Gehört Chemnitz zum Erzgebirge?

Regenbogen über Chemnitz von Claus Traxler

Als Bild der Woche haben wir uns heute für einen Regenbogen aus Chemnitz entschieden. Aber halt! Chemnitz gehört doch gar nicht mehr zum Erzgebirge, oder etwa doch?

Neue Untersuchungen des Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) von Gesteinen an der Erdoberfläche  haben ergeben, dass die geologische Nordwestrand-Grenze des Erzgebirges zum Erzgebirgischen Becken durch den Süden von Chemnitz verläuft. Denn hier ist die Trennlinie von mehr als 300 Millionen Jahre alten metamorphen und magmatischen Gesteinen des Erzgebirgs-Kristallins und den vergleichsweisen jüngeren, nicht metamorphosierten Gesteinen des Karbons und des Perms.

Die Grenze verläuft auch mitten durch Gelände der TU Chemnitz. Die südlichsten Universitätsteile, in denen sich die Büros und einige Labors des Instituts für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik sowie die Aula befinden, befinden sich geologisch im Erzgebirge, während das 100 Meter entfernte METEOR-Gebäude im Erzgebirgsbecken steht. In der Tiefe setzt sich das Erzgebirge im geologischen Sinne nach Norden bis ins Stadtzentrum fort.

Da also geologisch die südlichen Stadtteile von Chemnitz zum Erzgebirge gehören, steht auch die DWD-Wetterstation auf dem 418 Meter hohen Galgenberg an der Neukirchner Straße auf erzgebirgischen Boden, weswegen wir deren Werte nun in die Erzgebirgsbetrachtungen mit einfließen lassen 🙂

Chemnitz – bekannt als Tor zum Erzgebirge – hat dieses Tor nun aufgestoßen. (ch)

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5 Antworten zu Gehört Chemnitz zum Erzgebirge?

  1. Silvio Wandel schreibt:

    Ich kann bestätigen, dass einige südlichen Teile von Chemnitz geomorphologisch zum Erzgebirge gehören, anhand vorliegender Bodengutachten liegt bspw. Chemnitz-Harthau sowie der südliche Teil Klaffenbachs im Erzgebirge wogegen der nördliche Teil Klaffenbachs (Chemnitzer Straße Nähe Kaufland) vom Gestein her nicht mehr dazu gehören. Insofern dürften die Messwerte meiner privaten Wetterstation Chemnitz-Harthau (www.chemnitz-wetter.de) gerne hier mit aufgeführt werden, die Daten meiner privaten Station Chemnitz-Klaffenbach (www.wetterstation-klaffenbach) dagegen nicht 😲😏😁
    Viele Grüße aus dem teilerzgebirgischen Chemnitz

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  2. ch schreibt:

    Gut, ich werde es ab jetzt berücksichtigen 🙂

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  3. Finkeldey, Uwe schreibt:

    Die Argumentation kann ich nicht so ganz nachvollziehen, denn eine meteorologische Einbeziehung mit Gründen des geologischen Untergrundes (wie tief?) zu führen, scheint mir schon sehr gewagt, es müßte andere Kriterien geben. Aber was solls. Vielleicht sind es ja touristische Gründe hier („Tor zum Erzgebirge aufgestoßen“). Vielleicht ist die Benennung einer anderen Zone eines Wetternetzgebietes viel sinnvoller und dann aussagekräftiger. Aber da kenne ich mich als Niederrheiner nicht so aus.
    Freundliche Grüße
    Uwe Finkeldey, Wesel, Rheinkm 825

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    • ch schreibt:

      Hallo an den Niederrhein,

      in erster Linie war das eine Meldung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, die sicher nichts mit Tourismus zu tun hat.

      Was das Wetter betrifft, die Chemnitzer Wetterwarte liegt auf 418m im Süden oberhalb der Stadt und das Wetter auf dieser zugigen Kuppe hat nichts mit Chemnitzer Stadtwetter zu tun und erinnert in Sachen Nebel, Föhn, Niederschlag, Schnee und vor allem Wind mehr an Gebirgswetter als an das eines Beckens. Insofern war es ein persönlicher Zusammenhang, denn für mich als ehemalige Mitarbeiterin hat die Wetterwarte Chemnitz viel von einer Bergstation … und wenn die Gebirgslage nun auch geologisch bestätigt wird, wird das Ganze noch bekräftigt (mit Smiley dahinter).

      Auf jeden Fall ist es eine interessante Meldung für alle Geologieinteressierte und ein augenzwinkerndes Zusammenwachsen, denn das Verhältnis der Erzgebirger zu Chemnitz ist in etwa mit der Rivalität von Köln und Düsseldorf vergleichbar 😉

      Viele Grüße
      Claudia

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  4. Uwe Finkeldey schreibt:

    Danke Claudia für die detaillierte Antwort!
    Gruß
    Uwe

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