Das Wetter im Osterzgebirge im Februar 2020

Zinnwald

Nach einem sehr langweiligen Januar für einen Wetterbeobachter, kamen die Wetterfrösche im Februar mal wieder voll auf ihre Kosten. Fast der ganze Monat war geprägt von einer regen Westströmung mit milden und nassen Luftmassen. Rekorde wurden erneut eingestellt. Aber zuerst der Monatsverlauf:
Gleich der 1. Tag war sehr warm mit bis zu 16 °C um Dohna und exzellenter Fernsicht. Vom 02. – 04. überquerte aus Nordwest ein Regengebiet unsere Region. Dabei wurde bereits das Monatssoll an Niederschlag erreicht. Die Sicht sank auf
< 8 km. In Zinnwald bildete sich bis zum 06. eine 36 cm hohe Schneedecke. Pünktlich zu den Winterferien! Doch unterhalb von Bannewitz-Wilmsdorf (300 m) blieb das „Weiß“ flüssig. Einzig vom 08. – 11. konnte von einer „sonnigen“ Phase die Rede sein. Auf diesen Zeitraum fiel auch „Orkan Sabine“. In der Nacht zum 10. erreichte der Wind, von Gewitter begleitet, die Stärke 10 in Zinnwald (92 km/h) und selbst im tiefen Dohna (130 m) 76 km/h (Bft 9).

Die Winterferien über schien die Sonne sehr dürftig. Wenn auch nicht so viel und so andauernd, gab es doch fast täglich Nass von oben. Die Schneehöhe in Zinnwald erreichte am 13. 39 cm. Am 17. („Orkan Victoria“) und 23. („Orkan Yulia“) wurde es auch im Dresdner Raum stürmisch. Immer im Gepäck mit Graupel-schauern, teils Gewitter. Davor jedoch brach sehr milde andalusische Luft zu uns (9 – 16 °C). Dabei sank die Luftfeuchte auf < 20 %. Im letzten Monatsdrittel begann bereits der phänologische Frühling – 1 Monat vor dem Termin. Mit aller Macht wollte „Tief Charlotte“ noch einen Wintereinbruch einleiten aber es sollte einfach nicht reichen für einen Tieflandwinter. An der Wetterstation stieg die Schneehöhe nochmal an, aber bei 24 cm war Schluss.

Die Temperaturspanne von 0,3 °C (Zinnwald) bis 6,3 °C (Dohna) lassen eher einen März erwarten. Die Abweichung vom Mittel entspricht im Tiefland 5 – 5,5 K. Auf dem Erzgebirgskamm „nur“ 3,5 K. Nach 1990 war es der wärmste Februar seit dem 19. Jhr. An 4 Tagen blieb Zinnwald frostfrei – Köttewitz den ganzen Monat! Selbst im frostanfälligen Dohna maß das Thermometer nur 7 x Temperaturen < 0 °C und somit weniger als 50 % vom Mittel. Ebenso viele Tage herrschte an der Wetterstation in Zinnwald Dauerfrost. Aber diese Häufigkeit wäre normal für das Elbtal. Im Landkreis fiel an 26 Tagen Niederschlag (in Dohna an 23). Einen festen Anteil beobachten die Wetterfrösche zwischen 8 x (Dohna) und 20 x (Zinnwald). Trotz dessen blieb der Februar nur auf dem Erzgebirgskamm über längere Zeit weiß. Die Monatssummen von 78 – 159 L pro m2 in Köttewitz bzw. Zinnwald wichen um fast 150 % vom Klimamittel ab. Dafür hingen die Sonnen-stunden dem Soll hinterher. Auf dem Erzgebirgskamm gar um die Hälfte. Besonders auffällig waren die hohen Windgeschwindigkeiten und die gute Fernsicht. Im Gebirge verging kein Tag ohne Starkwind, sogar in den Tälern des Tieflandes war mäßiger Wind die Ausnahme. Die stärkste Böe maß das Zinnwalder Anemometer am 10. mit 92 km/h. Sichtweiten von min. 50 Km an 12 bis 19 Tagen. Die Schneekoppe sichtete der Beobachter am 19. vom „Kamm“ aus. Die meisten Tage mit Gewitter wurden an selbigen Standort dokumentiert – Insgesamt 5 x. Nur an der Wetterstation bildete sich eine wintersporttaugliche Schneedecke. 23 Tage mit min. 10 cm (Skitag) lassen keinen milden Februar erwarten, jedoch blieb selbst Altenberg oft matschig statt weiß und im Vergleich zum Vorjahr war die durchschnittliche Schneehöhe an der ehem. Wetterwarte 80 cm niedriger.

 Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

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