Fichtelbergwetter im April 2019

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Auch, wenn es das typische Aprilwetter nur selten gab, machte sich auch im April 2019 der Kampf zwischen Sommer und Winter bemerkbar. Ein Hochdrucksystem über Skandinavien, welches meist östliche oder südliche Strömungen mit kontinentalen Luftmassen zu uns lenkte, sorgte überwiegend für einen sonnigen, warmen und trockenen Wettercharakter.

Insgesamt war der Monat um 3°C zu warm, viel zu trocken und sehr sonnenscheinreich und belegte durchweg obere Plätze in der 103-jährigen Fichtelbergstatistik. So erreichte die Monatsmitteltemperatur von 4,3°C Platz 15, die Niederschlagssumme von 30mm Platz 5 der trockensten Aprilmonate und die Sonnenscheindauer von 240 Stunden sogar Platz 4 der Bestenliste. Deutschlandweit war der April der 13. zu warme Monat in Folge. Auf dem Fichtelberg war dies nicht der Fall, hier machte der zu kalte Januar  mit dem Rekordniederschlag einen Strich durch die Rechnung.

Die zu Monatsbeginn 125cm hohe Schneedecke schmolz in der ersten Aprilwoche bei sonnigen Gipfeltemperaturen bis 11°C deutlich ab und führte zu einem starken Anschwellen der Quellflüsse. Auf schon schneefreien Flächen sorgten die ersten Huflattichblüten für Frühlingsflair.

Zu Beginn der zweiten Dekade drehte die Strömung auf Nordost und führte sehr kühle Luft aus Sibirien nach Deutschland. Die Folge war ein kleiner Wintereinbruch mit Schnee bis in die Täler und sehr kalten Nachttemperaturen unter -10°C (Marienberg-Kühnhaide: -14,8°C am 12.). Aber auch die Temperaturmaxima blieben kalt, so gab es auf dem Fichtelberg zwei Eistage in Folge und auch in den Tälern war es mit 3°C ungemütlich.

In der dritten Dekade hatte man den Eindruck, dass die Vegetation regelrecht explodiert. Überall begannen die Bäume zu blühen und viele Brutvögel begannen mit dem Nestbau oder sogar schon mit der Fortpflanzung. Dennoch zeigt ein Vergleich der Vegetation zum Vorjahr, dass sie im Rekordapril 2018 noch weiter fortgeschritten war. Damals blühten zum Monatsende sogar schon die Fichten und sorgten für einen regelrechten Pollensturm.

Zu Beginn der dritten Dekade erlebten wir traumhafte Ostertage mit meist wolkenlosen Himmel und warmen Temperaturen bis 15°C auf dem Fichtelberg und 25°C in den Tälern. Ähnlich warme Ostern gab es zuletzt am 20./21.04. 2000.

Zum Monatsende wurde der April etwas wechselhafter und ein Niederschlagsgebiet rettete den Monat vor einem völligen Dürredisaster. So fielen allein am 29. April auf dem Fichtelberg 20,6mm Niederschlag, was fast 70% der gesamten Monatssumme entspricht. Schnee- und Graupelschauer fielen nochmals bis in das Flachland als Schnee und führten in höheren Lagen verbreitet zu einer vorübergehenden Schneedecke.

Der Kampf Winter gegen Frühling war auch den Wolken anzusehen. Es wurden mehrfach Kelvin-Helmholtz-Wellen beobachtet, welche anzeigen, dass sich verschieden warme Luftmassen vermischen. (ch, gf)

Statistik

Temperatur:
Monatsmittel: 4,1°C (+1,3°C)
Maximum: 16,8°C am 26. April
Minimum: -7,0°C am 12. April
Eistage (Höchsttemperatur < 0 °C): 3
Frosttage (Tiefsttemperatur < 0 °C): 13

Sonne:
Monatssumme: 239,7 Stunden (172,4%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 30,0 mm (35,2%)
Maximale Tagessumme: 20,6mm am 29. April

Schnee (privat gemessen):
Maximale Schneehöhe: 125cm am 1. April
Anzahl der Tage mit Schneedecke: 30 (+11)
Anzahl der Tage mit Schneefall: 7

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 83,9 km/h am 23. April
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 19
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 2
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 0

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 10 (-7)
Anzahl der heiteren Tage: 8 (+6)
Tage mit Nebel (Sicht <1km): 21
Tage mit Gewitter: 0


Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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2 Antworten zu Fichtelbergwetter im April 2019

  1. Wolfram Dittmann schreibt:

    Möchte mich mal für die tollen Fotos bedanken. Es ist eine wunderbare Gegend, welche wir genießen können. Freue mich schon auf kommende Dinge.

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  2. Ralf Rupprecht schreibt:

    Super besserere Übersicht als die automatische Datenerfassung auf dem Fichtelberg.
    Dasd zeigt das persönlich gemessen wird die besseren Ergebnisse gibt.

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