Fichtelbergwetter im Juli, August und September 2019

Urlaube, Lehrgänge und sonstige zahlreiche Aktivitäten haben dazu geführt, dass wir in den letzten drei Monaten keine Monatszusammenfassung schreiben konnten. Da es jedoch vor allem bezüglich der Fichtelbergdaten einige Nachfragen gab, möchten wir sie zumindest noch in Kurzform nachreichen. Ausführlichere Rückblicke gibt es von Dirk Christoph aus Olbernhau, von Sebastian Wetzel aus dem Osterzgebirge und im Sommerrückblick 2019.

Nachfolgend die Monate in Kürze.

Juli 2019

Deutschlandweit ging der Juli als Monat mit extremer Hitze- und Dürre-Welle mit neuen Rekordwerten in die Geschichtsbücher ein. Gleich an drei Tagen hintereinander wurde in Westdeutschland die 40 Grad Marke überschritten.

Die ersten beiden Monatsdekaden waren aber noch von einer nördlichen Grundströmung geprägt und fielen vor allem nördlich der Linie Köln-Dresden deutlich zu kühl aus. Teils betrug das Temperaturdefizit gegenüber dem langjährigen Mittelwert bis zu -2 Grad, während es über dem Süden spürbar wärmer war. Im Erzgebirge gab es sogar die letzten Nachtfröste. Eine Omegawetterlage sorgte jedoch in der letzten Juli-Dekade für einen Wetterumschwung und einen raschen Anstieg der Temperaturen über 30°C und zwischen 22. bis 25. Juli sogar in Richtung 40 Grad. In Lingen wurde am 25. Juli mit 42,6 Grad ein neuer (wenn auch umstrittener) Temperaturrekord in Deutschland aufgestellt. Trotz dieser Hitzewelle im letzten Monatsdrittel fällt der Juli 2019 deutlich kühler aus als der im Jahre 2018. Auf dem Fichtelberg belegte er mit einer Abweichung von 2,3°C sogar „nur“ Platz 15. Auch Temperaturrekorde gab es auf dem Fichtelberg keine, das absolute Maximum von 27,2°C plaziert sich in der Statistik zusammen mit dem 18.07.1920 lediglich auf Platz 20.

Ein großes Thema war im Juli auch die fortschreitende Trockenheit. Mit 55 Litern pro Quadratmeter fielen deutschlandweit nur etwa zwei Drittel des Normalniederschlags. Regional gab es dabei große Unterschiede. Während am Alpenrand der Durchschnitt sogar übertroffen wurde, waren es an einigen Stationen über ganz Deutschland verteilt nur 10 bis 20 Prozent. Auch auf dem Fichtelberg wurde nur die Hälfte des Normalwertes gemessen. Von den gefallenen 58mm brachten Gewitter am 12. Juli allein 23,2mm. Dennoch gab es in der Fichtelberg 13 Julimonate, in denen es noch trockener war, allen voran der Juli 1971 mit nur 24.3 mm.

Statistik

Temperatur:
Monatsmittel: 13,5°C (+2,3°C)
Maximum: 27,2°C am 25. Juli
Minimum: 3,6°C am 8. Juli
Bergsommertage (Höchsttemperatur ≥ 20°C): 11
Sommertage (Tiefsttemperatur ≥ 25°C): 4

Sonne:
Monatssumme: 209,7 Stunden (109,3%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 58,0 mm (51,6%)
Maximale Tagessumme: 23,2 mm am 12. Juli

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 67,3 km/h am 1. Juli
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 10
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 0
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 0

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 13 (-2)
Anzahl der heiteren Tage: 5 (+3)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 20 (-2)
Tage mit Gewitter: 0 (-6)


August 2019

In den ersten beiden Augustdekaden zeigte sich der Sommer von seiner (normalen) wechselhaften Seite mit meist angenehmen Temperaturen. Zur Monatsmitte gab es sogar Frost in Kühnhaide (12) und Schnee auf der Zugspitze. Zudem bekam die örtlich sehr ausgedörrte Pflanzenwelt endlich den langersehnten Regen. Leider nicht genug, um das Monatssoll zu erfüllen. Im Zschopautal fielen gerade einmal 30 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, in Jöhstadt immerhin 82,4 l/m². Der Fichtelberg lag mit 65,3 l/m² dazwischen, was aber auch nur 61,8% des Monatssolls entspricht. Von den schweren Gewittern, die über Westdeutschland und den Benelux-Ländern tobten und dort einen schweren Tornado verursachten, kam im Erzgebirge zum Glück nichts an.

Das letzte Monatsdrittel zeigte sich verbreitet nochmals sommerlich heiß und katapultierte die Monatstemperatur auf dem Fichtelberg mit 3°C über den Mittelwert noch auf Platz 6 der Statistik. Mit Schauern und kaum ziehenden Gewittern verabschiedete sich der Monat schließlich, aber es gab leider nur örtlich größere Niederschlagsmengen.

Statistik

Temperatur:
Monatsmittel: 14,2°C (+3,2°C)
Maximum: 23,8°C am 29. August
Minimum: 5,8°C am 14. August
Bergsommertage (Höchsttemperatur ≥ 20°C): 12
Sommertage (Tiefsttemperatur ≥ 25°C): 0

Sonne:
Monatssumme: 201,1 Stunden (106,0%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 65,3 mm (61,8%)
Maximale Tagessumme: 23,0 mm am 7. August

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 74,9 km/h am 10. August
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 13
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 0
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 0

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 10 (-3)
Anzahl der heiteren Tage: 2 (0)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 18 (-4)
Tage mit Gewitter: 4 (-2)


September 2019

Der September präsentierte sich durchwachsen und mit einem Auf und Ab der Temperaturen als ganz normaler Herbstmonat. Vor allem in Kühnhaide und Jeleni gab es weitere Nachtfröste (123). Mit dem Landregen des Mittelmeertiefs HANS kam zum Ende der erste Dekade endlich auch eine deutliche Entspannung für die ausgedörrte Natur. Sachsen bekam den meisten Niederschlag ab, vor allem im Westerzgebirge fielen in nicht mal 30 Stunden über 70 Liter (Eibenstock: 71,0 l/m²). Aber auch im restlichen Gebiet wurden die 50 l/m² meist überschritten. Zum Monatsende setzte am Kamm die Laubverfärbung ein. So konnte der erste Sturm der „beginnenden Wintersaison“ MORTIMER, der mit 119 km/h über den Fichtelberg fegte, auf dem Gipfel bereits zahlreiche Bäume entlauben. (Texte: ch, Statistik: gf)

Statistik

Temperatur:
Monatsmittel: 8,9°C (+0,7°C)
Maximum: 22,4°C am 1. September
Minimum: 0,5°C am 19. September
Bergsommertage (Höchsttemperatur ≥ 20°C): 1
Sommertage (Tiefsttemperatur ≥ 25°C): 0
Bodenfrosttage (Tiefsttemperatur in 5cm ü.d. Erdboden <0°C): 2

Sonne:
Monatssumme: 142,4 Stunden (98,1%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 111,0 mm (125,7%)
Maximale Tagessumme: 36,1 mm am 9. September

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 119,5 km/h am 30. September
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 16
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 3
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 2

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 19 (+5)
Anzahl der heiteren Tage: 2 (-1)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 24 (+1)
Tage mit Gewitter: 1 (-1)


Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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