Das Wetter im Osterzgebirge im November 2019

Zinnwald

Mit dem November geht ein für Wetterbeobachter sehr langweiliger Monat zu Ende. Nur in Hinblick auf das globale Geschehen gab es so einige Spektakel (Taifun in Ostasien, Schnee in der Sahara, Blizzard in den USA).
Die Anfangstage des Monats waren geprägt von einer starkwindigen SW-Strömung mit milden Temperaturen – am 2.- von 16,7 °C in Bannewitz. Das Osterzgebirge kämpfte zeitgleich mit dem Böhmischen Wind, wodurch in Zinnwald lediglich 8,5 °C gemessen wurden, in Verbindung mit starkem Nebel. Im Tiefland waren der 3./4. diesig. Regen am 3. steigerte die Stimmung nicht gerade.
Um den 8. steuerte ein ausgeprägter Vb – Komplex unter „Tief Canaletto III“ das mitteleuropäische Wetter. An der Südseite der Alpen schneite es mit katastrophalen Ausmaß. Stauniederschläge im Erzgebirge bemerkte man nur in geringsten Dosen. Am 10./11. strömte kühle Luft nach Sachsen. Alle Stationen notierten ihre Monatstiefstwerte von – 4,5 °C (Zinnwald) bis – 2,4 °C (Köttewitz), bis auf Bannewitz. Hier sank die Temperatur am 01. auf – 4,6 °C. Nebel hielt sich an diesen Tagen flächendeckend, gefolgt von sonnigen Mittagsstunden im Elbtal. Die 2. Monatshälfte zeigte sich stets von der milden Seite. Vom 14. – 17. genossen wir die schönere und warme Witterung. Einzig störend war der stärkere Wind.
In den Folgetagen regnete es erneut in geringen Mengen und die Sicht ging zurück bei einschlafenden Wind.
Um den 24. folgte erneut eine „Vorderseite“ also die warm/heitere Seite eines nahenden Tiefs.
Dieses Tief „Ex-Sebastian“ erreichte uns am 28. mit guter Sicht, viel Wind und Sonne-Wolken-Regen-Wechsel.
Kurzum: Den November prägte eine Wellenbewegung mit Luftmassen aus einem Wechsel von Vorderseiten und Rückseiten der Tiefs. Diese sogenannten meridionalen Großwetterlagen werden seit 2018 besonders häufig dokumentiert.

Die Monatsmitteltemperatur lag 1,5 – 2 °C über dem langjährigen Mittel von 1981-2010. Während die monatlichen Höchstwerte der Norm entsprachen hätte die kälteste Novembernacht noch frostiger ausfallen müssen. Niederschläge fielen an 14 (Bannewitz) bis 19 Tagen (Köttewitz). An sich ein durchschnittlicher Wert, allerdings ist es sehr selten bei dieser Anzahl nur 20 (Bannewitz) bis 33 mm (Zinnwald) Monatssumme zu ermitteln. Die Werte entsprachen ca. 40 % vom Soll. In Zinnwald schneite es kaum, welcher auch rasch taute. Sonne erreichte unsere Haut an 9 (Zinnwald) bis zu 23 Tage (Dohna) bzw. 22 und 78 h. Für das Hochmoor fehlte fast der doppelte Wert für 100 %, während in Dohna ein + von 41 % vorlag. Für einen Bedeckungsgrad von 6,2/8 ist die Sonnenstundensumme noch sportlicher! Frost maßen die Thermometer an 5 (Köttewitz) bis 11 (Zinnwald) Tagen. Für November muss man aber mit mehr kalten Nächten rechnen. Die Sicht entsprach im groben dem Mittelwert. Im Elbtalgebiet wurden ca. 3 Nebeltage beobachtet und 6 Fernsichttage. In Zinnwald sank die Sicht an mehr als 10 Tagen auf < 1 km. Windstärke 6 erreichten nur Köttewitz (9 x) und Zinnwald (20 x). Hier erreichten die Windböen zudem an 5 Tagen die Windstärke 8. Zuletzt ein Wort zum Luftdruck: Mit 1007,0 hPa war es der niedrigste Wert seit 11/2010. Und oft folgt auf einem November mit niedrigen Luftdruck min. 1 deutlich zu kalter Wintermonat. Das lässt hoffen. Schnee lag schließlich im November nur in Zinnwald – für wenige Tage um den 12.

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

zinnwald

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