern Höhe gab. Der Monat schließt mit einer Monatsmitteltemperatur von 9,9 Grad um 2,3 Grad zu kalt ab. Sonnenstunden wurden 147 aufgezeichnet, was aber nur 81 Prozent des langjährigen Mittels entspricht.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 9,9°C (2,3 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -0,3°C (am 8. Mai)
Temperatur-Maximum: 26,9°C (am 11. Mai)
Frosttage: 1 (Tagesminimum <0°C) Bodenfrosttage: 2 (Tagesminimum <0°C in 5 cm über Boden) Sommertage: 2 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 147 (81 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 120,8 l/m² (156 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 18
Tageshöchstmenge: 33,2 l/m² (am 13. Mai)


April

Der April, in den vergangenen Jahren zumeist ein Garant für mildes, trockenes und sonniges Wetter, zeigte dieses Jahr eine ganz andere Seite. Nach einem hoffnungsvollen Beginn mit 19,2 Grad am 1. April, die den gesamten Monat nicht annähernd wieder erreicht wurden, kannten die Temperaturen nur eine Richtung, nach unten. Normalerweise sieht die Entwicklung genau umgekehrt aus. März und April sind die Monate mit den höchsten Steigerungsraten bei den Tageshöchsttemperaturen jeweils von Monatsanfang bis -ende. Neben dem 1. April erreichten lediglich fünf weitere Tage das Tagessoll. An 24 Tagen dagegen blieben die Werte teils deutlich unter dem langjährigen Mittel. Negativspitzenreiter war hier der 16. April mit einer Höchsttemperatur von nur 2,5 Grad, das sind über zehn Grad zu kalt. Dennoch handelt es sich „nur“ um den viertkältesten April der zurückliegenden 45 Jahre. 1977 war der April in Summe fast noch zwei Grad kälter, gefolgt von 1997 und 1980. Wenngleich dabei immer eine überdurchschnittliche Schneemenge im Spiel war, so zeigt eine Rückschau, daß Schnee im April generell keine Seltenheit darstellt. In diesem Jahr bildete sich am Abend des Ostermontags (5.) binnen kurzer Zeit eine Schneedecke von zehn Zentimetern aus. Vorangegangen war ein Temperatursturz von knapp neun Grad zur Mittagszeit auf minus drei Grad um 19 Uhr. Zusätzlich mäßiger und kalter Wind vermittelte ein Gefühl von tiefstem Winter. Nach weiteren neun Schneefalltagen, der letzte am 16. April mit nochmals fünf Zentimetern am Morgen, zog sich der Winter in Sachen weiß endgültig zurück. Nicht so jedoch bei den Temperaturen, denn die Nächte brachten bis Monatsende zumeist Frost und am Tage wurde es nur zögerlich wärmer. Selbst die Sonne, die an drei aufeinander folgenenden Tagen zum Monatsende ungehindert vom wolkenlosem Himmel schien, war gegen die eingeflossene Polarluft weitestgehend machtlos.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 4,2°C (3,4 Grad unter dem Mittel von 1991-2020)
Temperatur-Minimum: minus 2,4°C (am 6. April)
Temperatur-Maximum: 19,2°C (am 1. April)
Frosttage: 16 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 23 (Tagesminimum in 5cm <0°C)
Sonnenstunden: 135 (74 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 46,3 l/m² (110 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 16
Tageshöchstmenge: 11,6 l/m² (am 5. April)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 7
Schneefalltage: 10
maximale Schneehöhe: 11 cm (am 6. April)


März

Schon allein wenn man sich die Wetterdaten anschaut, kann man sich vorstellen, daß der März kein Spaß für Wetterfühlige gewesen sein dürfte. Innerhalb weniger Tage, ja mitunter Stunden, wechselte das Wetter quasi von Winter zu Frühling und wieder zurück.

