Spuk auf dem Pöhlberg

Das nachfolgende gespenstige Foto konnte Peter Haase auf dem Pöhlberg aufnehmen.

Pöhlberggespenst. Foto: Peter Haase

Es zeigt den überdimensionierten Schatten der Bergbaude. Über der Baude liegt eine tiefe Wolkenschicht, die aus unzähligen Wassertröpfchen besteht. Auf diese Leinwand wird der Schatten der von unten angeleuchteten Baude geworfen. Genaugenommen handelt es sich um ein Brockengespenst, welches durch künstliches Licht erzeugt wird. Je näher und dichter die Wolken oder der Nebel, desto größer erscheint der Schatten.

Das Phänomen ist nach dem höchsten Harzgipfel benannt, da es auf dem Brocken mehrfach dokumentiert und durch Goethe bekannt gemacht wurde. Dort tritt nicht nur an durchschnittlich 300 Tagen im Jahr zumindest zeitweise Nebel auf, sondern dieser ist zumeist sehr dicht ist. Scheint dann die Sonne in den Nebel hinein, sind die Schatten besonders groß. Weil Nebelschwaden häufig wallen oder sich die Dichte verändert, scheint sich auch das „Gespenst“ dreidimensional zu bewegen. Da es sich seinem „Schattenspender“ regelrecht an die Fersen heftet, ist der frühere Schrecken mancher argloser Wanderer sicher nachvollziehbar.

Bei dichtem Nebel und Dunkelheit kann man sich experimentell auch sein eigenes Brockengespenst basteln, indem man sich selbst vor eine idealerweise etwas nach oben leuchtende Lichtquelle (Autoscheinwerfer, Halogenlampe) stellt und in Richtung Gegenpunkt blickt. Dann sieht man seinen eigenen Schatten tatsächlich um ein vielfaches größer. Und so wie sich der Schattenspender bewegt, so bewegt sich auch das Gespenst. Damit kann man sicher jedem Kind und Kindgebliebenen an trüben Herbsttagen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. (ch)

Bastelanleitung für das eigene Brockengespenst (ch)
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