Kommt nach den Schneemassen Hochwasser?

Noch schauen die Messgeräte auf dem Fichtelberg aus dem Schnee heraus (kf)

Die letzten Tage hat es im Erzgebirge durch Niederschlagsstau heftig geschneit. Besonders der Kamm war betroffen. So wurde privat gestern auf dem Fichtelberg 1,50 Meter gemessen, in Carlsfeld türmte sich der Schnee etwa ein Meter hoch und auch sonst lagen entlang des Erzgebirgskammes 70-80cm Schnee. In vielen Orten fiel die Schule aus und zahlreiche Straßen waren gesperrt, nicht zuletzt auch wegen umgestürzter oder abgebrochener Bäume, welche der Schneelast nicht mehr standhalten konnten. Selbst Chemnitz und Zwickau wurden richtig weiß (→ Schneehöhen in Sachsen).

Und heute schickt nach kurzer Wetterberuhigung das skandinavische Tief DONALD (benannt nach dem bekannten ARD-Wettermoderator Donald Bäcker) neue Schneefälle zu uns. Der zudem auflebende Wind wird zu zusätzlichen Verfrachtungen führen.

Bis Sonntag steigen dann allerdings die Temperaturen, so dass die Niederschläge nicht nur in Regen übergehen werden, sondern es wird auch bis auf etwa 1000 Meter Höhe Tauwetter geben! Das kann in den Tallagen vor allem an kleineren Flüssen zu ersten Hochwasser führen! Und auf dem Fichtelberg werden wahrscheinlich die 2 Meter hoch angebrachten automatischen Messgeräte im Schnee verschwinden… Und vielleicht schafft der Gipfel (leider ohne offizielle Messung) sogar den bisherigen Januarrekord von 2,25cm aus dem Jahre 1967?

Nachfolgend einige Fotos von gestern vom Fichtelberg (kf), Carlsfeld (wh, ch), Schwarzenberg (wh), Bärenstein und Oberwiesenthal (Janet Richter) und Zinnwald (Norbert Märcz).

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10 Antworten zu Kommt nach den Schneemassen Hochwasser?

  1. Silvio W. schreibt:

    Ich schätze eure Berichte und Beiträge sehr, aber heute ist doch etwas sehr unangebrachtes und für ahnungslose angstbringendes untergebracht wofür es keinerlei Hinweise gibt, nämlich Hochwasser. Klar wird es tauen, kurzfristig auch Mal bis fast ganz hoch aber es sind dafür nur geringe Niederschläge welche, sollten sie vor allem am Sonntag in flüssiger Phase fallen, dann zunächst erst einmal von der mächtigen Schneedecke aufgesaugt werden und nur Schrittweise abgegeben werden. Zudem wird es am Montag rasch wieder kälter und die Niederschläge gehen bis mindestens in mittlere Lagen wieder in Schnee über. Auch ist das Wasseräquivalent der Schneedecke noch vergleichsweise gering, da gab es schon wesentlich schlimmere Lagen welche dann auch kein Hochwasser brachten.
    Für ein Hochwasser bräuchte es schon durchgreifende mehrtägige milde Temperaturen sowie viel Niederschlag und Wind welcher die Schneeschmelze beschleunigt, diese Kombination hat aber kein einziges Modell so drin, tendenziell geht es mittelfristig eher wieder in Richtung Winter bis in tiefere Gebirgslagen. Also bitte demnächst etwas bedächtiger sein bei den Inhalten und nicht unnötig Ängste schüren. Ich habe nix gegen Vorwarnungen etc. aber die Lage gibt es wirklich nicht her.
    In dem Sinne wünsche ich euch trotzdem ein schönes Wochenende!

    Viele Grüße
    Silvio

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  2. ch schreibt:

    Hallo Silvio, ich glaube nicht, dass wir grundlos Angst verbreiten. Aber die kleineren Flüsse hier sind jetzt schon randvoll und wenn in den tieferen Lagen, wie zum Beispiel hier in Schwarzenberg Tauwetter kommt (und auch hier auf 400 Meter Höhe liegen 50cm Schnee!), dann ist ein Überlaufen sehr wahrscheinlich. Da einige Erzgebirger ihre Gärten in Flussnähe haben, kann es gewiss nicht schaden, diese zu sichern.

