Wintertiefsttemperatur Ende März – im Jahr ohne Tieflandwinter.

Ja, wie passt dies zusammen. Auf der einen Seite ist es der bisher erste Winter ohne Schnee im Tiefland und selbst im Obererzgebirge mit deutlich zu wenig Wasseräquivalent in Form von Schnee. Zusätzlich maßen einige Stationen keinen einziges Eistag im Winter 2019/2020 und die im Januar gemessenen Temperaturminima wichen ebenfalls stark positiv vom Mittel ab. Aber dann kam „Hoch Jürgen“ in Form einer HFa. Die Temperaturen sanken ab dem Wochenende spürbar ab. Am 22. begleiteten Schneeflocken (< 0,1 mm) auch im Dresdner Elbtal die rege NO-Strömung. In der Nacht zum 23. kühlte es sich dann soweit ab, dass viele Stationen am Morgen des 23. ihre kälteste Temperatur des streng genommen bereits vergangenen,Winters 2019/2020 hatten.

https://kachelmannwetter.com/de/amateurstationen/sachsen/temperatur/20200323-0500z.html
Daten: Wetternetz Sachsen
http://www1.wetter3.de/Archiv/archiv_dwd.html
Großwetterlage: Hoch Fennoskandien, antizyklonal (HFa). „Hoch Jürgen“ über dem Baltikum und Westrussland.

Eine ähnliche Situation lag vor 2 Jahren vor. Mitte März war selbst um Zinnwald kein Wintersport mehr möglich und das Wiedersehensrennen der Biathleten des SSV Altenberg stand an. Aber rasant kühlte es sich am 15. ab und es schneite. Am Ende „kämpften“ 2 Tage später bei eisigen -10 °C und Schneetreiben die Ex-Biathleten von jung bis alt ums Podest. Danke an den Zinnwalder Jürgen Kletzsch, dass ich an diesem Tag mit bei den Kampfrichtern sein konnte.

http://www1.wetter3.de/Archiv/DWD/18031700_DWD_Analyse.gif
Großwetterlage: Hoch Nordmeer-Fennoskandien, zyklonal (HNFz). Hoch Irenäus über Skandinavien.

Aufgrund eines Karpatentiefs blieb damals der Kaltluftvorstoß jedoch nicht ohne Niederschlag. Selbst an der Elbe stieg die Schneehöhe auf ca. 10 cm. Im Umland endstanden massive Schneewehen von mehreren Metern. Kaum zu glauben beim Kontrast zu jetzt. 2018 reichte es durch dieses Phänomen nicht zu den tiefsten Wintertemperaturen.

Doch wie häufig kommt das eingentlich vor?

In folgenden Jahren war ein Märznacht die kälteste des Winters, bezogen auf die Dresdner Reihe:
1886 (1.3 mit – 19,3 °C)
1890 (2.3. mit – 17,5 °C)
1915 (11.3. mit – 11,7 °C)
1935 (5.3. mit – 14,2 °C)
1949 (8.3. mit – 14,7 °C)
2020 (23.3. mit – 6,3 °C)

Merke: Bisher waren die kältesten Märznächte (wenn Jahrestiefsttemperatur) immer deutlich kälter als – 10 °C.

Und wann waren die kältesten Märznächte?


Quelle: http://www.klotzsche-wetter.de
Daten: DWD

Ein Kälteeinbruch (Kältesumme) nach so langem Überschreiten der Grünlandtemperatursumme von 200 wurde bis jetzt um Dresden noch nie erfasst. (sw)

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