17.12.2019 – Rekordwert der Lufttemperatur

IMG-20191217-WA0007

Föhniges Abendrot beendet Rekordtag. Foto: Joachim Hetze

Der 17. Dezember 2019 geht als einer der außergewöhnlichsten warmen Dezembertage in die Statistik der über 100-jährigen Fichtelbergmessreihe ein. Mit 11,0°C ist er der bisher wärmste 17. Dezember, seit hier oben gemessen wird. Der bisherige Tagesrekord stammt aus dem Jahr 1932 und hielt 87 Jahre lang den bisherigen Spitzenwert mit 10,7°C. Wer da aber meint, im Dezember ginge es nicht noch extremer, der liegt falsch. Die höchste je im Dezember gemessene Lufttemperatur stammt aus dem Jahr 1953, sie wurde damals am 2. Dezember gemessen und erreichte 14,6°C.

Welche Wetterlagen sind dafür verantwortlich?
Meistens muss ein Hochdruckgebiet Südeuropa belagern und ein möglichst großräumiges Tiefdruckgebiet vor den Britischen Inseln vorhanden sein, das genügend Wind produziert, um die Luftmassen schnell nach Mitteleuropa zu leiten. Die typische Süd- bis Südwestwetterlage führt demzufolge warme Luftmassen aus Nordafrika heran, die aufgrund der noch am Boden liegenden Kaltluft aufgleitet und so die ohnehin schon vorherrschende Inversionswetterlage unterstützt und damit in Höhen über 1000 Meter die Temperaturen in Rekordniveau hebt. Noch höhere Temperaturen entstehen jetzt an der Nordabdachung des Erzgebirges, da die warme Luftströmung, jetzt Föhn genannt, sich auf dem Weg ins Tal weiter erwärmt und dort Temperaturen nahe der 20-Grad-Marke entstehen lassen kann. (gf)

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelle Wetterinfos veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu 17.12.2019 – Rekordwert der Lufttemperatur

  1. Wolfgang Reimer schreibt:

    Laut DWD gibt es in der Fichtelbergmessreihe 14 Dezembertage mit einer Maximal-Temperatur von 11.0 °C oder mehr:

    19.12.1932 11.0 °C
    17.12.2019 11.0 °C
    21.12.1924 11.6 °C
    13.12.1938 11.8 °C
    03.12.1948 12.0 °C
    08.12.1948 12.0 °C
    01.12.1984 12.3 °C
    23.12.1924 12.4 °C
    01.12.2000 12.6 °C
    03.12.2003 13.0 °C
    20.12.1932 13.1 °C
    29.12.1963 13.2 °C
    21.12.1932 14.4 °C
    02.12.1953 14.6 °C

    Die höchste je im Dezember gemessene Lufttemperatur (Tägliche Stationsmessungen des Maximums der Lufttemperatur auf 2 m Höhe in °C, TXK_MN004) auf dem Fichtelberg ist also 14.6 °C und wurde am 2. Dezember 1953 gemessen.

    Beste Grüße von eurem Fichtelberg-BLOG-Leser Wolfgang

    Gefällt 1 Person

  2. ch schreibt:

    Wie im Text zu lesen ist, war es der wärmste 17.12. 😉

    Liken

  3. ch schreibt:

    Ich habe nochmal nachgeschaut, mit dem absoluten Maximum haben Sie allerdings recht, das werde ich ändern.

    Viele Grüße
    Claudia

    Gefällt 1 Person

  4. Rainer Kirmse , Altenburg schreibt:

    Der Klimagipfel ist zu Ende,
    man hat’s wiedermal vergeigt.
    In Sicht ist keine Wende;
    wärmer wird’s,
    der Meeresspiegel steigt.

    GRAUER WINTER

    Nebelverhangen Wald und Flur,
    Von weißer Weihnacht keine Spur.
    Im Flachland fehlen Eis und Schnee,
    Wintersport und Schneemann ade.
    Früher eine große Freude,
    Streikt uns’re Frau Holle heute.
    Der Weihnachtsmann ohne Mantel,
    All das bringt der Klimawandel.
    Wir sollten uns Sorgen machen,
    Und nicht über Greta lachen.

    Schneeflöckchen, Weißröckchen
    Kommt kaum noch geschneit;
    Dafür das Maiglöckchen
    Schon vor der Zeit.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Mit freundlichen Grüßen

    Gefällt 1 Person

    • klimareihenfritze schreibt:

      Die Hauptaussage ist völlig richtig, obwohl weiße Weihnachtsfeiertage z.B. im norddeutschen Flachland früher auch nicht in der Mehrzahl der Jahre vorkam. Wenn es dann aber doch mal schneite oder die Möglickeit zu „Schneeaktivitäten“ bestand, hat man sie genutzt und sich noch sehr lange daran erinnert

      Gefällt 1 Person

  5. meteocb schreibt:

    Diese lokalen Besonderheiten sind immer sehr spannend, vielen Dank dafür. Selbst oder eben besonders auf den Bergen macht der Klimawandel nicht halt.

    Gefällt 1 Person

    • klimareihenfritze schreibt:

      Entgegen vieler Darstellungen in den kommerziellen Medien ist der Klimawandel in Gebirgen oder auf Gipfelstationen keineswegs dramatischer als im Flachland (aber auch nicht weniger dramatisch!). Es ist nur so, dass es im Flachland bestimmte Phänomene einfach nicht gibt, z.B. Erdrutsche oder Gletscher und damit der subjektive Eindruck entsteht, es sei dramatischer.
      Eine Erwärmung von 1 K entspricht bei durchschnittlichem vertikalem Temperaturgradient einer 167 m niedrigeren Höhenlage. Das 300 m tiefere Oberwiesenthal hatte Mitte des 19.Jh. (1865-1884) mit 4,5°C fast exakt das gleiche Jahresmittel, wie es der Fichtelberg heutzutage aufweist (4,6°C im Mittel 2011-2019)

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s