Das Wetter im Osterzgebirge im Januar 2020

Zinnwald

Der Januar begann sonnig und warm (neuer Temperaturrekord am 02. in Zinnwald: Tmax. = 7,5 °C) mit guter Sicht. Auch hier gilt Zinnwald-Georgenfeld ein besonderes Augenmerk, da hier die Luftfeuchte auf 30 % sank, bei zugleich 7 cm Schneehöhe.

Vom 03. – 11. sammelten sich in den Regenmessern täglich Niederschläge – wenn auch in geringen Mengen. Sonnenschein war nur selten zu erhaschen, bei diesiger Sicht. Anfangs schneite es im Obererzgebirge, wodurch in Zinnwald die magere Monatshöchstschneehöhe von 10 cm am Messpegel abgelesen wurde. Aber das Tauwetter von bis zu 12 °C in Dohna ließ auch auf dem Kamm den Schnee beinahe komplett abschmelzen.
Die 2. und auch die 1. Hälfte der letzten Dekade ließ den ersehnten Regen/Schnee im Großen und Ganzen vermissen. Es gab sowohl sonnige Tage (12., 16./17.) aber auch viele graue Tage. An der Tschechischen Grenze mit hartnäckigen Böhmischen Nebel.

Hoch Ekart“ – ein mächtiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa – konnte die Wetterbeobachter im sonst langweiligen Januar unterhalten. Der Luftdruck stieg auf bis zu 1048 hPa und somit der höchste Wert seit Januar 2006. Nur damals sanken die Temperaturen auf – 20 °C. Im Jahr 2020 verursachte die Höheninversion jedoch nur ein paar Tage mit Frost. Nachts sanken die Temperaturen auf – 5 °C bis – 8 °C und tagsüber erreichte Köttewitz immer mehr als 0 °C. Hier gefror der Boden bis auf 14 cm Tiefe.
Zum Monatswechsel zog „Tief Lolita“ auf und presste milde aber auch energiereiche Atlantikluft nach Sachsen, worauf am 28. Graupelschauer in den Tabellen erfasst werden konnte. Anschließend – weiterhin stürmisch und gelegentlich regnerisch – erreichte uns am 31. abermals eine Warmfront in Verbindung mit exzellenter Fernsicht. Alle Stationen maßen dadurch ihre Monatshöchsttemperaturen zwischen 8 °C und 14 °C.

Der Januar war deutlich zu mild. Die Monatsmittel von – 0,3 °C (Zinnwald) bis 3,3 °C (Köttewitz) wichen um 2 – 3 °C vom Mittel ab. Etwas verwirrend für den Laien: Die Anzahl der Frosttage spricht schon für einen Wintermonat. Aber die 0 °C – Grenze wurde eben oft nur knapp und kurzfristig unterschritten. Einmalig war die Verbindung aus mildem und trockenem Januar. Die Niederschlagssummen von 14 mm (Köttewitz) bis 39 mm (Zinnwald) entsprachen nur 30 – 40 % vom Soll und verteilte sich auf 16 – 18 Tage. Sonnenschein zeichneten die Instrumente an 19 (Zinnwald) bis 24 Tagen (Dohna) auf mit einer gewöhnlichen Dauer von 50 bzw. 66 h. Aufgrund der aktiven Westwindströmung befanden sich wenig Staubpartikel in der Luft. Daher konnte das Auge an 10 Tagen ferne Ziele sichten. Die Zinnwalder konnten aber auch an 20 Tagen nicht weiter als 1 km blicken. Die Westwinde wehten stärker als üblich. Zu veranschaulichen ist dies, da selbst im Tiefland an 14 Tagen Windstärke 6 erreicht wurde (Köttewitz). Windstärke 8 registrierte das Anemometer an der ehem. Wetterwarte 6 x. Die höchste Windspitze zog am 31. mit 82 km/h (Bft 9) über deren Messfeld. Nur 4 Skitage (Schneehöhe ≥ 10 cm) stehen 31 vom Vorjahr gegenüber. Im Dresdner Raum fehlte Schnee gänzlich und noch nie wurde zu einem späteren Zeitpunkt die 1. Schneedecke des Winters beobachtet.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

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