Zunächst begann der Monat recht vielversprechend mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen bis knapp 15 Grad. Doch in den drei darauf folgenden Wochen gab es keine Spur mehr von Frühlingserwachen. In den Nächten sank das Thermometer zumeist in den Frostbereich, fünf Mal sogar wurde mäßiger Frost unter minus fünf Grad gemessen. Die Tageswerte erreichten nicht annähernd mehr die Zehn-Grad- Marke, am 20. März verharrten sie sogar leicht unter Null, was einem Eistag entspricht. Der nicht gerade übermäßige Niederschlag fiel jedoch in dieser Zeit recht oft als Schnee. Zumeist taute er über den Tag wieder weg. Doch es gab, so wie am 19. März, auch Ausnahmen. Nach fünf Zentimetern Schnee am Morgen folgten am Tag weitere kräftige Schneeschauer, die die Schneedecke bis zum Abend auf zehn Zentimeter angewachsen ließen. Offiziell gemessen werden die Schneehöhen aber früh, so daß der Folgemorgen (20.) mit nur noch acht Zentimetern in die Statistik eingeht. Ganz bunt, mit allem was man eigentlich als Aprilwetter bezeichnet, trieb es der 27. März. Schnee- und Graupelschauer, stürmische Böen und auch ein kurzes Gewitter wechselten sich mit einigen sonnigen Momenten ab. Zum echten neuen Rekordtag aber entwickelte sich der Monatsletzte (31.). Nach minus zwei Grad Bodenfrost am Morgen stieg die Temperatur bis auf einen neuen März-Allzeitrekord von 23,1 Grad. Dabei wurde der bisherige Spitzenreiter, der 16. März 2012, gleich um 1,6 Grad überboten.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 3,1°C (0,1 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -7,9°C (am 6. März)
Temperatur-Maximum: 23,1°C (am 31. März)
Frosttage: 20 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 28 (Tagesminimum <0°C in 5 cm)
Eistage: 1 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 138 (104 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 40,9 l/m² (64 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 18
Tageshöchstmenge: 8,0 l/m² (am 4. März)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 6
Schneefalltage: 8
maximale Schneehöhe: 8 cm am 20. März


Februar

Meteorologisch extrem abwechslungsreich und sogar mit neuen Rekorden ging der Februar 2021 in die Wetterhistorie ein. Er begann relativ mild, so daß binnen drei Tagen sämtlicher Schnee, die Altlasten des Januar, wegtaute. Rund zwölf Stunden Dauerregen mit 19,5 Litern pro Quadratmeter in der sehr milden Nacht vom 3. zum 4. Februar spülten die letzten Reste hinweg. Doch der Winter kehrte mit aller Macht zurück. Dazu gehörte vor allem ungewöhnliche Kälte, wie sie in den letzten Jahren seltener geworden ist und trotz der tiefen Temperaturen mit reichlich Schnee. Mit Saharastaub gemischt kam es am Morgen des 7. Februar zu einer ausgeprägten gelb-bräunlichen Schneefärbung. Weiterer nun wieder richtiger weißer Schnee ließ die Schneehöhe bis zum 11. Februar auf 21 Zentimeter anwachsen. Die Temperatur sank nachts dabei acht Mal unter minus zehn Grad. Das Minimum am 10. Februar betrug minus 19,8 Grad, fünf Zentimeter über Schnee gar minus 23 Grad. Die letzte noch deutlich gewaltigere Kältewelle in einem Februar gab es 2012 mit sechs Nächten unter minus 20 Grad, zweimal davon sogar minus 24,5 Grad.

