Der Sommer 2019 im Erzgebirge

Der Sommer 2019 reiht sich in die Kategorie Jahrhundertsommer ein, er war viel zu warm, zu sonnig und niederschlagsarm.

Kaum einer dachte, dass sich der Sommer von 2018 mit seiner Hitze und verbreiteter Dürre wiederholen würde. Gefühlt war dieser Sommer nicht so ausgeprägt wie 2018, die Hitzewellen waren zwar intensiver und es gab verbreitet neue Temperaturrekorde, aber die Hitzeperioden waren kürzer und es gab dazwischen sogar einige Kältephasen mit Frost in Kühnhaide und Schnee auf der Zugspitze.

Vertrocknete Wiese in einem Park in Halle/Saale (ch)

Deutschlandweit betrachtet war er auch „nur“ der drittwärmste Sommer nach 2003 und 2018. Auch das deutschlandweite Niederschlagssoll wurde „nur“ um 27% verfehlt, so dass es vielerorts weniger trocken war als 2018. Tiefdruckgebiete und ihre Ausläufer brachten gebietsweise kräftige Gewitter mit Sturm und Hagel, aber flächendeckender Niederschlag blieb weitgehend aus. Und so gab es einige Gebiete vor allem im Regenschatten von Harz und Erzgebirge, wo in den drei Sommermonaten unter 70 Liter pro Quadratmeter zusammenkamen. Da diese Gebiete bereits 2018 zu den trockensten Deutschlands gehörten, verschärfte sich dort die Feuchtigkeitsdefizit in den Böden enorm. Teilweise sah es auf den Wiesen aus, wie in der Steppe. Auch die Schifffahrt auf der Elbe musste erneut eingestellt werden.

Im Erzgebirge sah es etwas anders aus. Hier wurden keine Temperaturmaxima geknackt, aber der Sommer 2019 war hier an allen Stationen der wärmste, der registriert wurde. Hauptgrund war, dass die Kaltfronten häufig nicht mehr im kontinentaler geprägten Osten ankamen und man auf die vorhergesagte Abkühlung häufig vergeblich wartete. Zudem sorgten mehrfach Föhneffekte dafür, dass es im Erzgebirgsraum trotz nahender Tiefdruckgebiete sonnig blieb.

Niederschlag fiel deutlich mehr als im restlichen Sachsen, wobei die Menge stark variierte. Während im osterzgebirgischen Zinnwald und in Rübenau fast 80% des Normalwertes erreicht wurden, waren es in Chemnitz nur 44% und in Weißbach im mittleren Zschopaugebiet nur 32%. Nachfolgend eine Übersicht ausgewählter Niederschlagsmessstationen.

Der Sommer 2019 war an allen erzgebirgischen Messstationen einer der sonnigsten seit Messbeginn (meist 1951). Die Sonne machte zwischen 22% (Zinnwald) und 43% (Marienberg) Überstunden. Dennoch lagen alle Stationen unter dem sächsischen Sonnenscheinmittel von 810 Stunden und belegten nur Platz 2 oder 3 in der Bestenliste.

Unvergessen bleiben sicherlich auch die atemberaubenden Dämmerungen in diesem Sommer. Durch die zahlreichen Waldbrände, vor allem aber die Großbrände in Kanada und Sibirien hatten sich Ascheaerosole in der gesamten Nordhemisphäre verteilt und streuten das langwellige rote Sonnenlicht zu wunderschönen Purpurlichtern und ungewöhnlich farbigen Abenddämmerungen. (ch)

Dieser Beitrag wurde unter Wetterrückblick abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s