Das Wetter im Osterzgebirge im Mai 2020

Zinnwald

Mit Gewitter, Regen oder Graupelschauern erinnerten die ersten Tage an den April. Bis zum 06. dominierten Wolkenfelder. Zudem wehte ein teils starker Wind aus nördlicher Richtung. Die Temperaturen lagen leicht unter dem Mittel.
Bis zum Eintritt der Eisheiligen blieb es trocken und heiter. Mit bis zu 18,5 °C in Zinnwald und 26 °C in Dohna hielt der Frühsommer ein kurzes Gastspiel. Verantwortlich dafür: „Hoch Paul“ über Deutschland.
Deutlich intensiver als sonst, machten die Eisheiligen von sich reden. Nach leichter Schwüle am 10., drückte Polarluft gegen die konternde Mittelmeerluft der Vortage. Über Sachsen regnete sich diese sogenannte Konvergenz, bis zum 11. mit bis zu 18 mm ab. Die Temperaturen sanken bis zum Morgen des 12. größten-teils auf leicht unter 0 °C. Der bisherige Mairekord von – 3,3 °C unterbot Zinnwald um 0,5 °C. An der Wetterwarte bildete sich eine 4 cm hohe Schneedecke.
Die restliche Dekade blieb unspektakulär. Anfangs kühl – da „Hoch Quirinius“ über Großbritannien lag und uns „die kalte Schulter“ zeigte – später warm als Hochdruckbrücke über Westeuropa. Die Böden trockneten wieder deutlich aus und die Flusspegel meldeten verstärktes Niedrigwasser.
In der 3. Dekade zeigte sich der Mai wieder unbeständiger. Vom 22. – 25. wechselten sich Sonne, Wolken, Regen(schauer) in Begleitung von Gewitter und Graupel ab. Die Nordwestlagen kühlten die Luft erneut auf leicht unterdurchschnittliche Temperaturen ab. Trotz hohem Luftdruck trat auch zum Monatsende Nieder-schlag auf. Am 27. fiel in Bannewitz sogar 13 L pro m2. Bis zum 31. nahm der Wind an Fahrt auf und trocknete den Oberboden wieder ab.

Nach 11 zu warmen Monaten / konnte der Mai, wie im letzten Jahr, Freude unter den Kälteliebenden erzeugen. Die Mitteltemperaturen von 7,6 °C (Zinnwald) bis 12,8 °C (Köttewitz) wichen um rund – 1 K vom Soll ab. An der ehem. Wetterwarte maß das Thermometer 4 x Frost, an den anderen Stationen 1 x. Einzig das erhöhte Köttewitz blieb auch an diesem Tag frostfrei. Üblich sind im Flachland doch schon der ein oder andere Sommertag. Doch dieses Jahr erreichten die Temperaturen nur im Dohnaischen Müglitztal die 25 °C
(am 8./9.). Niederschlag fiel an 12 bzw. 13 Tagen, was exakt dem Klimamittel entspricht. Die Monats-summen von 45 mm (Dohna) bis 78 mm (Zinnwald) decken aber nur ca. 80 % ab. Einzig Bannewitz erfüllte mit 90 % fast den langjährigen Wert. Der Frühling als Jahreszeit / war der Trockenste seit 1943! Die potenzielle Verdunstung in Köttewitz / sank im Vergleich zum April / sogar auf 93 mm. Der Monat war im Flachland also wieder arid (Verdunstung > Niederschlag). An fast jeden Tag wurde Sonnenschein aufgezeichnet. Die Werte von 191 h (Zinnwald) und 211 h (Dohna) liegen minimal über 100 %. Aufgrund der meist maritim angehauchten Luft konnten wir uns besonders oft einer sauberen Atmosphäre erfreuen. An bis zu 24 Tagen waren Sichtweiten von min. 50 Km möglich. Die Pyranometer registrierten dadurch teilweise 1200 W/m2 Solarstrahlung. Der Luftdruck von 1019,6 hPa war der höchste Maiwert seit 1992. Doch es ist unwahrscheinlich, dass dieser Sommer so warm wie damals wird. Wind und Bewölkung zeigten keine Auffälligkeiten. Ebenso die Tatsache, dass die Beobachter 2 bis 3 Gewitter dokumentierten. Weiterhin dominieren keine heißen Großwetterlagen. Droht ein unbeständiger Sommer wie 2004? Im nächsten Monatsbericht wissen wir mehr.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

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