Atompilzwolke

„Atompilzwolke“ in Oederan. Foto: F. Frenzel

Am 10. November wurde über dem Erzgebirge eine Wolke beobachtet, die wie ein Atompilz aussah und einige Leute erschreckte.

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Wolke in Kleinolbersdorf. Foto: Klaus Lahr

Klaus Lahr beobachtete sie in Kleinolbersdorf, wo sie sich nach 14:00 im Nordosten (in Richtung Oederan bis Freiberg) aufbaute, erst vollkommen symmetrisch nach rechts und südlich gerichtet, dann wie im Foto rotationssymetrisch. Etwa 15:30 begann sich der Hut aufzulösen, danach verflüchtigte sich der Stiel.“

Frank Frenzel hat diese Wolke von Oederan aus gesehen, bevor sie sich kurze Zeit später wieder auflöste.

Solche Formen kennt man hauptsächlich bei sterbenden Schauerwolken oder Industriewolken über Schornsteinen. Beide Erklärungen scheiden allerdings bei diesen Beobachtungen aus. Schauer gab es nicht und weitere Bilder zeigen, dass die Wolke nicht mit dem Boden verbunden ist. Aufschluss brachte schließlich das Vertikalprofil. Hier zeigt sich zwischen 2500 Metern und 3000 Metern eine wärmere und deutlich trockenere Luftschicht. Insofern ist es am wahrscheinlichsten, dass diese Wolke als normale Quellwolke entstand, nach oben kondensierte und durch die markante Inversion gedeckelt wurde. Anstatt weiter nach oben zu wachsen, breitete sich die Wolke seitlich aus und sah daher wie ein Atompilz aus. (ch)

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Radiosondenaufstieg von Meiningen am 10.11.2019 um 12 UTC. (Quelle)

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