Fichtelbergwetter im März 2019

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Der März 2019 war zu warm, zu nass, zu windig aber mit ausreichend Sonnenschein. Die im Februar noch dominierenden Hochdruckgebiete machten Platz für eine Tiefdruckautobahn, auf der ein Sturmtief nach dem anderen nach Deutschland rauschte und meist feuchte aber recht warme Luftmassen zu uns brachten. Erst in der dritten Dekade beruhigte sich das Wetter und es wurde frühlingshaft warm, bevor ein Temperatursturz am 24. und in den Folgetagen nochmals Schnee- und Graupelschauer bis in die Täler brachte. Mit erneuten frühlingshaften Werten wurde der Staffelstab dann an den April weitergegeben.

In den letzten Jahren hat es sich Petrus scheinbar zur Regel gemacht, zu den Faschingsumzügen ein Sturmtief vorbeizuschicken, insofern stand auch in diesem Jahr pünktlich am Rosenmontag (4.03.) Sturm BENNET bereit, um die Jecken zu necken. Viel schlimmer war aber, dass er in den Kammlagen den durch Trockenheit, mächtigen Eislasten und Herbststürmen stark geschädigten Bäumen noch mehr zusetze. So reichten die für Winterstürme recht moderaten Spitzengeschwindigkeiten von 110km/h auf dem Fichtelberg und 100 km/h im Flachland aus, um zahlreiche Bäume zu brechen und zu entwurzeln. Noch schlimmer trieb es der stürmische Schnelläufer EBERHARD, der auf dem Fichtelberg mit Orkanböen bis 142,6km/h hinweg fegte und erneut schwere Schäden brachte.

Auch in der zweiten Dekade rauschten weitere Tiefs über uns hinweg und brachten neben Regen, Schnee- und Graupelschauer sogar einzelne Gewitter. Auf dem Fichtelberg schneite es immer wieder und am 16.03. wurde schließlich dank privater Messungen mit 165cm die höchste Schneehöhe des Monats registriert.

Die dritte Dekade begann mit herrlichem Frühlingswetter. Auf dem Fichtelberg wurden das erste Mal zweistellige Temperaturen erreicht (13,1°C am 23.) und in den Tälern die 20°-Marke geknackt. Diese markante Warmluft sorgte dafür, dass pünktlich zum Frühlingsanfang die berühmten Drebacher Krokuswiesen in Vollblüte standen und – da wirklich alle Blumen gleichzeitig blühten, violette Blütenteppiche zauberten, die es in dieser Pracht schon mehrere Jahre nicht mehr mehr gab. Auch die ersten Bienen, Hummeln und sogar Schmetterlinge wurden angelockt. Der Fichtelberg präsentierte sich mit Eineinhalb Meter Schnee noch wenig frühlingshaft, allerdings schützten die hohen Schneewände die sonnenhungrigen Gäste beim kurzärmeligen Bier auf der Terrasse des Fichtelberghauses sehr gut vor den föhnigen Südwinden.

Nach dem schon erwähnten Kälteeinbruch wurde es zum Monatsende erneut frühlingshaft warm und am 30./31. März wurde das letzte Skiwochenende eingeläutet. Genau richtig, denn der bis dato nur langsam geschmolzene Schnee wurde immer weicher und auf freigewehten Flächen zeigte sich das erste Braungrün der Wiesen. Allerdings offenbarte der schwindende Schnee die großen Schäden an den Bäumen, welche den ganzen Winter im Schnee staken oder in mächtige Nebelfrostpanzer eingehüllt waren. Fast jeder Baum hat eine abgebrochene Krone oder abgeknickte Äste. (ch, gf)

Auf Wunsch möchten wir die Statistik von nun an tabellarisch darstellen:

Temperatur:
Monatsmittel: 0,3°C (+2,7°C)
Maximum: 13,1°C am 23. März
Minimum: -5,4°C am 11. März
Eistage (Höchsttemperatur < 0 °C): 10
Frosttage (Tiefsttemperatur < 0 °C): 27

Sonne:
Monatssumme: 108,9 Stunden (104,6%)

Niederschlag (privat gemessen):
Monatssumme: 126,1 mm (143,3%)
Maximale Tagessumme: 21,0mm am 15. März

Schnee (privat gemessen):
Maximale Schneehöhe: 165cm am 16. März
Anzahl der Tage mit Schneedecke: 31
Anzahl der Tage mit Schneefall: 19

Wind:
Höchste Windgeschwindigkeit: 142,6 km/h am 10. März
Tage mit Starkem Wind (Windstärke 6): 23
Tage mit Stürmischen Wind (Windstärke 8): 15
Tage mit Orkan (Windstärke 12): 3

Sonstiges:
Anzahl der trüben Tage: 22
Anzahl der heiteren Tage: 1
Tage mit Nebel (Sicht 50km): 20
Tage mit Gewitter: 1


Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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