Das Wetter im Osterzgebirge 2019

Zinnwald

Nach eher diesigen Dezemberstart wechselte das Wetter bald in einen sonnigen Modus mit erhöhten Temperaturen. „Tief Rudi“ preschte mit Sturm zum 07.  und sehr milden Luft nach Sachsen. Am 08. bzw.09. maßen alle Stationen den Monatshöchstwert. Nur in Bannewitz erwärmte sich die Luft am 18. noch stärker. Die 2. Dekade bleibt uns trüb, jedoch mit teils guter Fernsicht und sehr mild mit Sturm in Zinnwald (79 km/h) am 14./15. in Erinnerung. Zumindest die Bergbewohner konnten sich an Heiligabend über Schnee freuen, der allerdings am Morgen danach wieder weggetaut war, allerdings am 1. Feiertag wiederkam und doch wieder für Weihnachtsstimmung sorgte. So wurde in den „Zwischentagen“ bis 10 cm beobachtet, auch in tieferen Lagen wurden Flocken gesichtet. Vor Silvester stieg der Luftdruck stark an und die Abkühlung ging mit Sonne und schwachem Wind einher. Der Dezember war über 3 °C zu warm und bis auf die Kammlagen sehr trocken. Die Sonne schien leicht überdurchschnittlich. Im Tiefland wurde der späteste 1. Schneefall seit Wetteraufzeichnung (1882) beobachtet.

Und in dieser Laune, in der sich der Dezember so warm benahm, dominierte auch das Jahr 2019: Sowohl an der DWD-Flugwetterwarte Dresden (11,3 °C) als auch der DWD-Bergwetterstation Zinnwald-Georgenfeld (6,9 °C) wurde der Wert von 2018 nochmal um 0,1 °C übertrumpft. 2019 ist so in unserer Region das wärmste Jahr der Wetteraufzeichnung! Die Sommertemperatur überschattete die vom Vorjahr gar um 0,5 °C. Der Winter 2018/2019 war im Tiefland allein Anfang Februar – mit rund 20 cm Schnee – optisch vorhanden. Im Erzgebirge war ausreichend Schnee (max. 122 cm) und Zeit, diesen wintersportlich zu nutzen. Von den 12 Monaten war einzig der Mai nicht nur subjektiv zu kühl. Das Jahr 2019 schenkte der Natur zwar in allen 4 Jahreszeiten mehr Niederschlag als im Vorjahr, doch für das Soll sammelten die Messbecher im Tiefland 1/4 zu wenig H2O. Durch den extrem nassen Januar auf dem Kamm fehlten um Zinnwald allerdings nur 50 L pro m2.

Der Frühling und Herbst zeigten sich bedeckter, dafür der Sommer noch sonniger als 2018. Unterm Strich maßen die Instrumente die Sonne erneut um 2000 h (in Zinnwald 1750 h). Ein erneut überdurchschnittlicher Wert, wenn auch unter 2018. Der Jahresmittelluftdruck von 1015,4 hPa lag leicht unter der Norm, einhergehend von einem regeren Wind. Im März zeichneten die Anemometer die meisten Sturmtage auf. Die höchste Böe erreichte Zinnwald mit 109 km/h (Bft 11). Die Luft war ähnlich trocken wie 2018 und die Feuchte im April rekordverdächtig gering. Nebel beobachtete der Verein an mageren 108 Tagen, dem gegenüber oft Fernsicht mit min. 50 km (83 Tage). An Gewittern mangelte es nicht, jedoch war die „Saison“ dieses Jahr kurz. Unvergessen bleiben die 3 aufeinanderfolgenden Gewittertage mit Hagel im Raum Dohna (10.-12.6.). Die Natur startete dieses Jahr nicht zu früh und in normalem Entwicklungstempo, doch so richtig enden wollte die Vegetationsperiode 2019 nicht: Im Dezember war das Gras im Elbtal grün und die Felder mit schon hohem Wintergetreide oder Zwischenfrüchten geschmückt. Üblicherweise verstummt der Vogelgesang im Juli, doch zum 1. Mal nisteten Schwalben 3 x in Köttewitz und die einheimischen Vögel waren bis Weihnachten morgens zu hören.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

201912-Zinnwald

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