Warmfronten von Tiefs sorgen für beeindruckende Haloerscheinungen

Die ausgeprägte Westwindwetterlage schickte in den letzten Tagen und Wochen ein Tief nach dem anderen nach Mitteldeutschland und Sachsen herein. Damit verbunden waren ab dem 02. März eine Reihe von beeindruckenden Haloerscheinungen über Sachsen, die an den Warmfronten der Tiefdruckgebiete entstanden. Es war dabei stets der 22°- Ring besonders um den Mond sichtbar, der den Wetter- und Halobeobachter erfreute. Da sich der Mond im zunehmenden Teil der Phase befand, nahmen auch die Helligkeiten der Ringe zu.

Begonnen hat der Reigen der 22°-Ring-Nächte am 02.03.2020 abends. Heiko Ulbricht (HU) und Mario Ludwig (ML) nahmen den Ring jeweils auf der Opitzhöhe (HU) und an der Sternwarte Radebeul über dem Elbtal (ML) auf. Inmitten der Wintersternbilder ein wunderschöner Anblick. Verziert wurde das Erscheinen des Kleinen Ringes durch die rechts unterhalb stehende Venus. Der Mond war erst zur Hälfte beleuchtet, dennoch erschien der Ring sehr hell und prächtig.

Weiter ging es sogleich am folgenden Abend, dem 03.03. Mario Ludwig nahm den 22°-Ring an diesem Abend wiederum an der Sternwarte Radebeul auf. Über der Kuppel des 150/2250 Coudé-Refraktors ein wunderschöner Anblick.

Nach weiteren zwei Tagen, am 05.03., erschien der prachtvollste 22°- Ring um den Mond, der nun auch deutlich heller war als seine Vorgänger, da der Mond weiter zunahm. Heiko Ulbricht entdeckte ihn durch Zufall auf der AllSky-Cam der Sternwarte Radebeul und fuhr umgehend auf die Opitzhöhe zwischen Freital und Tharandt, der nordöstlichsten Erhebung des Erzgebirges. Der hervorrufende Cirrostratus war sehr homogen und regelmäßig, ebenso erschien der 22°- Ring an diesem Abend über der Höhe.

Mondhalo am 3.03.2020. Foto: Mario Ludwig

Der nächste, zunächst ziemlich zerrissene 22°- Ring folgte sodann 3 Tage später, am 08.03. Heiko Ulbricht nahm ihn wiederum auf der Opitzhöhe auf. Er war zunächst nur in Ansätzen sichtbar. Mit einem guten Gefühl, dass da noch Steigerung drin war, beobachtete ich die AllSky-Cam der Sternwarte Radebeul. Und tatsächlich: nach Mitternacht war er wieder perfekt um den Mond ausgebildet, wobei sich sogar noch der umschriebene Halo dazugesellte. Das Foto entstand um 01:34 Uhr MEZ wieder auf der Opitzhöhe (HU).

Nach der langen Westwetterlage stellt sich nun allmählich die Wetterlage um. Ab dem Wochenende baut sich hoher Luftdruck über Europa auf und hält atlantische Tiefs auf Distanz. Somit dürfte auch die „Minihalosaison“ der letzten Tage zunächst ein Ende haben. (Text: Heiko Ulbricht)

Dieser Beitrag wurde unter Besondere Wetterphänomene und Atmosphärische Erscheinungen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Warmfronten von Tiefs sorgen für beeindruckende Haloerscheinungen

  1. meteocb schreibt:

    Sehr beeindruckend, vielen Dank.
    Manchmal frage ich mich, ob man dafür einen speziellen Blick haben muss? Mir würden die sonst immer irgendwie entgehen 😀

    Gefällt 1 Person

  2. ch schreibt:

    Hilfreich ist eine dunkle Sonnenbrille und etwas, womit man die Sonne abdeckt (Schornstein, Lampe oder auf einen Besenstiel gestülpter Joghurtbecher). So ausgerüstet kann bei bei Cirrus gezielt danach suchen. Momentan geht die Haloaktivität steil nach oben, vielleicht hast Du ja Glück. Ich drück Dir die Daumen!

    Liken

  3. hu schreibt:

    Besten Dank auch von mir…

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s