Fichtelbergwetter im Februar 2019

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Der Februar war mit einem Monatsmittel von -0,1°C mit einer Abweichung von +4,7°C viel zu warm und reiht sich in der Statistik zusammen mit 1926 und 1966 auf Platz 2 hinter 1990 (Monatsmittel: 0,9°C) ein. Mit einer Niederschlagssumme von 63,0mm (private Messung) war der Monat zu trocken und erreichte nur 79% des Normalwertes. Dafür machte die Sonne fleißig Überstunden und erreichte mit 120,3 Stunden 156,8% der normalen Monatsbilanz.

Der Monatsanfang präsentierte sich auf dem Berg allerdings noch hoffnungsvoll winterlich. Die Schneedecke erhöhte sich von 169cm am 01. auf 183cm am 04. Februar (private Messung). Alles war dick bepackt, wie schon seit Jahren nicht mehr und einige der automatischen Messgeräte der Wetterwarte versanken im Schnee. Nach anschließenden 13cm Schneeschwund durch Regen kamen zu Beginn der zweiten Dekade nochmals 6cm Neuschnee hinzu, bevor es dann bei frühlingshaften Temperaturen mit der Schneedecke langsam aber stetig bis auf 150cm am Monatsletzten abwärts ging. Allerdings offenbarten die nun freigelegten Bäume den Schneebruch der letzten Monate in seinem gesamten Ausmaß. Fast jede Baumspitze ist abgebrochen und unser über 100-jähriger Überlebensbaum hat leider die enorme Schneelast des letzten Winters nicht überlebt.

In der zweiten Monatshälfte wurde das Wetter von einem Hochdrucksystem und frühlingshaften Temperaturen dominiert. Auf dem Fichtelberg gab es zwar keine Rekordtemperaturen wie an anderen deutschen Messstationen, aber die Monatshöchsttemperatur von 11.3 °C am 17. war immerhin die elftwärmste auf dem Fichtelberg gemessene Februarwert. Windstille und hohe Sonneneinstrahlung vom sauberen oft wolkenarmen Himmel sorgten dafür, dass sich so mancher Wintersportler seiner Jacke entledigte und kurzärmelig die Winterfreuden genoss. Die Nächte waren allerdings noch empfindlich kalt und bis in die Täler überwiegend frostig. Auf dem Fichtelberg wurde die Monatstiefsttemperatur am 22.02. mit -8,9°C gemessen. Insgesamt gab es auf dem Gipfel 10 Eistage (Höchsttemperatur <0°C) und 20 Frosttage (Tiefsttemperatur < 0°C.).

Vor allem in der ersten Monatshälfte war es oft stürmisch. Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 11. mit 110.9 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 23 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 8 Tagen.

Leider werden durch den Wegfall der kontinuierlichen Wetterbeobachtung die zahlreichen Besonderheiten des Fichtelbergs nicht mehr lückenlos dokumentiert. Private Beobachtungen konnten aber wenigstens einige ungewöhnliche Erscheinungen festhalten. So gab es Luftspiegelungen an entfernten Bergen und Wolken, Fernsichten bis zum Riesengebirge (12), ein langanhaltendes Abendrot sowie Fallstreifenlöcher und UFO-Alarm.

Mit dem Februar endete auch der meteorologische Winter, auf den wir noch kurz zurückblicken möchten. Die große Trockenheit des letzten Jahres wurde im Dezember durch eine westlich dominierte Grundströmung beendet, was eine nasskalte Witterung mit viel Schnee auf den Bergen zur Folge hatte. 1,83 Meter wurden im Maximum auf dem Fichtelberg gemessen. Soviel gab es das letzte Mal im März 2009, also vor 10 Jahren. Erst ab der zweiten Februar-Dekade setzte sich ein Omega-Hoch durch und sorgte für einen trockenen und milden Wettercharakter. Insgesamt war der Winter mit einer Mitteltemperatur von -2,7°C um 1,9°C zu warm. Mit 616,1mm Niederschlag wurden 228% des Normalwertes erreicht. Besonders der Januar schlägt hier mit 318,9mm zu Buche, was 365% des Normalwertes entspricht. Damit wurde der höchste Januarniederschlag in der 103-jährigen Fichtelbergstatistik registriert (die aber wie bekannt zum 31.12.18 offiziell beendet wurde, weshalb dieser Rekord leider inoffiziell bleibt!!!). Die Sonne war mit 180 Stunden (91%) leicht unterdurchschnittlich, was vor allem der fünft-sonnenscheinärmste Dezember mit nur 16,2 Stunden (28%) verbockt hat. Aber beim Wetter gleicht sich oft alles aus, und so hat wie oben beschrieben der Februar markant aufgeholt. Für die größte Windspitze sorgte Tief FLORENZ am 14. Januar mit einer Windspitze von 129,6 km/h. (ch)

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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