Die Prophezeihung einiger Wettermodelle für eine wochenlange Kälteperiode bis weit in den März hinein zerschlug sich jedoch ganz schnell. Im Raum Olbernhau um zwei Tage verzögert, bedingt durch den Böhmischen Wind, kletterten ab 11. Februar dann auch hier die Temperaturen im Rekordtempo, um ab 23. Februar (18,8 Grad) täglich neue Februar-Rekorde aufzustellen. Die bisherige Februar-Höchstmarke (18,2 Grad) aus dem Jahre 2008 wurde an den beiden Folgetagen mit 19,0 und 19,9 Grad nochmals mühelos überboten. Das bedeutete eine noch nie registrierte Temperaturspanne von nahezu 40 Grad (genau 39,7 Grad) innerhalb eines Monats. Hintergrund für diese ungewöhnliche Wärme war eine vom Hoch „Ilonka“ gesteuerte Warmluftzufuhr aus dem Südwesten, mit abermals reichlich Saharastaub in der Luft. Der anschließende Temperatursturz binnen 24 Stunden zum 26. Februar um 15 Grad war allerdings enorm. Am Abend schneite es bei Null Grad sogar leicht.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: -0,6°C (0,8 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -19,8°C (am 10. Februar)
Temperatur-Maximum: 19,9°C (am 25. Februar)
Frosttage: 22 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 10 (Tagesmaximum <0°C)
Tage mit strengem Frost (Tagesminimum <-10°C): 8
Sonnenstunden: 93 (116 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 70,1 l/m² (124 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tageshöchstmenge: 19,5 l/m² (am 4. Februar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 15
Schneefalltage: 8
max. Schneehöhe: 21cm (vom 9. bis 11. Februar)


Januar

Seit diesem Jahr gilt für aktuelle klimatologische Bewertungen laut Empfehlung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) eine neue 30-jährige Vergleichsperiode. Zugrunde gelegt wird nun nicht mehr die bisherige von 1961-1990, sondern die der darauf folgenden vollen 30 Jahre, also 1991-2020. Und beim ersten Monat wird sofort die Diskrepanz der Vergleichbarkeit deutlich. Denn die Mittel zwischen alter und neuer Referenzperiode weichen in Olbernhau um genau 1 Grad ab. Somit ist der Januar entweder 0,3 Grad zu warm, oder 0,7 Grad zu kalt. Je nachdem was man zu Grunde legt.

Doch nach zwei Januar-Monaten mit Wintertotalausfall im vergangenen Jahr und auch 2018 und einem nur mäßigen dazwischen im Jahr 2019 hat sich der diesjährige als Wintermonat recht wacker geschlagen.
In der Nacht zum 3. Januar setzte Schneefall ein. Bis zum Morgen fielen dabei 4 Zentimeter. Im Laufe des Monats schneite es bei Temperaturen oft um den Gefrierpunkt an insgesamt 20 Schneefalltagen fleißig weiter. Bis zur Monatsmitte kamen dabei 34 Zentimeter zusammen. Bei den Nächten, die zumeist moderat frostig ausfielen, gab es zwei Ausnahmen. Am Morgen des 11. und am späten Abend des 17. Januar sanken die Tiefstwerte auf jeweils knapp minus 13 Grad. Eine sich anschließende viertägige kleine Winterpause mit frostfreien Nächten und am Tage bis zu 9 Grad setzten der Schneedecke zwar zu, komplett weg taute sie aber nicht. Schon ab 24. gab es Nachschub. Da die Schneewolken im allgemeinen das Sagen hatten, blieben der Sonne nur wenige Momente. Die fast einzige Ausnahme war der letzte Tag des Monats, dem einzigen mit ganztags wolkenlosem Himmel.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: -0,9°C (0,7 Grad unter dem Durchschnitt der neuen Referenzperiode 1991-2020; 0,3 Grad über dem Durchschnitt der alten Referenzperiode 1961-1990)
Temperatur-Minimum: -12,7°C (am 17. Januar)
Temperatur-Maximum: 9,2°C (am 22. Januar)
Frosttage: 27 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 11 (Tagesmaximum <0°C)
Tage mit strengem Frost: 3 (Tagesminimum <-10°C)
Sonnenstunden: 28 (56 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 105,1 l/m² (151 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 23
Tageshöchstmenge: 17,1 l/m² (am 23. Januar)
Schneefalltage: 20
Tage mit geschlossener Schneedecke: 29


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