Das Wetter im Osterzgebirge im September 2020

Was für ein Septembersommer! Doch zunächst einmal begann der Monat mit häufigem Wechsel des Bedeckungsgrades, trockener Luft und sehr guter Sicht. Minimal regnete es immer wieder bei teils 25 °C im Tiefland und 20 °C auf dem Kamm. Schwüle Luft kündigte am 05. ein Gewitter mit etwas Regen an.
Hoch Jurij“ bestimmte daraufhin mit einer Westlage die Witterung. Es wurde wieder sommerlich warm und die Sonne schien beinahe ohne Unterlass. Wenige Regentropfen am 09. entspannten die Dürre nicht.
Vom 12. – 16. drehte sich „Hoch Leiki“ östlich von uns gelegen ein, wodurch ungehindert mediterrane Luft-massen Sachsen passierten. Sonnig und schwül fühlte es sich an wie im Hochsommer. Die Monatshöchst-werte maßen die Stationen um den 15. mit 23,5 °C (Zinnwald-Georgenfeld) bis 31,9 °C (Dohna).
Der 17./18. erinnerte erstmals an das tatsächliche Datum. Mit kühlem Nordwind registrierten die Thermo-meter < 5 °C. Jedoch reichte die Sonnenstrahlung für milde Nachmittage. Doch rasch drehte der Wind auf SO mit spätsommerlichem Ambiente: Milde Nächte, Sommertage (Tmax. ≥ 25,0 °C) bis ins Osterzgebirge, wie immer Sonne und DÜRRE. Die Bauern sahen sich gezwungen den Mais vorzeitig zu ernten. Das Obst wächst nicht mehr am Baum.
Am 23. änderte sich der Wettercharakter grundsätzlich. Eine Troglage ließ feuchte Atlantikluft mit der warmen Kontinentalluft kollidieren. Unter einem Gewitter gingen im Gebergrund bei Bannewitz eng begrenzt 50 mm nieder. An der Vereinsstation Bannewitz hingegen wurden nur 6 mm registriert. Am 25./26. zog das Regenband eines Vb-Tiefs mit einem klassischen Langzeitlandregen durch welches pünktlich für den Herbsteinbruch verantwortlich war. In diesen 48 h fiel mit 40 – 50 Litern pro Quadratmeter fast der gesamte Monatsniederschlag. Zu den kalten Temperaturen – mit dem Niveau von Mitte Oktober – wehte auch noch ein reger bis stürmischer Wind. Und zur Abwechslung schien die Sonne nicht.
Nach einem kalten Morgen am 27. (1,3 °C in Bannewitz bis 3,2 °C in Köttewitz) verabschiedete sich der September mit gewöhnlichen Temperaturen und einem Wechsel aus Regen und Sonne.

Anders als erwartet wich die Septembertemperatur „lediglich“ um +1,5 bis +2,5 °C/K ab. Besonders hoch war die Anomalie auf dem Erzgebirgskamm. Die Monatsmitteltemperatur betrug 12,2 °C an der Wetterwarte Zinnwald. Die wärmste Station (Köttewitz) erreichte 16,2 °C. Die Anzahl von bis zu 13 Sommer- und 3 Hitzetagen (Dohna) wich hingegen nur leicht vom Klimamittel ab. An mageren 9 (Dohna & Zinnwald) bis 11 Tagen (Bannewitz) sammelte sich Niederschlag in den „Hellmännern“. Das Monatssoll wurde in Zinnwald nur zu 73 % erfüllt, in Bannewitz dafür um 14 % überboten. Der geringste Niederschlag fiel in Dohna (45,3 mm) und der meiste in Bannewitz (61,7 mm). Die potenzielle Verdunstung in Köttewitz berechnete die Station auf 68 mm und in Bannewitz auf 79 mm. Somit war der September deutlich zu arid (trocken). Am auffälligsten stellte sich der Sonnenschein heraus. Die Monatssumme von knapp 215 h in Zinnwald entspricht 160 % vom langjährigen Mittel und stellt flächendeckend den 4. Platz in der Messhistorie dar. Der September war ein windarmer Monat. Die höchste Böe maß das Anemometer in Zinnwald mit 56 km/h (Bft 7). Die Luftfeuchtigkeit sank kurzzeitig auf bemerkenswerte 26 %. Fernsicht
(> 50 km) wurden an 11 (Zinnwald) bis 27 Tagen (Köttewitz) beobachtet. In Zinnwald und Bannewitz gab es Nebel (4 Tage bzw. 1 Tag).

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

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