1911 – Das Jahr der Südpolexpedition

Vor knapp 109 Jahren, weit vor den Satellitenzeitalter, machten sich 2 Nationalentdecker auf den Weg zum südlichsten Punkt der Erde. Und somit wurde der Grundstein der meteorologischen Datenerfassung auf dem 7. Kontinent gelegt.
Doch während dieses, trotz antarktischen Sommer sehr kalten Ereignisses wird von den Meteorologen das Jahr 1911 in Mitteleuropa ganz anders assoziiert.

Hitzewellen bedeuteten damals 5 Sommertage am Stück – vielleicht auch mal 2 Hitzetage. Doch selbst für heutigen Maßstab war der Sommer 1911 hierzulande kein kalter. Der Sommer erreichte eine Mitteltemperatur von 18,9 °C. Erst 1982 wurde eine höhere Temperatur gemessen. 1911 war auch das Jahr mit 24 Tropentagen in der VP 2 (2. Vegetationsperiode (Juli-September). Bis heute ist dieser Wert nicht überschritten! Zudem wies kein anderer Sommer seit 1882 (Aufzeichnungsbeginn) eine geringere Luftfeuchtigkeit als diese 59 % auf.

Manchmal sollte man also Rekorde nicht immer im aktuellen suchen liebe Medien. 😉

Alle Werte beziehen sich auf meine aufgearbeitete Dresdner Datenreihe auf Grundlage der Daten der Wetterstationen: Dresden-Mitte, Radebeul-Wahnsdorf, Dresden-Klotzsche. Die gesamte Datei ist auf Wunsch erwerblich.

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5 Antworten zu 1911 – Das Jahr der Südpolexpedition

  1. Franz schreibt:

    Die Winter 1910/1911 war sehr schneereich. Haben Sie bitte einige Daten aus Erzgebirge?
    Danke

    Gefällt 1 Person

    • sw schreibt:

      Guten Abend Franz,
      Mir stehen hierfür leider keine Daten zur Verfügung. Meine Daten sind nur für den Dresdner Raum repräsentativ. Hier war der Winter 1910/1911 trotz hohen Luftdrucks 2,3 °C warm (deutlich zu mild), es gab 127 mm Niederschlag (normal).
      Viele Grüße
      Sebastian

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  2. ch schreibt:

    Lieber Franz, vom Fichtelberg fehlen leider die meisten Daten aus diesem Winter. Was noch da ist: Schnee lag ab dem 2.11.2010 und bereits am 24.11. gab es 1,40 Meter Schnee. Ansonsten sind aus dem deutschen Teil des Erzgebirges keine Daten aus der Zeit vorhanden.
    In Chemnitz im Erzgebirgsvorland war dieser Winter wie in Dresden eher unterdurchschnittlich mit maximal 14cm Schnee.

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    • Franz schreibt:

      Hallo Liebe Claudia. Ich habe irgendwo gelesen, dass auf Keilberg war 307 cm. In Abertamy (890 m) war im November 1910 95 cm gemessen (29.11.). Dann folgte mehrere Tauwetter und Schneefalle aber im März 1911 war dort 159 cm (9.3.). Der Winter 1911 war nass und mild. Station Nancy (680 m) nur 60 cm hatte,
      Ich habe digitalisierte Daten aus stationen Oberwiesenthal, Schöneck Kottenheide und Schönheide untersucht. Aus den Daten ist leicht ersichtlich, ob sich in der Station eine Schneedecke liegt. Die Schneehöhe ist aber leider nicht erkennbar. Nur die Nummer -999; ist da. Wissen Sie bite warum?
      Danke 🙂

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      • ch schreibt:

        Ja, die -999 sagt, dass keine Daten vorhanden sind. Es wird momentan daran gearbeitet, alle noch vorhandene Daten zu digitalisieren. Vielleicht findet sich vom Erzgebirge noch verwertbares Datenmaterial. Bisher war leider noch nichts dabei.

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