Großwetterlagen 2019 – Ein Vergleich

Von einer Großwetterlage spricht der Meteorologe, wenn er damit das Europäische Wetter über meist mehrere Tage ausdrücken will. Die GWL’s charakterisieren den Luftdruck und damit auch das Wetter in den jeweiligen Regionen. Unterteilt werden die insgesamt 29 Großwetterlagen in 4 zonale (Westwind), 7 gemische (Mischung aus zonal und meridional) und 18 meridionalen (Blockade des Westwindgürtels) Zirkulationsformen unterteilt. In meiner bis 1917 ausgearbeiteten Dresdner Reihe ergeben sich folgende
TOP 3: 1. Wz (westlage, zyklonal) Zonal
2. BM (Hochdruckbrücke Mitteleuropa) Gemischt
3. HM (Hoch Mitteleuropa) Gemischt

und folgende FLOP 3: 1. Na (Nordlage, antizyklonal) Meridional
2. Sz (Südlage, zyklonal) Meridional
3. Hfz (Hoch Fennoskandien, zyklonal) Meridional

Die Verteilung der 3 Strömungsmuster lag zwischen 1917 – 2019 bei 26 % zonal, 33 % gemischt und 40 % meridional.

In den 365 Tagen diesen Jahres zeichnet sich eine weitere Verschärfung des Trendes der letzten Jahrzente ab: An 43 % der Tage blockierten die Hoch’s und Tief’s den globalen Westwindgürtel über weite Teile Europas. Mit mittlerweile 42 % haben die gemischten GWL’s am meisten zugenommen. Die klassischen Westwindlagen gingen auf 15 % der Tage zurück.
Die TOP 3 von 2019: 1. Wz (westlage, zyklonal) Zonal
2. BM (Hochdruckbrücke Mitteleuropa) Gemischt
3. SWz (Südwestlage, zyklonal) Gemischt

Die FLOP 3 von 2019: 1. Ws (südliche Westlage) Zonal &
NEa (Nordostlage, antizyklonal) Meridional
3. NEz (Nordostlage, zyklonal) Meridional

Was bedeutet dies?

Zonale GWL sorgen für eine milde, nasse und meist windige Witterung, die häufig wechselt. Meridionale bilden große Trockengebiete und schmale Niederschlagsbänder mit Hochwassergefahr im Sommerhalbjahr. Je nach Windrichtung kann die Temperatur entweder deutlich nach unten oder oben abweichen. Die Witterung kann wochenlang stagnieren.

Die besonders warme und trockene Witterung von 2018/19 ist auf die Zunahme der gemischten und meridionalen Zirkulationsformen zurück zuführen. In Zukunft müssen wir uns darauf einstellen, dass das Wetter extremer wird (starker Temperaturwechsel, lange Trockenphasen bei zunehmendem Starkregenrisiko aber auch Phasen langer gleichbleibender Witteurng). Was nicht bedeuten muss, dass sich das Klima unterm Strich ändert. In 2019 verursachten die „Blockadehochs- und tiefs“ eine südliche Strömung. Die Temperaturen übertrafen fast das ganze Jahr die Norm. Die Druckgebiete können aber bei einer Verschiebung auch einen Wechsel der Windrichtung auf N verursachen. Dann kann es vor allem im Winter rekordverdächtig kalt werden. Lassen wir uns also überraschen und hoffen, dass das Wetter wieder spektakulärer wird – in Hinsicht auf alle Wetterelemente.

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2 Antworten zu Großwetterlagen 2019 – Ein Vergleich

  1. Forscher schreibt:

    Och, auch bei vermeintlich fadem Hochdruckwetter gibts spannende Phänomene zu sehen, wie heute eine Fata Morgana in Österreich: http://www.wetteran.de/gipfelausblick-mit-fata-morgana

    Gefällt 1 Person

  2. meteocb schreibt:

    Schöne Analyse der Großwetterlagen im aktuellen Jahr, besten Dank 🙂

    Gefällt 1 Person

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