    Viele Grüße
    Claudia

    Gefällt 2 Personen

    • klimareihenfritze schreibt:

      @ch Man muss sich nur mal die enormen Niederschlagssummen vor Augen halten, die allein seit dem 01.01. gefallen sind:

      160 mm Carlsfeld (auf 897 m ü.NN)
      153 mm Keilberg/CZ (auf 1244 m ü.NN)
      150 mm Grünbach-Muldenberg (Talsperre) (auf 710 m ü.NN)
      121 mm Oberwiesenthal (auf 850 m ü.NN)
      … und viele weitere über 100 mm, sogar das nur 387 m hoch gelegene Aue.

      Auf der nicht mehr personalbesetzten Station Fichtelberg herrscht ja seit Neujahr Dauerfrost, daher auch diese enormen Summen an Neuschnee rund um den Gipfel.

      Übrigens: Wie extrem unbrauchbar die Daten des sonst so hochgelobten Wetterradar (RADOLAN) hier sind, sieht man bestens auf den Radarsummenkarten des aktuellen Monats: https://kachelmannwetter.com/de/regensummen/sachsen/niederschlagssumme-monat/20190111-2250z.html
      Südlich und südwestlich von Annaberg-Buchholz, wo mit die höchsten Mengen fielen und die Karte eigentlich durchgehend dunkelgelbe bis orange, teils sogar rote Farbtöne zeigen müsste, zeigt sie ein in trügerisches Grün (für angeblich unter 40 mm)! Man erkennt relativ schnell, wie wertvoll die Niederschlagsmessungen auf dem Fichtelberg waren, gerade für Dinge wie Hochwasserprognose! Diese Modelle sind auf zuverlässige Eingangsdaten aus den Kammlagen angewiesen – man kann sie zumindest im oberen Erzgebirge NICHT durch Radardaten ersetzen!

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      • ch schreibt:

        Hier in Schwarzenberg auch 145mm bisher und vorgestern einen halben Meter Schnee, der nun aufgrund von Regen am Abtauen ist. Unsere Bäche in den Tälern sind kurz vorm Überlaufen, die großen Flüsse dagegen noch aufnahmefähig.

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  3. Frank schreibt:

    Die beiden Niederschlagsmesser auf Fichtelberg im ersten Bild sind offensichtlich geheizt. Aber wo sind die gemessene Daten???

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    • klimareihenfritze schreibt:

      @Frank Der Fichtelberg meldet seit dem 1.1.2019, 7 Uhr UTC offiziell leider KEINE Schneehöhen und Niederschlagsmengen mehr! Deswegen schaue ich nun häufiger zum Keilberg 😉

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      • Frank schreibt:

        Natürlich, Das weiß ich 🙂 Aber warum sind die Niederschlagsmesser geheizt? Ist es eine Verschwendung von Elektrizität oder sind die Daten irgendwo gespeichert? Für mich ist das ein Geheimnis.

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  4. Forscher schreibt:

    Nach dem schneereichen Winter 05/06 kam das Elbehochwasser im März. Nach dem Lawinenwinter 1999 das Pfingsthochwasser an der Donau. 2017 war im Spätwinter ebenfalls Potential gegeben, dann kam die Trockenheit. Ich bin gespannt, wie es heuer abläuft.

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  5. ch schreibt:

    Hallo Frank, das Gerät steht seit einem halben Jahr als Test, kommt aber wahrscheinlich wegen stark abweichender Niederschlagssummen nicht zum Einsatz.

    Liebe Grüße
    Claudia

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  6. meteocb schreibt:

    Abgesehen von der Hochwassergefahr, sind das beeindruckende Bilder. Vielen Dank an euch alle 🙂

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