Das Wetter im Osterzgebirge im August 2020

Und auf einmal war Sommer…

Nach einem sonnigen und heißen Start mit sehr guter Fernsicht gab es am 2./3 eine kurze „Sommerpause“. Bei Temperaturen von 12 °C bis 21 °C blieb es im Tiefland dennoch leicht schwül und windig. Zudem sank die Sicht flächendeckend auf < 8 km.
Hoch Detlef“ ließ dann aber aus Südost erneut trocken/heiße Luft zu uns durchdringen. Die Sonne verwöhnte uns vom 05. – 09. übermäßig. Nun begann eine stark schwüle Hitzewelle am 08./09. mit seiner schwachen Windströmung. Die Thermometer maßen mit 28,4 °C (Zinnwald) bis 36,9 °C (Dohna) die höchsten Temperaturen des Jahres. Köttewitz meldete am 10. eine Tropennacht (Tmin. ≥ 20 °C). Doch nun entwickelten sich in der „stehenden Luft“ einzelne stationäre aber extrem heftige Gewitter bei Kühnhaide und Radebeul mit fast 100 mm Niederschlag, Keller liefen aus und Schlammlawinen wälzten sich durch Straßen. Unser Einzugsgebiet wurde aber von den Unwettern zunächst weitgehend verschont.

Auch in den Folgetagen blieb es beinahe Windstill, wodurch sich auch am 11. extreme Gewitter ausprägten. Bei Chemnitz regnete es in kürzester Zeit bis zu 140 Liter pro Quadratmeter. Die Schwüle war unerträglich.
Um den 15. waren Gewitter so gut wie alltäglich. Der Regen entspannte die Dürre jedoch kaum. Eine SW-Lage unter der Leitung von „Tief Jantra“ ging als die letzte Hochsommerphase in die Statistik ein. Um Dresden erwärmte sich die klare Luft auf 36 °C und auch auf dem Erzgebirgskamm konnte ein Sommertag notiert werden.
Ab dem 22. sanken die Temperaturen langsam, aber stetig auf erträgliche Sommertemperaturen. Die Sicht war sehr gut und eine Westlage etablierte sich mit Zunahme der Bewölkung. Am 26. erreichte uns ungewöhnlich früh der 1. „Herbststurm“ (Tief Kirsten) mit schweren Schäden im Obstbau. Die Nacht zum 28. kühlte sich auch im Tiefland auf < 10 °C ab.
In den letzten Tagen zog „Tief Marlis“ in einer Vb-Zugbahn auch über den Landkreis. Am 30. maßen die Wetterbeobachter 31,2 mm (Zinnwald) bis 72,8 mm (Bannewitz).

Alle Stationen erreichten die klimatische Sommergrenze von 15 °C (16,7 °C Zinnwald bis 21,5 °C Köttewitz). Der August überbot sein Soll um 3 – 4 °C. Die 25 °C-Marke (Sommertag) meldete Zinnwald sportliche 7 heiße Tage mit 30+ °C maß das Dohnaer Thermometer an 14 Tagen. Köttewitz kühlte in 3 Nächten nicht auf < 20 °C (Tropenacht) ab. Der August war also wirklich alles andere als kalt! Und lange Zeit auch viel zu trocken mit einer hydrologischen Situation wie 2018. Doch das Vb-Tief am Monatsende „ruinierte“ die Statistik. Dohna sammelte im „Erntemond“ 97 L pro m2 und unüblicherweise nicht Zinnwald, sondern Bannewitz den meisten Regen (108 mm). Um Dohna fiel der Monat somit gar mehr als 20 % zu nass aus. Die Sonnenstrahlung zeichneten die Messgeräte (Pyranometer) ca. 220 h lang auf (115 %). Wieder einmal gab es sehr viele Fernsichttage und im Gegenzug kaum Nebel. Sowohl der Luftdruck als auch die Wind-geschwindigkeit zeigten keine Auffälligkeiten. Abgesehen vom Auguststurm, der uns am 31.8. heimsuchte. Die stärkste Böe wurde an der Wetterwarte Zinnwald mit 81 km/h (Bft 9) registriert. Der Bedeckungsgrad entsprach dem klimatischen Mittel.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

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